Für die Untersuchung wurden Farbtinten- und Farblaser-Multifunktionsdrucker sowie einfache Schwarzweiß-Laserdrucker über ihren gesamten Lebenszyklus betrachtet – von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Angenommen wurden zwei Szenarien: Geringes Druckaufkommen mit zehn Seiten pro Monat sowie hohes Druckaufkommen mit 100 Seiten monatlich.
Möglichst lange nutzen
Das zentrale Ergebnis: Die Herstellung eines Druckers verursacht den größten Teil der Umweltbelastung. Transport und spätere Entsorgung spielen dagegen eine vergleichsweise geringe Rolle. Deshalb lautet die wichtigste Empfehlung: Geräte möglichst lange nutzen und reparieren statt ersetzen.
Farblaser besonders schlecht
Besonders schlecht schneiden Farblaser- Multifunktionsdrucker ab. Sie verursachen über ihren Lebenszyklus deutlich mehr Umweltschadenspunkte als Farbtinten-Geräte. Der Grund liegt vor allem in ihrer aufwendigeren Technik. Farblaser wiegen im Durchschnitt etwa doppelt so viel wie vergleichbare Tintendrucker. Für ihre Produktion werden mehr Rohstoffe benötigt, außerdem entstehen dabei deutlich höhere Emissionen, etwa von CO₂ und Feinstaub.
Unterschiedliche Auswirkungen
Interessant ist, dass die Nutzung je nach Druckverhalten unterschiedlich ins Gewicht fällt. Bei Menschen, die nur selten drucken, spielt vor allem der Stromverbrauch eine Rolle. Viele Geräte bleiben dauerhaft im Standby-Modus und verbrauchen so kontinuierlich Energie. Besonders ausgeprägt ist dieses Problem bei Farblaserdruckern. Wer auf die ständige Netzwerkbereitschaft verzichten kann und den Drucker konsequent abschaltet, verbessert die Bilanz spürbar. Für Tintendrucker ist dies hingegen keine Option. Werden sie vom Netz getrennt, spülen sie bei jedem Neustart den Druckkopf, wodurch der Tintenverbrauch steigt.
Wird viel gedruckt, verschiebt sich das Bild. Hier wird das Papier zum größten Umweltfaktor. Entsprechend groß ist das Einsparpotenzial durch die Wahl des richtigen Papiers. Recyclingpapier verursacht laut Studie rund ein Drittel weniger Umweltschadenspunkte als Standardpapier. Besonders empfehlenswert sind Produkte mit dem Österreichischen Umweltzeichen oder dem „Blauen Engel“, die vollständig aus Altpapier bestehen.
Mehr Abfall bei Laserdruckern
Auch die Verbrauchsmaterialien machen einen Unterschied. Bei Farblaserdruckern fallen die Umweltfolgen des Tonerverbrauchs deutlich höher aus als jene von Tintenpatronen. Das liegt weniger am Toner selbst als an den Kartuschen. Diese sind wesentlich größer und materialintensiver als Tintenpatronen. Entsprechend mehr Ressourcen werden für Herstellung und Entsorgung benötigt. Im Durchschnitt entsteht bei Laserdruckern mehr als dreimal so viel Materialabfall pro gedruckter Seite.
Niedrige Kosten mit Tintentank
Noch besser als klassische Patronensysteme können Drucker mit Tintentank abschneiden. Sie beziehen die Tinte aus nachfüllbaren Tintenflaschen. Der Materialaufwand pro Seite liegt dabei oft unter einem Zehntel jenes von Tintenpatronen. Allerdings lohnt sich diese Technik vor allem für Personen mit hohem Druckaufkommen, die die Tintenflaschen tatsächlich vollständig nutzen. Wer seine Druckgewohnheiten umweltfreundlicher gestalten möchte, sollte daher einige Grundregeln beachten:
- Drucker möglichst lange verwenden
- Beim Neukauf Farbtinte statt Farblaser wählen
- Recyclingpapier einsetzen
- Wenn möglich beidseitig drucken (Duplexdruck)
Methodik
Die Stiftung Warentest ermittelte die ökologische Belastung durch drei Druckertypen: Farbtinten-Multifunktionsdrucker, Farblaser-Multifunktionsdrucker und Schwarzweiß-Laserdrucker ohne Scan-Funktion. In jeder dieser drei Kategorien wählte sie exemplarisch zwei Modelle aus und bildete aus deren Ökobilanzen Mittelwerte. Sie bilanzierte die Herstellung, den Transport, die Nutzung und die Entsorgung der Geräte. Sie gewichtete die Umweltfolgen aus Umwelteinflüssen in 18 Wirkungskategorien wie Klimawandel, Ozonabbau, Feinstaub, Gewässerbelastung, Rohstoff- und Wasserverbrauch und rechnete sie auf Grundlage der Ökobilanz-Datenbank Ecoinvent 3.12 zu Umweltschadenspunkten zusammen. Je mehr Umweltschadenspunkte, desto schlechter ist es für die Umwelt.
Vorgehensweise
Um die Umweltfolgen zu berechnen, bestimmte die Stiftung Warentest die wesentlichen Prozesse und Materialien aus Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung und bildete dafür Sachbilanzen.
Um die Herstellung zu bilanzieren, zerlegte sie die Drucker und ihre Tintenpatronen oder Tonerkartuschen in ihre Bestandteile, ermittelte deren Materialien und Gewichte und errechnete daraus die resultierenden Schadenspunkte.
Sie bilanzierte den Transport von Drucker, Tinte und Toner vom Produktionsort in Asien bis zum Endkunden in Deutschland unter anderem mit rund 20.000 Kilometer Seeweg und rund 1.000 Kilometer Lkw-Transport.
Die Nutzung bilanzierte sie für einen Zeitraum von fünf Jahren jeweils für zwei Profile: Vieldrucker drucken 100 Iso-Standardseiten, Wenigdrucker 10 Iso-Standardseiten im Monat. Sie ermittelte Umweltschadenspunkte für den Verbrauch von Papier, Tinte oder Toner und Strom. Für den Tinten-, Toner- und Stromverbrauch legte sie Ergebnisse aus dem Druckertest zugrunde.
Für den Stromverbrauch nahm sie an, dass die Drucker beim Nichtgebrauch im Netzwerk-Standby laufen. Den Papierverbrauch bilanzierte sie für Standardpapier und zusätzlich für Recyclingpapier.
Bei der Bilanz für die Entsorgung der Geräte und ihrer Verpackungen nahm sie an, dass sie den dafür vorgesehenen Recyclingprozessen zugeführt werden. Für das Recycling gab es Gutschriften (negative Umweltschadenspunkte).

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