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36 frisch gemachte gelbe Seifen auf dem Arbeitstisch
Seifen selbst herstellen ist nicht schwer. Vorsicht ist trotzdem nötig Bild: Kat Byrd I/Shutterstock

Naturkosmetik: Seifen - Alles öko - oder?

, aktualisiert am

Kosmetikhersteller werben gern mit der Natürlichkeit ihrer Produkte. Doch nicht alles, was nach öko aussieht, ist es auch. Das zeigt unser aktueller Seifen-Check.

Wir haben 31 Seifen von folgenden Firmen getestet und diese in drei Produktgruppen unterterteilt: Naturkosmetika, Kosmetika mit höherem Anteil an Natursubstanzen und klassische Kosmetika.

  • Alles Seife
  • Alverde Naturkosmetik
  • Aveo
  • Besser Leben
  • CD
  • Dove
  • Dr. Bronner
  • Dralle
  • Fenjal
  • Gewußt wie
  • Haslinger
  • Hirsch
  • Jislaine Naturkosmetik
  • Kappus
  • Kneipp
  • Korres
  • Lederhaas
  • Lush
  • Mohnhof
  • Nivea
  • Palmolive Naturals
  • Ringana Seiferei
  • Sebamed
  • Speick
  • Styx
  • The Body Shop
  • Tiroler Kräuterhof
  • Weleda
  • Wiener Seife
  • Yves Rocher

In den Testtabellen finden Sie Informationen zu: zertifizierte Naturkosmetik, Anteil an natürlichen Inhaltstoffen, Inhaltstoffe aus biologischer Landwirtschaft, Stoffe tierischen Ursprungs, natürliche Duftstoffe, synthetische Duftstoffe, potenziell allergieauslösende Dufstoffe, Konservierungsstoffe, Azofarbstoffe - Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Im letzten Jahr hatten wir Haarshampoos unter die Lupe genommen, die als Produkte mit viel Naturinhalt beworben wurden. Nur die wenigsten hielten der Überprüfung stand (siehe Haarshampoos: Naturkosmetik? - Der Öko-Check). Nun wollten wir wissen, was in Seifen steckt.

31 Seifen im Test

Auch heuer konnten wir uns auf die tatkräftige Unterstützung von Studenten der Fachhoch­schule Wiener Neustadt (FHWN) am Campus Tulln verlassen. Gemeinsam mit VKI-Kosmetik­expertin Birgit Schiller nahmen sie Ware aus Drogerien, Supermärkten und dem Onlinehandel unter die Lupe.

"Seifen sind relativ einfache Kosmetika. Im Prinzip können sie aus zwei Stoffen hergestellt werden, Lauge und Fett. Viele Hersteller bewerben ihre ­Seifen als simple und traditionelle Produkte. Wir wollten herausfinden, was da wirklich dran ist", sagt Birgit Schiller.

Naturkosmetika: Wieviel Natur ist drin?

Für den Test wurden insgesamt 31 verschiedene Seifen eingekauft. Die Palette reichte von bekannten Marken internationaler Konzerne über Drogerie-Eigenmarken bis hin zu lokal produzierten Seifen. Teilweise werden die Produkte explizit als Natur­kosmetika angeboten. Auf europäischer Ebene ist der Begriff Naturkosmetik nicht geschützt.

Laut Österreichischem Lebensmittelbuch (Lebensmittelcodex) soll Naturkosmetik aus Stoffen bestehen, die in der Natur vorkommen oder mit klassischen Methoden (z.B. Pressung, Zentrifugation, Destillation, Extraktion) aus Naturpro­dukten gewonnen wurden. Darüber hinaus dürfen gewisse Konservierungsstoffe und Emulgatoren/Tenside eingesetzt werden, die aus Naturstoffen hergestellt wurden.

Lauge, Fett, Rindertalg

Seife entsteht durch eine Reaktion von Lauge und Fett. Dabei kann es sich sowohl um tierische als auch um pflanzliche Fette handeln. Häufig verwendet wird sogenanntes Sodium Tallowate (Natrium Tallowate). Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich Rindertalg, der meist als Nebenprodukt in der Fleischindu­s­trie anfällt.

Olivenöl, Bienenwachs

Als pflanzliches Fett diente ­früher in Europa hauptsächlich Olivenöl. Mittlerweile werden vermehrt Kokosöl, ­Palmöl und Palmkernöl verwendet, weil ­diese Öle günstiger sind. Neben Sodium Tallo­wate gibt es noch andere Stoffe tierischen Ursprungs, die in Seifen verarbeitet werden.

Bienenwachs etwa kommt als ­Konsistenzgeber in der Seife von Speick zum Einsatz. Diese Seife enthält auch Honig als pflegende Substanz. Wollwachs (Lanolin) ist in den Seifen von Nivea, Kappus, Mohnhof und Besser Leben enthalten. Es fördert den Einschluss von Feuchtigkeit in der Haut und kann als Konsistenzgeber dienen.

Duft- und Konservierungsstoffe

Duftstoffe: Lyral und ...

In einigen Produkten stecken bedenkliche Subs­tanzen. In der Stutenmilch Seife von Besser Leben ist der Duftstoff Lyral (Hydro­xyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyd) verarbeitet. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission (SCCS) sieht in Lyral ein potenzielles Gesundheitsrisiko. Ab 23. August 2019 ­dürfen Kosmetika, die Lyral enthalten, nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Für Produkte mit diesem Inhaltstoff, die bereits auf dem Markt sind, gilt noch eine Aufbrauchfrist bis Frühjahr 2021.

... Lilial

In insgesamt sechs Produkten (Fenjal Creme Seife, Styx Kräutergarten Seife Basic mit ­Algen, Kappus Melkfettseife/Vaseline Soap, Dove beauty cream bar, Palmolive Naturals Moisture Care with Olive und Besser Leben Stutenmilch Seife) ist der Duftstoff Lilial enthalten. Diese synthetische Verbindung ist ebenfalls aufgrund ihrer potenziellen allergenen Eigenschaften umstritten (wir haben darüber in mehreren Tests berichtet, siehe Anti-Schuppen-Shampoos - Gute Wirkung um wenig Geld).

Bedenkliche Konservierungsstoffe

Klassische Seifen müssten nicht extra konserviert werden. Aufgrund ihres geringen Wassergehalts bieten sie Bakterien und ­Pilzen keine Lebensgrundlage. Die sechs Produkte von Styx, Nivea, Kappus, Fenjal, Mohnhof und Lush sind unnötigerweise mit teilweise bedenklichen Konservierungsmitteln versetzt.

Die Nivea creme soft Pflegeseife enthält quartäre Ammoniumverbindungen (QAV). Diese Substanzen reichern sich in Zellmembranen lebender Organismen an und können so die Funktion der Zell­membran beeinträchtigen. QAV gelangen in beträchtlichen Mengen über die Abflüsse in die Umwelt. Effekte auf Wasserorganismen werden noch untersucht.

Azofarbstoffe

Hirsch Zitronella, Gewußt wie Lavendel­seife, Mohnhof Mohnöl-Seife, Styx Kräutergarten, Aveo Wildrose, Dralle Gewürzseife und Lush Respect your elders enthalten Azofarbstoffe. Diese können ebenfalls Allergien verursachen.

Im Tierversuch haben sie Krebs ausgelöst. Beim Menschen konnte dies noch nicht direkt nachgewiesen werden. Im Sinne des Verbraucherschutzes sollten Azofarbstoffe vermieden werden. Die Seife von Speick enthält ebenfalls einen Azofarbstoff. Dieser ist jedoch in wasserunlöslicher Form vorhanden und kann daher nicht vom ­Organismus aufgenommen werden.

Liste der Inhaltstoffe beachten

Unser Test zeigt klar: Seife ist nicht gleich Seife. Wer sichergehen möchte, sollte sich nicht auf die Aufmachung verlassen, sondern die Liste der Inhaltstoffe im Auge behalten. Je weiter vorn eine Substanz gereiht ist, desto mehr davon befindet sich im Produkt.

Die Seife von Palmolive etwa erweckt den Anschein, sie würde viel Olivenöl enthalten. Auf der Liste der Inhaltstoffe ist ­Olivenöl jedoch erst an elfter Stelle gereiht. Sogar manche Duftstoffe sind in höherer Konzentration enthalten. Im Gegensatz ­dazu enthält etwa die "pure greek olive traditional soap honey"-Seife von Korres als einziges verseiftes Fett Olivenöl.

Video: Seife selbst herstellen

Die Seifenherstellung ist nicht schwierig. Vorsichtig sollten Sie trotzdem sein.

Tabelle: Naturkosmetika

Tabelle: Naturkosmetik - Kosmetika mit höherem Anteil an Natursubstanzen

Tabelle: Naturkosmetik - Klassische Kosmetika

Steckbriefe

NATURKOSMETIKA

Alles Seife Ringelblumen Naturseife
Bei dieser Seife handelt es sich um Naturkosmetik gemäß dem österreichischen Codex. Die handgemachte Seife enthält einen hohen Anteil biologisch angebauter Inhaltstoffe. Duft und Farbe basieren auf natürlichen Stoffen.

Alverde Bio-Lavendel
Das Produkt heißt "Bio-Lavendel". Es stammt jedoch nur der Lavendel aus kontrolliert biologischem Anbau, alle anderen Inhaltstoffe nicht. Das ist für Konsumenten eventuell verwirrend; es wird suggeriert, dass die ganze Seife "bio" ist.

Dr. Bronner All-one Mandel
Das Produkt wirbt mit dem Namen "All-one Mandel, Reine Naturstoffe", wobei die Mandeln als einziger Rohstoff nicht aus kontrolliertem biologischen Anbau stammen. Das Produkt enthält kein Mandelöl, sondern nur "Mandel Aroma".

Jislaine Aleppo-Seife
Diese Seife ist ein in Syrien hergestelltes Naturprodukt. Sie enthält nur die wirklich nötigen Inhaltstoffe, um Seife herzustellen. Nach sehr langer Reifezeit der von Hand hergestellten Seifenblöcke (mindestens 9 Monate) wird sie entweder direkt verkauft oder weiterverarbeitet. Das Produkt im Test wurde nach der Trocknungszeit in eine kleinere Form gegossen.

Lederhaas Hyperion
Hier handelt es sich um eine klassische in Handarbeit hergestellte Naturkosmetik-Seife. Sie enthält fast nur biologisch angebaute Inhaltstoffe.

Ringana Fresh Soap
Eine vom Österreichisches Umweltzeichen zertifizierte Seife. Alle Inhaltstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Seife wird teilweise in Handarbeit hergestellt und ist in ein kleines Handtuch aus biologisch angebauter Baumwolle verpackt, welches mit einer Papierbanderole zusammengehalten wird. Sehr wenige Inhaltstoffe (verseifte Öle, Duftstoffe, Aloe Vera). Ein klassisches Naturkosmetik-Produkt mit intelligenter Verpackung.

Seiferei handgesiedete Naturseife Galant
Diese kaltgesiedete Seife entspricht der österreichischen Codexvorschrift für Naturkosmetik. Sie wird aus verschiedenen pflanzlichen Ölen, Wasser, Natronlauge und ätherischen Ölen hergestellt. Einziger Wermutstropfen: die Inhaltstoffe sind nicht aus deklariertem biologischen Anbau oder von zertifizierten Lieferanten.

Tiroler Kräuterhof Naturseife Zirbe
Diese handgemachte Naturkosmetik-Seife bezieht ihren Duft aus ätherischen Ölen. Die Deklaration ist nicht ganz korrekt. In der deutschen Deklaration wird angegeben, dass die Seife mit Lebensmittelfarbe gefärbt wurde, in der Volldeklaration findet sich aber der Inhaltstoff "Tinctoria". Das ist die offizielle Bezeichnung für Färberdistel.

Weleda Rosen-Pflanzenseife
Diese Seife besteht aus den klassischen Inhaltstoffen einer Naturkosmetik-Pflanzenölseife: aus pflanzlichen Ölen und Fetten, ätherischen Ölen, Pflanzenextrakt und zusätzlich Salz. Die Website der Herstellerfirma gibt zu jedem Inhaltstoff detailliert Auskunft über Herkunft und Grund der Verwendung in der Rezeptur. So findet man etwa die Information, wo die Rosen angebaut werden und dass die Extrakte in Bio-Qualität hergestellt werden. Leider fehlt das Bio Siegel, das diese Information bestätigen würde.

Wiener Seife Bio Salzseife
Diese Seife ist eine Naturkosmetik-Seife mit Ölen aus biologischem Anbau. Sie enthält sehr wenige Inhaltstoffe. Die Duftstoffe sind rein natürliche Öle.

KOSMETIKA MIT HÖHEREM ANTEIL AN NATURSUBSTANZEN

CD Milde Seife Avocado
Die CD-Seife enthält neben den verseiften Ölen künstliches Parfum und Stabilisatoren (Tetrasodium Etidornate, Tetrasodium EDTA),sonst aber keine weiteren synthetischen Inhaltstoffe. Das Produkt ist zwar keine reine Naturkosmetik, aber näher an Naturkosmetik als z.B. Palmolive oder Nivea.

Dralle Gewürzseife
Das Produkt wirbt mit dem Slogan "Gewürzseife nach alten Rezepten". Es enthält eine Vielzahl an Duftstoffen und als Hauptbestandteil Palmöl. Aus der Deklaration ist nicht erkennbar, ob die Duftstoffe natürlichen Ursprungs sind, so wie die Auslobung suggeriert. Unsere Nachfrage, ob die Duftstoffe aus natürlichen Quellen kommen, wurde vom Hersteller nicht beantwortet.

Gewußt wie Lavendelseife
Das Produkt enthält neben Palmöl und Palmkernöl auch Lavendelextrakt. Darüber hinaus sind jedoch mehrere Stabilisatoren und Konsistenzgeber enthalten (Lecitin, Tetrasodium Etidornate, Tetrasodium EDTA), zudem teilweise synthetisches Parfum und synthetische Farbstoffe. Will man eine natürliche Lavendelseife kaufen, so ist die Alverde-Lavendelseife die bessere Wahl.

Haslinger Ringelblumen Seife
Dieser Palmöl-Seife sind Stabilisatoren und Duftstoffe zugesetzt. Das Produkt enthält Erdnussöl. Auch über Hautkontakt kann dies bei Allergikern eine Reaktion auslösen. Für Kinder sind Produkte mit Erdnussöl gemäß einer Empfehlung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung nicht geeignet. Laut Hersteller ist das verwendete Erdnussöl so behandelt, dass die allergieauslösenden Proteine entfernt wurden.

Kneipp Pflanzenölseife Mandelblüten Hautzart
Diese Seife besteht aus verseiftem Palmöl und Kokosöl. Im Gegensatz zur Dr.-Bronner-Mandelseife enthält sie echtes Mandelöl sowie Mandelblütenextrakt. Die Duftstoffe sind teilweise natürlich, aber auch synthetisch, daher ist diese Seife kein Naturkosmetik-Produkt im Sinne des österreichischen Codex.

Korres
Die Seife besteht hauptsächlich aus Olivenöl und Duftstoffen. Aufgrund der eingesetzten synthetischen Duftstoffe handelt es sich nicht um Naturkosmetik gemäß dem österreichischen Codex. Positiv zu bewerten ist, dass diese Seife auf tropische Pflanzenöle verzichten (sie enthält kein Kokosöl).

Lush
Diese Seife hat weder mit Naturkosmetik noch mit klassischer Kosmetik zu tun. Das Produkt enthält zwar viele natürliche, aber auch einige synthetische Stoffe. Lush verkauft seine Produkte fast ohne Verpackung (je nach Produkt). Die Seife jedenfalls ist nicht verpackt. Das ist ein Pluspunkt fürs Produkt. 

Mohnhof Mohnöl-Seife
Diese Seife besteht aus verseiftem Palmöl und Palmkernöl. Mohnöl ist als pflegendes Öl enthalten. Weiters sind Wollwachs, Konsistenzgeber (Tetrasodium EDTA, Tetrasodium Etidorate), ein künstlicher Farbstoff und Parfum enthalten. Außer den Ölen ist also nicht viel Natur im Produkt. Die Seife ist mit einer Klebebanderole eingewickelt und sonst unverpackt, trotzdem gibt es eine Angabe zur „Haltbarkeit nach dem Öffnen“. Der Hersteller hat auf eine Anfrage dazu angekündigt, die Deklaration zu überarbeiten.

Sebamed Seifenfreies Waschstück
Hierbei handelt es sich um das einzige reine Syndet im Test. Das Syndet ist keine Naturkosmetik, besteht allerdings aus einer hohen Zahl an Inhaltstoffen natürlichen Ursprungs. Diese wurden chemisch verändert, sind jedoch gut biologisch abbaubar.

Speick natural Seife
Das Produkt wird als Naturkosmetik beworben. „Naturpflege“ und „Speick natural“ steht auf der Verpackung. Dem Seifenstück ist ein Beipackzettel beigelegt, auf dem „Speick Naturkosmetik“ steht. Im Großen und Ganzen stimmt das auch, nur enthält die Seife auch synthetische Farbstoffe und ist daher keine Naturkosmetik im Sinne des österreichischen Codex. Es sind außerdem Stoffe enthalten, die nicht unbedingt in eine Seife müssen wie das Antioxidans Natrium Thiosulfate oder Bienenwachs.

The Body Shop Wild Argan Oil
Dieses Produkt ist keine Naturkosmetik. Es enthält neben den verseiften Ölen teilweise natürliche (Shea Butter, Arganöl) und teilweise synthetische (Etidronic Acid, Triethanolamin) Inhaltstoffe.

Yves Rocher Noix de Coco
Die Seife heißt Kokosnuss, riecht auch so, besteht aber aus verseiftem Palmöl und Palmkernöl. Kokosöl ist nur zu einem geringeren Prozentsatz enthalten. Der Kokosduft stammt vermutlich von synthetischen Duftstoffen, die ebenfalls in größerer Menge als das Kokosöl enthalten sind. Das Produkt enthält Konsistenzgeber (Tetrasodium Etidornate, Tetrasodium EDTA) und Methicone (ein ilikonbasierte Stoff) und ist somit weit entfernt von echter Naturkosmetik.

KLASSISCHE KOSMETIKA

Aveo Reine Pflanzenölseife Wildrose
Der Name "Reine Pflanzenölseife Wildrose" impliziert, das diese Seife nur aus Pflanzenölen besteht. Neben den Ölen und dem Wildrosen-Extrakt enthält das Produkt aber auch Stabilisierungsmittel (Tetrasodium Etidorate), Antioxidantien (Natrium thiosulfate), Farbstoffe und Propylenglycol.

Besser Leben Stutenmilch Seife
Dieses Produkt enthält einen synthetischen Komplexbildner. Dieser bindet Magnesium und Calcium-Ionen aus dem Wasser und ermöglicht so eine bessere Schaumbildung. In einer Seife ist das nicht unbedingt notwendig. Das Produkt enthält Lyral (Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyd) und Lilial.

Dove beauty cream bar
Dieses Produkt ist keine Seife im herkömmlichen Sinn sondern eine Mischung aus Syndet und Seife. Es enthält zudem Lilial und Aluminium.

Fenjal Creme Seife
Das Produkt wird in einer wiederverwendbaren Seifendose verkauft, die Verpackung hat also einen Mehrwert. Leider gibt es aber keine "Nachfüllpackung" ohne die Dose, somit ersteht man bei jedem Seifenkauf unnötigerweise eine Plastikdose dazu. Die Seife enthält synthetische Dufstoffe (unter anderem Lilial) und noch so einiges, was in einer reinen Seife nicht nötig ist.

Hirsch
Diese Seife besteht im Wesentlichen aus Rindertalg und Palmkernöl sowie wenigen weiteren Inhaltstoffen (Konsistenzgeber, Farb- und Duftstoffe). Es handelt sich nicht wirklich um Naturkosmetik.

Kappus Melkfettseife / Vaseline Soap
Diese Seife ist ein klassisches Beispiel für die Vermarktung althergebrachter Rezepturen. "Traditionelle Rezepturen aus der Seifensiederei Kappus seit 1848" und "Zurück zu den Hausmitteln früherer Generationen" steht unter anderem auf der Verpackung. Die Seife enthält jedoch Mineralöl, Lilial und Palmöl.

Nivea creme soft Pflegeseife
Diese Seife enthält Stoffe, die in Naturkosmetik-Seifen nichts verloren haben, etwa das quartäre Ammonium Salz (Disteardimonium Hectorite) sowie Konsistenzgeber (Tetrasodium Etidornate, Tetrasodium EDTA).

Palmolive Naturals Moisure Care with Olive
Die Seife ist in zwei Varianten erhältlich: mit Palmöl oder mit Rindertalg als Hauptbestandteil. Olivenöl ist nur wenig enthalten, dafür jede Menge Parfum, unter anderem Lilial. Zudem befinden sich darin einige Stoffe, die in klassischer Seife nichts verloren haben, zum Beispiel der synthetische Stabilisator Pentaerithrityl Tetra-di-t-butyl, Hydroxyhydrocinnamate oder der synthetische Komplexbildner Pentasodium Pentetate. Letzterer bindet Magnesium und Calcium-Ionen aus dem Wasser und ermöglicht so eine bessere Schaumbildung und verhindert die Bildung von Kalkseife – unbedingt notwendig ist das in einer Seife nicht. Insgesamt ist dieses Produtk ein gutes Beispiel dafür, dass "Naturals" im Produktnamen nicht für Naturkosmetik steht. Die Palmolive Olivenseife enthält nur wenig Olivenöl.

Styx Kräutergarten Seife Basic mit Algen
Diese Seife enthält eine Vielzahl an Duft- und Farbstoffen, einige davon synthetisch (unter anderem auch Lilial). Das Produkt enthält 19 der 26 deklarationspflichtigen allergenen Duftstoffe.

VKI-Tipps

  • Liste der Inhaltstoffe: Bei Kosmetika sollten Sie sich nie auf Aufmachung und Verpackung verlassen. Achten Sie immer auf die Liste der Inhaltstoffe. Nur sie gibt Auskunft darüber, was im Produkt steckt.
  • Konservierungsmittel: Eine klassische Seife besteht im Wesentlichen aus Lauge und Fett. Bakterien können sich darauf kaum vermehren. Deshalb ist der Einsatz von Konservierungsmitteln unnötig.
  • Duftstoffe: In vielen Seifen sind die problematischen synthetischen Duftstoffe Lyral und Lilial enthalten. Wir raten nicht zur Verwendung derartiger Produkte.

Testkriterien

Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Wiener Neustadt (FHWN) am Campus Tulln führten die Markterhebung durch, kauften die Produkte ein und beurteilten sie.

Die Inhaltstoffe der Seifen wurden gelistet und es wurde recherchiert ob die folgenden Inhaltstoffe enthalten waren:

  • Natürliche Inhaltstoffe
  • Inhaltstoffe aus biologischer Landwirtschaft
  • Stoffe tierischen Ursprungs
  • Duftstoffe (natürliche und synthetische)
  • Potenziell allergieauslösende Dufstoffe gemäß Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 (Artikel 19), (mehr als 0,01 % enthalten)
  • Konservierungsstoffe gemäß Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 Anhang V
  • Potenzielle endokrine Disruptoren gemäß EU-Prioritätenliste: Kosmetika: Chemikalien, die wie Hormone wirken
  • Farbstoffe: natürlich, synthetisch, Azofarbstoffe

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