Trockenfutter für Hunde - Gutes in den Napf

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Die meisten Produkte versorgen ausgewachsene Hunde optimal mit Nährstoffen. Ältere Tiere, die Spezialfutter benötigen, sind allerdings nicht so gut bedient.

Hundetrockenfutter im Test: Produkte für ältere Hunde großteils mangelhaft; (Bild: Pixel-Shot/Shutterstock.com)

Folgende Hundefutter finden Sie in unseren Testtabellen:

Trockenes Alleinfutter für ausgewachsene Hunde

  • Belcando Adult Dinner
  • Bosch High Premium Concept Adult mit Lamm & Reis
  • dm Dein Bestes Naturverliebt 60 % frisches Huhn
  • Fressnapf Real Nature Country Selection Alpine Truthahn & Alpenrind Adult
  • Frolic 100 % Complete mit Rind, Karotten und Getreide
  • Happy Dog Naturcroq Rind & Reis Adult
  • Josera Adult Optiness mit Lamm
  • Pedigree Vital Protection Adult mit Rind & Gemüse
  • Platinum Adult Chicken
  • Purina Beneful Original mit Rind, Gartengemüse und Vitaminen
  • Rinti Max-I-Mum Rind

Trockenes Alleinfutter für ältere Hunde

  • Belcando Finest GF Senior
  • Bosch High Premium Concept Senior
  • Das Futterhaus Wildkind Iceland senior
  • Fressnapf Select Gold Complete Medium Senior Huhn
  • Happy Dog fit & vital Senior 11 kg+
  • Mera essential Adult Senior
  • Purina Beneful Glückliche Jahre 7+ mit Huhn
  • Wolfsblut Wild Duck Senior

In der Testtabelle finden Sie Infos und Bewertungen zu:

  • Ernährungsphysiologische Qualität
  • Fütterungshinweise
  • Schadstoffe
  • Nutzerfreundlichkeit der Verpackung
  • Deklaration und Werbeaussagen

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht:


Test: 19 Hundefutter

Wer seinen Hund liebt, der achtet darauf, dass er auch das richtige Futter bekommt. Je nach Lebensphase ändert sich nämlich der Nährstoffbedarf des Tieres. Ein Welpe benötigt anders zusammengesetztes Futter als ein ausgewachsenes Tier, und im höheren Alter ändert sich der Bedarf erneut.

Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Stiftung Warentest haben 19 Trockenfutter für Hunde getestet, darunter elf Produkten für ausgewachsene Tiere und acht für das Seniorenalter.

Gutes Ergebnis im Segment für ausgewachsene Tiere

Im Segment für ausgewachsene Tiere war das Testergebnis erfreulich. Insgesamt sieben Trockenfutter schnitten gut ab, ein weiteres sogar sehr gut. Unter dem Mikroskop zeigte sich, dass in keinem Futter – also auch in den drei Produkten nicht, die nur eine durchschnittliche Bewertung erhielten – minderwertige Zutaten wie Borsten, Knorpel oder Haare verarbeitet waren.

Mangelhafte Seniorenprodukte

Ein völlig anderes Bild ergab sich bei den Produkten, die für ältere Tiere ausgelobt sind. Ausgerechnet eines der teuersten Futter im Test, legt man den Preis für eine Tagesration zugrunde, fiel komplett durch.

Mangelhafte Seniorenprodukte

Sechs weitere Produkte sind „weniger zufriedenstellend“, darunter das einzige Hundefutter im Test mit einem Schadstoffproblem: Wildkind Iceland senior vom Futterhaus ist vergleichsweise hoch mit Acrylamid belastet.

Das beste Seniorenfutter im Test von Purina erreichte gerade noch eine gute Bewertung. Immerhin versorgt es ältere Hunde ausreichend mit Nährstoffen. Alle getesteten Produkte sind als Alleinfutter gekennzeichnet. Das bedeutet, sie sollen ausreichen, um den Hund mit Energie und allen benötigten Nährstoffen zu versorgen; etwa Eiweiß für Herz und Muskeln, Linolsäure fürs Fell, Kalzium und Phosphor für die Knochen. Darüber hinaus sollte das Tier lediglich Wasser benötigen.

Warum Seniorenfutter enttäuschen

Viele Seniorenfutter enttäuschen, weil sie den Nährstoffbedarf älterer Hunde nicht optimal decken. Sie liefern nicht genug an essenziellen Aminosäuren. Diese Eiweißbausteine kann der Hund selbst nicht bilden, benötigt sie jedoch dringend, etwa für das Nerven- und Immunsystem. Auch an Mineralstoffen fehlt es in den Produkten teilweise. Damit erfüllen diese Hundefutter den Zweck nicht, für den sie produziert werden.

Trocken- oder Feuchtfutter?

Kalorienbedarf sinkt im Alter

Seniorengerechtes Futter sollte pro Portion 20 Prozent weniger Kilokalorien enthalten als klassisches Futter für erwachsene Hunde. Der Gehalt an Nährstoffen sollte hingegen genauso hoch sein. Zu viel Eiweiß tut alten Hunden nicht gut. Beim Abbau von Eiweiß-Überschüssen bilden sich Stoffe, die Leber und Nieren belasten. Daher muss Eiweiß in kleinerer Menge zugesetzt werden. Andererseits sollte das Futter besonders hochwertig sein, denn nur so erhält der Hund genug essenzielle Aminosäuren. Auch zu viel Phosphor und Natrium im Futter kann den Organen zusetzen.

Ernährungsphysiologische Bewertung

Für die ernährungsphysiologische Bewertung der Seniorenfutter-Sorten haben Wissenschaftler aus der Veterinärmedizin extra einen Maßstab erarbeitet. Während es für herkömmliches Futter ernährungsphysiologische Empfehlungen von Fachgesellschaften wie dem National Research Council aus den USA gibt, ist das für Seniorenfutter nicht der Fall. Die für den Test zugezogenen Experten werteten also Ernährungsstudien aus und brachten Erfahrungen aus der tierklinischen Praxis ein.

Zudem wurden auch Anbieter um Auskunft zu Seniorenfutter-Standards gebeten, doch in der Branche gibt es dazu keine einheitliche Meinung. Im Internet wird Futter für ältere Hunde gern mit ambitionierten Versprechen beworben – etwa: mit „Muschelextrakt für Knorpel & Gelenke“ oder als „Anti-Aging“-Produkt für das Tier. Doch derartige Aussagen sind wissenschaftlich umstritten bzw. unglaubwürdig. Man sollte sich dadurch nicht zum Kauf verleiten lassen.

Getreidezusätze

Die getesteten Trockenfutter bestehen bis zu einem Drittel aus Stärke, etwa Kartoffeln, Reis oder Weizen. Für Hunde stellt diese Zusammensetzung, anders als für Wölfe, kein Problem dar. Hunde können Stärke gut verdauen, weil sie über ein Enzym für den Abbau verfügen. Auch Gluten aus Getreide vertragen Hunde in der Regel gut, Allergien treten eher selten auf. Vor allem für ältere Tiere ist Getreide zudem eine nierenfreundliche Energiequelle, und auch die enthaltenen Ballaststoffe sind für sie vorteilhaft.

Trocken- oder Feuchtfutter?

Trockenfutter ist preiswerter und praktischer beim Verfüttern, und es fällt weniger Müll an als bei Feuchtfutter. Weil härter, ist es zudem gut für Zähne und Kiefer – zumindest, solange das Tier nicht unter Zahnproblemen oder ausgefallenen Zähnen leidet. Ein Nachteil von Trockenfutter ist, dass es aufgrund seines geringen Gewichts dazu verleitet, dem Tier mehr zu geben, als es benötigt.

Feuchtfutter mit ihrem hohen Wasseranteil von etwa 80 Prozent sind recht weich und für Hunde mit Zahnproblemen leichter zu kauen. Außerdem muss weniger darauf geachtet werden, dass der Hund ausreichend Wasser zu sich nimmt.

Testtabelle: Trockenfutter für ausgewachsene Hunde

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Testtabelle: Trockenes Alleinfutter für ältere Hunde

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Ältere Hunde

Hunde im Seniorenalter haben einen deutlich geringeren Energiebedarf als jüngere Tiere. Um Übergewicht und damit verbundene, lebensverkürzende Folgekrankheiten zu vermeiden, muss die Futterration entsprechend angepasst werden. Das gilt allerdings nicht für Tiere, die an chronischen, energiezehrenden Krankheiten wie Krebs leiden.

Nährstoffversorgung

Auch die Nährstoffversorgung spielt beim Füttern älterer Tiere eine große Rolle. So sollte der Eiweiß- und Phosphorgehalt des Futters ans Alter angepasst werden. Bekommen Hunde im Seniorenalter zu viel Eiweiß angeboten, werden Leber und Nieren beim Abbau der Überschüsse unnötig belastet. Bei Gelenkerkrankungen darf etwas Fischöl ins Futter gegeben werden, da Omega-3-Fettsäuren unterstützend wirken können. Eine höhere Zufuhr an Antioxidantien wie Vitamin E und Zink unterstützt zudem das Immunsystem. Bei Leckerlis sollte man auf bindegewebsreiche Produkte aus Rinderhaut und auf Schweineohren verzichten.

Wenn Bakterien das Bindegewebe im Dickdarm zersetzen, entsteht Ammoniak. Diese für die Zellen giftige Verbindung wird in der Leber abgebaut und als Harnstoff über die Nieren ausgeschieden. Im höheren Alter sollten Hunde über den Tag verteilt zwei bis drei kleine Mahlzeiten bekommen, möglichst zu festen Fütterungszeiten. Leidet das Tier unter Zahnproblemen oder ausgefallenen Zähnen, sollte das Trockenfutter in etwas Wasser eingeweicht bzw. selbst zubereitetes Futter gut zerkleinert werden.

Tierärztliche Untersuchung

Ein älterer Hund sollte regelmäßig, mindestens einmal pro Jahr, tierärztlich untersucht werden. Auch wenn das Tier gesund ist, kann man bei dieser Gelegenheit abklären, ob die Fütterung angepasst werden sollte. Es ist deshalb sinnvoll, ältere Tiere auch zu Hause regelmäßig zu wiegen. So erkennt man frühzeitig, ob das Tier unter- oder übergewichtig ist.

Testkriterien

Im Test: Die Stiftung Warentest hat 19 trockene Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde getestet, darunter acht Produkte mit spezieller Auslobung für ältere Hunde.

Ernährungsphysiologische Qualität

Alle Futter wurden anonymisiert geprüft und als Alleinfutter bewertet: Sie müssen als alleinige Nährstoffquelle Hunde optimal versorgen. Der Gehalt an Nährstoffen wie Fett, Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen wurde bestimmt und die Menge, die ein ausgewachsener, mäßig aktiver Hund von 15 Kilogramm braucht, wurde berechnet. Für die Seniorenfutter wurde als Modell ebenfalls ein 15 Kilogramm schwerer Hund ausgewählt, dessen Energiebedarf aber 20 Prozent geringer ist als jener des erwachsenen Modellhunds. Es wurde untersucht, ob die Futter die notwendigen Nährstoffmengen liefern und ob sie Höchstgrenzen nicht überschreiten. Als Orientierung dienten für das herkömmliche Futter die Bedarfszahlen der Fediaf, einer Vereinigung europäischer Futtermittelhersteller, und des US-amerikanischen National Research Council. Für die Seniorenfutter leiteten Wissenschaftler auf dieser Basis einen Maßstab ab, der Bewertungsgrundlage war.

Fütterungshinweise

Überprüft wurde, ob die angegebenen Futtermengen in etwa den Energiebedarf des jeweiligen Modellhunds decken – auch, ob Angaben für Hunde anderer Gewichtsklassen stimmig sind. Ebenfalls kontrolliert wurde, ob Hinweise auf den Verpackungen standen – etwa zur Bereitstellung von Wasser, zu Rasse-, Aktivitäts- oder Altersunterschieden.

Schadstoffe

Untersucht wurde auf relevante Stoffe wie Blei, Arsen, Kadmium, Acrylamid und Mykotoxine.

Nutzerfreundlichkeit der Verpackung

Drei Experten prüften, wie die Packungen sich öffnen und wieder verschließen lassen und wie das Futter sich entnehmen lässt. Die Recycling- und Entsorgungshinweise wurden bewertet.

Deklaration und Werbeaussagen

Geprüft wurde, ob die Angaben auf den Packungen – wie im Futtermittelrecht vorgeschrieben – vollständig und korrekt waren. Abbildungen und Werbeaussagen, darunter auch die Plausibilität gesundheitsbezogener Aussagen, wurden überprüft. Drei Experten bewerteten die Übersichtlichkeit und Lesbarkeit der Angaben.

Weitere Untersuchungen

Unter dem Mikroskop wurden die Trockenfutter auf Spuren tierischer Bestandteile wie Haare, Horn, Borsten untersucht. Alle Produkte waren dabei unauffällig. Mittels DNA-Analyse wurden die Futter auf 24 Säugetier- und Geflügelarten untersucht. Dabei wurden neben Zutaten auch Spuren erfasst, die zum Beispiel aus Produktionen mit anderen Rezepturen stammen. Der Zuckergehalt in allen Produkten wurde bestimmt. Bei als getreidefrei gekennzeichneten Produkten/Rezepturen wurde auf Gluten und Reisbestandteile geprüft. Die Gesamtkeimzahl der Futter wurde analysiert und es wurde auf Salmonellen und Enterobakterien getestet – beides wurde nicht gefunden.

Abwertungen

Lauteten die Urteile für Deklaration, Schadstoffe oder Fütterungshinweise „weniger zufriedenstellend“, wurde die Gesamtnote um eine halbe Note abgewertet; bei „nicht zufriedenstellenden“ Fütterungshinweisen erfolgte eine Abwertung um maximal eine Note.

Testplakette

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Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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