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Bluetooth-Headsets - Für mobile Menschen

Mit Bluetooth-Headsets kann man kabellos telefonieren und Musik hören. Bügelkopfhörer schneiden besser ab als In-Ear-Geräte.

Telefonieren mit Kopfhörer und Mikrofon ist für unterwegs – ob zu Fuß oder im Auto – eine sehr praktische Option. Vor allem passionierten Telefonierern wird ja irgendwann der Arm schwer. Da sind Headsets – im Deutschen gibt es dafür nur die unübliche Bezeichnung Hör-Sprech-Garnituren – ein großer Komfortgewinn. Und wenn schon Komfort, dann verzichtet man auch gerne auf eine Kabelverbindung zwischen Handy und Headset. Für kurze Distanzen (Reichweite ein paar Meter) ist eine Funkverbindung mit Bluetooth-Standard die beste Wahl.

In-Ear(Im-Ohr)-Kopfhörer

Bluetooth-kompatible Geräte können weltweit ohne Zulassung betrieben werden und funktionieren weitgehend störungsfrei. Angeboten werden kleine In-Ear(Im-Ohr)-Kopfhörer und ohraufliegende Modelle. Die In-Ear-Hörer werden in den Gehörgang geschoben und dichten ihn in der Regel sehr stark ab. Die meisten sitzen recht gut, für einige werden unterschiedlich große Passstücke angeboten, um eine individuell optimale Passform zu gewährleisten. Dadurch unterscheiden sie sich von einfachen Ohrstöpseln (Earbuds), die häufig keinen guten Halt haben. Allerdings ist ein komplett abgedichteter Gehörgang gewöhnungsbedürftig – einige empfinden das als unangenehm, manchmal ist es auch bedenklich, etwa im Straßenverkehr.

Bügelkopfhörer

Die Bügelkopfhörer, die am Ohr aufliegen, sind ebenfalls nicht jedermanns Sache, vor allem für mobile Zwecke. Sie sind deutlich schwerer, man kann sie nicht einfach in die Brusttasche oder den Hosensack stecken, und es wird auch Leute geben, die mit so auffälligen Muscheln um die Ohren nicht gerne in der Öffentlichkeit unterwegs sind.

Sechs In-Ear-Modelle und fünf Auflieger im Test

Im vorliegenden Test, der von der Stiftung Warentest durchgeführt wurde, werden sechs In-Ear-Modelle und fünf Auflieger miteinander verglichen. Mit allen können Telefongespräche geführt werden, alle bieten Lautstärkeregelung und Audio-Wiedergabe in Stereoqualität. Die Preise liegen bei den In-Ear-Sets zwischen 37 und 64 Euro, bei den großen zwischen 74 und 183 Euro (jeweils der mittlere Preis zum Zeitpunkt der Erhebung im Juni 2012).

Mikro am Ohr

Die Bluetooth-Headsets unterscheiden sich äußerlich kaum von Kopfhörern, bei den ohraufliegenden Modellen befinden sich die Bedienelemente und das Mikrofon in einem der Ohrhörer. Nur das Logitech H800 sieht mit seinem ausklappbaren Mikrofon wie ein traditionelles Headset aus. Bei den In-Ear-Modellen kann das kleine Bedienteil mit Mikro am Hemd oder an der Bluse befestigt werden. Es ist meist über Kabel mit den Ohrhörern verbunden – ganz kabellos sind also auch kabellose Bluetooth-Headsets nicht immer. Nur zwei der sechs In-Ear-Modelle kommen ohne Verkabelung aus (Creative und Plantronics).

Tonqualität und Tragekomfort

Tonqualität ist am wichtigsten

Wichtigstes Kriterium ist der Klang. Auch beim Telefonieren kann eine schlechte Tonqualität sehr nervig sein – für beide Seiten. Außerdem sollten die Headsets ja auch einen Hi-Fi-tauglichen Kopfhörer ersetzen können – immerhin werden für solche Headsets mitunter gut 200 Euro verlangt. Empfohlen wird es allerdings nicht; für HiFi-Fans sind kabelgebundene, ohrumschließende HiFi-Kopfhörer immer noch erste Wahl. Außerdem haben kabellose Geräte auch den Nachteil, dass der Akku immer wieder geladen und irgendwann auch erneuert werden muss.

Guter Klang nur bei vier Modellen

Zurück zum Klangkritierium: Nur vier Modelle schnitten bei den Hörtests gut ab, wobei Philips die Nase vorn hatte, dessen Klang als angenehm und ausgeglichen beschrieben wurde. Wer etwas höhere Ansprüche stellt, sollte aber besser über Kabel hören – eine Möglichkeit, die neben Philips nur Sennheiser und Jabra bieten. Großer Nachteil bei Philips ist die niedrige Qualität des Mikrofons. Das bekommt der Benutzer zwar nicht selbst zu spüren, aber beim Telefonieren wird der Gesprächspartner darunter leiden.

Emission und Immission

Bügelkopfhörer geben grundsätzlich mehr Geräusche an die Umwelt ab als In-Ear-Modelle (floss ins Urteil "Umwelteigenschaften“ ein). Am stärksten werden unfreiwillige Mithörer durch den Logitech belästigt. Doch auch der In-Ear-Hörer von Plantronics erwies sich als sehr laut. Die geringsten Emissionen verursachen Hama und Nokia.
Umgekehrt wurden auch die Immissionen gemessen, also die Außengeräusche, die der Kopfhörer-Träger wahrnimmt. Auch hier dichtet Nokia am besten ab. Die meisten Geräusche lassen die Modelle von Jabra, Logitech und Plantronics eindringen – was aber wie erwähnt nicht schlecht sein muss (Stichwort Sicherheit im Straßenverkehr).

Tragekomfort der Kopfhörer

Der beste Klang bringt wenig Freude, wenn der Kopfhörer nicht richtig sitzt. Probleme bereiteten vor allem die beiden In-Ear-Modelle mit Nackenband (Creative und Plantronics). Sehr guten Tragekomfort bieten die ohraufliegenden AKG, Philips und Sennheiser, sie sind auch einfach zu bedienen. Dass auch In-Ear-Sets nicht zwangsläufig unangenehm sind, beweist das "sehr gut" von Samsung bei diesem Kriterium.

Testtabelle: Bluetooth-Headsets - In-Ear

Testtabelle: Bluetooth-Headsets - Ohraufliegend

Beschreibungen In-Ear-Modelle

Beschreibungen der getesteten In-Ear-Modelle.

SonyEricsson MW600
Leichtes Headset mit neutralem Klang und gutem Mikrofon. Aufsetzen und Anpassen sehr einfach, Handhabung ebenfalls. Mit integriertem Radio; Akku­laufzeit nur durchschnittlich.

Nokia BH-111
Neutraler Klang, die tiefen Töne kommen allerdings etwas schwach. Mikrofon o.k. Sehr gute Trageeigenschaften, beste Dämpfung von Umgebungsgeräuschen; Akku schwach.

Samsung HS3000
Mittelmäßiger Klang, gutes Mikrofon. Sehr guter Tragekomfort, ein­fache Handhabung. Akkulaufzeit kurz. Kann problemlos mit zwei Handys betrieben werden.

Hama MusiCall
Guter Tragekomfort, sehr einfach zu bedienen. Unausgewogener Klang mit starkem Grund­rauschen. Niedrigste Geräuschemission. Sehr schwacher Akku.

Creative WP-250
Mit Nackenband. Trageeigenschaften lassen zu wünschen übrig. Klang ist mitten- und bassbetont, hörbares Grundrauschen. Sehr hohe maximale Lautstärke. Ladeende wird nicht angezeigt.

Plantronics BackBeat 903+
Mit Nackenband. Kleine Schalter und Tasten erschweren die Bedienung. Sprachansage in Englisch. Kurze Akkulaufzeit. Kaum Dämpfung von Umgebungsgeräuschen. Schwache Bässe.

Beschreibungen Ohrauflieger-Modelle

Beschreibungen der getesteten Ohrauflieger-Modelle.

Philips SHB9100
Das ziemlich schwere Headset hat beim Hörtest am besten abgeschnitten, Mikro allerdings schwach. Sehr gute Noten auch bei Tragekomfort und Handhabung. Auch mit Kabel einsetzbar.

AKG K 830 BT
Dünner, sehr mittenbetonter, dumpfer Klang. Mikrofon nur mittelmäßig. Relativ schwer; sehr guter Tragekomfort und einfache Bedienung. Lautes Knacken bei Betätigung der Tasten.

Jabra Halo2
Stylish, mit praktischem Klappmechanismus. Angenehm zu tragen und einfach zu bedienen. Etwas dumpfer Klang. Kurze Akkulaufzeit. Kopfhörer funktioniert auch mit Kabel.

Logitech H800
Headset mit ausklappbarem Mikro, relativ neutraler Klang. Sehr gute Trageeigenschaften, einfache Bedienung. Hoher Emissionspegel, schwacher Akku. Mit USB-Empfänger für PC.

Sennheiser MM400
Das relativ leichte Headset punktet mit Bestnoten bei Tragekomfort und Bedienung. Dünne Bässe. Auch mit Kabel verwendbar. Akku wechselbar, aber nur kurze Laufzeit.

Zusammenfassung

  • Nicht der Preis zählt. Die preiswerten Headsets haben besser abgeschnitten als die teuren. Bei den In-Ear-Modellen liegt Sony Ericsson an der Spitze (mittlerer Preis 42 €). Philips führt die Liste der ohraufliegenden an (74 €).
  • Nicht alle Ohren sind gleich. Kopfhörer sind Fremdkörper. Wie angenehm oder störend das Tragen ist, empfindet jeder Mensch anders. Lassen Sie sich daher beim Probieren genügend Zeit.
  • Nicht auf fremde Musik vertrauen. Wenn Sie auf guten Klang Wert legen, sollten Sie zum Probieren Ihre eigene Lieblingsmusik mitnehmen, die Sie gut kennen. Die Berieselungsmusik im Geschäft ist eine schlechte Orientierungshilfe.
  • Vernüftiger Gebrauch. Langes und lautes Hören kann das Gehör schädigen.

Testkriterien

In einem Test der Stiftung Warentest wurden elf Bluetooth-Headsets getestet, ohraufliegende und In-Ear-Modelle.

  • Klang. Fünf Experten bewerteten in Hörtests die Klangqualität von Sprache, Chor- und Kammermusik, Orchestermusik und populärer Musik. Die Messungen am Kopfhörer wurden mithilfe eines Kunstkopfes durchgeführt: Wirkungsgrad, maximaler Schalldruckpegel; Abschirmung von Umweltgeräuschen (in Anlehnung an DIN EN ISO 4869-1); akustische Eigengeräusche. Die Sprachqualität des Mikrofons wurde von den Experten beurteilt.
  • Tragekomfort. Sechs Experten (darunter zwei Brillenträger) beurteilten unter anderem das Anpassen und Aufsetzen der Headsets, die Einstellungsmöglichkeiten sowie die Trageeigenschaften der Geräte (u.a. Beeinträchtigungen durch Druck, Wärme, Störgeräusche beim Bewegen des Kopfes, Gewicht).
  • Handhabung. Fünf Experten bewerteten die Gebrauchsanleitung unter anderem hinsichtlich Ausführlichkeit, Verständlichkeit, Lesbarkeit und Korrektheit. Beim Prüfpunkt Bedienen wurden die Lautstärkeregler und Bedientasten bezüglich Größe, Lage, Druckpunkten und Beschriftung sowie die Anzeigen und akustischen Warnungen beurteilt. Weiters: Pairing (Verbindungsaufbau mit dem Smartphone), Empfängerempfindlichkeit (keine Auffälligkeiten); Eignung für den Transport.
  • Akku. Wir ermittelten die Laufzeit mit einer Akkuladung bei einer Entfernung von 100 Zentimetern zwischen Headset und Mobiltelefon mit einer Lautstärke von 90 dB(A). Außerdem wurde die Zeit einer vollständigen Akkuladung gemessen und es wurde protokolliert, ob die Geräte bei Nichtbenutzung und Beendigung der Bluetooth-Verbindung abschalten.
  • Umwelteigenschaften. Die Prüfmuster wurden zwölf Mal in verschiedenen Lagen aus einer Höhe von 180 Zentimetern auf einen Holzfußboden fallen gelassen und die aufgetretenen Schäden wurden bewertet. Außerdem wurde mithilfe eines Kunstkopfes die Schallemission bei Wiedergabe von Programm-Ersatzrauschen (DIN EN 60268-1) mit einem Schalldruckpegel von 90 dB(A) in einem Abstand von 40 Zentimetern zum Headset gemessen.

Anbieter

In-Ear

  • Sony Austria GesmbH, Wienerbergstraße 41, A-1120 Wien, 01 610 50-155 www.sony.at 
  • Nokia Austria GesmbH, Wienerbergstraße 11, A-1810 Wien, 02682 771-0 www.nokia.at
  • Samsung Electronics Austria GmbH, Praterstraße 31, A-1020 Wien, 01 516 15-0 www.samsung.at
  • Hama Technics Handels GmbH, Georg-Sigl-Straße 3, A-2384 Breitenfurt bei Wien, 02239 47 77 www.hama.at
  • Plantronics GmbH, KAP am Südkai, Agrippinawerft 26, D-50678 Köln, +49 221 292 522 00 www.plantronics.de

Ohraufliegend

  • Philips Austria GmbH, Triester Straße 64, A-1100 Wien, 01 601 01-0 www.philips.at
  • AKG Acoustics GmbH, Lemböckgasse 21-25, A-1230 Wien, 01 866 54-0 www.akg.com
  • GN Netcom GmbH, Traberhofstraße 12, D-83026 Rosenheim, 0043 720 880 558 www2.jabra.com
  • Logitech Austria GmbH, Untere Viaduktgasse 2/EG/Büro 2, A-1030 Wien, 01 8900 3000 www.logitech.com
  • Grothusen GesmbH, Albert-Schweitzer-Gasse 5, A-1140 Wien, 01 970 22-0 www.grothusenav.com

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