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Ohnemit Deocreme pur - Phrasendrescherei

, aktualisiert am

Eine Deocreme, die mit nichtssagenden Phrasen und Selbstverständlichkeiten beworben wird, bietet Stoff für diesen VKI-Kosmetik-Check.

Cremetiegel, schwarze Schrift auf hellbraunem Untergrund, Tiegel durchsichtig, weißer Deckel; (Bild: VKI)

 

Ohnemit hat seine Deocreme mit nichtssagenden Phrasen und Selbstverständlichkeiten beworben. Das hat dieses an sich gute Produkt nicht nötig. Nach unserer Intervention änderte die Firma ihre Werbeaussagen teilweise.

Produkt

Ohnemit Deocreme pur

Hersteller

ohnemit e.U. Wien

Preis

14 € für 35 ml (40 €/100 ml), gekauft bei www.ohnemit.at

Die Wiener Firma Ohnemit zog bei der Werbung für ihre Deocreme pur alle Register. Die Rede war von „unverfälschtem klarem Glas“, in das das Bio-Produkt verpackt werde. Außerdem wirke das Kosmetikum, ohne in den „natürlichen Entgiftungsprozess“ des Körpers einzugreifen, und werde „konzernbefreit“ und „tierversuchsfrei“ hergestellt.

Entgiftung durch Schwitzen: kaum von Bedeutung

Es mag sich gut anhören, aber wir bezweifeln, dass es – einmal ganz abgesehen von der Wortschöpfung „konzernbefreit“ – verfälschtes klares Glas gibt. Die Aussage über den „natürlichen Entgiftungsprozess“ ist unredlich, da keine Beweise dafür vor­gelegt werden. In der Verordnung (EU) Nr. 655/2013 findet sich dazu folgende Erklärung: "Darstellungen zur Wirkung eines Produkts dürfen nicht über das hinausgehen, was die vorhandenen Nachweise belegen.“

Der Hersteller stellt klar, dass mit dem "natürlichen Entgiftungsprozess" nur der Prozess des Schwitzens gemeint sei. Da in dem Deodorant keine schweißhemmenden Stoffe enthalten seien, werde dieses nicht verhindert.

Beim Schwitzen werden unter anderem geringe Mengen an Harnstoff und Umweltgiften ausgeschieden, für die mengenmäßig relevante Ausscheidung schädlicher Stoffe sind aber Leber, Niere und Darm zuständig.

Keine Tierversuche bei Kosmetika seit 2009

Dass es sich hier um ein tierversuchsfreies Produkt handelt, ist klar, denn Tierversuche bei Kosmetika sind seit 2009 in der EU verboten. Die Aussage fällt daher in die Kategorie „Werbung mit Selbstverständlichkeiten“ und ist somit verboten. Am Produkt selbst störten wir uns nicht. Dabei handelt es sich um eine Mischung von Ingredien­zien, die allesamt unproblematisch sind.

Stellungnahme

Konfrontiert mit unserer Kritik korrigierte Ohnemit den Großteil der beanstandeten Werbeaussagen.

Unsere Bilanz

Werbeaussagen sind grundsätzlich kritisch zu hinterfragen. Bei pauschalen Aussagen lohnt es sich unter Umständen, den Hersteller zu kontaktieren und entsprechende Belege anzufordern.

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