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Haarfarben - Nicht von Dauer

  • Selbst färben ist beliebt, aber mühsam
  • Selten wird der gewünschte Farbton getroffen
  • Die Farbe hält nur kurze Zeit, vor allem bei grauem Haar

Frauen und Männer färben

Frech rot statt fad dunkelblond: Mehr als zwei Drittel der österreichischen Frauen tun es, und immer mehr Männer schließen sich an und verändern ihre Haarfarbe. Am beliebtesten ist dabei eine dauerhafte Coloration. In jugendlichen Jahren steht dahinter meist der Wunsch, in eine neue Rolle zu schlüpfen. Später sollen graue Strähnen überdeckt werden.

Alternative zum Friseur

Ein Friseurbesuch mit Haarefärben schlägt mit 70 Euro und mehr zu Buche. Vor allem Frauen übernehmen das Färben daher gern selbst. Eine Fülle unterschiedlicher Produkte für den Hausgebrauch findet sich in Drogeriemärkten. Im Kasten: „Was es sonst noch gibt“ finden Sie Informationen über Tönungen, Henna und andere Färbeprodukte.

Nur zwei "gute" Produkte

Für diesen Test, den wir gemeinsam mit unserer deutschen Schwesterorganisation Stiftung Warentest durchgeführt haben, wurden Rottöne ausgewählt. Sie erfreuen sich hier zu Lande nicht nur bei reiferen Jahrgängen großer Beliebtheit. Über 300 Personen mussten für die praktische Prüfung ihren Kopf hinhalten. Zur Freude gibt das Testergebnis allerdings wenig Anlass: Nur zwei Produkte haben mit der Gesamtnote „gut“ abgeschnitten, eines davon gehört mit vier Euro pro Packung sogar zu den preiswertesten im Test. Aber auch diese beiden sind von der idealen Farbe weit entfernt.

Intensive Farbe bleibt ein Traum

Wer zu roter Haarfarbe greift, wünscht sich oft einen strahlenden, intensiven Farbton. Doch gerade hier wurden wir meist enttäuscht. Weder bei Wella Viva Glutrot noch bei Garnier Intensives Rot wurde ein leuchtendes Rot erreicht, wie es die Abbildung auf der Packung oder die Farbskala verheißt.

Farbton nicht passend

Besser klappte die Farbgenauigkeit bei dunkleren Tönen. Typisch sind hier die beiden L’Oréal-Farben zu nennen. Dunkel Glutrot wurde bei der Farbgenauigkeit „gut“ bewertet, das hellere Glutrot aber nur „weniger zufriedenstellend“. Dies galt allerdings nicht in jedem Fall. Schwarzkopf Poly Color Mahagoni 71 traf den angekündigten Farbton nur dann halbwegs, wenn die Haare schon ziemlich grau waren. Sonst fiel das Farbergebnis sehr unterschiedlich aus, dabei oft zu dunkel mit wenig Rot. Das ist ärgerlich: Schließlich ist das Selbstfärben mühsam und die enthaltenen Chemikalien sind auch nicht ohne. Da sollte wenigstens die versprochene Farbe passen. Außerdem kann man sie – anders als bei einer Tönung – nicht einfach auswaschen.

Nur von kurzer Dauer

Neben den beiden „guten“ Produkten traf puravera den leuchtenden Farbton am besten. Nach vier Wochen war davon allerdings kaum noch etwas zu sehen. Schlechter schnitt beim Farberhalt nur noch das in diesem Punkt ebenfalls „weniger zufriedenstellende“ Henna plus Long lasting color ab. Auch die anderen Farben hielten nur „durchschnittlich“. In einzelnen Fällen war die Bewertung noch weitaus schlechter. Von „permanent“ oder „dauerhaft haltbar“, wie es die Hersteller versprechen, kann also keine Rede sein. Das ist in der Branche auch bekannt: Farben halten nicht ewig, vor allem Rottöne verschwinden mit dem Waschen. So stellten die begutachtenden Fachleute nach vier Wochen teilweise dunkelbraune Haare ohne Rotanteil fest. Und das Haar (auch ungefärbtes) wird durch die UV-Strahlen im Sonnenlicht gebleicht. War die Naturfarbe hell oder sehr grau, ergaben sich teilweise rosa- oder karottenfarbige Töne.

Gute Grauabdeckung

Wer seinem ergrauenden Haar farblich wieder auf die Sprünge helfen will, wird zunächst wenig enttäuscht. Die Grauabdeckung klappt überall „sehr gut“ oder „gut“. Nach vier Wochen brillierte hier aber nur noch ein Produkt, und zwar ausgerechnet das billigste: Pinot Red Hair Culture von Hofer. Allerdings war auch diese Farbe von vornherein dunkler als angekündigt. Selbst bei „guter“ Grauabdeckung können die vorher grauen Haare heller aussehen als die ehemals dunklen. Gesplisste Spitzen bieten kein einheitliches Farbbild, sie schimmern heller oder auch dunkler. Das zeigte sich vor allem nach vier Wochen, und zwar bei jedem zweiten Produkt.

Insgesamt kann man das Ergebnis nicht als perfekte Grauabdeckung bezeichnen. Andererseits entspricht eine nicht allzu gleichmäßige Färbung eher dem natürlichen Aussehen.

Haarstruktur leidet

Eine Coloration ist kein Wellnessbad für die Haare. Damit sich die Farbpartikel festsetzen können, muss das Haar aufgeraut werden. Pflegende Substanzen im Färbemittel sollen das ausgleichen. Pflegespülungen nach dem Färben helfen, die Schuppenschicht der Haare wenigstens teilweise wieder zu glätten. Das klappte bei fast allen Produkten „gut“. Bei der Hofer-Farbe war der Haarzustand nach dem Färben aber nur „durchschnittlich“, ebenso bei Schwarzkopf Mahagoni 71: Oft wirkten die Haare porös und ließen sich nicht gut kämmen.

Inhaltsstoffe, Chemie und Farberhalt

Zwei Produkte wurden in Reformhäusern und Bioläden eingekauft: puravera von Börlind „mit natürlichen Pflegestoffen“ und Henna plus Long lasting color. Ein Blick auf die Inhaltstoffe (die man bei Henna plus nur mit der Lupe lesen kann) zeigt: Auch hier ist konventionelle Chemie am Werk, weil es sich um oxidative Haarfarben handelt. Henna plus kassierte sogar das einzige „nicht zufriedenstellend“, weil es den versprochenen satten Rotton nie erreichte. Nicht viel besser der Farberhalt. Schon beim Abtrocknen hatten unsere Testpersonen die Farbe überreichlich im Handtuch.

Auftragsflasche von Vorteil

Beim Färben muss man mit Chemikalien den Entwickler und die Farbcreme anrühren. Benutzerfreundliche Auftragsflaschen wie bei Wella sind hier sehr hilfreich. Bei Schwarzkopf Mahagoni 71 hingegen muss man sich erst einen Färbepinsel und eine Schale zum Mixen der Bestandteile besorgen. Das Auftragen klappte nur mühselig, und beim Mixen blieben oft unlösbare Farbpartikel zurück.

Verbesserungswürdig

Auch sonst gibt es reichlich Raum für Verbesserungen. Schwarzkopf Poly Brillance verspricht groß auf der Verpackung „perfekte Grauabdeckung“. Dieses Versprechen wird auf der Rückseite durch den klein gedruckten Hinweis „für leicht ergrautes Haar“ doch sehr zurückgenommen. Enttäuscht werden auch all jene sein, die ihren dunklen Schopf intensiv hellrot bekommen wollen. Eine Färbung mit Heimcolorationen kann nicht wesentlich heller ausfallen als die natürliche Haarfarbe.

Färbesysteme

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Haarfarben 1/2006

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Färbe-Tipps

  • Ist die Kopfhaut empfindlich, gereizt oder verletzt, sollte man auf das Färben verzichten.
  • Vor der Wahl der Wunschfarbe muss zuerst die eigene Haarfarbe bestimmt werden. Dazu eine Haarsträhne an die Farbpalette im Geschäft halten.
  • Kein Allergietest auf eigene Faust! Mitunter wird empfohlen, die Farbemulsion für 48 Stunden hinter dem Ohr aufzutragen – dadurch können Allergien entstehen.
  • Empfohlene Einwirkzeit nicht verlängern.
  • Haare vor dem Färben nicht waschen. Die natürliche Fett- und Schuppenschicht schützt die Kopfhaut.
  • Beim Färben Handschuhe tragen; das senkt das Allergierisiko, die Hände bleiben sauber. Kleidung vor der Farbe schützen. Ein Streifen fetthaltiger Creme am Haaransatz verhindert, dass die Farbe herunterläuft.
  • Ist Farbe auf die Haut gelangt, sollte sie sofort entfernt werden (mit Wasser, Shampoo, Alkoholpads oder Zitronensaft). Tipp vom Friseur: Mit einem Wattestäbchen mit Zigarettenasche klappt es besonders gut.

Haarfarbe und Gesundheit: was drin ist

Haarfarben sind heute weitgehend sicher, wenn die Anwendungshinweise beachtet werden. Allerdings können die Schleimhäute gereizt reagieren. Auch Allergien sind möglich, mitunter sogar nach jahrelanger problemloser Anwendung. 43 Prozent aller Hautallergien entstehen in Verbindung mit Haarfärbeprodukten. Betroffen sind hauptsächlich Friseurinnen und Friseure, die täglich mit diesen Substanzen zu tun haben. Im Test traten keine Probleme auf.

Die meisten Entwickler enthalten vor allem das Oxidationsmittel Wasserstoffperoxid. Es öffnet die Schuppenschicht der Haare und entzieht ihnen etwas Farbe, um dann eine einheitlichere Färbung zu bewirken. Wasserstoffperoxid gilt in den hier üblichen Konzentrationen nicht als kritisch für die Haut, wohl aber für die Augen.

Die Farbcreme, auch Colorgel oder ähnlich genannt, enthält winzige farblose Farbvorstoffe (Farbstoff-Vorstufen), welche zu größeren Farbmolekülen reagieren, die dann schon wegen ihrer Größe ziemlich fest im Haar sitzen. Das oxidierende Gemisch aus vielen Substanzen kann Schleimhäute reizen oder schädigen und allergisieren. Hauptverantwortlich ist meist der Stoff 2,5-Phenylendiamin, der als Farbstoff-Vorstufe eingesetzt wird. Deshalb sollte man beim Färben und Ausspülen Handschuhe tragen. Hände haben oft kleine Risse, in die allergisierende Stoffe leicht eindringen können.

Alkalische Stoffe lassen das Haar ebenfalls aufquellen, damit es die Farbstoffe aufnimmt. Ammoniak, der früher häufig verwendet wurde, riecht unangenehm stechend und ist in den getesteten Produkten oft ersetzt worden.

Pflegesubstanzen wie Silikone verschließen die aufgequollene Schuppenschicht der Haare teilweise wieder und werden in Spülungen nach dem Färben eingesetzt.

Duftstoffe werden ebenfalls zugesetzt und können Empfindliche allergisieren.

Verboten: Früher fanden sich in Haarfarben auch Krebs erregende, das Erbgut schädigende oder die Fortpflanzung gefährdende Stoffe. Sie sind mittlerweile verboten. Heutige Farbstoffmoleküle sind nicht mehr reaktiv und so komplex, dass sie praktisch nicht mehr in die Haut eindringen und Zellen schädigen können.

Tönungen & Co: was es sonst noch gibt

Mittel zum Haarefärben weisen unterschiedliche Haltbarkeitsstufen auf. Die Haarfarben in diesem Test haben Haltbarkeitstufe III.

Tönungen, die sich nur außen am Haar anlegen, verschwinden rasch wieder (nach längstens acht Haarwäschen) und sind mit Haltbarkeitsstufe I gekennzeichnet.

Intensivtönungen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Haarfarben. Die Schuppenoberfläche der Haare wird aufgeraut, damit sich darin die Farbmoleküle festsetzen können. Grau wird nur begrenzt abgedeckt. Sie halten vier bis sechs Wochen, Haltbarkeitsstufe II.

Naturfarben mit Henna decken graue Haare nicht ab. Das Haar wird mit Henna gepflegt, aber auch versiegelt, also undurchlässig für konventionelle Haarchemie. Dauerwellen halten nicht, mit Henna gefärbte Haare lassen sich nicht mehr rückfärben.

Re-Nature-Cremen bilden mithilfe von Sauerstoff naturähnliche Pigmente, um die ursprüngliche Farbe wieder aufzubauen. Für einen zufriedenstellenden Effekt waren im Test zwei bis drei Anwendungen nötig, und das nur bei mittelblondem bis dunkelbraunem Haar („Konsument“ 10/2003).

Laborprüfung

Foto: Stiftung Warentest

Die helle Strähne wurde unten durch Blondieren strapaziert. L’Oréal Dunkel Glutrot gleicht das farblich einigermaßen aus. puravera schafft nur rosa Farbtöne.

Haarfarben: Kompetent mit Konsument

  • Gut und günstig. Die beiden „guten“ Produkte unterscheiden sich kaum, Schwarzkopf Poly Palette ist aber wesentlich billiger als L’Oréal.
  • Realistische Erwartung. Dunkle Haare lassen sich mit Do-it-yourself-Farben nicht leuchtend hellrot färben. Nur drei Produkte (L’Oréal Dunkel Glutrot, Schwarzkopf Poly Palette und puravera) haben „gute“ Farbgenauigkeit.
  • Wenig haltbar. Bei keinem Produkt sah die Farbe nach vier Wochen noch ebenso aus wie nach dem Färben.
  • Gesundheitlich heikel. Haarfärbemittel können Allergien auslösen sowie Augen und Schleimhäute reizen. Beim Färben unbedingt Handschuhe tragen.

Haarfarben: So haben wir getestet

Im Test: 12 Haarfarben, die Dauerhaltbarkeit und Grauabdeckung versprechen sowie Colorcreme, Entwickler und Pflegemittel enthalten. Der Test wurde gemeinsam mit der Stiftung Warentest durchgeführt.
Die Farben wurden an je 20 Frauen und Männern im Praxisversuch am ganzen Kopf überprüft. Zwei Friseure beurteilten das Färbeergebnis; danach statistische Auswertung. Ergänzende Laborprüfungen an mittelfeinem Euro-Naturhaar. Ausgangshaarfarbe und Ergrauungsgrad, Auftragen und Einwirkzeit nach Anbieterangabe.

Färbeergebnis: Im Praxistest beurteilten zwei Friseure Farbgenauigkeit (Vergleich zur Verpackung), Gleichmäßigkeit und Grauabdeckung. Ergänzende Beurteilung im Labor von Strähnen (Euro-Naturhaar) mit unterschiedlichem Grundfarbton, dazu solche mit 80 Prozent Grauanteil. Die Gleichmäßigkeit wurde auch an definiert geschädigtem Naturhaar beurteilt.

Farbzustand nach 4 Wochen: Nach 4 Wochen (bei Haarwäsche jeden 2. Tag) beurteilten 2 Friseure Farberhalt, Gleichmäßigkeit und Grauabdeckung.

Haarzustand nach dem Färben: Ermittelt im Praxistest während und nach der Anwendung: Kämmbarkeit und Griffgefühl bei nassem und trockenem Haar, dazu Glanz.

Anwendung: Vorbereiten, Auftragen, Verteilen, Tropfverhalten, Ausspülen sowie Anfärbung der Kopfhaut wurden im Praxistest beurteilt. Abfärben auf Textilien (Reibechtheit) in Anlehnung an DIN 54 021. Anwendungshinweise: u. a. Vollständigkeit, Verständlichkeit, verbale und/oder bildliche Angaben zur Farbfindung. Warnhinweise und Deklaration der Inhaltstoffe wurden beurteilt.

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