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Rindenmulch - Mulch macht's

Rindenmulch kann dem Hobbygärtner die Arbeit erleichtern, doch nicht alle Produkte sind für alle Einsatzbereiche gleich gut geeignet. Wir sagen Ihnen, worauf man beim Mulchen achten sollte.

"Das Jäten ist des Gärtners Frust", könnte in Abwandlung eines alten Volksliedes jeder singen, der ein Stückchen Garten sein Eigen nennt. Man fühlt sich bald wie Sisyphus mit seinem Felsbrocken. Kaum hat man ein unerwünschtes Kraut ausgerupft, kann man zuschauen, wie zwei neue aus dem Boden sprießen.

Mulch gegen Unkraut

Kein Wunder, dass man in Versuchung gerät, zur Herbizidspritze zu greifen. Doch es geht in vielen Fällen auch anders. Rindenmulch heißt die Lösung – eine natürliche Alternative, bestehend aus der Rinde von Nadelbäumen. Klassisches Ausgangsmaterial für den Mulch ist die Rinde von Fichte, Lärche, Kiefer und Pinie. Rindenmulch hat vor allem zwei Funktionen: Zum einen soll er verhindern, dass unerwünschte Kräuter hochwachsen, zum anderen unterdrücken die enthaltenen Gerbstoffe das Auskeimen der eingetragenen Samen.

Deshalb macht es auch keinen Sinn, eine möglichst dicke Mulchschicht aufzubringen, da die Wirkung nicht verbessert wird. Zusätzlich verhindert Rindenmulch, dass der Boden zu rasch austrocknet. In Zusammenarbeit mit der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Schönbrunn haben wir 16 im Handel erhältliche Produkte untersucht.

Gefärbter Dekor

Darunter befinden sich auch sieben Fabrikate, die als Rindendekor beziehungsweise Dekor ausgewiesen sind. Dekor zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er einen relativ niedrigen Feinanteil hat. Dabei können die Produkte auch rot, gelb oder braun eingefärbt sein, was sie länger haltbar macht. Laut Sicherheitsdatenblatt werden dafür ausschließlich unbedenkliche Eisenverbindungen verwendet.

Feinanteil, richtige Anwendung

Feinanteil meist höher als angegeben

Auf den Verpackungen finden sich Werte wie 0–20 oder 0–40. Sie bezeichnen die Größenbandbreite der enthaltenen Rindenstücke in Millimetern. In den für den Test gekauften Säcken lag der Feinanteil jedoch meist höher als angegeben. Das trifft auch auf Produkte zu, die laut Auszeichnung kaum einen Feinanteil enthalten sollten (z.B. mit 10–40 oder 20–40 gekennzeichnet). Leider versprechen einige Hersteller hier mehr, als sie einhalten. Derartige Produkte sind zwar zum Mulchen geeignet, schön anzuschauen sind sie allerdings nicht, was Zweifel an der Bezeichnung "Dekor" aufkommen lässt.

Auf der anderen Seite des Spektrums haben allerdings auch Fichtenrindenstreifen von bis zu 15 cm Länge in einem Produkt mit deklarierter Körnung von maximal 40 mm nichts verloren. Die Unkrauthemmung ist bei grobem Rindenmulch grundsätzlich ebenso gegeben wie bei Produkten mit feinerer Konsistenz.

Rindenmulch richtig anwenden

Rindenmulch eignet sich sowohl für Gehölze als auch für Stauden, also einerseits für Pflanzen, deren Zweige verholzen und im Winter als Gerüst stehen bleiben und andererseits für solche, deren oberirdische Teile in der kalten Jahreszeit absterben. Bei den Gehölzen ist es egal, wann der Mulch ausgebracht wird, bei den Stauden sollte man hingegen warten, bis sie ausgetrieben haben. Empfindlich sind auch neu gepflanzte Stauden, hier sollte man ebenfalls ein wenig zuwarten.

Nicht komplett bedecken

Wenn auf der Rindenmulch-Verpackung "für Beete" angegeben ist, dann sind übrigens Stauden gemeint. Grundsätzlich gilt auch, dass man die Pflanzen nicht komplett bedecken darf. Bei Stauden wird sonst das Wachstum gehemmt, bei Gehölzen kann am Stamm anliegender Mulch zu Fäulnis führen. Das gilt auch für Bäume, wobei sich Mulch für Zierbäume besser eignet als für Obstbäume. Bei Letzteren sollte unbedingt eine Baumscheibe mit einem Meter Durchmesser sowohl von Mulch als auch von Bewuchs freigehalten werden, weil sich dadurch der Wasserhaushalt des Baumes besser reguliert.

Beste Zeit zum Mulchen

Spätwinter bis Frühsommer

Die beste Zeit zum Mulchen ist vom Spätwinter bis zum Frühsommer, weil dann auch die Unkrautsamen keimen. Wichtig: Vor dem Aufbringen sollte unbedingt gejätet und (je nach Art der Pflanzen) eine Stickstoffdüngung vorgenommen werden, da der frisch aufgebrachte Mulch dem Boden zu Beginn des Verrottungsprozesses Stickstoff entzieht. Aus diesem Grund sollte man Mulch auch keinesfalls in den Boden einarbeiten. Als Stickstofflieferant gut geeignet sind Hornspäne oder Blaukorn. Harnstoff wäre auch geeignet, ist jedoch schwer zu dosieren.

"Feines" für Stauden

Unter Gehölzen und Bäumen sollte der Mulch fünf bis sieben Zentimeter hoch aufgebracht werden, rund um Stauden lediglich vier bis fünf Zentimeter hoch. Für Stauden eignet sich leicht angerotteter Mulch mit einem höheren Feinstoffanteil besser. Dieser ist stärker zersetzt, das heißt, er hat eine feinere Konsistenz und ist dunkler. Im Gegensatz dazu ist frischer, unverrotteter Mulch in der Regel heller und hat einen angenehmen Geruch. Er ist für Gehölze und Bäume zu bevorzugen.

Nachdüngen, Unkrautvlies

Nachdüngen nicht nötig

Kiefern- und Lärchenrinde verrottet deutlich langsamer als Fichtenrinde und die im Rindenmulch meist enthaltenen Holzfasern. Generell kann man aber davon ausgehen, dass der Rindenmulch nach einer Vegetationsperiode (Frühjahr bis Herbst) weitgehend zersetzt ist. Deshalb sollte man im darauf folgenden Frühjahr zwei bis drei Zentimeter neu auftragen. Nachdüngen ist nicht nötig, weil die untersten Mulchschichten laufend zersetzt werden und als Dünger dienen.

Unkrautflies von Vorteil

Um mit dem höherpreisigen Dekor etwas sparsamer umzugehen, kann ein Vlies für nicht bepflanzte Flächen hilfreich sein. Das Vlies auflegen und dann eine drei Zentimeter starke, blickdichte Schicht auftragen. Wichtig ist, die Unterlage zirka fünf Zentimeter tief einzugraben, um sie vor starkem Wind zu schützen.


Dieser Test entstand in Kooperation mit den Labors der AGES (Quelle: AGES)

Testtabelle: Rindenmulch

Testtabelle: Dekor

Zusammenfassung

  • Unkraut ade. Jeder Rindenmulch/Dekor eignet sich zur Unterdrückung unerwünschter Kräuter. Die Mulchschicht sollte jedes Jahr ergänzt werden.
  • Dekor. Nicht alle Produkte verdienen tatsächlich den Namen Dekor. Entgegen der Deklaration enthalten sie oft einen sehr hohen Feinanteil, sind stark verrottet beziehungsweise mit großen Holzstücken durchsetzt.
  • Sehen und riechen. Eine Forderung an die Händler: Die Kunden sollten das Produkt vor dem Kauf sehen, angreifen und riechen können.
  • Anwendungsbereiche. Grober, unverrotteter Rindenmulch ist besonders für Bäume und Sträucher sowie als Dekor geeignet. Mulch mit hohem Feinanteil eignet sich besser für Stauden. Grundsätzlich gilt: Pflanzen nicht bedecken, Stämme frei halten und vor dem Mulchen jäten.

Testkriterien Rindenmulch

Es wurden 16 Produkte mit der Bezeichnung "Rindenmulch" - oder "Rinden-Holzdekor" in Baumärkten oder Gartencentern im Raum Wien eingekauft und beurteilt.

Untersuchungen

  • Bestimmung der Füllmenge in Anlehnung an ÖNORM EN12580
  • Unkrautunterdrückung durch Kressetest
  • Geruch durch ein Laienpanel

Die Bestimmung der Farbe, des Fremdstoffanteiles des Verrottungsgrades sowie eine allgemeine Beschreibung der Produkte erfolgte durch einen Experten.

Der Test wurde in Zusammenarbeit mit der Ages Wien sowie der Gartenbau und Versuchsanstalt  Schönbrunn ausgeführt. 

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