Kaffeevollautomaten - Automatisch gut gebrüht

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Viele Maschinen brühen ordentlichen Kaffee. Unerfreulich sind Schadstoffe im Getränk. Bei Krups war es deutlich zu viel Nickel.

Kaffeevollautomaten: Viele brühen ordentlichen Kaffee, allerdings haben die Tester auch Schadstoffe gefunden. (Bild: Mariyana M/Shutterstock.com)

Diese Kaffeevollautomaten finden Sie in unseren Testtabellen:

Mit Milchaufschäumer:

  • De'Longhi Dinamica ECAM 356.57
  • Jura E6
  • Krups EA 817810
  • Melitta Avanza
  • Miele CM5310
  • Nivona NICR520
  • Philips EP3246/70
  • Siemens EQ300

Ohne Milchschäumer:

  • Beko CEG5301X
  • Tchibo Esperto Caffé

Die Testtabellen informieren über: Ausstattung und technische Merkmale (Abmessungen, Brühgruppe, Milchbehälter, Heißwasser, Stromverbrauch), sensorische Beurteilung (Espresso, Milchschaum), technische Details (Espresso brühen, Espressostärke und -temperatur variieren, Milch aufschäumen), Handhabung (Betriebsanleitung, Getränkezubereitung, Reinigen, Entkalken, Hygiene), Sicherheit, Umwelteigenschaften (Stromverbrauch, Geräusch), Schadstoffe.

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht:


Zehn Kaffeevollautomaten im Test

Laut dem "De’Longhi Kaffeereport 2020" sind Kapselmaschinen und Kaffeevollautomaten in den österreichischen Haushalten fast gleich stark vertreten, während Filterkaffeemaschinen abgeschlagen auf dem dritten Platz landen.

Testergebnisse von Kapselgeräten haben wir zuletzt in Kaffeemaschinen: Pads und Kapseln - Günstige Geräte, teurer Kaffee veröffentlicht, diesmal standen zehn Vollautomaten auf dem Prüfstand der Stiftung Warentest. Sieben davon verfügen über einen automatischen Milch­aufschäumer, Krups hat eine manuell ­bedienbare Dampfdüse.

Kaffeemaschinen ohne Milchschäumer

Die Geräte von Tchibo und Beko haben keine Milchschaumfunktion, locken aber mit vergleichsweise niedrigen Anschaffungspreisen.

Schadstoffproblematik: Nickel, Aluminium

Kaffeevollautomat von Jura hat die Nase vorn

Mit der Jura E6 gibt es eine eindeutige Sieger­maschine – mit dem kleinen Manko, dass sich bei ihr die Espressotemperatur kaum variieren lässt.

Schadstoffproblematik

Am anderen Ende der Tabelle findet sich die Krups EA 817810. Sie weist nicht nur diverse Handhabungsschwächen auf; das eigent­liche Problem ist, dass sie nach dem Ent­kalken bedenklich hohe Mengen Nickel aus metallhaltigen Bauteilen ans Brühwasser abgibt. Dieses Schwermetall ist nicht nur bei Hautkontakt ein möglicher Allergieauslöser. Es kann auch bei oraler Aufnahme vorhandene Allergien verstärken.

So wie für Aluminium gibt es auch für ­Nickel Grenzwerte, festgelegt einerseits in einer Leitlinie des Europarats und andererseits in der noch strengeren Trinkwasserverordnung. Lagen die im Test ermittelten Werte oberhalb der Vorgabe des Europarats, wurde dies mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet. Wurde der niedriger angesetzte Grenz­wert der Trinkwasserverordnung überschritten, lautete das Schadstoffurteil ­„weniger zufriedenstellend“.

Nickel und Aluminium

Wie sich zeigt, sollte man den Empfehlungen der Gerätehersteller nicht nur bei der ersten Inbetriebnahme folgen, sondern auch bei bzw. nach jedem Entkalkungs­vorgang. Zwar ist das Entkalken notwendig (wobei die Maschinen den Zeitpunkt meist selbstständig anzeigen), zugleich entfernen die Entkalkungsmittel aber die kalkhaltige Schutzschicht, die sich im Lauf der Zeit auf den metallhaltigen Bauteilen bildet. So kommen diese in direkten Kontakt mit dem Wasser. Die im Test entnommenen Proben aus dem Kaffee-, Dampf- und Heißwasserauslauf enthielten bei Krups, Melitta und Nivona Nickel, bei Siemens Aluminium. Allerdings lagen die Werte nur bei Krups deutlich über den Vorgaben des Europarats und fast um das Zwanzigfache über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung.

Gut spülen nach dem Entkalken

Als Vorsichtsmaßnahme erscheint es ­jedenfalls grundsätzlich ratsam, die Kaffee­maschinen nach dem Entkalken mehrmals mit klarem Wasser zu spülen und die ersten drei Tassen Kaffee wegzuschütten. Auch sollte man bezüglich des verwendeten Entkalkers die Herstellerempfehlungen beachten. Das falsche Mittel könnte Metall- und Kunststoffteile angreifen.

Entkalkungsprogramme: unterschiedlich lang

Entkalken: Geduld gefragt

Bleiben wir noch kurz beim Thema Kalk: Das beste Entkalkungsprogramm im Test bietet Miele mit einer übersichtlichen Menüführung übers Display. Eine Fehlbedienung ist ausgeschlossen, der Vorgang ist nach 17 Minuten beendet. Umständlich hingegen verläuft das Ganze bei Nivona. Für jeden einzelnen Schritt braucht man die Bedienungsanleitung und die Gesamtdauer von 43 Minuten erfordert Geduld. Krups überbietet dies alles freilich noch durch falsche Hinweise in der gedruckten Anleitung.

Handhabung im täglichen Gebrauch

Wichtiger als beim fallweisen Entkalken ist eine einfache Handhabung natürlich im täglichen Gebrauch. Hier punkteten speziell Jura und De’Longhi.

Reinigungsprogramme und per Hand säubern

Und schließlich noch ein Hinweis zum Stichwort Hygiene: Die Geräte stets sauber zu halten, sollte selbstverständlich sein und verlängert auch ihre Lebensdauer. Jura und Krups sind die einzigen Maschinen im Test, bei denen die Brühgruppe nicht zwecks ­Reinigung entnommen werden kann. Das muss allerdings kein Nachteil sein, sofern die automatischen Reinigungsprogramme gründlich arbeiten. Bei Jura ist das der Fall. Nachdem die Tester das Gerät zerlegt hatten, fanden sie im Geräteinneren fast keine Kaffeereste. Krups hingegen patzte auch in dieser Hinsicht.

Testtabelle: Kaffeevollautomaten mit Milchaufschäumer

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Testtabelle: Kaffeevollautomaten ohne Milchaufschäumer

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Steckriefe

DIE BESTEN IM TEST

MIT MILCHAUFSCHÄUMER

Jura

Der Testsieger liefert den besten feinporigen Milchschaum und sehr guten, intensiven Espresso. Dessen Stärke lässt sich sehr gut variieren, seine Temperatur dagegen nicht. Kurze Startzeit, klare Menüführung. Zwei Nutzerprofile speicherbar. Direkttaste für acht verschiedene Getränke.

De’Longhi

Schnell startklar. Bereitet guten Espresso, dessen Temperatur sehr gut anpassbar ist. Großer Milchbehälter. Schaummenge und -konsistenz regelbar. Elf Nutzerprofile speicherbar. Direkttaste für vier Getränke, zwölf weitere sind über das Menü wählbar. Extrafach für Kaffeepulver.

Miele

Einfach und schnell zu ent­kalken. Guter, recht intensiver Espresso. Schaum im oberen Bereich blasig, aber stabil. Fach für Kaffeepulver. Öffnung des Bohnenschachts relativ eng. Direkttaste für vier Getränke, sieben weitere per ­Menü wählbar. Sehr gute Anleitung. Leises Mahlwerk.

Philips

Gutes Preis-Leistungs-Ver­hältnis. Guter, eher intensiver Espresso. Recht kleiner Milchbehälter mit Schaum­düse. Das Aufschäumen funktioniert sehr gut, ist aber nur möglich, wenn man auch Kaffee zubereitet. Direktwahltaste für sechs Getränke. Menü etwas kompliziert. Extra­fach für Kaffeepulver.

OHNE MILCHAUFSCHÄUMER

Tchibo

Kompakt und preisgünstig. Ohne Milchaufschäumer. Keine Temperaturwahl. Heizt recht langsam auf. Direkttasten für ­Espresso, Caffè Crema sowie Heißwasser zum Tassenwärmen. „Intense“-Taste für stärkeren Espresso. Bohnenfach erweiterbar. Menü zu Pflege und Einstellungen kompliziert.

Beko

Kompakte Bauweise mit den­selben Abmessungen wie das Tchibo-Gerät. Ohne Milchaufschäumer. Sehr schnell startklar. Kaffeestärke und Temperatur nicht regelbar. Kompliziertes Menü. Direkttasten für Espresso und Heißwasser. Kleinster Bohnenbehälter im Test.

Testkriterien

So haben wir getestet

Im Test der Stiftung Warentest waren zehn Kaffeevollautomaten, davon sieben mit Milchschaumautomatik, einer mit Düse für manuelles Aufschäumen und zwei ohne Milchfunktion.

Sensorische Beurteilung (35 %)

Das Kaffeevolumen wurde auf 40 Milliliter eingestellt, ansonsten die Werkseinstellung belassen. Der Espresso wurde mit Leitungswasser ohne Wasserfilter gebrüht. Verwendet wurden Illy-Espressobohnen der Sorte Caffè in grani. Ein auf Kaffeeverkostung geschultes Panel aus acht Personen prüfte anonymisiert und randomisiert den Espresso bei zirka 55 Grad auf Fehlerfreiheit in Geschmack sowie Mundgefühl, Crema und Geruch. Die Auswertung erfolgte mit statistischen Methoden. Drei geschulte Personen verkosteten den Milchschaum aus handelsüblicher Milch (1,5 Prozent Fettgehalt). Sie beschrieben Aussehen, Geruch, Mundgefühl und Geschmack.

Technische Prüfung (25 %)

Bei der Aufheizzeit wurde die Zeit vom Einschalten bis zur Betriebsbereitschaft ermittelt. Beim Espressobrühen wurden unter anderem die Temperatur und Bezugsdauer der ersten und zweiten Tasse Kaffee sowie die Temperaturen und die Dauer des Brühens im betriebswarmen Zustand für die fünfte bis zehnte Tasse Espresso bewertet. Bei der Temperaturmessung wurden immer vorgewärmte Espressotassen verwendet. Zusätzlich wurde ermittelt, wie stark Temperatur und Volumen von zehn nacheinander zubereiteten Espressi schwankten sowie die Schwankung der Füllmenge bei zwei gleichzeitig gebrühten Espressi.

Beim Milchschäumen wurde die Volumenzunahme sowie der Wassergehalt in Milch und Schaum ermittelt und wie stark der Schaum in drei Minuten zusammenfällt. Mit den Vollautomaten wurde automatisch in Werkseinstellung geschäumt. Wenn möglich, wurde bei den Geräten geprüft, wie stark sich Espressostärke und -temperatur variieren lassen, wenn der Nutzer am Gerät den jeweils niedrigsten und höchsten Wert einstellt.

Handhabung (20 %)

Ein Experte beurteilte die Bedienungsanleitung. Fünf erfahrene Nutzer (Frauen und Männer unterschiedlichen Alters) bewerteten das Zubereiten der Getränke. Sie stellten unter anderem verschiedene Getränke ein, hantierten mit dem Wassertank, befüllten den Bohnenbehälter. Für den Aufwand beim Reinigen wurden sowohl die notwendigen Arbeitsschritte als auch das Fassungsvermögen von Tropfschale und Tresterbehälter beurteilt. Zusätzlich begutachteten die Tester nach mindestens 110 Bezügen alle Geräte von innen. Dabei achteten sie auf Kaffeepulverreste und Feuchtigkeit im Gehäuse sowie auf die Tatsache, ob diese Reste zugänglich sind und leicht entfernt werden können. Beim Entkalken wurden Aufwand und Dauer bewertet.

Sicherheit (5 %)

Geprüft wurden die elektrische Sicherheit und heiße Oberflächen in Anlehnung an DIN EN 60335–1 und DIN EN 60335–2–15. Die Beurteilung der heißen Oberflächen erfolgte in Anlehnung an DIN EN ISO 13732–1. Zudem wurde auf mögliche Fehlbedienung und die Verarbeitung geachtet.

Umwelteigenschaften (10 %)

Für den Stromverbrauch wurde der Energieverbrauch für Aufheizen, Zubereiten von je drei Espressi, Kaffee, Cappuccino, Latte macchiato und Milchschaum mit je einer Minute Pause und – wenn vorhanden – automatischen Spülgängen bis zum automatischen Abschalten gemessen. Außerdem wurde der Stand-by-Verbrauch bestimmt. Das Geräusch beurteilten fünf Personen beim Brühen und bei Geräten mit Mahlwerk auch beim Mahlen.

Schadstoffe (5 %)

Die Untersuchung erfolgte nach der Zubereitung von  zirka 110 Getränken. Alle Geräte wurden nach Bedienungsanleitung entkalkt und gespült. Beim letzten Spülgang wurde chemisch reines Wasser verwendet, wie es eine gültige Norm empfiehlt. Nach einer Standzeit von 16 Stunden erfolgte die Bestimmung der Schadstoffe sowohl im Heißwasser- bzw. Dampfauslass als auch im Kaffeeauslauf. Es wurde auf Nickel, Blei, Kadmium, Chrom und Aluminium getestet.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass Mängel sich verstärkt aufs KONSUMENT-Testurteil auswirken. Folgende mit Fußnote gekennzeichnete Abwertungen kamen zur Anwendung: Lautete das Urteil für Espressotemperatur variieren „nicht zufriedenstellend“, wurde die technische Prüfung um eine halbe Note abgewertet. Wurde die Hygiene mit „weniger zufriedenstellend“ bewertet, wurde eine halbe Note vom Handhabungsurteil abgezogen. Bei „weniger zufriedenstellender“ Handhabung konnte das KONSUMENT-Testurteil maximal eine Note besser sein. Lautete die Note für Sicherheit „weniger zufriedenstellend“, konnte das KONSUMENT-Testurteil maximal eine halbe Note besser sein.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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