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Hilfsmittel gegen Schnarchen - Schlaflos im Sägewerk

, aktualisiert am

  • Bei keinem Mittel seriös belegte Wirkungen festgestellt
  • Nicht jedes Schnarchen ist harmlos - Schlafapnoe ist gefährlich

Schnarchen ist lästig. Wenn auch die Schnarchenden selbst ihre Lärmentwicklung meist in aller Ruhe verschlafen, so haben doch die Partner, ja manchmal sogar Nachbarn, ihre liebe (Schlaf-)Not. Die Ursachen des Schnarchens sind vielfältig und reichen von Zahn- und Kieferfehlstellungen, Erschlaffen des Mund- und Rachenraumes, Übergewicht, zunehmendem Lebensalter und Alkoholgenuss bis zu dringend behandlungsbedürftigen Störungen wie dem nächtlichen Aussetzen des Atems, der Schlafapnoe (siehe "Wenn Schnarchen lebensgefährlich ist").

Eine bunte Vielfalt wird angeboten …

Verblüffend vielfältig sind jene Mittelchen, die den „sägenden“ Störenfried ruhig stellen sollen. Untersucht wurde das Angebot an Produkten zur Selbstbehandlung. Ergebnis: Sie haben teilweise recht stolze Preise, ihre Wirkung ist jedoch häufig nicht erwiesen oder hält mit den vollmundigen Versprechungen der Hersteller nicht Schritt.

Pölster gegen Rückenlage

Angepriesen werden etwa Pölster, welche die Rückenlage verhindern sollen, oder Messgeräte, die beim Ertönen von Schnarchgeräuschen oder bei Rückenlage elektrische Impulse aussenden, die zu einer Lageänderung animieren sollen. Kinnbinden sollen das Schlafen mit offenem Mund verhindern, Nasenspreizer die Nase freihalten, Sprays, Tropfen oder Gurgellösungen Mund und Rachenraum feuchthalten und so die störende Geräuschentwicklung unterbinden.

Fehlende Wirkung

Gemeinsam ist den Produkten die fehlende Wirkungsgarantie. Nicht alle Schnarcher hören zu lärmen auf, wenn sie auf der Seite liegen. Bei den Messgeräten kommt als negativer Aspekt hinzu, dass die elektrischen Impulse die Schläfer auch wecken können. Die Nasenklammern haben den Nachteil, dass das Freihalten der Nase nicht hilft, wenn die Ursache des Schnarchens von Zunge, Gaumen oder Rachen ausgeht. Die Kinnbinden vernachlässigen die Tatsache, dass nasales Schnarchen auch mit geschlossenem Mund möglich ist. Was die Wässerchen, Tropfen und Sprays betrifft, so sind weder Heilpflanzen bekannt, die eine nachweisliche Wirkung auf das Schnarchverhalten haben, noch ist erwiesen, dass das Befeuchten von Mund- und Rachenraum gegen Schnarchen hilft oder vorbeugend wirkt.

... aber nichts hilft zuverlässig

Auch Zahnschienen werden angeboten. Dass sie im Einzelfall gegen Schnarchen hilfreich sein können, weiß jeder Kieferorthopäde. Doch einzig und allein er sollte auch die Anlaufstelle für Diagnose und Anpassung sein!

Fast schon skurril ist eine Art Schnuller, mit dem die Lippen-, Mund- und Gaumenmuskulatur gestärkt werden soll. Originell die CD, die durch beruhigende Musik und Entspannungsübungen zum Schnarchstopp verhelfen soll – insbesondere wenn man bedenkt, dass die Entspannung und das damit verbundene Erschlaffen des Mund- und Rachenraumes als eine der Ursachen des Schnarchens gilt.

Wenig geeignet

Fazit unserer Kollegen von der Stiftung Warentest: „Unter den Kriterien des wissenschaftlichen Nachweises sind die vorgestellten Antischnarchhilfen als generell nützliche Hilfsmittel wenig geeignet. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen. Es mag Bedingungen geben, bei denen sie, je nach Ursache des Schnarchens, hilfreich sein könnten. Bei manchem ginge es auch billiger.“

Ursachenforschung im Schlaflabor

Vom Schnarchen Geplagten bleibt als wichtigste Empfehlung, zur Abklärung, ob ihr Schnarchen harmlos ist oder Symptom wesentlicher Atemstörungen, zunächst mal ärztlichen Rat einzuholen. Der Weg führt dabei über den Hausarzt, eventuell auch HNO- und Lungenfacharzt, ins Schlaflabor. Dort wird die genaue Ursache des Schnarchens erhoben, sodass gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Ganz ohne teures Herumprobieren mit Mittelchen, deren Wirkung nicht erwiesen ist.

Mittel gegen Schnarchen

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Wenn Schnarchen lebensgefährlich ist

Wird das Schnarchen von Atemstillständen begleitet, spricht man von „Schlafapnoe“. Die Folgen
sind unter anderem hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, erhöhte Unfallgefahr durch Sekundenschlaf, psychosoziale Probleme mit Depression infolge fehlender Konzentrationsfähigkeit.

Zwei Prozent der Frauen, vier Prozent der Männer

Von behandlungsbedürftiger Schlafapnoe sind etwa zwei Prozent der Frauen und vier
Prozent der Männer betroffen. Ob es sich um eine Schlafapnoe handelt, lässt sich an drei
Hauptsymptomen ablesen, die jedoch nicht immer auftreten müssen:

  • morgendliche Unausgeschlafenheit trotz ausreichenden Schlafs,
  • lautes, unregelmäßiges Schnarchen, zum Teil mit
    (vom Bettpartner bemerkten) Atempausen,
  • Tagesschläfrigkeit und verminderte Belastbarkeit als Folge des gestörten Schlafs.

Tipp: Besteht der Verdacht auf eine Schlafapnoe, sollten Sie umgehend die Spezialisten in einem Schlaflabor aufsuchen.

Mehr über Schlafapnoe und therapeutische Hilfsmittel erfahren Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.

So haben wir getestet

Von der deutschen Stiftung Warentest wurden insgesamt 31 Mittel für die Selbstbehandlung ausgewählt, die vorbeugend oder lindernd bei Schnarchen wirken sollen, in der Produktinformation eine günstige Wirkung bei Schnarchen nahe legen oder als spezielle Mittel für Schnarcher ausgelobt werden. Der Einkauf erfolgte im März/April 2003.

Literaturstudien

Die Beurteilung erfolgte auf Basis einer Literaturstudie. Unterlagen wurden auch von den Anbietern angefordert und durch einen Experten begutachtet. Geprüft wurde, ob Wirksamkeitsbelege für Produktaussagen zum Schnarchen bekannt sind, die dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen. Wirksamkeit oder Nutzen der Produkte sollte durch kontrollierte Studien nachgewiesen sein, die Schlafqualität nicht beeinträchtigt werden.

Aus Österreich

In „Konsument“ veröffentlichen wir jene Produkte, die in österreichischen Apotheken oder im Sanitätsfachhandel angeboten werden.

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