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Die Lippen jucken und es bilden sich kleine Bläschen. Schon wieder Fieberblasen! Wir haben 17 Präparate getestet. Bild: Levent Konuk / Shutterstock.com

Test: Mittel bei Fieberblasen

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Welche Mittel aus der Apotheke helfen, was man bei der Behandlung beachten sollte und wann es besser ist, ärztlichen Rat einzuholen.

Welche Mittel gegen Fieberblasen sind die richtigen?

Fieberblasen, was tun? Wir haben geprüft, welche Medikamente gegen Fieberblasen sinnvoll sind. Mit dabei sind 17 Mittel. 6 Präparate zum Einnehmen und 11 Produkte zur äußerlichen Anwendung.

>> Hier geht es direkt zum Test.

Was bewirken Mittel gegen Fieberblasen?

Die Lippen jucken und es bilden sich kleine Bläschen. Schon wieder Fieberblasen!

Rezeptpflichtige Mittel zur inneren Anwendung und rezeptfreie Präparate zur äußerlichen Anwendung sollen den Juckreiz beseitigen und die Fieberblasen zum Verschwinden bringen. Erreicht werden soll dies mit verschiedenen Wirkstoffen. Wir haben uns Mittel mit den Wirkstoffen Aciclovir, Penciclovir, Docosanol, Heparin, Zinksulfat sowie mit einem Extrakt aus Melissenblättern angesehen.

Rezeptfreie Medikamente

Äußerlich anzuwendende Mittel sollte man mit einem Wattestäbchen auftragen und nicht mit den Fingern. Es besteht die Gefahr, dass Viren, die an den Fingern anhaften, an andere Körperstellen gelangen, etwa in die Augen. Die Präparate müssen zudem regelmäßig angewendet werden. Aciclovir-haltige Zubereitungen sind etwa alle vier Stunden aufzutragen, Mittel mit Penciclovir alle zwei Stunden.

Rezeptpflichtige Medikamente

Bei sehr schweren Verläufen, häufig wiederkehrenden Herpesinfektionen, oder wenn das Immunsystem geschwächt ist, können auch rezeptpflichtige, innerlich anzuwendende Medikamente eingenommen werden.

So haben wir getestet

Getestet haben wir in Summe 17 Präparate, die als Mittel gegen Fieberblasen in der Apotheke erhältlich sind.

Die Beurteilung der Mittel erfolgte auf der Basis von wissenschaftlicher Literatur und den aktuellen Leitlinien medizinischer Fachgesellschaften. Wir haben darüber hinaus auch Studien der Anbieter sowie unabhängige Studien herangezogen.

Gutachter:innen überprüften die Angaben und Werbeaussagen der Produkte sowie die dazugehörigen Unterlagen und Studien. Geprüft wurde etwa, ob die positive Wirkung belegt und über Nutzen und Risiken ausreichend aufgeklärt wurde.

Getestete Produkte

Getestet haben wir Produkte von folgenden Herstellern:

  • Aciclobene Fieberblasencreme
  • Aciclobene Tabletten
  • Aciclostad Fieberblasencreme
  • Aciclostad Tabletten
  • Aciclovir 1A Pharma Creme
  • Aciclovir Generika Tabletten 200 mg
  • Activir Duo 50 mg / g + 10 mg / g Creme
  • Activir Fieberblasencreme
  • Erazaban Creme
  • Fenivir 1 % Fieberblasencreme, abdeckend
  • Fenivir Fieberblasencreme
  • Lomaherpan Fieberblasen-Creme
  • Viromed Tabletten 200 mg
  • Widmer Lipactin Gel
  • Zovirax Creme
  • Zovirax Filmtabletten 200 mg
  • Zovirax Saft

11 Produkte schnitten mit „wenig geeignet“ ab, 6 Produkte sind geeignet. Die genauen Ergebnisse finden Sie in unserem aktuellen Test.

KONSUMENT-Tipps

Kündigen sich Fieberblasen an, sollte man vor allem darauf achten, andere Personen nicht damit anzustecken. Die wichtigste Verhaltensweise ist, die betroffene Stelle möglichst nicht mit den Fingern zu berühren. Geschieht dies versehentlich, sollten Sie sich unbedingt die Hände waschen, damit die Viren nicht weiterverbreitet werden. Ebenfalls sollten Sie Handtücher, Geschirr und Besteck nicht mit anderen Personen teilen.

Gehen Sie, solange Fieberbläschen und Wundschorf nicht vollständig abgeheilt sind, auf Abstand. Üben Sie keinen Sport mit Körperkontakt aus und halten Sie sich etwa beim Küssen zurück.

Lippenherpes

Lippenherpes ist die häufigste Erscheinungsform von Herpes und wird in erster Linie von Herpes-simplex-Viren Typ I hervorgerufen. Typ-I-Viren sind stark verbreitet, die Infektion erfolgt meist innerhalb der Familie bereits im Kindesalter.

Bei der Erstinfektion dringen die Viren über kleine Hautverletzungen oder die Schleimhaut in den Körper ein und vermehren sich zunächst in den Epithelzellen der Hautoberfläche. Danach gelangen sie über Nervenbahnen in nahe gelegene Ansammlungen von Nervenzellkörpern (Ganglien).

Haben sich die Viren einmal eingenistet, bleiben sie dort ein Leben lang und es kann jederzeit zu einem Aufflammen der Infektion kommen. Auslöser dafür sind etwa starke seelische Anspannung, Fieber, eine akute Erkältung, Menstruation, Hormonumstellung oder eine geschwächte Immunabwehr.

Herpesviren sind sehr ansteckend. In der Flüssigkeit der Bläschen sind zahllose Viren enthalten, die beim Kontakt mit der betroffenen Hautpartie weitergegeben werden können. Da die Viren außerhalb des Körpers bis zu zwei Tage lang überleben können, ist auch eine indirekte Ansteckung über Gegenstände (zum Beispiel Gläser, Besteck, Servietten usw.) möglich.

Bei gesunden Menschen heilt Lippenherpes von selbst aus. Häufig kommt es auch zu Herpesinfektion im Augenbereich, etwa auf den Lidern. Ist die Hornhaut betroffen, tränt das Auge und es kann zu Sehstörungen kommen. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem – etwa infolge einer Chemotherapie – kann die Erkrankung länger dauern und schwere Komplikationen wie eine Gehirnentzündung nach sich ziehen.

Fiese Bläschen

TEST Mittel gegen Fieberblasen. Welche Mittel aus der Apotheke helfen, was man bei der Behandlung beachten sollte und wann es besser ist, ärztlichen Rat einzuholen.

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1 Kommentar

Fieberblasen anders bekämpfen

meisl, 30. März 2023, 17:03

In meiner Familie wird dann und wann immer wieder auch jemand von Fieberblasen heimgesucht. Diese mit Medikamenten zu bekämpfen haben wir mangels Erfolg aufgegeben.
Was uns aber immer (!) geholfen hat, ist und war ein "Fieberblasenstift". Diese preiswerten Mini-Geräte (erhältlich auch in Apotheken) haben eine Goldspitze, die auf 40°C aufgeheizt wird. Diese Spitze muss man für ca. 7 Sekunden an die Fieberblase halten. Das ist für 7 Sekunden nicht ganz angenehm, aber gut auszuhalten, tötet aber die Viren. Das Ergebnis war immer (!) ein sehr Gutes: Spürt man die Fieberblase rechtzeitig (die Stelle juckt schon vorher), dann kommt es gar nicht mehr zu einer Blasenbildung. Übersieht man diesen Zeitpunkt (manchmal überfallen sie einem im Schlaf), dann blühen die Fieberblasen immer weit weniger auf, bleiben viel kleiner und verschwinden auch viel schneller.
Wir setzen den Fieberblasenstift in der Regel 2-3-mal pro Tag an die Lippen, das reicht.
Und noch einen tollen Nebeneffekt haben diese Stifte: Sie wirken auch bei Insektenstichen hervorragend, nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern.
Ich denke, die konsument-Leser sollten das der Vollständigkeit halber auch erfahren.

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