Wäsche auf der Leine Wäschetrockner im Test Bild: Brian A Jackson/Shutterstock

Wäschetrockner mit Wärmepumpe - Gut, aber nicht perfekt

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Die meisten der 13 getesteten Kondensations-Wäschetrockner mit Wärmepumpe liefern gute Ergebnisse. Die Handhabung lässt aber im Detail oft zu wünschen übrig. Unterschiede gibt es beim Stromverbrauch. Einzelne Modelle enthalten ein stark klimaschädliches Kältemittel.

Folgende Wäschetrockner finden Sie im Test:

  • AEG - T9ECOWP; TD841580
  • Bosch - WTH83VOO
  • Constructa - CWK6R201
  • Gorenje DEH - 83/GI
  • Hanseatic - HWT8A3GT
  • LG - RT8DIH1Q
  • Miele - TCD 450 WP; TWD360WP
  • Privileg - PWCT M11 83 X DE
  • Samsung - D8GT522OAW
  • Sharp - KD-HHH8S8GW3-DE
  • Siemens - WT47W680

Die Testtabelle informiert über: Ausstattung/technische Merkmale (Energieeffizienzklasse laut Anbieter, Abmessungen, Infos zu Füllmenge, Stromverbrauch und Dauer für schranktrockene, bügelfeuchte und pflegeleichte Wäsche), Trocknen (Baumwolle schranktrocken bei voller und halber Beladung, Baumwolle bügelfeucht, pflegeleichte und schranktrockene Wäsche; Gleichmäßigkeit der Trocknung, Programmdauer) Lockerheit der Wäsche, Handhabung (Be- und Entladen, Bedienelemente, Entleerung des Kondensatbehälters), Umwelteigenschaften (u.a. Stromverbrauch, Treibhauswirkung des Kältemittels, Geräusch) sowie Sicherheit und Verarbeitung.

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht:


Heizkosten sparen

Die grundsätzliche Frage lautet, ob ein Wäschetrockner überhaupt notwendig ist. Je größer die Familie, desto eher wird ein Ja die Antwort sein. In der kalten Jahreszeit kommt dazu, dass das Verdunsten von Wasser die Raumtemperatur senkt und man mehr heizen muss. Zugleich muss man öfter lüften, um einer Schimmelbildung aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit vorzubeugen. So gesehen hilft ein Wäschetrockner zumindest im Winter, Energie zu sparen.

13 Kondensations-Wäschetrockner mit zeitgemäßer Wärmepumpe

Die Stiftung Warentest hat sich 13 Kondensations-Wäschetrockner mit zeitgemäßer Wärmepumpe angesehen, Preisbandbreite: 500 bis 1.269 Euro (Richtpreis). Geräte ohne Wärmepumpe sind zwar billiger, ihr sehr hoher Stromverbrauch macht die anfängliche Ersparnis mit der Zeit jedoch zunichte. Moderne Trockner sind deshalb so effizient, weil sie die Abwärme aus der Luft recyceln und gleich wieder zum Trocknen verwenden. Die genaue Funktionsweise ist auf Seite 3 beschrieben (siehe Inhaltsverzeichnis rechts: Funktionsweise einer Wärmepumpe) .

Betriebskosten für 10 Jahre beachten

Gute Trockenergebnisse, Handhabungsschwächen

Zwar könnte man keines der Geräte als perfekt bezeichnen, trotzdem liefert der Großteil von ihnen unterm Strich gute Ergebnisse beim Trocknen. Am überzeugendsten ist das Modell T9ECOWP von AEG, das sich mit einem Abstand von 4 Prozentpunkten zum zweitgereihten Miele TCD450WP den Testsieg holte. Eine hohe Zuverlässigkeit der Restlaufanzeigen ist allerdings nur beim AEG-Gerät gegeben. Das kann im Alltag von Vorteil sein, weil man sich dadurch die Zeit besser einteilen kann. Abgesehen davon weisen viele Trockner die eine oder andere weitere Handhabungsschwäche auf, sei es eine umständliche Inbetriebnahme, seien es unübersichtliche Bedienelemente, sei es das mehr oder weniger einfache Reinigen von Flusensieb oder Wärmepumpenfach, sei es eine nicht ganz so perfekt lockere Wäsche – nichts davon ist allerdings als gravierend zu werten.

Betriebskosten beachten

Die beiden vorn gereihten Geräte punkten auch bei den errechneten Betriebskosten für zehn Jahre. Addiert man die Anschaffungs- und die Betriebskosten der jeweiligen Trockner, dann zeigt sich, dass sich der Kauf eines preisgünstigeren Gerätes auf längere Sicht nicht unbedingt lohnen muss. Der Stromverbrauch ist in zweierlei Hinsicht interessant. Erstens schont ein sparsames Gerät das Haushaltsbudget, und zweitens trägt es zum Klimaschutz bei.

Alte Effizienzklassen

Einen Anhaltspunkt bietet das EU-Energielabel. Die getesteten Wärmepumpentrockner sind in die Energieeffizienzklasse A++ oder A+++ eingestuft und entsprechend gekennzeichnet. Achtung! Es handelt sich dabei um das alte EU-Label. Anders als bei Kühlschränken oder Waschmaschinen wurde bei den Trocknern noch nicht auf die neuen Klassen umgestellt (siehe dazu auch Energielabel neu - Schluss mit Plus).

Nicht automatisch gut

Geräte der höchsten Energieeffizienzklasse A+++ werden allerdings im Test nicht automatisch mit „gut“ bewertet. Der Grund ist, dass sich die Testkriterien stärker an typischen Nutzungsszenarien orientieren, als es die Label-Verordnung vorsieht. So schauen sich die Tester etwa auch den Verbrauch im Pflegeleicht- statt nur im Standardprogramm an. Und wenn das Gerät vor und nach dem eigentlichen Trockenvorgang zu viel Strom verbraucht, dann beeinflusst dies ebenfalls das Testergebnis.

Kältemittel

In vielen Wärmepumpentrocknern kommt heutzutage der Kohlenwasserstoff Propan (R290) als Kältemittel zum Einsatz. Er gilt als dreimal so klimaschädlich wie Kohlendioxid (CO2). Sollten die im Trockner enthaltenen 150 Gramm in die Atmosphäre entweichen, dann entspräche das rund zwei mit dem Auto zurückgelegten Kilometern (bei einem Verbrauch von 7 Litern Treibstoff/100 km). Einzelne Geräte hingegen enthalten Tetrafluorethan (R134a). Dabei handelt es sich um einen Fluorkohlenwasserstoff (FKW), nicht zu verwechseln mit den früher in Kühlschränken verwendeten und heute weitgehend verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), welche die Ozonschicht zerstören.

Trotzdem sind auch FKW extrem klimaschädlich. Tetrafluorethan etwa trägt über einen Zeitraum von 100 Jahren 1.430 Mal so stark zur Klimaerwärmung bei wie die gleiche Menge CO2. Würden die im Trockner enthaltenen 400 Gramm entweichen, entspräche das etwa 3.000 Autokilometern.

Richtig entsorgen

Damit es nicht so weit kommt, muss man – wie bei anderen Haushaltsgeräten auch – auf die richtige Entsorgung achten. Entweder übernimmt bei einem Neukauf der Elektrofachhändler das Altgerät oder man bringt es zur regionalen Problemstoffsammelstelle.

Testtabelle: Wäschetrockner

Tabelle öffnen

Funktionsweise einer Wärmepumpe

  1. Warme Luft strömt durch die Trommel mit der nassen Wäsche und nimmt Feuchtigkeit auf.
  2. Diese feuchte, warme Luft wird in den Verdampfer der Wärmepumpe geleitet.
  3. Dort nimmt ein Kältemittel die Wärme aus der Luft auf. Weil die Luft sich abkühlt, kondensiert enthaltener Wasserdampf, der aufgefangen wird.
  4. In einem Kompressor wird das Kältemittel verdichtet. Dadurch heizt es sich wieder auf und gelangt in den Verflüssiger der Wärmepumpe.
  5. Im Verflüssiger gibt das Kältemittel Wärme an die entfeuchtete Luft ab. Die so erhitzte Luft wird danach wieder in die Trommel geleitet, wo der Kreislauf von vorn beginnt.
  6. Das abgekühlte Kältemittel gelangt über ein Ventil in den Verdampfer und dehnt sich wieder aus.

Testkriterien

Im Test der Stiftung Warentest waren 13 Kondensations-Wäschetrockner der Energieeffizienzklassen A++ und A+++ mit Wärmepumpe, zwei davon mit 7 kg maximaler Füllmenge und die restlichen mit 8 kg maximaler Füllmenge.

Trocknen (45 %)

Die Prüfungen erfolgten in den Programmen Baumwolle schranktrocken mit voller und halber Beladung, Baumwolle bügelfeucht und Pflegeleicht schranktrocken. Die Restfeuchte zu Beginn lag bei 50 Prozent (Pflegeleicht 40 Prozent). Beurteilt wurde mit je fünf Durchläufen, ob die in der Norm DIN EN 61121:2013 jeweils geforderte Endrestfeuchte eingehalten wurde. In den Programmen Pflegeleicht und Bügelfeucht wurde die Gleichmäßigkeit der Trocknung geprüft. Bewertet wurde auch die Dauer der Trocknung. Wurde mit dem vom Hersteller angegebenen Trocknungsprogramm die nach Norm erforderliche, obere Toleranzgrenze überschritten (Wäsche war zu feucht), wurde die nächstmögliche Einstellung gewählt. Zudem wurde der Türverschluss bei voller Beladung geprüft.

Handhabung (30 %)

Ein Experte beurteilte die Bedienungsanleitung. Fünf Nutzer, die mit Arbeiten im Haushalt vertraut sind, bewerteten Aufstellen und Inbetriebnahme, Einstellen der Trockenprogramme, das Be- und Entladen sowie die Zuverlässigkeit der Restlaufanzeige. Relevant waren auch das Entleeren des Kondensatbehälters, das Reinigen der Flusen- sowie der Wärmepumpensiebe und die Lockerheit der Wäsche. Zwei Experten prüften die Bedienung per App.

Umwelteigenschaften (20 %)

Den Stromverbrauch wurde anhand eines Nutzungsprofils für einen Vier-Personen-Haushalt, der jährlich 1.000 kg Wäsche trocknet, bewertet. Davon entfallen 70 Prozent auf Baumwolle schranktrocken (je zur Hälfte volle und halbe Beladung), 20 Prozent auf Baumwolle bügelfeucht und 10 Prozent auf Pflegeleicht (jeweils voll beladen). Angenommen wurde, dass sich nach jedem Trocknen eine 30-minütige Knitterschutzphase einstellt und bei jedem zehnten Trockengang eine Zeitvorwahl von sechs Stunden gewählt wird.

Ermittelt wurde unter anderem den Stromverbrauch verschiedener Betriebszustände. Der Wirkungsgrad der Kondensation wurde bei Baumwolle schranktrocken mit halber und voller Beladung anhand der Wassermenge im Kondensatbehälter bewertet. Ebenfalls bewertet wurde die Treibhauswirkung des Kältemittels nach dem 4. Assessment Report des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Beim Geräusch wurde der Schallleistungspegel in Anlehnung an die DIN EN 60704–2–6:2013 gemessen.

Sicherheit und Verarbeitung (5 %)

Geprüft wurden bei der elektrischen Sicherheit unter anderem Netzanschluss, Schutzleiter und Sicherheitshinweise. Ebenso Oberflächentemperaturen in Anlehnung an die DIN EN ISO 13732–1, Türöffnungskraft, Verletzungsgefahren sowie Auffälligkeiten der Verarbeitung.

Abwertungen

Abwertungen sorgen dafür, dass gravierende Mängel sich auch deutlich auf das KONSUMENT-Testurteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die rein rechnerische Bewertung den Mangel nicht ausreichend deutlich macht. Abwertungen sind in den Tabellen mit einer Fußnote gekennzeichnet.

Trocknen

Lautete das Urteil für Baumwolle bügelfeucht oder Pflegeleicht schranktrocken „weniger zufriedenstellend“, konnte Trocknen maximal eine Note besser sein. War der Türverschluss bei voller Beladung „nicht zufriedenstellend“, wurde das Urteil für den Prüfpunkt Trocknen um eine halbe Note abgewertet.

Handhabung

War die Handhabung „weniger zufriedenstellend“, wurde das KONSUMENT-Testurteil um eine halbe Note abgewertet. Waren Zuverlässigkeit der Restlaufanzeige oder Reinigen der Wärmepumpensiebe „weniger zufriedenstellend“ oder schlechter, wurde die Handhabung um eine halbe Note abgewertet. War das Entleeren des Kondensatbehälters „weniger zufriedenstellend“, konnte die Handhabung maximal eine halbe Note besser sein.

Sicherheit und Verarbeitung

War die Sicherheit nur „durchschnittlich“, dann konnte das übergeordnete Urteil Sicherheit und Verarbeitung nicht besser sein.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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