Klimageräte - Ungleiche Geschwister

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Mobile Klimageräte sind den fix verbauten in fast allen Belangen unterlegen. Für Hitzegeplagte führt manchmal kein Weg am Monoblock vorbei.

Klimageräte: Vor- und Nachteile von Monoblock und Split-Modell; (Bild: Kwangmoozaa/Shutterstock.com)

Diese Klimageräte finden Sie in unserem Test:

Splitgeräte: fix verbaut

  • Daikin - FTXJ35MW/RXJ35M
  • Toshiba - RAS - 13PAVPG-E/RAS-13PKVPG-E
  • Mitsubishi Electric - MSZ EF35VGKW MUZ EF35VG
  • Comfee - MSAFS-12-HRDN8 Set
  • TCL - TAC-12CHSD/XA211-QC

Monoblöcke: mobil

  • AEG - ChllFlexProAXP26U338CW
  • De'Longhi - PAC EL92 Silent
  • Suntec - Easy 2.7 eco
  • Koenic - KAC 3232

Die Testtabelle enthält Infos und Bewertungen zu: Kühlleistung laut Abieter, Kühlleistung im Test, Schallleistungspegel innen und außen, Kältemittel, Luftstrom, Temperaturverteilung, Stromverbrauch, Umwelteigenschaften, (Treibhauswirkung) Geräusch, Handhabung (Bedienung, Installation, Reinigung), Sicherheit;

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Klimageräte-Test: Split oder Monoblock

Den mäßigen Temperaturen im heurigen Frühling könnte ein drückend heißer Sommer folgen. Grund genug, um wieder einige ausgewählte Klimageräte zu testen: in gewohnter Manier mobile Monoblockgeräte und fix verbaute Splitgeräte.

Obwohl beide der gleichen Produktgruppe angehören, spielen, um einen Fußball-Vergleich heranzuziehen, die Monoblöcke in der Unter- und die Splitgeräte in der Bundesliga. Das spiegelt sich auch in den vorliegenden Testurteilen wider: Während wir bei den Splitgeräten zumindest drei Geräte als "gut" empfehlen können, schaffte es bei den Monoblöcken kein Modell über ein "weniger zufriedenstellend" hinaus.

Kühlen von 30 auf 24 Grad und diese Temperatur halten

Die Kollegen von der Stiftung Warentest, die den Test für uns durchführten, stellten die ­Klimageräte vor zwei spielentscheidende ­Aufgaben. Zum einen mussten sie einen ca. 40 Kubikmeter großen Raum von 30 auf 24 Grad kühlen. Die Splitgeräte benötigten dafür sechs bis neun Minuten. Und die Mono­blöcke? Eine halbe Stunde bis drei viertel Stunden.

Die zweite Aufgabe: eine ange­nehme Zimmertemperatur von 24 Grad gegen große Hitze von draußen verteidigen. Bei 35 Grad Außentemperatur schaffte das kein Mono­block, bei 30 Grad ging es gerade mal so. Für Splitgeräte war die Test-Aufgabe kein Problem.

Splitgeräte: vom Fachmann einbauen lassen

Okay einholen für Splitgeräte

Das große Manko der Splitgeräte (neben den vergleichsweise hohen Kosten): Mieter müssen, bevor sie so ein Gerät installieren lassen, das Okay des Vermieters einholen, Wohnungseigentümer (in einem Mehrparteienhaus) das Einverständnis der anderen Eigentümer. So bleibt ein Monoblockgerät oftmals die einzige Möglichkeit, für etwas Kühlung zu sorgen. Wenngleich es nur für einzelne, kleine Räume ausreicht. Die getesteten Splitgeräte eignen sich z.B. für größere Wohnräume mit offener Küche.

Splitgeräte vom Fachmann einbauen lassen

Nicht außer Acht zu lassen ist, dass beim Einbau eines Splitgeräts ein Fachmann ranmuss. Wer es selbst macht, riskiert, dass die Gewährleistung erlischt. Außerdem ist bei unsachgemäßer Installation die Gefahr groß, dass Kühlmittel entweicht. Das hätte gravierende Auswirkungen aufs Klima. Die ein­gesetzten Kühlmittel der getesteten Monoblockgeräte sind zwar ungleich weniger klimaschädlich, trotzdem sollte man bei einem Defekt nicht in Eigenregie daran herumdoktern – und die Entsorgung nur über einen offiziellen Mistplatz vornehmen.

Maßnahmen gegen die Hitze

Aus Umweltsicht lautet unsere Empfehlung: Bevor Sie eine Klimaanlage in Erwägung ziehen, sollten Sie andere (bauliche) Maßnahmen andenken, um die Sonneneinstrahlung so gut es geht zu reduzieren – z.B. Außen­rollos, Markisen, Sonnenschutzfolien, eine gute Gebäudedämmung oder Schatten spendende Bäume. Übrigens: „Virenschleudern“ sind Klimageräte keine, eine erhöhte Corona-Ansteckungsgefahr geht von ihnen aus wissenschaftlicher Sicht nicht aus.

Testtabelle: Klimageräte - Splitgeräte

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Testtabelle: Klimageräte - Monoblöcke

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Simulation für drei südseitige Räume

Je größer und höher ein Raum, desto stärker gefordert sind Kühlgeräte. Die Stiftung Warentest wollte in einer Simulation herausfinden, ob die Produkte im Test drei unterschiedliche Räume mit Südfenstern und guter Dämmung konstant auf 26 Grad halten können. Die Kühlleistung der Splitgeräte reichte dafür aus, jene der Monoblöcke durchwegs nicht. 
Die Daten können nur eine grobe Orientierung geben, die Ergebnisse können stark variieren: je nach konkreter Dämmung der Gebäude, Größe der Fenster und auch je nach Anzahl der Personen oder Elektrogeräte im Raum. 
 
20 m2 Dachraum mit 4 m2 Fensterfläche
Empfohlene Kühlleistung: 2,4 kW
Kühlkosten: 52 Euro/Jahr
 
40 m2 Wohnküche mit 8 m2 Fensterfläche
Empfohlene Kühlleistung: 2,2 kW
Kühlkosten: 47 Euro/Jahr
 
20 m2 Wohnraum mit 5 m2 Fensterfläche
Empfohlene Kühlleistung: 1,4 kW
Kühlkosten: 30 Euro/Jahr

Testkriterien

Im Test: 9 Klimageräte, davon 4 Monoblöcke und 5 Splitmodelle mit je einem Innen- und einem Außengerät. In beiden Produktgruppen wurden Geräte mit möglichst ähnlicher Kühlleistung und App-Steuerung gewählt. War die WLAN-Schnittstelle nicht integriert, wurden zugehörige Module gekauft und mitgetestet. Die Preise ermittelten wir im Mai 2021. Geprüft wurde in Anlehnung an die gültigen Normen, jedoch nach der Kompensationsmethode. Die Geräte wurden im Automatikmodus betrieben.

Umwelteigenschaften: 50 %

Die Tester ermittelten, wie energieeffizient die Geräte bestimmte Wärmemengen nach draußen transportieren. Die Geräte kühlten bei 24 Grad Celsius Innentemperatur und unterschiedlichen Außentemperaturen. Die Monoblöcke wurden mit ungekürzten Abluftschläuchen installiert und es wurde berücksichtigt, dass beim Betrieb Außenluft in den Raum zurückströmt. Weiters bewerteten die Tester die Treibhauswirkung und die Menge des Kältemittels, bei den Splitgeräten zusätzlich das Geräusch des Außengeräts.

Kühlen: 35 %

Die Kühlleistung der Geräte wurde bei einer Raumtemperatur von 24 Grad und einer Außentemperatur von 35 Grad bei Splitgeräten bzw. 30 Grad bei Monoblöcken bewertet. Weiters beurteilten die Tester die Zeit, die die Geräte benötigten, um einen Testraum von 3,8 mal 3,8 Metern (ca. 40 Kubikmeter) von 30 auf 24 Grad abzukühlen; außen herrschten 30 Grad. Im selben Raum wurde mit maximaler Lüfterstufe die Luftströmung an sechs Positionen gemessen und jeweils das Zugluftrisiko bewertet. Die Temperaturverteilung wurde an 20 Punkten im Raum gemessen und die Geräusche der Innengeräte wurden bewertet.

Handhabung: 15 %

Ein Experte und fünf Nutzer beurteilten die Gebrauchsanleitung unter anderem auf Verständlichkeit. Ein Experte bewertete, wie sich das Gerät inklusive Montage der Abluftschläuche installieren lässt und wie lange die Montage der Splitgeräte dauert. An den Monogeräten prüften die Tester, ob das mitgelieferte Material Kipp- und Drehfenster abdichten kann. Mobile Geräte wurden dahingehend beurteilt, wie gut sie sich transportieren und aufbewahren lassen. Außerdem bewerteten die Prüfer das Bedienen am Gerät, mit der Fernbedienung und bei Splitgeräten auch per App. Die Reinigungsfreundlichkeit bewerteten sie ebenfalls.

Sicherheit: 0 %

Prüfung der elektrischen Sicherheit, insbesondere von spannungsführenden Teilen.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass Mängel sich verstärkt auf das KONSUMENT-Testurteil auswirken. Folgende Abwertungen wurden eingesetzt: Ab einem „weniger zufriedenstellend“ für die Umwelteigenschaften konnte das KONSUMENT-Testurteil maximal eine halbe Note besser sein. Ab „weniger zufriedenstellender“ Kühlleistung konnte das Urteil Kühlen nur eine halbe Note besser lauten. Wurde das Geräusch des Innengeräts mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet, so wurde das Urteil Kühlen um eine halbe Note abgewertet. Lautete das Urteil für die Fensterabdichtung „nicht zufriedenstellend“, wurde das Urteil Handhabung um eine halbe Note abgewertet.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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