Medikamente: Sidroga Husten- und Bronchialtee - Bei Husten

premium

"Nebenwirkungen": unsere Arzneimittel Test-Rubrik. Wir bewerten für Sie rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke - diesmal: Sidroga Husten- und Bronchialtee - bei Husten.

Sidroga Husten- und Bronchialtee: bei Husten mit Einschränkungen geeignet; (Bild: VKI)

Stichworte: bei Husten.


Ausgewählt werden in der Rubrik "Nebenwirkungen" besonders häufig nachgefragte und rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke. Die Bewertung nahm ein Expertengremium von anerkannten Medizinern und Wissenschaftlern vor. Als Grundlage dienten klinische Studien. Die Eignung der jeweiligen Präparate wurde für die Indikation bewertet, die der Hersteller angibt.

Die Informationen stammen aus unserem Ratgeber "Medikamente". Die Bewertung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest und basiert auf vier Stufen:

  • Geeignet
  • Auch geeignet
  • Mit Einschränkung geeignet
  • Wenig geeignet

Testurteil im Detail

Mit Einschränkung geeignet

Mit Einschränkung geeignet bei Husten. Teemischungen wirken ins­gesamt nicht besser als Tees, die aus nur einem pflanzlichen Bestandteil (z.B. Thymian) bestehen. Die Wirkstoffe sind zudem zu niedrig dosiert, um sekret­lösend wirken zu können. Positiv an ­Hustentees ist, dass sie eine aus­reichende Flüssigkeitszufuhr gewähr­leisten. Dadurch kann der festsitzende Schleim in den Bronchien sich besser lösen und leichter abgehustet werden. Die Empfehlung, bei Husten mehr zu trinken, entspringt aber lediglich der Erfahrung und ist bisher nicht in klinischen Untersuchungen bestätigt ­worden.

Andererseits sollten vor allem Menschen, die ein schwaches Herz ­haben oder bei denen die Nieren nicht richtig arbeiten, nicht zu viel trinken. Wird die vermehrt aufgenommene Flüssigkeit nämlich nicht schnell genug wieder ausgeschieden, kann der Kreislauf zusätzlich belastet werden. Eibisch­wurzel soll gereizte Rachenschleimhaut beruhigen und ebenso wie Thymian, Isländisch Moos und Spitzwegerichblätter den Hustenreiz lindern. Süßholzwurzel soll sekretlösend wirken. Ob diese pflanzlichen Bestandteile so wirken, ist jedoch noch nicht ausreichend nachgewiesen. 

Präparat

Sidroga Husten- und Bronchialtee

Wirkstoff

Thymian, Eibischwurzel, Spitzwegerichblätter, Süßholzwurzel, Isländisch Moos

Preis

20 Beutel 5,30 Euro 

Gegenanzeigen, Wechsel- und ­Nebenwirkungen

Personen, die auf Lippenblütlergewächse (z.B. Pfefferminze, Lavendel, Basilikum) allergisch reagieren, sollten diesen Tee nicht trinken, weil Thymian ebenfalls zu dieser Pflanzengruppe gehört. Das gilt auch, wenn man auf Birke, Beifuß oder Sellerie allergisch reagiert, da die Gefahr ­einer Kreuzallergie besteht. Wird der Tee über mehrere Wochen regelmäßig und in größeren Mengen getrunken, kann aufgrund des Süßholzanteils zu viel Kalium aus dem Körper ausgeschwemmt werden. Bei Patienten, die Diuretika (Bluthochdruck) oder Abführmittel (Verstopfung) einnehmen, kann sich der Salzverlust noch verstärken.

In der Folge kann es zu Herzrhythmus­störungen kommen. Der Kaliumverlust kann auch die Wirkung von Digitalis­glycosiden (Herzschwäche) verstärken. Wird der Tee häufig und über einen ­langen Zeitraum getrunken, kann sich aufgrund des Süßholzanteils der Mineralstoffhaushalt verändern, sodass der Blutdruck ansteigt und sich Wasser im Gewebe ansammelt (Ödem). Dann ­sollte man den Tee nicht mehr konsumieren. Wenn die Ödeme sich anschließend nicht zurückbilden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, liegt vermutlich eine allergische Reaktion auf einen oder mehrere Bestandteile der Tee­mischung vor. Dann sollte der Tee nicht mehr getrunken werden. Sind die Haut­erscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder

Husten- und Bronchialtees werden grundsätzlich erst für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen. Zur Anwendung bei jüngeren Kindern liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte der Tee nicht getrunken werden.

Buchtipp: "100 Medikamente"

Dass ein Arzneimittel amtlich zugelassen ist, bedeutet noch nicht, dass es grundsätzlich sinnvoll ist. Über Risiken und Nebenwirkungen informiert Sie nicht nur ihr Arzt oder Apotheker: In diesem neuen KONSUMENT-Buch erfahren Sie die wichtigsten Informationen über 100 Bestseller aus der Apotheke.

Ein unabhängiges Expertenteam bewertet die in Österreich gängigsten Präparate. Außerdem: Die wichtigsten Hinweise zu Wechsel- und Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen sowie spezielle Tipps und Warnungen für die Anwendung bei Schwangeren, Kindern und älteren Menschen

www.konsument.at/100medikamente

Aus dem Inhalt

  • Wie verträglich ist das Mittel?
  • Lindert es die Symptome, ist es nachhaltig von Nutzen?
  • Ist es lange erprobt und wirkt es?
216 Seiten, 19,90 € + Versand

 

100 Medikamente Buch, (Quelle: VKI)

 

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang

DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.