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Mutter und Kind putzen sich die Zähne
Kinderzahnpasta kaufen - bei den neuen Produkten im Test gab es Verbesserungen. Bild: Yuganov-Konstantin / shutterstock.com

Test Kinderzahnpasta mit und ohne Fluorid - Ein positiver Trend

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Im Jahr 2022 haben wir 11 Kinderzahnpasten getestet, nur drei Produkte waren empfehlenswert. Sieben Zahnpasten fielen komplett durch, vier davon enthielten das problematische Titandioxid. Jetzt haben wir drei Produkte nachgetestet, sie sind sehr gut bzw. gut und alle sind frei von Titandioxid.

Kinderzahnpasta im Test

In unserem Vergleich war Kinderzahnpasta mit Fluorid sowie Kinderzahnpasta ohne Fluorid. Unabhängige Tester prüften und bewerteten 14 Produkte:

  • Blend-a-med Blendi Gel
  • Curaprox Kids ab 2 Jahren
  • Dentalux Zahngel for Kids
  • Dentinox Nenedent mit Fluorid
  • Dontodent Kids Mildes Zahngel
  • Elmex Kinder-Zahnpasta
  • Karex Kinder Zahnpasta
  • Lavera Naturkosmetik Kids Zahncreme
  • Logodent Naturkosmetik Kids Zahncreme
  • Mentadent Kids Zahnpasta
  • Odol-med3 Milchzahn
  • Oral-B Kids Zahnpasta Frozen
  • SensiDent Kids Zahncreme
  • Weleda Kinder-Zahngel

Kinderzahnpasta Test - Vater und Tochter putzen sich die Zähne
Kinderzahnpasta Test - Welche Kinderzahnpasta ist empfehlenswert? Bild: PeopleImages.com - Yuri-A / shutterstock.com

Diese Fragen beantwortet unser Test

  • Welche Produkte bieten ausreichend Schutz vor Karies?
  • Welche Produkte sind frei von Titandioxid?
  • Welche Pasta hat das beste Preis/Leistungsverhältnis?
  • Welche Kinderzahnpasta ist die beste? Welche Pasta wurde Testsieger?
  • Welche Kinderzahnpasten können wir empfehlen?

Der Test bietet werbefreie, unabhängige Testergebnisse.

So testen wir

Kinderzahnpasta Test - zur Anwendung kommen einheitliche Testkriterien. So werden die Ergebnisse vergleichbar. Im Labor wurde untersucht, ob die Kinderzahnpasten eine ausreichende Kariesvorsorge bieten und ob sie Titandioxid enthalten. Ebenfalls überprüft wurde, ob sich die Tuben komplett entleeren lassen und über eine Originalitätssicherung verfügen.

Viel Murks in der Tube

Im Vergleich zu unserem letzten Test ist Besserung in Sicht. Von 14 getesteten Produkten können wir sechs empfehlen. Damit hat sich die Zahl der empfehlenswerten Produkte verdoppelt. Acht getestete Zahnpasten schützten entweder nicht ausreichend vor Karies oder enthielten den problematischen Stoff Titandioxid.

Acht Zahnpasten schützen sehr gut vor Karies

Auf gute Zahnhygiene zu achten, ist bereits bei sehr kleinen Kindern angezeigt. Zahn­gesundheit beim Milchgebiss legt den Grundstein dafür, dass die zweiten Zähne möglichst lang erhalten bleiben. Abgesehen davon trägt der Schutz vor Karies auch zur allgemeinen Gesundheit bei. Eine wesent­liche Voraussetzung für die Kariesvorsorge ist, dass die Zahnpasta eine ausreichende Menge an Fluorid enthält. Lautete die Empfehlung von Fachgesellschaften für Produkte, die für Kinder von null bis sechs Jahren ausgelobt sind, früher auf 500 ppm (Englisch für parts per million, Teile pro Million) Fluorid, so sind es jetzt einheitlich 1.000 ppm.

Sieben Zahnpasten ohne Fluorid

Bis zu den Herstellern scheint sich das allerdings noch nicht herumgesprochen zu haben. In unserem gemeinsamen Test im Jahr 2022 mit der Stiftung Warentest fielen sieben Zahnpasten durch, weil sie keine Kariesprophylaxe bieten. Sie enthalten entweder zu wenig oder gar kein Fluorid.

Fünf der 2022 getesteten Zahnpasten schützten zwar sehr gut vor Karies, zwei davon enthielten allerdings Titandioxid. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft Titan­di­oxid nicht mehr als sicher ein: Es sei nicht auszuschließen, dass es erbgutschädigend wirke. Das genetische Material von Zellen könne Schaden nehmen, eventuell könne sogar Krebs entstehen. Ab August dieses Jahres ist Titandioxid (E 171) als Zusatzstoff in Lebensmitteln verboten. In Kosmetika ist es als Farbstoff mit dem Code CI 77891 weiterhin erlaubt, obwohl es auch dort komplett überflüssig ist. Erfreulich ist, dass drei Zahnpasten, die wir neu getestet haben, kein Titandioxid enthalten und sehr gut vor Karies schützen. 

Sechs können wir empfehlen

Vorsichtshalber raten wir von Pasten mit dem Pigment ab. Produkte für Kleine bewerten wir dabei strenger als jene für ältere Kinder und ­Erwachsene, weil die Kleinen Zahnpasta eher verschlucken. Zahncremen für Null- bis Sechsjährige mit Titandioxid können deshalb kein gutes Testurteil mehr be­kommen. Von 14 Produkten können wir 8 uneingeschränkt empfehlen.

Die besten im Test

Wir haben drei Kinderzahnpasten nachgetestet, alles sind sehr gut bzw. gut.
Die besten im Test Bild: Stiftung Warentest

Die drei neu getesteten Produkte. Alle sind sehr gut bzw. gut.

In zwei Pasten ist zu wenig Fluorid

Blend-a-med und Dentalux von Lidl enthielten nur rund die ­Hälfte der empfohlenen Fluoridmenge. Das bewerteten wir genauso mit „nicht ­zufriedenstellend“, als wäre gar kein Fluorid enthalten. Letzteres war bei vier Anbietern der Fall, da­runter auch die viel beworbene ­Karex für 7,90 Euro pro 100 Milliliter von Dr. Wolff. Sie enthält Hydroxylapatit.

Dabei soll es sich laut Tubenaufschrift um einen „der ­Natur nachgebildeten Inhaltsstoff“ handeln. Die Wirksamkeit von Hydroxylapatit ist ­allerdings wissenschaftlich nicht ausreichend belegt und muss durch Stu­dien besser abgesichert werden. Wir bewerteten Karex – wie auch die fluoridfreien Naturkosmetikprodukte von Lavera, Logodent und Weleda – deshalb im Prüfpunkt Kariesprophylaxe mit „nicht zufrieden­stellend“.

Auf die Menge kommt es an

Gemäß der Empfehlung von Ärztinnen und Ärzten sollten Kinder bis zum Alter von zwei Jahren zum Putzen eine reiskorngroße Menge Zahnpasta verwenden. Für ältere Kinder bis sechs Jahre ist eine erbsengroße Portion adäquat. Von den drei oben erwähnten Zahnpasten, die eine geringere Dosis Fluorid enthalten, sollen laut Anbieterangaben alle Kinder von null bis sechs Jahren eine erbsengroße Menge bekommen. Das ist zwar für Kinder bis zwei Jahre die rich­tige Fluoridmenge, für Kinder, die älter sind, ist es allerdings zu wenig.

Erfreulich ist, dass die Anbieter offenbar beim Thema Zink auf unsere Kritik reagiert haben. Im Test von 2016 werteten wir Zahnpasten ab, die das Spurenelement enthielten. Im aktuellen Test sind alle Produkte zinkfrei. Einige Anbieter ließen auch wissen, dass sie daran arbeiten, Titandioxid nicht mehr einzusetzen. Möglicherweise reguliert sich der Markt auch bei diesem kritischen Stoff selbst.

Geschmack: vorzugsweise neutral

Die meisten Kinderzahnpasten im Test schmecken laut Anbietern fruchtig, etwa nach Erdbeere, manche nach Kaugummi oder Minze. Nur Elmex gibt keine Geschmacksrichtung an. Experten raten zu möglichst geschmacks- und farbneutralen Pasten. Ihr Argument: Schmeckt die Zahnpasta lecker und glitzert schön, verleitet es dazu, mehr zu nehmen als empfohlen. Bei Kindern sollte man die Zahnpasta mindestens bis zum Alter von sechs Jahren selbst dosieren und die Tube auch außerhalb ihrer Reichweite aufbewahren.

Testtabelle: Kinderzahnpasten 2023

Klicken Sie auf den Link. - Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder 2023 finden Sie die Ergebnisse zu den drei neu getesteten Produkten. (Stand: 12/2023)

Produktfinder

Testtabelle: Kinderzahnpasten 2022

Klicken Sie auf den Link. - Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: Im Produktfinder 2022 stellen wir Ihnen Testergebnisse von 11 Kinderzahnpasten zur Verfügung (Stand: 12/2023).

Produktfinder

Tipps zu Karies und zum Putzen

  • Karies. Häufigste Ursache für die Ent­stehung von Karies ist das Nuckeln an Saugflaschen mit zuckerhaltigen Getränken. Hinzu kommt oft eine unzureichende Zahnpflege. Die Folgen von kariösen Milchzähnen für Kinder werden häufig unterschätzt. Neben gesundheitlichen Konsequenzen drohen auch soziale und psychische Auswirkungen.
  • Zähneputzen. Ab dem ersten Milchzahn sollte morgens und abends geputzt werden. So wird das Zähneputzen als Routine eingeübt. Die Putzdauer spielt eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass alle Zähne sorgfältig und gründlich gereinigt werden. Bis zum zehnten Lebensjahr sollte man die Zähne nachputzen. Jüngeren Kindern fehlen die motorischen Fähigkeiten, die es zum sorgfältigen Zähneputzen braucht. Am Ende sollte die Zahnpasta ausgespuckt und nicht gespült werden. So bleibt das Fluorid länger an der Zahnoberfläche haften.
  • Zahnpasten. Die Auswahl an empfehlenswerten Zahnpasten für Kinder ist überschaubar. Produkte ohne ausreichenden Fluoridgehalt sind ungeeignet, weil sie keinen Schutz vor Karies bieten. Von Zahnpasten mit Titandioxid sollte man besser die Finger lassen.

So haben wir getestet

Gemeinsam mit der Stiftung Warentest haben wir 11 Kinderzahnpasten, davon 3 mit Naturkosmetiksiegel getestet.

Kariesprophylaxe durch Fluorid
Wir bestimmten den Fluoridgehalt. Ist Fluorid in ausreichender Menge in Zahnpasten enthalten, beugt es Karies vor und fördert die Härtung des Zahnschmelzes. Zwei Experten beurteilten die ermittelten Werte aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse nach Auswertung von wissenschaftlicher Literatur, Empfehlungen von Fachgesellschaften und Unterlagen der Anbieter.

Titandioxid
In allen Zahnpasten, die laut Inhaltsstoffliste Titandioxid enthalten, wurden die Titandioxid-Gehalte bestimmt.

Verpackung
Wir prüften, ob sich die Tuben vollständig entleeren lassen. Außerdem bewerteten wir, ob sie eine Originalitätssicherung hatten, also gegen unbefugtes Öffnen geschützt waren.

Deklaration und Werbeaussagen
Ein Experte prüfte, ob die Kennzeichnung der EU-Kosmetikverordnung entsprach. Drei Experten prüften Lesbarkeit und Werbeaussagen. Wir ermittelten zudem, ob passend zu den Werbeaussagen über die normale zahnpflegende Wirkung hinaus Wirkstoffe in der Liste der Inhaltsstoffe angegeben sind, für die eine unterstützende Wirkung wissenschaftlich belegt ist. Relevant bei Kinderzahnpasta ist der Schutz vor Karies und Plaque.

Abwertungen
Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das Testurteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einer Fußnote gekennzeichnet. Folgende Abwertungen wurden eingesetzt: War der Prüfpunkt Kariesprophylaxe durch Fluorid „nicht zufriedenstellend“, konnte das Testurteil nicht besser sein. Lautete das Urteil für Titandioxidweniger zufriedenstellend“, konnte das Testurteil nur eine Note besser sein.

Weitere Untersuchungen
Wir ermittelten den pH-Wert.

 

Neuerungen zu früheren Tests

Da wir unsere Tests regel­mäßig an die Produkt- und Methoden­entwick­lungen anpassen, haben wir unser Prüfprogramm im Juni 2023 adaptiert. Im Vergleich zu den Prüfungen und der Darstellung der Ergeb­nisse zuvor, änderten wir die Gewichtung bei den Zahnpasten wie folgt:

  • Karies­prophylaxe durch Fluorid: 45 % (früher 50 %)
  • Entfernung von Verfärbungen: 30 %
  • Verpackung: 10 % (früher 5 %)
  • Deklaration und Werbeaussagen: 15 %
  • Titan­dioxid: 0% (in KONSUMENT 8/2022)

Seit Juni 2023 bewerten wir auch, ob die Verpackung recycling­fähig ist, Trennungs- und Entsorgungs­hinweise vorhanden sind und wie sich die Produkte hand­haben lassen.

In früheren Tests hatten wir auch die mikrobiologische Qualität der Pasten geprüft. Da die Ergeb­nisse in diesem Prüf­punkt nie zu bean­standen waren, haben wir uns dafür entschieden, diese Prüfung zu streichen.

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1 Kommentar

Fluorose bei jedem 4. Kind

evarasky, 3. Januar 2024, 09:01

Wieso wird in ihrem Artikel nicht auf die Gefahr von Fluorosen bei Kindern eingegangen? Viele Eltern wissen nicht, dass das Verschlucken von Zahnpaste zu sehr hohen Aufnahmen von Fluor führt und so weisse Flecken auf den 2. Zähnen für immer verbleiben! Unsere beiden Kinder haben beide Fluorose und niemand hat uns vor zu viel Aufnahme gewarnt! Im besten Fall sind es nur weisse Flecken in schlimmeren Fällen sind es sogar brüchigere Zähne!

Kinder lieben den süssen Geschmack der Zahnpaste und schlucken sie ganz bewusst runter! Vor allem 2 bis 4 jährige kann man nicht bis sehr schwer davon abhalten Zahnpaste zu schlucken. Teils geschieht das auch ganz automatisch, weil Kinder es gewohnt sind Speichel einfach runterzuschlucken. Stehen Walnüsse oder andere stark fluorhältige Lebensmittel täglich auf dem Speiseplan und wird Zahnpaste auch nur in kleinsten Mengen verschluckt so kann man sicher von einer starken Überdosierung ausgehen. Insbesondere wenn auf den Milchzähnen bereits weiße Flecken vorganden sind, ist von einer starken Überdosierung auszugehen. Diese Aspekte sollten sie bei ihrer Bewertung mit einbeziehen! Aus meiner Sicht ist nur die abwechselnde Anwendung einer fluorfreien
und fluoridhaltigen Zahnpaste sinnvoll.

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