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Hand mit Vaseline am Finger
Im Regelfall wird für Slugging eine mineralöl­basierte Creme wie Vaseline verwendet. Bild: Anna/stock.adobe.com

Slugging: Ein glänzender Trend?

Seit einigen Jahren schon schwören Influencer:innen von hier bis Südkorea auf Slugging. Was es damit auf sich hat und was davon zu halten ist, erfahren Sie in diesem Kosmetik-Check

Englischsprechende unter Ihnen haben womöglich schon das Kopfkino aktiviert: „Slugging? Wie bitte? Slug ist doch Englisch für Nacktschnecke? Was um alles in der Welt kann das für ein absurder Kosmetik-Trend sein? Schnecken auf der Haut kriechen lassen? Oder so ähnlich wie vor ein paar Jahren dieser Hype um Schneckenschleim als kosmetischer Inhaltsstoff?“ 

Wir können Sie beruhigen, ganz so obskur ist Slugging nicht. Es stimmt, Slug bedeutet Nacktschnecke. Aber Slugging hat nichts mit einer Blutegel-Behandlung oder dergleichen gemein.

Was ist Slugging?

Es handelt sich um eine, sehr vereinfacht ausgedrückt, Methode, um vor Feuchtigkeit glänzende, gesunde Gesichtshaut zu bekom­men. 

Und das geht so: Man reinige abends gründlich das Gesicht, trage Pflegeprodukte auf und „verschließe“ danach die Haut mit einer luftdichten Schicht. Im Regelfall wird dafür eine mineralöl­basierte Creme wie Vaseline verwendet. Dann ab ins Bett und über Nacht wirken lassen. Aufwachen tut man dann, im intendierten Idealfall, mit einer top regenerierten Gesichtshaut. 

Übrigens: Die feucht-glänzende Haut, die man kurz nach dem Auf­tragen der Vaseline im Spiegel betrachten kann, hat den Namen des Trends inspiriert. Die Haut sieht zu diesem Zeitpunkt nämlich ein wenig danach aus, als ob eine Nacktschnecke ihre Bahnen im Gesicht gezogen hätte.

Ist das wirklich so neu?

Der Begriff Slugging tauchte zunächst in der K-Beauty-Commu­nity auf (das „K“ steht für Korea). In unseren Breiten wurde er als­bald als „koreanischer Feuchtigkeitstrick“ aufgegriffen. Beiträge von Influencer:innen auf Instagram, TikTok und Co überschlugen sich ab circa 2020. 

Aber neu ist die dahinterstehende Technik nicht. In der dermatologischen Fachsprache ist Slugging eine sogenannte okklusive Anwendung von Pflegeprodukten unter einer luftdichten Schicht. Okklusiv bedeutet verschließend, einschlie­ßend. Der Effekt kann, wie erwähnt, durch eine undurchlässige Cremeschicht erzeugt werden, aber auch z. B. durch einen luft­dichten Verband. 

Die Technik ist, wie gesagt, schon lange bekannt. Im österreichi­schen Lebensmittelkodex wird z. B. vor dem Auftragen von Franz­branntwein unter einer okklusiven Schicht (Pflaster, Verband etc.) gewarnt.

Frau cremt ihr Gesicht ein
Bild: vladimirfloyd/stock.adobe.com

Tut Slugging der Haut gut?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zuerst die Frage stellen, welcher Hauttyp man ist. 

  • Leute mit fetter, unreiner Haut (z. B. Akne) oder mit Problemen mit Bakterien- oder Pilzinfektionen der Haut sollten (eher) die Finger von Slugging lassen. 
  • Wer hingegen zu trockener, empfindlicher Haut neigt, könnte davon profitieren. 

So oder so ist es ratsam, eine:n Dermato­log:in zu konsultieren, bevor man los-slugged. 

Grundvoraussetzung für einen positiven Effekt ist jedenfalls die korrekte Anwendung dieser okklusiven Technik. Denn trägt man beispielsweise zu viel von der undurchlässigen Cremeschicht auf, kann es zu einer unerwünschten Vermehrung von Bakterien auf der Haut kommen (solche, die man zuvor nicht ganz so gründlich entfernt hat). 

Oder man verwendet die falschen Pflege­produkte, die die Haut dann reizen und schädigen, statt sie zu pfle­gen. Denn nicht jede Pflegecreme eignet sich dafür, stundenlang verschlossen auf der Haut zu wirken. Wenn, dann sollte Slugging mit milden, hautbarrierestärkenden Wirkstoffen angewendet werden.

Gibt es Alternativen zu Vaseline & Co?

Ebelin Silikon Gesichtsmaske
Bild: VKI/Alexandra Konstantinoudi

Vaseline oder ähnliche auf Erdöl basierende Produkte sind nicht gerade nachhaltig. Als ökologische Alternative bieten sich pflanz­liche Öle wie z. B. natives Olivenöl an. Oder wiederverwendbare Masken. 

Stoffmasken wirken „semiokklusiv“, sie verschließen also die Haut nicht vollständig. Das kann durchaus von Vorteil sein, denn die Gefahr von Bakterienwachstum minimiert sich dadurch. 

Echte Okklusion liefern wieder­verwendbare Silikonmasken (siehe dafür beispielhaft die Silikonmaske in der Abbil­dung oben). Wirklich nachhaltiger sind sie nur, wenn sie auch tatsächlich häufig wieder­verwendet werden (gut mit warmem Wasser reinigen) und am Ende nicht im Hausmüll landen, sondern dem Recycling­prozess zugeführt werden. 

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