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Mittel gegen Haarausfall - Keine Hoffnung auf Nachwuchs

  • Haarausfall ist in den meisten Fällen anlagebedingt
  • Zwei Wirkstoffe können ihn verzögern

Stilles Leiden

Von Haarausfall Betroffene leiden meist still. Heimlich wird so manches Haarwässerchen und Wundermittel ausprobiert, meist allerdings ohne der drohenden Glatze wirklich beizukommen. Sicher, es mag größere Probleme im Leben eines Mannes geben, aber kaum eines, mit dem er so häufig konfrontiert wird. Jeder Blick in den Spiegel, scherzhafte Bemerkungen von Freunden und dann auch noch die Werbung für Haarwasser, die spaßhaft fragt, ob das letzte Haar links oder rechts getragen werden soll, machen den Haarausfall zum Problem.

Was können die Mittel wirklich?

Hat er auch keine direkte Bedeutung für unsere Gesundheit, so beeinträchtigt der Haarausfall doch persönliches Wohlbefinden und Selbstwertgefühl, auch von Frauen, die darunter leiden. Kein Wunder also, dass viele Betroffene verzweifelt ein Mittel nach dem anderen ausprobieren. Doch was können diese Mittel wirklich?

Hormone im Spiel

Um überhaupt ein wirksames Haarwuchsmittel zu finden, muss man zuerst die Ursache für das sich lichtende Kopfhaar kennen. Neben leicht zu beseitigenden Problemen wie Vitamin- und Mineralstoffmangel spielen dabei Hormone eine zentrale Rolle. Bei Frauen ist gerade die Zeit des Hormonrückgangs im Klimakterium problematisch. Zu allen anderen Schwierigkeiten der Wechseljahre kann sich leicht Haarausfall gesellen. Fertige, im Handel erhältliche Haarwuchsmittel können hier nur wenig Erfolg bringen. In diesem Fall kann meist nur ein vom Hautarzt verschriebenes, extra angefertigtes Haarwasser mit dem fehlenden weiblichen Sexualhormon Östradiol helfen.

Testosteron nagt an der Wurzel

Der Haarausfall bei Männern ist meist auch auf ein Hormon zurückzuführen, allerdings auf das männliche Sexualhormon Testosteron. An manchen Stellen der Kopfhaut – an der Stirn und am Hinterkopf – reagieren die Haarwurzeln bei manchen Menschen besonders sensibel auf Testosteron und seine Abbauprodukte. Bei diesen Haaren verkürzen sich die Wachstumsphasen anfangs signifikant, das heißt, das Haar wächst immer langsamer nach, bis es schließlich völlig aufhört zu wachsen und dann ausfällt. Warum bei manchen Menschen die Haarwurzeln auf Testosteron in dieser Art reagieren und bei anderen nicht, ist noch ungeklärt.

Wie der Vater, so der Sohn

Tatsache ist jedoch, dass die Veranlagung dafür weitervererbt wird. Mussten sich schon Großvater und Vater mit einer Glatze abfinden, wird in der Regel auch der Sohn vom Haarausfall nicht verschont bleiben.

Lohnendes Geschäft

Heute ist der Haarausfall ein lohnendes Geschäft für Pharma- und Kosmetikindustrie. Die breite Mehrheit der Mittelchen ist eher in den Bereich der Kosmetika einzuordnen. Auch wenn diese Spezialpflegeprodukte (Tinkturen und/oder Shampoos) durch Aufmachung und Werbung Erfolge in der Bekämpfung von Haarausfall suggerieren – versprechen Sie sich davon nicht allzu viel. Es sind im Wesentlichen teure Haarpflegeprodukte und mehr nicht.

Nachgewiesene Erfolge gibt es hingegen bei zwei Wirkstoffen.

Minoxidil

Zu Beginn der 80er-Jahre wurde durch Zufall entdeckt, dass ein neuer Blutdrucksenker als Nebenwirkung starken Haarwuchs hatte. Wissenschafter kamen daher auf die Idee, den Wirkstoff Minoxidil gegen Haarausfall in Form einer Lösung direkt auf die Kopfhaut aufzutragen. Minoxidil vergrößert und kräftigt die bereits kleiner gewordenen Haarwurzeln, ohne dabei in den Hormonhaushalt einzugreifen. In Studien wurde gezeigt, dass bei immerhin neun von zehn Männern der Haarausfall durch das Medikament gestoppt werden konnte. Bei etwa der Hälfte der Patienten wurde auch ein verstärkter Nachwuchs der Haare festgestellt. Minoxidil ist derzeit das einzige lokal angewandte Haarwuchsmittel, das eine gesicherte Wirkung hat! Allerdings nur, solange es regelmäßig verwendet wird. Nach Absetzen des Medikamentes fallen die Haare genauso aus wie vor der Behandlung.

Aminexil: weniger wirksam

Ein chemischer Verwandter von Minoxidil ist Aminexil, das allerdings weit weniger wirksam ist. Trotz einiger Studien, die gute Ergebnisse bei Haarausfall versprechen, zählen die Ampullenkur und das Shampoo mit Aminexil eher zu den kosmetischen Pflegeprodukten. Eine erblich bedingte drohende Glatze können sie sicher nicht verhindern.

Finasterid

Das Medikament hemmt die Umwandlung von Testosteron in seine aktive Form. Dabei ist nicht sicher, dass dieser Eingriff in den männlichen Hormonhaushalt nur auf der Kopfhaut stattfindet. Möglicherweise wird der gesamte Testosteronhaushalt beeinflusst.

So wie Minoxidil muss auch Finasterid für den Rest des Lebens angewendet werden, um den Haarausfall dauerhaft zu stoppen. Bis ein Behandlungserfolg sichtbar wird, dauert es etwa drei bis sechs Monate. Achtung: Nicht jeder spricht auf dieses Medikament an. Immer wieder gibt es enttäuschte Patienten, denen es nicht geholfen hat. Problematisch ist auch, dass gerade gegen die häufige Stirnglatze das Präparat laut Herstellerfirma nicht hilft.

Nur für Männer

Finasterid ist nur für Männer geeignet. Auf keinen Fall mit dem Medikament in Berührung kommen sollten schwangere Frauen. Allein durch das Angreifen einer Tablette kann der Wirkstoff über die Haut aufgenommen werden – gefährlich für das ungeborene Kind, da es zu Missbildungen an den männlichen Geschlechtsorganen kommen kann.

Kompetent mit Konsument

  • Zuerst zum Hautarzt. Lassen Sie abklären, was die Ursache ist. Medikamente, eine Erkrankung oder Mangelerscheinungen können schuld sein. In 95 Prozent der Fälle ist Haarausfall aber anlagebedingt.
  • Haarausfall nur verlangsamt. Hoffnungsträger sind die Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil. Damit lässt sich der Haarverlust bremsen, nennenswerter Neuwuchs ist aber kaum zu erwarten.
  • Teure Behandlung. Die Präparate müssen dauerhaft angewandt werden, das bedeutet erhebliche Kosten. Aber: Langzeitfolgen sind noch nicht ausreichend erforscht.

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