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Sekt - Ein echter Knaller

, aktualisiert am

Auch wenn es Nobelwinzer und ihre Kunden nicht gerne hören: Qualität, das zeigt unser Test, ist bei Sekt nach wie vor keine Frage des Preises. Im Gegenteil!

Du meine Güte: schon wieder ein Jahr fast vorbei. Allerhöchste Zeit, Sekt einzukaufen! Selbst eingefleischte Antialkoholiker stoßen zum Jahreswechsel mit einem Glas an; das gehört zu Silvester wie Bleigießen oder das Abfeuern von Raketen. Kein Wunder, dass die Sekthersteller in den Monaten Oktober, November und Dezember mehr als die Hälfte ihres Jahresumsatzes machen. Sekt ist aber auch nach dem 31.12. beliebt und darf bei keinem Geburtstagsfest und keiner Party ­fehlen. Über 22 Millionen Sektflaschen werden in Österreich pro Jahr geleert. Und der Markt wächst weiter. Nicht einmal die Wirtschaftskrise kann daran etwas ändern.

Sekt: von herb bis süß

Wer Sekt kauft, hat die Qual der Wahl. Das fängt schon beim Geschmack an. Naturherb, trocken oder süß, lautet die erste Frage. Dazwischen gibt es noch vier weitere Abstu­fungen wie extra herb, brut, extra trocken und halbtrocken, mit denen der im Getränk enthaltene Zuckergehalt umschrieben wird. Wir haben für diesen Test Sekt ausgesucht, der weder halbtrocken noch süß ist, also vergleichsweise wenig Zucker enthält. (siehe Kasten „Was heißt hier trocken?“)

83 Produkte gefunden, 27 getestet

Insgesamt 83 verschiedene Sekt-Produkte fanden wir in den Regalen der Super- und Biomärkte. Aus diesem riesigen Testfeld wurden jene 27 ausgewählt, die am häufigsten angeboten werden. Auch ein alkoholfreier Sekt befindet sich darunter, da in der Vergangenheit einige unserer Leser wissen wollten, was von so ­einem Produkt zu halten ist.

Sekt ist Qualitätsschaumwein

Unter Sekt versteht man einen Qualitätsschaumwein. Meist werden dafür Weine ­verschiedener Rebsorten oder Jahrgänge zu ­einer Cuvée verschnitten. Dieser Grundwein wird nochmals zur Gärung gebracht. Um den Prozess in Gang zu bringen, ist die Zugabe von Zucker und Hefe nötig. In der Fach­sprache der Winzer nennt man diesen Zusatz Fülldosage. Die Hefe wandelt den Zucker hauptsächlich in Kohlensäure (Kohlendioxid) und nur zu einem geringen Teil in Alkohol um. Damit die Kohlensäure nicht entweicht, erfolgt die Gärung des Sekts in drucksicheren geschlossenen Behältern. Das können Flaschen, aber auch riesige Edelstahlbehälter sein.

Gärung in der Flasche ...

Gärung in der Flasche

Bei der traditionellen Flaschengärung, auch als „Méthode traditionnelle“ bezeichnet, wird der Grundwein in Flaschen gefüllt und bleibt, wie die Winzer sagen, mindestens neun Monate auf der Hefe liegen. Ist der Gärprozess abgeschlossen, werden die Flaschen mit dem Hals nach unten gestapelt und dann über mehrere Wochen immer wieder gedreht und gerüttelt. Durch diese Bewegung, aber auch durch das gleichzeitige zunehmende Steilerstellen der Flaschen sammelt sich im Flaschenhals allmählich der Hefesatz. Um diese Rückstände zu entfernen, die den Sekt trübe machen, kommen die Flaschenhälse abschließend in ein Kältebad aus Sole – die Hefe friert ein.

Hefereste entfernen

Unmittelbar darauf wird die Flasche geöffnet und der Kohlensäuredruck schleudert den Hefepfropfen heraus (Degorgieren). Bei fünf der von uns eingekauften Sekte wurde laut ­Etikett die traditionelle Flaschengärung ein­gesetzt. Drei dieser Produkte stammen vom österreichischen Marktführer Schlumberger, zu dessen Reich auch die Marken Hochriegl und Goldeck gehören. Mit dem Hinweis auf eine traditionelle Flaschengärung werden aber nur die Sekte von Schlumberger und Goldeck ­verkauft. Die bekannte österreichische Firma Szigeti aus Gols stellt ihr Produkt ebenfalls traditionell in der Flasche her. Auch die Biomarke Rittsteuer setzt auf Flaschengärung.

Transvasierverfahren

Bei Haus Österreich und Engel findet sich auf den Flaschenetiketten nur das Wort ­„Flaschengärung“. Vermutlich wird hier der Sekt, wie bei dieser Herstellungsart üblich, in größeren Flaschen (meist 2 Liter) vergoren, dann in große Behälter umgefüllt und die Hefe herausgefiltert. Anschließend erfolgt die Abfüllung in jene Flaschen, die dann auch verkauft werden. Praktisch für die Hersteller: Bei dieser Flaschengärung im sogenannten Transvasierverfahren entfällt das doch recht aufwendige Degorgieren.

... oder im Edelstahltank

Gärung im großen Edelstahltank

Die Mehrzahl der von uns eingekauften Sekte wird im Großraumverfahren hergestellt. Das erkennt man daran, dass auf den Flaschen­etiketten zum Herstellungsverfahren keine Angaben gemacht werden. Hier kommt der Grundwein zum Gären in riesige Edelstahl­behälter. So wie bei der Flaschengärung werden Zucker und Hefe zugesetzt, um die zweite Gärung in Gang zu bringen. Perfektioniert ­wurde dieses Verfahren, das die preiswerte ­Versektung großer Weinmengen ermöglicht, in Deutschland, wo auch zehn unserer getesteten Produkte herkommen. Anders als bei der Flaschengärung liegt der Grundwein hier nur sechs Monate auf der Hefe. Eine ständige Temperatur- und Ablaufkontrolle überwacht den Gärvorgang in den Tanks, die mit Rührwerken ausgestattet sind und bis zu 200.000 Liter fassen können.

Zwei Mal Kohlensäure

Damit der fertige Sekt schön klar ist, muss auch hier die zugesetzte Hefe entfernt werden. Dazu wird das Getränk in einen zweiten Tank umgefüllt und die Hefe herausgefiltert. Anschließend erfolgt die Abfüllung in Flaschen. Das funktioniert aber nur über Gegendruck, der mit industriell erzeugter Kohlensäure von außen erfolgt. In diesen Sekten steckt daher eine Mischung von Kohlensäure aus der zweiten Gärung und solcher, die beim Befüllen der Flasche von außen ins Getränk gelangt.

Versanddosage

Ob Flaschen- oder Großraumgärung: Bevor die Sektflaschen verkorkt werden, kommt noch die sogenannte Versanddosage dazu. Darunter versteht man in Wein gelösten Zucker, der für eine harmonische Abstimmung sorgt. Die Menge des hier zugesetzten Zuckers entscheidet, ob der Sekt naturherb oder mild und damit eher süß schmeckt.

Im Labor analysiert

Egal nach welchem Verfahren ein Sekt pro­duziert wird, die Anforderungen sind immer dieselben:

  • Damit es im Glas schön perlt, ist für Sekt ein Kohlensäureüberdruck von mindestens 3,5 bar vorgeschrieben;
  • der auf der Flasche angegebene Alkohol­gehalt muss stimmen und
  • der Zuckergehalt muss dem am Etikett ausgelobten Geschmack entsprechen.

Im Labor analysiert

Alle eingekauften Proben wurden im Labor analysiert. Und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Mit zu wenig Kohlensäure kommt nur Rittsteuer daher. Dieses Bioprodukt aus Österreich enthält zudem auch weniger Alkohol als am Etikett angegeben, nämlich nur 11,2 Volumsprozent (Vol-%) statt der deklarierten 12,5 Vol-%. Selbst unter Einrechnung einer Toleranz von 0,8 Vol-% ist diese Abweichung schlicht zu groß. Als einziges Produkt ist es deshalb bei der chemischen Analyse komplett durchgefallen und damit der am schlechtesten bewertete Sekt im Test.

Auch Szigeti hat weniger Alkohol als auf der Flasche vermerkt. Da die Abweichung aber innerhalb der analytischen Toleranz liegt, wurde der Sekt nicht beanstandet. Bei allen anderen Mit­bewerbern gab es dagegen kaum etwas zu meckern. Die Kohlensäure passte ebenso wie der ausgewiesene Alkoholgehalt.

Trockener Sekt: Zuckergehalt variiert

Verlassen kann man sich auch darauf, dass der Sekt so schmeckt, wie auf der Flasche angegeben. Allerdings sind die Bandbreiten recht groß. Ein als trocken eingestufter Sekt darf zwischen 17 und 35 Gramm Zucker pro Liter Sekt ­enthalten. Das sind gute vier bis fast neun Stück Wür­felzucker! Die meiste Süße steckt im White Secco von Schlumberger, der nach eigenen Angaben in der Schweiz ein echter Renner ist. Auch Blanc de Blancs von Henkell und ­Diplomat zählen zur vergleichsweise süßen Abteilung.

Ebenfalls "trocken", aber weit ­weniger süß sind Söhnlein brillant und Henkell Trocken. Der Sektriese aus Deutschland, der bei uns neben Schlumberger den Markt dominiert, hat also auch recht resche Geschmacksrichtungen im Verkaufsprogramm.

Laien und Profis verkosten

Verkostung durch Laien und Profis

Natürlich haben wir für unseren Test alle Proben nicht nur im ­Labor untersuchen, sondern ebenso verkosten lassen. Das Sektglas leerten wie immer Laien, aber auch die Profiverkoster des Bundesamtes für Weinbau in Eisenstadt. Und hier gab es doch einige Überraschungen! Aus­gerechnet unser Testverlierer, der Biosekt aus Österreich von Rittsteuer, räumte bei den Laien in Sachen ­Geschmack beinahe die meisten Punkte ab. Im Gegensatz dazu die Experten: Sie reihten Rittsteuer unter die am schlechtesten be­werteten Sekte. Noch weniger überzeugen konnte die Profis nur noch Goldeck aus dem Haus Schlumberger und ­Engel, ein deutsches Produkt aus biologischer Erzeugung.

Experten zu Monte Christo: "gute bis herausragende" Qualität

Ganz anders die Situation dagegen bei ­Monte Christo und Römer. Sowohl bei den Laien als auch bei den Profis schnitten beide Sekte in der Verkostung hervorragend ab. Damit nicht genug: Monte Christo wurde außerdem als einzigem Produkt von den Experten eine „gute bis herausragende“ Qualität bescheinigt! Und wo gibt es dieses Produkt und wie viel muss man dafür hinlegen? Kaufen kann man den Sekt, man glaubt es kaum, bei Zielpunkt – und zwar um preis­werte 1,59 Euro die Flasche. Ein echter Knaller in jeder Beziehung. Schnell hin zum Diskonter, bevor andere das Regal leer räumen!

Hofer hat sich wacker geschlagen

Apropos Diskonter: Wie schon so oft hat sich Hofer auch diesmal wacker geschlagen. Im Jänner 2009 hatten wir noch den Mailberger Gutssekt (3,49 Euro) auf dem Siegerstockerl. Der wurde inzwischen vom etwas teureren ­Winzerhaus (3,99 Euro) abgelöst. Platz zwei in der Gesamtwertung ist aber auch für ­dieses Produkt ein respektables Ergebnis.

Österreichischer Ritter

Österreichischer Ritter?

Am lautesten werden die Sektkorken wohl bei Ritter knallen. Mit dem ziemlich holprigen Reim „Ritter Sekt der im Mann den Ritter weckt“ gehört er seit Jahrzehnten zu den Klassikern im Angebot. Mit ausgezeichneten Analyseergebnissen und tadellosen Noten beim Geschmack, sowohl von den Experten wie auch von den Laien, schaffte er die ­meisten Punkte und führt als Testsieger das Feld der insgesamt 23 guten Produkte an. Mit 1,94 Euro pro Flasche gehört er so wie Monte Christo und Römer zu den preisgünstigsten Produkten im Test.

Produziert in Deutschland, vermarktet in Österreich

Was einem die Sektlaune trotzdem etwas vermiesen könnte, sind die Aufschriften am Flaschenetikett. "Österreichische Traditionsmarke“ steht da zu lesen und "Schloss Raggendorf“, das in Prottes, einem Ort im niederösterreichischen Weinviertel liegt. Ein durch und durch österreichischer Sekt also? Keine Rede. Gerade einmal ein Drittel der verwendeten Trauben kommt aus Österreich, der Rest zu gleichen Teilen aus Deutschland und Italien, so Ritter auf unsere Nachfrage. Die Herstellung erfolgt in Deutschland. Und was ist mit Prottes? Dort sitzt nur der Vertrieb.

Monte Christo und Römer: Auskünfte  sind Mangelware

Während Ritter sich immerhin deklariert, ziehen andere es vor, überhaupt zu schweigen. Ausgerechnet zu den von Laien wie Profis in Sachen Geschmack gelobten Produkten Monte Christo und Römer sind Auskünfte Mangelware. Fünf Mal nachgefragt, keine brauchbare Antwort! In beiden Fällen ist vollkommen unklar, woher die Trauben kommen und wo der Sekt tatsächlich hergestellt wird. Oder anders formuliert: Offenbar wird hier an Orten geerntet und produziert, die die Verkäufer nicht so gern in die Auslage stellen.

14 von 27 made in Austria

Wer auf das neue Jahr mit Sekt aus Österreich anstoßen möchte, hat dennoch eine große Auswahl. 14 von 27 untersuchten Produkten, also mehr als die Hälfte, sind made in Austria. Die Weintrauben dafür wachsen in heimischen Rieden und auch die Herstellung erfolgt im Inland. Also dann: Prosit!

Testtabelle: Sekt

Steckbriefe

Hier unsere kurzen Steckbriefe der getesteten Produkte. Details entnehmen Sie bitte der Testtabelle.

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS:
A = Adeg, Ba = Basic, Bl = Billa, H = Hofer, I = Interspar, Ma = Maran, Me = Merkur, Pe = Penny, Sg = Spar Gourmet, U = Unimarkt, We = Wein & Co, Z = Zielpunkt
 
1 Ritter Sekt
Testurteil: gut
Unser Testsieger. Ein Sekt aus Deutschland, der bei der Gesamtqualität im Spitzenfeld liegt. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Erhältlich bei: Me,U

2 Winzerhaus
Testurteil: gut
Ein Sekt vom Diskonter. Hergestellt im Inland aus österreichischen Trauben. Gute Gesamtqualität. Kräftiges, lang anhaltendes Perlenspiel.
Erhältlich bei: H

3 MM Extra
Testurteil: gut
Ein deutscher Sekt aus französischen, spanischen und italienischen Trauben. Gute Gesamtqualität. Kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: Bl, I, Me, Pe

4 Hochriegl
Testurteil: gut
Ein Sekt aus dem Hause Schlumberger, der neben österreichischen auch italienische Trauben enthält. Gute Gesamtqualität.
Erhältlich bei: A, Bl, I, Me, Sg, U, Z

5 Haus Österreich
Testurteil: gut
Ein österreichischer Sekt aus nur einer Rebsorte. Gute Gesamtqualität. Durchschnittliches bis kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: I, Me

6 Vintage Selection
Testurteil: gut
Ein österreichischer Sekt aus dem Weinsupermarkt. Ist mit einem Zuckergehalt von nur 8,5 Gramm am wenigsten süß. Gute Gesamtqualität.
Erhältlich bei: We

7 Schloss Königstein
Testurteil: gut
Ein Sekt aus österreichischen Trauben, im Inland produziert. Durchschnittlich bis kräftiges Perlenspiel. Bläschengröße mittel bis groß.
Erhältlich bei: Me

8 Hochriegl
Testurteil: gut
Ein Sekt von Schlumberger aus österreichischen Trauben. Eines der süßeren unter den trockenen Produkten. Kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: Me, I, Z

9 Schlumberger
Testurteil: gut
Ein Sekt aus österreichischen Trauben, im Inland produziert. Durchschnittliches bis kräftiges Perlenspiel. Teuerstes Produkt im Test.
Erhältlich bei: Bl, I, Sg, We, U, Z

10 Monte Christo
Testurteil: gut
Der Sekt, der den Experten am besten schmeckte. Top auch bei den Laienverkostern. Herkunft der Trauben und Herstellungsort unbekannt.
Erhältlich bei: Z

11 Klostersekt
Testurteil: gut
Ein Sekt aus österreichischen Trauben – Grüner Veltliner und Welschriesling. Im Inland produziert. Durchschnittliches bis kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: Me

12 Baronesse
Testurteil: gut
Ein Sekt aus Deutschland mit überwiegend italienischen, dazu noch spanischen Trauben. Eigenmarke von Spar. Durchschnittliches bis kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: I, Sg

13 Cantador
Testurteil: gut
Ein Sekt aus österreichischen Trauben, im Inland produziert. Durchschnittliches Perlenspiel mit großen Bläschen.
Erhältlich bei: Pe

14 Diplomat
Testurteil: gut
Ein Sekt vom Diskonter. Hergestellt im Inland aus österreichischen Trauben. Gute Gesamtqualität. Konnte bei den Laien aber geschmacklich nicht punkten.
Erhältlich bei: H

15 Kupferberg
Testurteil: gut
Ein Sekt aus Deutschland. Die Trauben dafür kommen aus Mitteleuropa; mehr war nicht zu erfahren. Durchschnittliches bis kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: A, I, Me, Sg

16 Söhnlein Brillant
Testurteil: gut
Ein Produkt der deutschen Großkellerei Henkell. Die Trauben dafür kommen aus Mitteleuropa. Ein Sekt eines Jahrgangs mit guter Gesamtqualität.
Erhältlich bei: A, I, Me, Sg

17 Henkel
Testurteil: gut
Ein Produkt des deutschen Sektriesen, allerdings aus österreichischen Trauben. Durchschnittliches bis kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: A, Bl, I, L, Me, Pe, Sg, U, Z

18 Römer
Testurteil: gut
Ein Sekt mit einer guten Gesamtqualität, der Experten wie Laien schmeckte. Herkunft der Trauben und Herstellungsort unbekannt.
Erhältlich bei: I

19 Szigeti
Testurteil: gut
Ein österreichischer Sekt aus nur einer Rebsorte. Enthält weniger Alkohol als angegeben. Durchschnittliches bis kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: I, Me, Sg

20 Schlumberger
Testurteil: gut
Ein österreichischer Sekt aus heimischen Trauben. Mit einem Zuckergehalt von 31 Gramm pro Liter der süßeste von allen.
Erhältlich bei: A, Bl, Me, We

21 Kupferberg
Testurteil: gut
Ein Sekt, der in Deutschland hergestellt wird. Die Trauben dafür kommen aus Mitteleuropa. Kräftiges Perlenspiel.
Erhältlich bei: A, Bl, I, L, Me, Sg, Z

22 Henkell
Testurteil: gut
Ein Produkt des deutschen Sektriesen aus französischem Chardonnay und Weißwein aus Venezien. Konnte bei den Laien nicht punkten.
Erhältlich bei: Bl, I, Me, Sg

23 Marquis Bernard
Testurteil: durchschnittlich
Preiswertester Sekt im Test aus dem Wein eines Jahrgangs. Herkunft der Trauben und Herstellungsort unbekannt.
Erhältlich bei: Pe

24 Goldeck
Testurteil: durchschnittlich
Ein österreichischer Sekt aus dem Hause Schlumberger mit nur einer Rebsorte. Konnte bei der Expertenverkostung nicht überzeugen.
Erhältlich bei: A, Bl, I, Me, Sg, U

25 Engel
Testurteil: durchschnittlich
Ein deutsches Bioprodukt aus nur einer Rebsorte. Die Trauben dafür kommen aus Deutschland. Konnte bei der Expertenverkostung nicht überzeugen.
Erhältlich bei: Ba

26 Rittsteuer
Testurteil: nicht zufriedenstellend
Unser Testverlierer. Ein österreichisches Bioprodukt mit zu wenig Kohlensäure. Auch der Alkoholgehalt passte nicht. Schmeckte den Laien am besten und fiel bei den Experten durch.
Erhältlich bei: Ba, Ma

----------------------------------
27 Light live
Testurteil: gut
Alkoholfreier Sekt aus Deutschland mit italienischen und spanischen Trauben. Schwaches Perlenspiel. Konnte bei den Laien nicht punkten.
Erhältlich bei: I, Me

 

Was heißt hier "trocken"?

Wie herb oder wie süß ein Sekt schmeckt, hängt von seinem Zuckergehalt ab. Wir hatten alle Geschmacksrichtungen im Test, von naturherb bis trocken.

Geschmacksrichtung naturherb, brut nature unter 3 Zucker in g/l
extra herb, extra brut, extra bruto  0 - 6
herb, brut, bruto unter 15
extra trocken, extra dry, extra seco 12 – 20
trocken, sec, secco, asciutto, dry, seco 17 – 35
halbtrocken, demi sec, abboccato, medium dry, semi sec 33 – 50
mild, doux, dolce, sweet, dulce über 50

Sekt ohne Alkohol

Mit Sekt anstoßen und trotzdem keinen Alkohol trinken – geht das? Ja, das geht.

So wie es alkoholfreies Bier gibt, wird seit einiger Zeit auch alkoholfreier Sekt angeboten. Die Grundlage dafür ist fertig vergorener Wein, dem in einem zusätzlichen Produktionsschritt der Alkohol entzogen wird. Auf die bei Sekt übliche zweite Gärung wird verzichtet. Für das typische Perlen sorgt eingebrachte Gärungskohlensäure.

Light live: alkoholfrei

Light live heißt unser einziges alkoholfreies Produkt. Hergestellt wird es in Deutschland, die Trauben dafür kommen aus Italien und Spanien. Zur Geschmacksrichtung findet sich auf dem Flaschenetikett keine Angabe.

Laien mochten es nicht

Bei der Analyse im Labor gab es nichts zu beanstanden. Den Profiverkostern fiel das "schäumende Getränk aus alkoholfreiem Wein“, wie die Sachbezeichnung lautet, weder sonderlich positiv noch negativ auf. Anders bei den Laien, bei denen Light live glatt durchfiel: „Sprudel, Brausewasser, ­Kindersekt“, lauteten hier die wenig schmeichelhaften Kommentare.

Zusammenfassung

  • Keine Preisfrage. Für Sekt müssen Sie nicht groß Geld ausgeben. Monte Christo von Zielpunkt um prickelnde 1,59 Euro räumte bei den Profiverkostern die meisten Punkte ab.
  • Intransparent. Viele Konsumenten wollen wissen, wo ihr Sekt herkommt. Ausgerechnet Monte Christo, aber auch Römer und Marquis Bernard machten dazu aber keine Angaben.
  • Gleich trinken. Sekt wird von den Herstellern dann ausgeliefert, wenn er zum Trinken optimal ist. Daher nicht auf Vorrat kaufen.
  • Nur kurz lagern. Möchten Sie trotzdem ein paar Flaschen aufheben, dann am besten im Kühlschrank. Sekt braucht es kühl und vor allem dunkel.

Testkriterien

Sekt-Test: Insgesamt wurden 27 Sekte, darunter ein alkoholfreies Produkt, eingekauft. Alle Proben wurden sowohl von Experten als auch Laien verkostet. Zusätzlich erfolgten chemische sowie physikalische Analysen der enthaltenen Inhaltstoffe. Die Firmen wurden zudem angeschrieben und um Auskunft bezüglich Herstellungsort des Sekts und Herkunft der verwendeten Trauben gebeten.

Herkunftsinformation
Alle Firmen wurden ersucht, den Herstellungsort ihres Sektes und die Herkunft der verwendeten Trauben bekanntzugeben. Im Bedarfsfall wurden die Unternehmen ein zweites Mal angeschrieben bzw. angerufen, um zu klären, ob sie unser Schreiben erhalten haben und darauf reagieren möchten.

Inhaltstoffe
Analysiert wurden der Kohlensäureüberdruck (aphrometrisch), der Alkoholgehalt (destillativ), Glucose und Fructose (enzymatisch), flüchtige Säure (destillativ), freies und gesamtes Schwefeldioxid – SO2 (photometrisch). Außerdem wurden die Saccharose (HPLC) und die titrierbare Gesamtsäure (potentiometrisch) bestimmt.

Expertenverkostung
Im Bundesamt für Weinbau in Eisenstadt wurde durch Kostsachverständige eine kommissionelle Blindverkostung der einzelnen Sekte durchgeführt. Es wurden die Gesamtqualität, die Ausprägung des Mousseux (Perlenspiel), die Aggressivität der Kohlensäure, die Bläschengröße, die Dauer des Mousseux, der Alterungsstatus und die Harmonie der einzelnen Proben beurteilt.

Laienverkostung
Die Laienverkostung wurde mit mindestens 20 erwachsenen Testpersonen durchgeführt. Zur Verkostung zugelassen wurde nur, wer vorher den Triangeltest bestanden hatte. Dafür mussten aus 3 mal 3 Sektproben jene herausgefunden werden, die sich von den anderen unterschieden. Die Beurteilung der einzelnen Sektproben erfolgte nach dem Schulnotenprinzip.

Gewichtung der Einzelurteile
Herkunftsinformation       10 %
Inhaltstoffe                   10 %
Expertenverkostung        40 %
Laienverkostung             40 %

Reaktionen

Kork ist ein Naturprodukt. Wenn Sie eine ­Flasche erwischt haben, wo der Kork durchlässig war, kann der Kohlensäureüberdruck entweichen. Durch zu warme Lagerung könnte sich dieser ebenso verflüchtigen. Auch der Alkohol könnte so ein wenig entwichen sein. Oder der Sektkork ist beim Verschließen verrutscht oder die Flasche wäre minimal beschädigt. Auch dies kann Kohlensäureüberdruckentweichung und Alkoholverringerung zur Folge haben.

Biosektkellerei Rittsteuer, Jois

Anbieter

Baronesse: Spar Österreichische Warenhandels-AG
Europastraße 3
A-5015 Salzburg
0810 11 15 55
www.spar.at

Cantador: Wegenstein GmbH
IZ NÖ-Süd, Straße 3,Objekt 16
A-2355 Wiener Neudorf
02236 600-6200
www.wegenstein.at

Diplomat: S. Spitz Ges.m.b.H
Gmunder Straße 27
A-4800 Attnang-Puchheim
07674 616-0
www.spitz.at

Engel: Peter Riegel Weinimport GmbH
Steinäcker 12
D-78359 Orsingen
+49 7774 93 13-0
www.riegel.de

Goldeck Wein- und Sektkellerei GmbH
Hans-Haderer-Gasse 8
A-2540 Bad Vöslau
01 368 22 58-0
www.goldeck.at

Haus Österreich: Winzer Krems eG
Sandgrube 13
A-3500 Krems
02732 855 11
www.winzerkrems.at

Henkell & Co. Sektkellerei KG
Biebricher Allee 142
D-65187 Wiesbaden
+49 61163-0
www.henkell-sektkellerei.de

Hochriegl Wein- und Sektkellerei
Heiligenstädter Straße 43
A-1190 Wien
01 368 22 58-0
www.hochriegl.at

Klostersekt: Weingut Stift Klosterneuburg GmbH
Stiftsplatz 1
A-3400 Klosterneuburg
02243 411-548
www.stift-klosterneuburg.at

Kupferberg: Henkell & Co. Sektkellerei KG
Biebricher Allee 142
D-65187 Wiesbaden
+49 61163-0
www.henkell-sektkellerei.de

Light live: Sektkellerei Schloss Wachenheim AG
Niederkircher Straße 27
D-54294 Trier
+49 6322 9427-0
www.light-live.info

Marquis Bernard: St. Bonifatius Wein- und Sektkellerei
Albertistraße 2
D-65385 Rudesheim am Rhein
+49 6722 40 40
 
MM Extra: Matheus Müller Sektkellereien GmbH
Matheus-Müller-Platz 1
D- Eltville am Rhein
+49 6123 60 60
www.mm-sekt.de

Monte Christo: Carl Lehnkering GmbH
Am Klausbach 7
D-54518 Heidelweiler
+49 651 209 060
www.herres-sekt.com

Ritter: Schloß Raggendorf Sekt- und Weinhandel GmbH
Bahnstraße 74
A-2242 Prottes
02282 55 66-0
www.ritter-sekt.at

Rittsteuer: Weingut Bio-Sektkellerei Familie J. Rittsteuer
Eisenstädter Straße 6/Sätzgasse 20
A-7093 Jois am Neusiedlersee
02160 83 66
www.kirchberghof.at

Römer: Peter Herres Sektkellerei
Rudolf-Diesel-Straße 7-9
D-54292 Trier
+49 651 20 90 6-0
www.herres-sekt.com

Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH
Heiligenstädter Straße 43
A-1190 Wien
01 368 22 58-0
www.schlumberger.at

Sektkellerei Karl Inführ KG
Karl-Inführ-Platz 1
A-3400 Klosterneuburg
02243 321 38-0
www.infuehr.at

Söhnlein Brillant: Henkell & Söhnlein Sektkellereien GmbH
Himberger Straße 28
A-1100 Wien
0800 20 19 01
www.henkell.de

Szigeti: Sektkellerei Gebr. Szigeti GmbH
Am Anger 31
A-7122 Gols
02173 21 67
www.szigeti.at

Winzerhaus: Dreifaltigkeitskellerlei GmbH
Lenz-Moser-Straße 1
A-3495 Rohrendorf bei Krems
02732 855 41-0
 

Leserreaktionen

Letzter Testsieger fehlt

Warum wurde der letzte Testsieger diesmal nicht getestet?

Dr. Johann Meisterhofer
Wien
(aus KONSUMENT 3/2012)

Zum Zeitpunkt der Markterhebung Ende Juli/Anfang August 2011 fanden wir das Produkt nicht im Handel. Stattdessen wurden zwei Produkte von Hofer getestet: Diplomat und Winzerhaus. Letzteres trägt auf der Verpackung einen Verweis auf den Mailberger Gutssekt: „Der ‚Winzerhaus Brut‘ wird nach den gleichen hohen Qualitätsanforderungen wie der ‚Mailberger Gutssekt‘ produziert. Ein halbes Jahr Lagerung auf der Hefe. Daher besonders bekömmlich.“

Die Redaktion

Herkunftsfragen

Dass Sie die Marke Rittersekt – als Sekt aus Deutschland – bezeichnen, finde ich irreführend. Dieser Sekt kommt aus dem Schlossgut Raggendorf, und das liegt im Weinviertel!

Leo Slatner
E-Mail
(aus KONSUMENT 2/2012)

Den Sekt als österreichischen Sekt zu bezeichnen ist irreführend für den Konsumenten. Laut Angabe der Firma Ritter kommt nur ein Drittel der verwendeten Trauben aus Österreich, der Rest zu gleichen Teilen aus Deutschland und Italien. Die Herstellung erfolgt in Deutschland, in Prottes sitzt lediglich der Vertrieb.

Die Redaktion

Histamingehalt

Zahlreiche Lebensmittel und alkoholische Getränke enthalten Histamin. Histamin-Unverträglichkeit ist sehr verbreitet. Auch bei Gesunden ist es oft Auslöser von Kopfschmerzen. Deshalb ist interessant, wie viel – besser wie wenig – Histamin im Sekt ist. Einen geringen Histamin-Gehalt kann man durchaus als Qualitätskriterium verstehen. Diese Angabe ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sollte es aber sein. Leider fand Histamin in ihrem Test keine Berücksichtigung.

User "multitude"
(aus KONSUMENT 2/2012)

Histamin im Sekt ist nur für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe relevant, und zwar für jene, denen das Enzym zum Abbau dieser Substanz (teilweise) fehlt. Das Wissen um den Histamingehalt von Lebensmitteln ist für diese Personengruppe natürlich sehr wichtig und auch ein entscheidender Faktor für ihre Lebensqualität. Darüber hinaus ist Histamin aber kein generelles Qualitätskriterium.

Untersuchungen zum Histamingehalt von Sekt gibt es bereits, z.B. von Professor Jarisch vom Floridsdorfer Allergieambulatorium in Wien.

Die Redaktion

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