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Farbschutz-Shampoos - Farblos

Sie sollen dafür sorgen, dass Farbe länger im Haar bleibt und nicht so schnell ausbleicht. Im Test war davon kaum etwas zu sehen.

Folgende Farbschutz-Shampoos finden Sie in unserem Test:

FARBSCHUTZ-SHAMPOOS

  • dm Balea Professional Color Schutz Shampoo
  • Garnier Fructis Goji Farb Power Kräftigendes Shampoo
  • Guhl Color Schutz & Pflege Shampoo
  • Judith Williams Pro Hair Brilliant Colour Beauty Shampoo
  • L‘Oréal Paris Elvital Color-Glanz Pflegeshampoo
  • Lavera Farbschutz & Pflege Shampoo Bio-Cranberry & Bio-Avocado
  • Nivea Color Schutz Pflegeshampoo
  • Pantene Pro-V Color Protect Shampoo
  • Paul Mitchell Ultimate Color Repair Shampoo
  • Rausch Avocado Farbschutz-Shampoo
  • Schwarzkopf Gliss Kur Hair Repair Shampoo Color Schutz & Glanz
  • Syoss Professional Performance Colorist Shampoo
  • Udo Walz Berlin Color Shampoo Fabulous Pomegranate

VERGLEICHSPRODUKTE

  • Bübchen Kinder Shampoo
  • Pantene Pro-V Repair & Care

Die Testtabelle informiert Sie über: Farbschutz bzw. UV-Schutz ausgelobt, Preis, Angaben lt. Anbieter (Konservierungsstoffe, Silikone), Farbschutz (Farberhalt nach Waschen/UV-Bestrahlung), Deklaration und Werbeaussagen, Pflegeeigenschaften, Anwendung und Verpackung.

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Rottöne

Rote Farbtöne erfreuen sich nicht nur großer Beliebtheit, sie sind auch ideal, um Colorschutz-Shampoos zu testen. Für die Rottöne sind nämlich empfindliche Pigmente verantwortlich, die bei Kontakt mit Wasser oder Sonne schnell verloren gehen.

13 Shampoos im Test

Für den Test wählten unsere Kolleginnen und Kollegen von der Stiftung Warentest ein Profi-Rot vom Friseur aus und färbten damit Naturhaarsträhnen. Dann mussten 13 Farbschutz-Shampoos beweisen, dass sie in der Lage sind, für Farbglanz, Farbschutz und lang anhaltende Farbintensität zu sorgen. Die Spezialshampoos mussten dabei gegen ein Repair-Shampoo und ein Kindershampoo antreten.

Zwei Drittel mangelhaft

Zwei Drittel mangelhaft

Um es vorwegzunehmen: Kein einziges Produkt schaffte es, die Farbe von koloriertem Haar sechs Wochen lang zufriedenstellend zu konservieren. Versprechungen wie „bis zu zwölf Wochen Farbschutz“, wie Marktführer Henkel sie für Schwarzkopf und Syoss macht, sind viel zu hoch gegriffen. Es reichte nicht einmal für die Hälfte der Zeit. Acht der dreizehn Shampoos fielen im Test komplett durch, sie sind „nicht zufriedenstellend“. Fünf Mittel schnitten mit „weniger zufriedenstellend“ ab.

Die meisten Produkte scheiterten an der Farbschutz-Prüfung, andere hielten den versprochenen UV-Schutz nicht ein. Experten beurteilten den Zustand der gefärbten Strähnen nach dem neunten und dem zwölften Mal Waschen und Bestrahlen mit UV-Licht – im Vergleich zu frisch kolorierten Strähnen. Sechs Produkte waschen die Farbe schnell aus: dm Balea, Guhl, Lavera, L‘Oréal, Pantene Pro-V Color und Schwarzkopf. Sie schützen auch nicht besser als ein Repair-Shampoo für geschädigtes Haar, das keinen Farbschutz verspricht. Und sie schneiden sogar schlechter ab als ein mildes Kindershampoo.

UV-Filter wirken nicht

Die Produkte von Judith Williams, Schwarzkopf, Syoss, dm und L‘Oréal werben sogar offensiv mit UV-Schutz. Um zu prüfen, was dahintersteckt, wurden kolorierte, mit den Testprodukten gewaschene Haarsträhnen in ein Belichtungsgerät mit Xenonlampe eingespannt. So simulierten die Tester über einen Zeitraum von sechs Wochen die während der Sommerzeit in Mitteleuropa vorherrschende durchschnittliche Sonneneinstrahlung. Während der Prüfung steckte jede Strähne in einem Rahmen, sodass nur der mittlere Bereich bestrahlt wurde. Bei all diesen Produkten verblasste die Farbe deutlich.

Duftstoffe nicht deklariert

Auf weitere Untersuchungen verzichtet

Erfüllt ein „Colorschutz“-Shampoo nicht einmal seine Grundfunktion, sind aus unserer Sicht weitere Prüfungen – etwa auf Pflegeeigenschaften, Anwendung, Verpackung – unnötig. Deshalb wurde im Test auf eine weitere Untersuchung der mit „nicht zufriedenstellend“ bewerteten Produkte verzichtet.

Duftstoffe nicht deklariert

Die fünf Shampoos ohne deklarierten UV-Schutz (Nivea, Garnier, Udo Walz, Rausch und Paul Mitchell) überzeugten beim Farberhalt zwar ebenfalls nicht sonderlich, schafften aber immerhin ein „weniger zufriedenstellend“. Sie wurden daher hinsichtlich ihrer Pflegeeigenschaften getestet und Anwendung sowie Verpackung wurden überprüft. Bei Rausch und Paul Mitchell wurden dabei zwei Duftstoffe nachgewiesen, die in seltenen Fällen Allergien auslösen können: Limonen ist in beiden Produkten enthalten, Linalool zusätzlich bei Rausch. Beide hätten in der Inhaltstoffliste genannt werden müssen, deshalb gab es einen Punkteabzug bei der Deklarations-Note.

Fazit

Der Test zeigt, dass man sich das Geld für Colorschutz-Shampoos getrost sparen kann. Fachleute empfehlen, lieber schonende Shampoos zu verwenden, damit die Schuppenschicht des Haares nicht zu stark aufgeraut wird. Wer einen Farbschutz und zusätzlichen Glanz möchte, kann auf eine Haarspülung zurückgreifen. Es sind einige gute Produkte auf dem Markt, wie unser Test Haarspülungen - Haarige Sachen zeigt.

Testtabelle: Farbschutz-Shampoos

VKI-Tipps

  • Der Vergleich. Farbschutz-Shampoos wirken nicht besser als ein Kindershampoo mit milden Tensiden oder als ein Repair-Shampoo für geschädigtes Haar.
  • UV-Filter. Auch jene Produkte, die mit speziellem UV-Schutz beworben werden, fielen im Test durch. Bot ein Colorschutz-Shampoo keinen sichtbaren Farberhalt im Vergleich zum Repair-Shampoo, wurde es mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet und nicht weiter geprüft.
  • Farbschutz. Den besten Farbschutz erreichen Sie dadurch, dass Sie Ihr Haar nicht so oft waschen und hin und wieder ein Trockenshampoo verwenden. Im Sommer hilft eine Kopfbedeckung gegen rasches Ausbleichen.

Testkriterien

Die Stiftung Warentest hat 13 Shampoos getestet, die mit „Farbschutz“ oder „Colorschutz“ werben (darunter ein Naturkosmetik-Produkt). Zum Vergleich wurden zwei häufig verkaufte Produkte ohne Auslobungen zum Farbschutz herangezogen: ein Kindershampoo und ein Repair-Shampoo für geschädigtes Haar.

Schnitt ein Produkt in der Prüfung des Farbschutzes nicht besser ab als das Repair-Shampoo, wurde es mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet. Es wurden keine weiteren Prüfungen durchgeführt. Gleiches galt, wenn ein Produkt die Farbschutz-Prüfung bestand, aber UV-Schutz auslobte und der UV-Bestrahlung nicht standhielt. Die beiden Vergleichsshampoos wurden auf Farbschutz, Pflegeeigenschaften und Anwendung geprüft.

Farbschutz. Zunächst wurden europäische Naturhaarsträhnen chemisch leicht geschädigt und mit einer professionellen Permanenthaarfarbe standardisiert rot gefärbt. Das Farbergebnis wurde mittels Reflexionsspektrometer ermittelt. Anschließend wurden je drei gefärbte Strähnen pro Produkt standardisiert jeweils mit einer definierten Menge Colorschutz-Shampoo gewaschen und getrocknet.

Zur Prüfung des Farberhalts nach Waschen und UV-Einwirkung wurde der Mittelteil der Strähnen nach jedem Waschvorgang zusätzlich mit standardisiertem UV-Licht bestrahlt. Damit wurde insgesamt sechs Wochen die Sonnenstrahlung in Mitteleuropa simuliert. Der Wasch- und Bestrahlungsvorgang wurde insgesamt zwölf Mal durchgeführt, wobei die resultierenden Haarfarben nach jedem zweiten Durchgang erneut gemessen und die Gesamtfarbänderungen im Vergleich zum Ausgangszustand ermittelt wurden. Nach dem neunten und zwölften Durchgang beurteilten drei Experten die Farbunterschiede im Vergleich zum Ausgangszustand und zu den Referenzshampoos visuell unter Tageslichtbedingungen.

Pflegeeigenschaften. Die Pflegeeigenschaften der Shampoos wurden in einem Friseurtest ermittelt. In Vorbereitung darauf nutzten 20 Probanden mit gefärbtem, geschädigtem Haar an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark reinigendes Shampoo mit geringer Pflegewirkung. Dann wendeten zwei Friseure die Testshampoos im Halbseitentest in randomisierter Reihenfolge bei den Probanden an. Sie beurteilten die Pflegeeigenschaften, darunter Entwirrbarkeit, Kämmbarkeit, Geschmeidigkeit, Griff/Glanz, Volumen und fliegende Haare. Außerdem wurde die Nasskämmbarkeit im Labor bestimmt: Chemisch gebleichte Naturhaarsträhnen wurden dazu mit stark reinigendem Shampoo gewaschen, die benötigte Kämmkraft im nassen Haar wurde mit einer Zugprüfungsmaschine gemessen. Dann wurden sie mit dem jeweiligen Testprodukt nach standardisierten Vorgaben behandelt und die Kämmkraft wurde erneut gemessen. Jedes Shampoo wurde an je fünf Strähnen geprüft, die jeweils fünf Mal maschinell gekämmt wurden.

Anwendung. Ein Friseur beurteilte, wie sich das Shampoo im Haar verteilen ließ, wie viel Schaum es bildete, welche Eigenschaften er hatte und wie es sich auswaschen ließ.

Verpackung. Fünf Experten bewerteten die Handhabung, unter anderem die Handlichkeit der anonymisierten Produktbehälter und wie gut sie sich öffnen und wieder verschließen ließen. Erfasst wurde, ob eine Originalitätssicherung sowie Entsorgungs- und Recyclinghinweise vorhanden waren. Anhand von drei Packungen je Produkt wurden Inhaltsmenge, Füllungsgrad und Entleerbarkeit ermittelt.

Deklaration und Werbeaussagen. Drei Experten beurteilten Leserlichkeit und Übersichtlichkeit der Angaben. Ein Experte beurteilte die Werbeaussagen und kontrollierte, ob die Angaben der EU-Kosmetikverordnung und der Fertigpackungsverordnung entsprachen.

Weitere Untersuchungen. Waren UV-Filter oder Isothiazolinone als Konservierungsstoff auf der Inhaltstoffliste eines Produktes deklariert, wurden deren Konzentrationen bestimmt. Die Ergebnisse waren unauffällig. Ermittelt wurden zudem die Konzentrationen der deklarationspflichtigen Duftstoffe.

Folgende Untersuchungsmethoden kamen zum Einsatz:

  • UV-Filter: Analyse mittels HPLC-UV
  • Isothiazolinone: Analyse mittels HPLC-UV
  • Allergene Duftstoffe: Analyse mittels GC-MS

Nicht mehr erhältlich

Die Produkte von Judith Williams und Paul Mitchell waren zu Redaktionsschluss nicht erhältlich.

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