Medikamente: Vertirotravel - Bei Reisekrankheit

premium

"Nebenwirkungen": unsere Arzneimittel Test-Rubrik. Wir bewerten für Sie rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke - diesmal: Vertirotravel - bei Reisekrankheit.

Vertirotravel bei Reisekrankheit - Verpackung von vorne (Foto: Konstantinoudi/VKI)

Stichworte: Bei Reisekrankheit.

Ausgewählt werden in der Rubrik "Nebenwirkungen" besonders häufig nachgefragte und rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke. Die Bewertung nahm ein Expertengremium von anerkannten Medizinern und Wissenschaftlern vor. Als Grundlage dienten klinische Studien. Die Eignung der jeweiligen Präparate wurde für die Indikation bewertet, die der Hersteller angibt.

Die Informationen stammen aus unserem Ratgeber "Medikamente". Die Bewertung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest und basiert auf vier Stufen:

  • Geeignet
  • Auch geeignet
  • Mit Einschränkung geeignet
  • Wenig geeignet
     

Testurteil im Detail

Vertirotravel: mit Einschränkung geeignet

Mit Einschränkung geeignet zur Vorbeugung und Behandlung von Reisekrankheit. Macht müde. Dimenhydrinat setzt sich aus Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin zusammen. Monopräparate mit Diphenhydramin sind vorzuziehen. Dimenhydrinat ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antihistaminika, der bei Übelkeit, Reisekrankheit und Schwindel zum Einsatz kommt. Im Körper wird der Wirkstoff sofort in seine beiden Bestandteile gespalten. Diphenhydra- min behindert Nervenschaltungen, die Impulse zum Brechzentrum weiterleiten.

Präparat

Vertirotravel 50 mg Sublingualtabletten für Personen ab 12 Jahren

Wirkstoffe

Dimenhydrinat

Preis

4/10 Stück 5,15/8,70 Euro

Anwendung

Vor Reiseantritt eine Tablette nach der Mahlzeit unter der Zunge zergehen lassen. Nach der Einnahme sollte man 8 bis 24 Stunden lang nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen, keine Arbeiten ohne festen Halt verrichten.

Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen

Das Mittel darf nicht angewendet werden bei einem akuten Asthma-Anfall, bei grünem Star, bei Epilepsie, wenn man die Blase nicht mehr vollständig entleeren kann, bei einem Tumor an den Nebennieren, bei einer speziellen Störung der Blutbildung (Porphyrie) und wenn man bei Depressionen oder der Parkinsonkrankheit Medikamente aus der Gruppe der MAOHemmer einnimmt.

Bei eingeschränkter Leberfunktion, einer koronaren Herzerkrankung oder Herzrhythmusstörungen, bei Asthma bronchiale oder anderen chronischen Atembeschwerden, bei einer Verengung im Magen-Darm-Bereich oder wenn das Blut zu wenig Kalium oder Magnesium enthält, sollte man das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Vertirotravel sollte nicht gleichzeitig mit Medikamenten angewendet werden, die sich auf den Herzrhythmus auswirken können.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, liegt möglicherweise eine allergische Reaktion auf das Mittel vor, dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Vor allem bei Männern mit vergrößerter Prostata kann der Harndrang sehr schmerzhaft werden, ohne dass sie Wasser lassen können, dann sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

In Einzelfällen kann sich der Augeninnendruck so erhöhen, dass es zu einem Glaukomanfall kommt. Dann muss unverzüglich ein Augenarzt oder eine Notfallambulanz aufgesucht werden. Bei Erregung, Unruhe, Verwirrtheit sowie bei Stimmungsveränderungen, Bewegungsstörungen und Krampfanfällen sollte man sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Während der Einnahme sollte man keinen Alkohol konsumieren.

Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder, ältere Menschen

Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf das Mittel nicht angewendet werden. In den ersten sechs Monaten einer Schwangerschaft sollte es nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. In der Stillzeit sollte man das Mittel nur anwenden, wenn es unbedingt nötig ist. Für Kinder ab sechs Jahren sind spezielle Präparate erhältlich. Bei älteren Menschen können häufiger unerwünschte Wirkungen auftreten. Ältere Menschen sollten in Absprache mit dem Arzt eher andere, geeignete Mittel einnehmen.

Buchtipp: "100 Medikamente"

Dass ein Arzneimittel amtlich zugelassen ist, bedeutet noch nicht, dass es grundsätzlich sinnvoll ist. Über Risiken und Nebenwirkungen informiert Sie nicht nur ihr Arzt oder Apotheker: In diesem neuen KONSUMENT-Buch erfahren Sie die wichtigsten Informationen über 100 Bestseller aus der Apotheke.

Ein unabhängiges Expertenteam bewertet die in Österreich gängigsten Präparate. Außerdem: Die wichtigsten Hinweise zu Wechsel- und Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen sowie spezielle Tipps und Warnungen für die Anwendung bei Schwangeren, Kindern und älteren Menschen

www.konsument.at/100medikamente

Aus dem Inhalt

  • Wie verträglich ist das Mittel?
  • Lindert es die Symptome, ist es nachhaltig von Nutzen?
  • Ist es lange erprobt und wirkt es?
216 Seiten, 19,90 € + Versand

 

100 Medikamente Buch, (Quelle: VKI)

 

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang

DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.