DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Probleme bei Adipositas-Operationen - Beschwerden über Komplikationen

Menschen mit starkem Übergewicht setzen ihre Hoffnung oft in Operationen. Bei der Patientenanwaltschaft häufen sich Beschwerden über Komplikationen nach derartigen Eingriffen.

Fall 1

Drei Jahre nach einer Magenbypass-Operation klagt Frau S. (56) über anhaltende starke Bauchschmerzen. Der Grund ist eine „innere Hernie“, also eine Lücke zwischen Magen und Darm. Bei der notwendigen Operation der Hernie wird der Darm verletzt, Frau S. erleidet einen septischen Schock und eine Bauchfellentzündung. Sie liegt vier Wochen auf der Intensivstation und muss mehrmals operiert werden.

Fall 2

Obwohl Frau M. (49) sehr viel Eiweiß und auch Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt, hat sie ein halbes Jahr nach ihrer Magenbypass-Operation einen massiven Eiweißmangel, der zum Anschwellen des Bauches führt. Aus diesem Grund muss der Magenbypass wieder zurückoperiert werden.

Fall 3

Bei einer Magenbypass-Operation wird der Darm von Frau A. (41) verletzt und sie erleidet eine Bauchfellentzündung. Die Patientin verstirbt nach zwei Notoperationen.

Die Interventionen

In allen drei Fällen wird kein Verschulden der Ärzte festgestellt, sondern auf „schicksalhafte typische Komplikationen“ im Rahmen von Magenbypass-Operationen verwiesen. Den Patientinnen bzw. Hinterbliebenen wird nach Intervention durch die Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft (WPPA) eine finanzielle Entschädigung aus dem Patientenentschädigungsfonds zuerkannt.

Die WPPA kontaktiert zudem die zuständige medizinische Fachgesellschaft und fordert eine bessere Aufklärung der Patientinnen und Patienten über Risiken der Adipositas-Chirurgie und die lebenslang notwendige Nachsorge. Zudem sollen nur Ärzte mit ausreichend Erfahrung derartige Operationen durchführen dürfen.

Fazit

Eine Adipositas-Operation ist ein großer Eingriff, der gut überlegt werden soll. Sie kann zu einer deutlichen Gewichtsabnahme führen und die Gesundheit verbessern. Allerdings besteht auch ein Risiko für ernsthafte Komplikationen.

Nach dem Eingriff muss man seinen Lebensstil – insbesondere die Ernährungsgewohnheiten – anpassen, um Verdauungsprobleme und Mangelerscheinungen zu vermeiden. Daher ist eine detaillierte Aufklärung vor der Operation über die Risiken und die lebenslang notwendige Nachbetreuung sehr wichtig.

Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit von Komplikationen sollte nach Ansicht der WPPA nur dann operiert werden, wenn alle konservativen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion erfolglos geblieben sind.

Patientenanwaltschaft Wien

Hier berichten wir über Fälle, mit denen österreichische Patientenanwältinnen und -anwälte befasst sind. Diesmal:

Wien

Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
Schönbrunner Straße 108, 1050 Wien
Tel: 01 587 12 04
Fax: 01 586 36 99
E-Mail: post@wpa.wien.gv.at
Internet: Patientenanwalt Wien 

ARGE Patientenanwälte Logo

 

 

 

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

alt

Fehler im Operationssaal - Vergessene Magensonde

Im Operationssaal arbeiten viele Menschen zusammen, Fehler können da nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Doch gute Kommunikation, Koordination und Checklisten können die Sicherheit im OP fördern.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang