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MP3- und Multimedia-Player - Nicht der Preis macht die Musik

  • Der Klang hängt wesentlich von den Kopfhörern ab
  • Bei der Bildqualität hapert es oft
  • Große Preisunterschiede bei nahezu gleicher Qualität

Unterwegs Musik hören, Fotos oder Filme anschauen – Multimediaplayer sorgen für Abwechslung. Doch es gibt nur wenige ­Geräte, die bei Ton- und Bildqualität gleichermaßen gute Ergebnisse liefern.

Kopfhörer: noch einmal investieren

Unsere einschlägigen Tests zeigen es immer wieder: Die Tonqualität, die Multimedia- und reine MP3-(Music)Player bieten, ist an sich gut, meist sogar sehr gut. Sie wird aber oft durch die mitgelieferten Kopfhörer ­gemindert. Wer Wert auf guten Klang legt – so der Tenor der Tester –, muss noch einmal in die Tasche greifen und hochwertige Kopfhörer zukaufen.

Auch bei der aktuellen Gerätegeneration lässt sich die Klangqualität mit erstklas­sigen Kopfhörern deutlich heben. Doch einige Multimediaplayer (Sony NWZ-X 1050 und NWZ-X 1060, Apple iPod Touch 32 GB, iPod classic 160 GB, iPod nano, ­Samsung YP-P3) liefern bereits mit dem Standardzubehör guten Sound.

Videos: Keine Wunder erwarten

Hinsichtlich der Bildqualität von Fotos und vor allem von Videos darf man bei vielen Multimediaplayern keine Wunder erwarten. Die teilweise doch sehr kleinen Displays tragen dazu bei, dass das Anschauen von Videos die Augen anstrengt. Nur drei Geräte (Sony NWZ–X 1050, Apple iPod Touch 32 GB und Sony NWZ-X 1060) erzielten bei den Prüfpunkten Bildqualität Foto und Bildqualität Video gute Testergebnisse. Diese drei Player zählen zu den vergleichsweise größeren ­Geräten und mit einem ­Gewicht von rund 100 Gramm bereits zu den schwereren.

Musiktransfer und Akkulaufzeit

Flash- vs. Festplattenspeicher

Gewichtigster Player im Test ist der Apple iPod classic. Er ist als einziger im Test mit einem Festplattenspeicher (160 GB) ausgestattet. Die anderen Geräte arbeiten mit Flashspeicher. Sie haben daher eine wesentlich geringere Speicherkapazität, sind aber in der Regel robuster und unempfindlicher gegen Erschütterungen als Player mit Festplattenspeicher.

Musiktransfer

Um Musik auf den Player transferieren zu können, ist bei Apple zunächst die firmeneigene Gratis-Software iTunes auf den Computer zu laden. Bei den übrigen Playern im Test funktioniert der Musiktransfer mit Windows Explorer und Drag & Drop. Ist iTunes einmal installiert, geht das Laden schnell über die Bühne: Für den Upload von 100 MB brauchen die iPods gerade einmal 11 bis 12 Sekunden. Bei den in dieser Hinsicht trägen Multimediaplayern von ­Sony dauert das Laden rund eine Minute. Und beim langsamsten MP3-Player im Test (Memup Kanyon) sind dafür über zwei ­Minuten einzukalkulieren.

Akkulaufzeit: iRiver ist Champion

Experten wissen: Je seltener ein Akku aufgeladen werden muss, desto langlebiger ist er in der Regel. Bei der Betriebsdauer ist der Multimediaplayer iriver E30 unangefoch­tener Champion. Mit diesem Gerät kann 58,5 Stunden Musik gehört werden, bevor der Akku wieder aufgeladen werden muss. Am anderen Ende der Skala: Die MP3-­Player Memup klip und Memup ­divine for men mit einer Betriebsdauer von lediglich fünf Stunden. Memup MP3-Player haben übrigens kein Display und sind daher ­äußerst mühsam zu bedienen.

Klein, leicht, preiswert

Falls Ihnen MP3-Player im Vergleich zu Multimediaplayern etwas blass vorkommen: MP3s haben durchaus ihre Vorteile. Sie sind klein und leicht und können daher gut zum Joggen oder Radfahren mitge­nommen werden. Obendrein sind sie relativ preiswert: Der erstgereihte MP3-Player im Test, Sony NWZ-B143F, kommt auf 63 Euro, der zweitgereihte, Philips GoGear Mix, auf 42 Euro.

Der Testsieger bei den Multifunktionsplayern, Sony NWZ-X 1050, kostet 240 Euro. Fast ebenso gut bewertet, doch wesentlich billiger: der Philips GoGear Ariaz um 113 Euro.

Testtabelle: Multimediaplayer

Testtabelle: MP3-Player

Zusammenfassung

  • Gezielt aussuchen. Überlegen Sie, wofür Sie den Player vorzugsweise verwenden wollen. Musik im MP3-Format können alle Geräte ab­spielen. Je kleiner und leichter der Player, desto besser ist er für sportliche Aktivitäten geeignet.
  • Kaum Allrounder. Nur drei Multimediaplayer (Sony NWZ–X 1050, Apple iPod Touch 32 GB, Sony NWZ-X 1060) punkten mit guter Tonqualität und guter Bildqualität bei Fotos und Videos.
  • Zusätzliche Kosten. Die mitgelieferten Kopf­hörer sind meistens nur mittelmäßig. Hochwertige Kopfhörer sorgen bei allen Playern für bessere Tonqualität.
  • Vorsicht mit der Lautstärke, Gehörschäden sind möglich. Auch im Straßen­verkehr sollte man sich aus Sicherheitsgründen nicht „zudröhnen“!

Testkriterien

Im Rahmen einer internationalen Kooperation wurden Multimedia- und MP3-Player getestet. 

Tonqualität: Fünf professionelle Prüfer bewerteten den Klang von MP3-Dateien aus Rock, Pop und Klassik mit 192 kbit/s über die mitgelieferten und über hochwertige Kopfhörer sowie eine Hi-Fi-Anlage.

Bildqualität: Die Darstellung von Foto- und Videodateien am Player wurde bewertet. 

Handhabung: Fünf erfahrene Computeranwender prüften die Bedienungsanleitung u.a. auf Verständlichkeit, Vollständigkeit und Hilfestellung bei Störungen. Bewertet wurden auch die Inbetriebnahme des Players, erstmaliges Laden des Akkus, Verbinden mit dem PC, Datenübertragung (100 MB) auf den Player und zurück auf den Computer, Bedienung und Navigation am Player, Lesbarkeit des Displays und die Anlaufverzögerung („Einschaltzeit“). 

Tragbarkeit: Trageverhalten unter Berücksichtigung von Gewicht und Volumen. 

Verarbeitung: Beurteilt wurden scharfe Kanten und Ecken, die Wisch- und Kratzfestigkeit sowie die mechanische Haltbarkeit (Falltest). 

Vielseitigkeit: Vielfalt der unterstützten Musik-, Foto- und Videoformate, Anschlussmöglichkeiten, Stromversorgung, musikbezogene Funktionen und Zusatzfunktionen (Spiele, Uhr etc.). 

Stromversorgung: Nach drei Lade- und Entladezyklen wurde mit voll geladenem Akku die Betriebsdauer ermittelt, bis Störungen auftraten; dabei wurden verschiedene MP3-Dateien mit einem Schalldruckpegel von 75 db(A) abgespielt, die Displaybeleuchtung war nach Möglichkeit abgeschaltet. Es wurde auch die Ladezeit ermittelt und bewertet. 

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Andere Sichtweise

In Ihrem Testbericht bezeichnen Sie ein Gerät ohne Display als nur mühsam bedienbar. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass es eine gar nicht so geringe Zahl von blinden und stark sehbehinderten Menschen gibt, für die solche Geräte gerade deswegen, weil sie kein Display haben, erst bedienbar werden. Ein Display setzt nämlich voraus, dass man es lesen kann. Bekommt man diese Infos nicht, hat man keine Chance, an der so modernen Technik teilnehmen zu können.

Weiters hat mir in Ihrem Artikel ein Hinweis auf die so wichtige Resume-Funktion gefehlt. Diese Funktion erlaubt es, die Wiedergabe an jenem Punkt fortzusetzen, an dem man zuletzt gestoppt hat. Erst dadurch wird es möglich, Hörbücher mit diesem Player zu hören. Leider fehlt diese Angabe meist in den Herstellerinformationen.

Theodor Waba, blind
E-Mail
(aus Konsument 04/2010)

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