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Medikamente: Ratiodolor Lutschtabletten - Bei Halsentzündungen

"Nebenwirkungen": unsere Arzneimittel Test-Rubrik. Wir bewerten für Sie rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke - diesmal: Ratiodolor Lutschtabletten.

Stichworte: Bei Halsentzündungen.

Ausgewählt werden in der Rubrik "Nebenwirkungen" besonders häufig nachgefragte und rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke. Die Bewertung nahm ein Expertengremium von anerkannten Medizinern und Wissenschaftlern vor. Als Grundlage dienten klinische Studien. Die Eignung der jeweiligen Präparate wurde für die Indikation bewertet, die der Hersteller angibt.

Die Informationen stammen aus unserem Ratgeber "Medikamente". Die Bewertung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest und basiert auf vier Stufen:


•    Geeignet
•    Auch geeignet
•    Mit Einschränkung geeignet
•    Wenig geeignet
 

Testurteil im Detail

Wenig geeignet bei Halsentzündungen

Wenig geeignet bei Halsentzündungen, weil eine heilende Wirksamkeit nicht ausreichend durch Studien nachgewiesen ist und schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können. Beim Wirkstoff Flurbiprofen handelt es sich um eine schmerz- und entzündungsdämpfende Substanz aus der Gruppe der sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Ob sich im Vergleich zu wirkstofffreien Lutschtabletten entscheidende Vorteile bei der Schmerzlinderung ergeben, ist nicht ausreichend nachgewiesen. Das Mittel birgt dieselben Risiken wie Schmerzmittel zum Einnehmen; zudem besteht die Gefahr, dass es die Mundschleimhaut schädigt.Ratiodolor Lutschtabletten

Präparat

Ratiodolor Flurbiprofen 8,75 mg Lutschtabletten

Wirkstoff

Flurbiprofen

Preis

24 Stück 6,95 Euro

Anwendung

Nicht mehr als 5 Tabletten täglich lutschen. Nicht länger als 3 Tage hintereinander anwenden. Bedauerlicherweise enthält eine Packung mehr als die Maximaldosis von 15 Tabletten. Nicht unmittelbar vor dem Einschlafen anwenden. Tablettenreste könnten im Rachenraum verbleiben und längeren Kontakt mit der Mundschleimhaut haben, was diese schädigen kann.

Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen 

Flurbiprofen wurde 2001 in Deutschland als Rheumamittel aus dem Handel genommen. Der Wirkstoff hat innerhalb der NSAR-Schmerzmittel ein verstärktes Nebenwirkungsprofil. Wegen der deutlich erhöhten Wechselwirkungsrate darf das Mittel nicht zusätzlich zu anderen NSAR, wie sie auch in manchen Grippemitteln enthalten sind, eingenommen werden. Flurbiprofen darf nicht angewendet werden bei bestehendem oder abgeheiltem Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür, wenn gelegentlich Magen-Darm-Blutungen auftreten, bei stark entzündetem Dickdarm sowie bei gestörtem Blutbild oder bei Blutgerinnungsstörungen.

Ebenfalls nicht infrage kommt der Wirkstoff für Patienten, bei denen NSAR (z.B. Ibuprofen, Azetylsalizylsäure) bereits einmal einen Asthmaanfall oder allergische Reaktionen ausgelöst haben. Nur nach Rücksprache mit dem Arzt darf das Mittel bei Asthma, beeinträchtigter Herz-, Nieren- oder Leberfunktion sowie bei hohem Blutdruck eingenommen werden. Wechselwirkungen können auftreten, wenn gleichzeitig ACE-Hemmer, harntreibende Mittel, kortisonhaltige Präparate, bestimmte Psychopharmaka oder das Immunsystem unterdrückende Mittel angewendet werden. Treten Geschwüre an der Mundschleimhaut auf, sollte das Mittel abgesetzt werden. Tritt binnen weniger Tage keine Besserung ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wenn die Lippen anschwellen oder die Haut sich verstärkt rötet und juckt, liegt eine allergische Reaktion vor. Dann sollte das Mittel sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.

Kinder, Schwangerschaft, Stillzeit, ältere Menschen 

Kinder unter zwölf Jahren sollten das Mittel nicht bekommen. In der Stillzeit darf das Mittel nicht angewendet werden. Gleiches gilt während des letzten Drittels der Schwangerschaft. In den Monaten davor sollte es nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwendet werden. Ältere Menschen sollten das Mittel ebenfalls nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden.

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Aus dem Inhalt

  • Wie verträglich ist das Mittel?
  • Lindert es die Symptome, ist es nachhaltig von Nutzen?
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