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Gelbe Heißluftfritteuse mit herausgezogenem Korb auf einem Holztisch, darin goldbraun frittierte Pommes frites. Über dem Korb ein schwarzes Sichtfenster.
Pommes frites sind die Standarddisziplin im Heißluftfritteusen-Test. Man sollte die Lade jedoch nicht überfüllen. Bild: stock.adobe.com/New Africa

Airfryer: Was gelingt gut und was nicht

Wir haben in 51 Airfryern sechs verschiedene Speisen zubereitet und sensorisch beurteilt. Das Ergebnis fällt je nach Gericht sehr unterschiedlich aus. 

Es liegt an der Menge, nicht am Gerät 

Ein Airfryer arbeitet mit einem Heizelement und einem Ventilator, der heiße Luft mit hohem Tempo um das Gargut wälzt. Alles, was diese Luftzirkulation stört, verschlechtert das Ergebnis. 

Genau das passiert, sobald der Korb zu voll ist. Liegen Lebensmittel mehrlagig übereinander, erreicht die heiße Luft die unteren Schichten nicht mehr. Das Ergebnis kennt jeder, der es schon versucht hat: oben dunkel bis verbrannt, unten blass und weich. 

Hier liegt der deutlichste Unterschied zur klassischen Fettfritteuse. Diese liefert auch bei voller Beladung durchgehend gute Ergebnisse, weil das heiße Öl jedes Stück von allen Seiten umschließt.

Pommes Frites: die Paradedisziplin mit Tücken

Solange nur die optimale Menge im Korb liegt, geht es sich bei den meisten Geräten aus. Wird der Korb hingegen bis zur vom Hersteller angegebenen Höchstmenge gefüllt, bricht die Qualität ein. 

Nur ein einziges der 51 Geräte bereitete die maximale Portion Pommes Frites sehr gut zu, acht schafften ein Gut. Dem stehen 23 durchschnittliche, acht weniger zufriedenstellende und elf nicht zufriedenstellende Ergebnisse gegenüber. 
Anders gesagt: Bei fast vier von zehn Geräten ist das Ergebnis bei maximaler Füllung nicht mehr zufriedenstellend. Die angegebene Höchstmenge ist damit eher eine bauliche Grenze als eine Empfehlung. 

Zwei Durchgänge mit halb gefülltem Korb liefern ein besseres Ergebnis als einer mit vollem. Rechnen Sie mit rund 250 Gramm Tiefkühlpommes pro Person. 
Allerdings ist zu bedenken, dass man dann bezüglich des Stromverbrauchs oft mit dem klassischen Herd besser fährt.

Eine Person schüttet fertige Pommes frites aus dem Korb einer „Philips" Heißluftfritteuse in eine perforierte Edelstahlschale. Im Hintergrund weitere Testgeräte.
Nach jedem Durchgang werden die Pommes frites zur Bewertung ausgeleert. Bild: VKI

Hendlkeulen: gelingen fast immer

Das unauffälligste Ergebnis des gesamten Tests. Hendlkeulen gelangen 50 von 51 Geräten sehr gut, nur ein einziges Modell blieb hier im Mittelfeld. 

Der Grund ist die Form. Einzelne, kompakte Stücke lassen sich nebeneinanderlegen, ohne einander zu überdecken. Die Luft kommt überall hin, das Fett tropft ab, die Haut wird knusprig. Wenn Sie sich hauptsächlich Fleisch, Fisch oder Gemüse in Stücken zubereiten wollen, brauchen Sie sich also bei der Gerätewahl über die Garqualität kaum Gedanken zu machen.

Schokoladekuchen: überraschend unproblematisch

Auch beim Backen zeigen sich die Airfryer von ihrer guten Seite. 36 der 51 Geräte backten den Schokoladekuchen sehr gut, nur zwei Geräte fielen deutlich ab. 

Das erklärt sich durch die Backform: Der Teig liegt in einem geschlossenen Behälter, die Hitze wirkt gleichmäßig von außen. Die typische Airfryer-Schwäche, die ungleiche Durchströmung eines gefüllten Korbs, spielt dabei keine Rolle. 

Eine Person im Laborkittel misst mit einem digitalen Messschieber die Höhe eines halbierten Schokokuchens auf einem Holzbrett. Daneben liegt ein Messer mit rotem Griff.
Die Höhe des Testkuchens verrät, wie gut ein Gerät den Teig aufgehen lässt. Bild: VKI

Quiche Lorraine: hier trennt sich die Spreu

Die Tarte mit einer Füllung aus Obers, Ei und Speck zeigt als das schwierigste Gericht. 18 Modelle schnitten weniger oder nicht zufriedenstellend ab. Bei drei Geräten blieb die Fülle sogar roh. Das Problem ist die Kombination aus feuchter Fülle und Mürbteigboden. Die Oberseite ist der heißen Luft direkt ausgesetzt und bräunt schnell, während die Fülle in der Mitte Zeit zum Stocken braucht und der Boden von unten kaum Hitze bekommt. 

Wer regelmäßig Aufläufe, Quiches oder ähnliche Gerichte zubereitet, sollte einen Blick auf die Einzelurteile im Produktfinder werfen. Die Unterschiede zwischen den Geräten sind hier größer als bei jedem anderen Gericht. 

Aufbackweckerl: oben fertig, unten teigig

Bei den Aufbackweckerln zeigt sich dasselbe Muster in abgeschwächter Form. Während die Oberseite bereits fertig gebräunt war, blieb die Unterseite häufig blass und teigig. Nur vier Geräte erzielten hier ein sehr gutes Ergebnis, 23 ein gutes. 18 blieben durchschnittlich, sechs darunter. 

Wenden Sie Backwaren nach der Hälfte der Zeit. Das gleicht den Unterschied zwischen Ober- und Unterseite weitgehend aus. Man kann die Backwaren nach der Hälft der Zeit wenden, allerdings verliert man dadurch Hitze und der Stromverbrauch erhöht sich.  

Aufsicht auf mehrere Heißluftfritteusen-Körbe mit aufgebackenen Weckerln, links vier hellere, rechts in zwei Schubladen je drei stärker gebräunte.
Aufbackware wurde ebenfalls getestet. Bild: VKI

Zwei Körbe gleichzeitig: nur bedingt

Bei den Geräten mit zwei Garräumen haben wir zusätzlich geprüft, wie gut sich Hendlkeulen und Pommes Frites gleichzeitig zubereiten lassen. Das ist schließlich der Zweck dieser Bauform. 

Nur fünf Geräte schafften dabei ein gutes oder sehr gutes Ergebnis. Bei 15 Geräten blieb es durchschnittlich, eines fiel darunter. Auch hier gilt: Am Hendl scheitert es nicht, an den Pommes Frites schon eher. 

Ein Korb oder zwei? Für wen es was lohnt.

Vergolden statt verkohlen

Auch im Airfryer entsteht Acrylamid, jener unerwünschte Stoff, der beim starken Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel gebildet wird. Entscheidend sind dabei nicht Gerätetyp oder Marke, sondern Temperatur, Garzeit und Bräunungsgrad. 

Die Faustregel des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung lautet: vergolden statt verkohlen. Erhitzen Sie Erdäpfelprodukte möglichst nicht über 180 Grad Celsius und nur so lange wie nötig, und vermeiden Sie dunkelbraune Stellen. 

Wer Pommes Frites selbst schneidet, wässert die Stifte vorher und trocknet sie anschließend gut ab. Das reduziert sowohl die Acrylamidbildung als auch die Gefahr, dass die Stäbchen aneinanderkleben. 

Praktisch ergänzen sich Acrylamid-Vorsorge und gutes Garergebnis: Ein halb gefüllter Korb bräunt gleichmäßiger, und gleichmäßige Bräunung bedeutet weniger dunkle Stellen.

Unsere Tipps für bessere Ergebnisse

  • Korb nur halb füllen. Das ist der wirksamste Einzelhebel für ein besseres Ergebnis. 
  • Bei Backwaren und flachen Lebensmitteln nach der Hälfte der Garzeit wenden. 
  • Bei feuchten Gerichten wie Quiche eher niedrigere Temperatur und längere Zeit wählen. 
  • Nicht über 180 Grad Celsius, wenn Erdäpfelprodukte im Korb sind. 
  • Sichtfenster nutzen, wenn vorhanden. 33 der 51 getesteten Geräte haben keines. Ohne Fenster kostet jede Kontrolle Wärme, weil die Schublade heraus muss. 

Testtabelle Airfryer

Klicken Sie auf den Link Zur Testtabelle. Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Testergebnisse von 51 Airfryer zur Verfügung. 

Bitte beachten Sie, dass Sie mindestens zwei Produkte anhaken und vergleichen müssen, um zu den Detailergebnissen zu gelangen. Näheres zur optimalen Nutzung der Online-Tabelle finden Sie in unserer Produktfinder-Hilfe.

So testen wir

Die Testergebnisse stammen aus einem Gemeinschaftstest des internationalen Testverbunds ICRT mit 51 Airfryern von 13 Marken. 

Für die Beurteilung der Zubereitung, die mit 50 Prozent in das Testurteil eingeht, wurden Pommes Frites in optimaler und in maximaler Menge, Hendlkeulen, Aufbackweckerl, Quiche Lorraine und Schokoladekuchen zubereitet. Beurteilt wurden Bräunung, Gleichmäßigkeit, Konsistenz und Garzustand. Bei Geräten mit zwei Garräumen kam die gleichzeitige Zubereitung von Hendlkeulen und Pommes Frites dazu. 

Ergänzend wurden die Garzeiten erfasst und die Temperaturgenauigkeit gemessen.

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