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Frau mit Smartphone
Smartphones im Test Bild: Dean-Drobot/Shutterstock

Smartphones: Neuwertig vs. gebraucht - Erschwingliche Topmodelle

Gebrauchte Smartphones. Secondhand boomt, auch bei Elektronik. Neben den privaten gibt es mittlerweile einige gewerbliche Anbieter. Darauf sollten Sie vor dem Kauf achten.

Preisgünstige Smartphone-Modelle sind nicht von Haus aus schlecht, bringen aber gewisse Nachteile mit sich. Sie sind vergleichsweise leistungsschwach und befinden sich technisch nicht auf dem aktuellen Stand. Dadurch veralten sie im allgemein schnell­lebigen Elektronikbereich umso früher. ­Wenignutzer, die vor allem telefonieren oder über WhatsApp & Co kommunizieren, werden damit trotzdem das Auslangen finden. 

Neuwertig oder gebraucht

Für jene, die den gesamten Funktionsumfang (z.B. navigieren, Videos streamen, diverse Apps) verfügbar haben möchten, aber zugleich auf ein vernünftiges Preis-Leistungs-­Verhältnis schauen, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können ein älteres, aber neuwertiges Modell aus Restbeständen kaufen (mit dem Vorteil des vollen Garantie- und Gewährleistungsumfangs) oder auf ein in gutem Zustand befindliches Gebraucht­gerät zurückgreifen.

In beiden Fällen können Sie nicht nur Geld sparen, sondern finden vielleicht gewünschte Ausstattungsmerkmale, die bei den aktuellen Modellen gar nicht mehr vorhanden sind (z.B. Speicherkarteneinschub und Standard-Kopfhörerbuchse oder – sehr selten, aber doch – ­einen einfach austauschbaren Akku).

Preise vergleichen

Bei der Weiterverwendung gebrauchter Geräte kommt als positiver Aspekt noch die Nachhaltigkeit dazu. Trotzdem sollten Sie vor der Kaufentscheidung die Preise vergleichen. Wenn ein neuwertiges Vorjahresmodell nicht teurer ist als eines in gebrauchtem Zustand, sollten Sie für sich das Für und Wider abwägen (siehe auch Smartphones: Telefon oder Multifunktionsgerät - Kommentar von Gernot Schönfeldinger).


Lesen Sie auch unser Handy: Tests, Netze, Know-how - Einstieg, Umstieg, Roaming, Testtabellen

Gehobenen Mittelklasse bis Topklasse

Gehobenes Niveau 

In allen genannten Fällen ist es sinnvoll, sich im Bereich der gehobenen Mittelklasse bis hinauf zur Topklasse umzuschauen. Nur dort ist die technische Ausstattung auf einem entsprechend hohen Niveau, sodass man – in dem für diese Produktkategorie ohnehin engen Rahmen – von einer gewissen Zukunftssicherheit ausgehen kann. Nur dort stehen die Chancen gut, noch für einige Zeit Sicherheitsupdates und even­tuell ein bis zwei Aktualisierungen des Betriebssystems zu erhalten (bei den meisten iPhone-Modellen in der Regel sogar mehr). 

Altersgrenze: 2 bis 3 Jahre

Daraus sowie aus der mit der Zeit und der Anzahl der Ladezyklen nachlassenden ­Akkuleistung ergibt sich für Secondhand- Smartphones eine empfehlenswerte Alters- Obergrenze von zwei bis allerhöchstens drei Jahren. 
Eine Checkliste betreffend die Auswahl von Secondhandgeräten haben wir in unserer Checkliste Gebrauchtkauf (siehe Inhaltsverzeichnis rechts) zusammengestellt. Bitte beachten Sie dazu unbedingt auch die Seite  „Myhandycheck“ (Inhaltsverzeichnis). Zunächst stellt sich aber die Frage, wo man gebraucht kaufen kann oder soll. 

Generalüberholt 

Im Elektronikbereich begegnet einem der englische Begriff „refurbished“ (sprich: riföabischd). Er bedeutet instandgesetzt, generalüberholt, technisch wiederaufbereitet. Weiters stößt man auf sogenannte B-Ware. Dabei handelt es sich häufig um Geräte, die nach einer kurzen Testphase von den Erstbestellern an den Händler zurückgeschickt wurden. Refurbished-Geräte und B-Ware werden etwa auf Amazon oder Cyberport angeboten, aber auch einzelne Hersteller wie beispielsweise Apple verkaufen generalüberholte Smartphones.

Wiederaufbereiten und verkaufen

Vor einiger Zeit sind Anbieter dazugekommen, die sich auf das Wiederauf­bereiten und den Verkauf von gebrauchten Smartphones spezialisiert haben. Zu den bekanntesten gehört die österreichische Plattform Refurbed, zu der es mittlerweile eine recht große Zahl überwiegend positiver Kundenerfahrungen gibt. Bekannt ist auch Backmarket, eine internationale Plattform, die allerdings ausschließlich in der Vermittlerrolle auftritt und auf der unterschiedlichste Händler aus diversen Ländern ihre Gebrauchtware anbieten. Die Erfahrungsberichte, die man im Internet dazu findet, sind sehr durchwachsen; es gibt viele, die aufgrund dessen kein zweites Mal dort kaufen würden. 

Gewährleistung: 1 Jahr

Grundsätzlich gilt: Während ein privater Verkäufer (etwa auf willhaben internet service GmbH & Co KG) jegliche Gewährleistung ausschließen kann und dies in der Regel auch tun wird, darf ein gewerblicher Händler sie für Gebrauchtwaren lediglich von den sonst üblichen zwei Jahren auf ein Jahr reduzieren. Meist wird auch noch für einen bestimmten Zeitraum Garantie gewährt. Bei einem Onlinekauf kann man zudem das 14-tägige ­Widerrufsrecht in Anspruch nehmen, ­sofern der Händler diesen Zeitraum nicht sogar freiwillig erweitert. Und man hat ­diverse Zahlungsmöglichkeiten zur Auswahl. Wer beim Privatkauf auf Nummer ­sicher gehen möchte, sollte auf Vorkasse und Postversand lieber verzichten und ein persönliches Treffen vereinbaren.

Checkliste Gebrauchtkauf

  • Höchstalter: 2 bis 3 Jahre 
  • Interner Speicher: mindestens 64 GB 
  • Benutzerkonten des Vorbesitzers gelöscht 
  • Auf Werkseinstellungen zurückgesetzt 
  • Kein SIM-Lock vorhanden 
  • Software- und Sicherheitsupdates verfügbar 
  • Display und Gehäuse in gutem Zustand 
  • Funktionsfähigkeit überprüft (Touchscreen, Anschlüsse, Lautsprecher, Lautstärketasten, Kameras, Blitzlicht etc.; siehe auch Seite „Myhandycheck - Smartphone überprüfen")

Myhandycheck - Smartphone überprüfen

Unter dem Namen Myhandycheck findet man in den App-Stores für Android und iOS eine App, die eine umfassenden Überprüfung jenes Smartphones durchführt, auf der sie installiert ist. Dahinter steht ein deutsches Unternehmen (siehe auch Amazon), das diesen kostenlosen Service für Nutzer anbietet, die ihr Gerät verkaufen wollen und einen schriftlichen Nachweis vorlegen möchten, dass es voll funktionsfähig ist. Die erforderlichen Zugriffs­berechtigungen sind umfangreich, die Daten werden auf den Servern des Unternehmens gespeichert; es bleibt einem nichts anderes übrig, als den Beteuerungen bezüglich der Einhaltung des Datenschutzes zu vertrauen.

Der Umfang des von Myhandycheck durchgeführten Tests zeigt aber auch, worauf man beim Gebrauchtkauf von privat eigentlich achten müsste, was man jedoch ohne technische Hilfsmittel bzw. ohne auf dem Gerät über ein Benutzerkonto zu ver­fügen nur begrenzt überprüfen kann: Touchscreenfunktion, Beschleunigungssensor, Lage­sensor (Gyroskop), Näherungssensor, Vibrationssensor, Lautsprecher, Ohrhörer, Kopf­hörerbuchse, Mikrofon, Lautstärketasten, Fingerabdruckscanner, Ladefunktion, Rückkamera, Frontkamera, Blitzlicht, WLAN, Bluetooth, GPS, mobiles Netz, Akkuzustand. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch unsere Rubrik Bits & Bytes auf Seite 46, wo wir unter anderem auf die Rolle der Handysensoren eingehen.

Wenig reparaturfreundlich

Die Stiftung Warentest hat Ende 2020 die Reparaturfreundlichkeit von Smartphones unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war nicht überraschend: Bei den meisten Modellen sind Bauteile nicht nur gesteckt und geschraubt, sondern oft platzsparend miteinander verklebt. Dadurch sind beispielsweise beim iPhone 11 für einen Displaywechsel acht verschiedene (Spezial-)Schraubenzieher und Hilfsmittel notwendig. Bei einem Akkutausch ist es nicht viel anders.

Außerdem ist (nicht nur bei Apple) das Beziehen von Ersatzteilen direkt über den Anbieter in der Regel nicht möglich. Unterm Strich kann man nur wirklich ambitionierten Bastlern zu einem Reparatur­versuch raten. Alle anderen sollten lieber eine professionelle Werkstätte aufsuchen. Aus der Masse sticht das Fairphone positiv hervor, das bewusst auf die einfache Austauschbarkeit bestimmter Bauteile durch die Nutzer selbst setzt. Der mitgelieferte Schraubenzieher genügt zum Beispiel, um das Display zu wechseln.

MEHR ZUM THEMA

Unter Smartphones - 38 Android-Handys, 2 iPhones haben wir grundsätzliche Informationen für den Smartphonekauf zusammengestellt. 

Diverse Tipps für den Gebrauchtkauf finden Sie auf Amazon

Android-Updatelisten. Tippen Sie „Welche Smartphones erhalten das Update“ als Anfrage in die Suchmaschine ein. Diverse Online-Maga­zine (und teilweise auch die einzelnen Hersteller) führen entsprechende Listen für die noch aktuellen Betriebssystemversionen. Auf ähnliche Weise gelangen Sie auch zu Informationen betreffend die verfügbaren iPhone-Updates. 

Test Smartphones mit 114 aktuellen Modellen ab 6/2020 im Produktfinder Smartphones - 41 neue Handys im Test

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