Gesunde Menschen nutzen Glukosesensoren, um das Zusammenspiel zwischen Blutzuckerspiegel, Essgewohnheiten, Sport und Schlaf zu beobachten. Sie setzen die Geräte ähnlich wie Fitnesstracker im Rahmen eines gesundheitsbewussten Lebensstils ein. Dieser Trend verbreitet sich vor allem über soziale Medien, wie das British Medical Journal (BMJ) berichtet.
Blutzucker messen: Für gesunde Menschen kein Vorteil
Glukosemessgeräte (CGMs) zur kontinuierlichen Blutzuckermessung wurden für Menschen mit Diabetes entwickelt, um den Blutzucker ohne lästige Fingerstiche zu kontrollieren. Inzwischen nutzen jedoch auch gesunde Menschen diese Sensoren. Für diese bieten solche Geräte jedoch keinen klaren Vorteil.
Wann sind Blutzuckerschwankungen unbedenklich?
Fakt ist: CGMs bieten aus aktueller Sicht keinen klaren Vorteil für gesunde Menschen. Sie können vielmehr zu einer Überbewertung normaler Blutzuckerschwankungen führen. Nach Mahlzeiten kommt es natürlicherweise zum Anstieg des Blutzuckers, der bei gesunden Menschen durch körpereigene Hormone wie Insulin und Glukagon effektiv reguliert wird.
PMOS: hormonelle Stoffwechselstörung
Besondere Aufmerksamkeit gilt Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS; künftig: PMOS, hormonelle Stoffwechselstörung). Laut WHO betrifft PCOS etwa 10 bis 13 Prozent der Frauen im reproduktiven Alter. Die Endokrinologin Jamie Benham von der University of Calgary weist darauf hin, dass PCOS mit einem bis zu vierfach erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Betroffene tauschen sich in sozialen Netzwerken aus, kaufen CGMs und suchen ärztliche Hilfe zur Interpretation ihrer Messwerte, wie das BMJ berichtet.
Blutzuckermessungen im Labor
Ein gesicherter Nutzen dieser Selbstmessungen ist jedoch auch für Frauen mit PCOS nicht belegt. Für die Diabetesdiagnose werden weiterhin laborbasierte Blutzuckermessungen eingesetzt. Bei PCOS-Diagnose sollte auch der Glukosestoffwechsel ärztlich überprüft werden.

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