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Zahnpasten - Die Fluorid-Frage

, aktualisiert am

Was hat es mit dem Abrieb in Zahnpasten auf sich, und schützen auch fluoridfreie Präparate vor Karies? Die Antworten finden Sie im aktuellen Test.

In unserem Test finden Sie:

  • Blend-a-med - Complete Plus Milde Frische
  • Colgate - Komplett Extra Frisch
  • Denn‘s Biomarkt/Yalia - Dental Zahncreme Pfefferminze
  • dm/Alverde Naturkosmetik - 5 in 1 Zahncreme Nanaminze
  • dm/Dontodent - Kräuter
  • Hofer/dentofit - herbfresh
  • Lidl/Dentalux - Complex 3 Kräuter Fresh
  • Logodent - Daily Care Zahncreme Bio Pfefferminz
  • Müller/Sensident - Kräuter
  • Norma/Dentabella - Kräuter
  • Penny/Alldent Zahncreme - Kräuter
  • Theramed - Complete Plus, umfassende Mundhygiene

Die Testtabelle enthält Informationen zu: Preis pro 100 ml, Wirkung gegen Karies und Zahnbelag, Schutz und Pflege des Zahnfleisches, Entfernung von Zahnstein und Verfärbungen, Wirksamkeit gegen Parodontitis und Mundgeruch, Fluoridgehalt (Natriumfluorid), Triclosan, mikrobiologische Qualität, Deklaration und Werbeaussagen. - Hier unser Testbericht:


Entwarnung bei Fluorid

Beim Fluorid in Zahnpasten scheiden sich für viele Konsumenten die Geister. Während die einen bei der Kariesvermeidung auf das Spuren­element setzen, ist es für andere ein Gesund­heitsrisiko. Aus wissenschaftlicher Sicht kann weitgehend Entwarnung gegeben werden. Das Risiko, sich über die Zahnpasta mit Fluorid zu vergiften, geht gegen null. Dennoch sitzt das Misstrauen tief und viele Konsumenten greifen deshalb lieber zu fluoridfreien Produkten. Gefragt sind vor ­allem Zahnpasten mit Kräutergeschmack.

Gute Produkte sind nicht teuer

Im aktuellen Test hat unsere ­Partnerorganisation Stiftung Warentest zwölf auch in Österreich ­erhältliche Präparate unter die Lupe ge­nommen. Wie schon bei vergangenen Zahn­pasta-Tests zeigte sich auch dieses Mal, dass sehr gute bzw. gute Produkte nicht teuer sein müssen. Durchgefallen sind ausgerechnet jene beiden Präparate, die auf Fluorid verzichten. Sowohl die Dental Zahncreme Pfefferminze von dennree als auch die Daily Care Zahncreme Bio Pfefferminz von Logodent weisen eine nicht zufriedenstellende Kariesprophylaxe auf.

Pfefferminze: wirkt nicht gegen Karies

Keine der in diesen Zahn­pasten ­enthaltenen Substanzen kann Karies effektiv vorbeugen. Wenig auszusetzen gibt es bei diesen beiden Produkten hingegen, was die Entfernung von Verfärbungen auf den ­Zähnen angeht. Auch die mikrobio­logische ­Qualität ist nicht zu beanstanden. Dennoch bleibt die Qualität der Kariesprophylaxe das A und O, daher kann das Gesamt­urteil für die beiden genannten Natur­kosmetik­produkte nicht besser ausfallen als das Teilurteil in diesem Bereich.

Schutz durch Fluorid

Schutz durch Fluorid

Das in den anderen Präparaten enthaltene Fluorid hilft, der Zahnoberfläche Mineralien zurückzugeben; zudem macht es die Zähne widerstandsfähiger gegen Säuren und beugt so Karies vor.

Natriumfluorid, Aminfluorid

Sehr gut für die Kariesprophylaxe eignen sich dabei vor allem Natriumfluorid, Natriummonofluorphosphat, Zinnfluorid und Aminfluorid. Die Kombination von Aminfluorid und Zinnfluorid hat darüber hinaus auch antimikrobielle Eigenschaften; sie wirkt plaque- und entzündungshemmend.

Kräuter: Wirkung fraglich

Kräuter: Wirkung fraglich

Auch den Zahnpasten beigemengte Kräuter wie Kamille, Minze, Myrrhe oder Salbei sollen dazu dienen, Entzündungen zu lindern. Anbieter werben damit, dass Kräuter­extrakte das Zahnfleisch festigen und straffen oder dass die ätherischen Öle für nachhaltige Atemfrische sorgen würden. Kräuter werden zwar seit Langem in der "Volksmedizin“ ­gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt und sorgen teilweise für Linderung.

Atemfrische? Subjektive Angelegenheit

Ob sie aber in Zahnpasten eine vorbeugende Wirkung gegen Zahnfleischentzündungen entfalten, das ist mit einer gewissen Skepsis zu betrachten. Besser belegt ist da schon die Wirkung von Zink­chlorid. Was die durch Kräuterzusätze versprochene Atemfrische angeht, ist die Wirkung eine rein subjektive Angelegenheit.

Testsieger hat hohen Abrieb

Testsieger mit hohem Abrieb

Testsieger ist Theramed Complete Plus. ­Diese Zahnpasta besticht sowohl in Sachen Karies­prophylaxe wie auch bei der Entfernung von Verfärbungen und der mikrobio­logischen Qualität. Allerdings verfügt sie über einen hohen Abrieb. Die in der Theramed Complete Plus enthaltenen Putzkörper schmirgeln die Zahnoberfläche kräftig ab.

Putzkörper in der Tube

Putzkörper sind in allen Zahnpasten enthalten, sie machen bis zu 50 Prozent des Tubeninhalts aus und sorgen für eine mechanische Reinigung. Dabei gibt es allerdings Unterschiede. Neben der Größe spielt auch die chemische Zusammensetzung der Putzkörper eine Rolle. Der Testsieger von Theramed mit seinem hohen Abrieb eignet sich eher für unempfindliche Zahnhälse.

Für sensible Zahnhälse

Für sensible Zahnhälse empfiehlt sich eine Zahnpasta mit mittlerem oder niedrigem ­Abrieb. Vor allem Letzterer geht allerdings meist auf Kosten der Entfernung von Ver­färbungen. Keine der in diesem Test überprüften, in Österreich erhältlichen Produkte mit niedrigem Abrieb schaffte in diesem Punkt eine gute oder sehr gute Bewertung.

Testtabelle: Zahnpasten

Zahnpasta-Typen

Im Geschäft werden wir in der Regel mit drei verschiedenen Typen von Zahnpasten konfrontiert:

  • Universal-Zahnpasten versprechen meist einen Komplettschutz für Zähne und Zahnfleisch und vor allem Schutz vor Karies.
  • Sensitiv-Zahnpasten richten sich besonders an Menschen mit empfindlichen Zähnen. Die häufigste Ursache dafür sind freiliegende Zahnhälse. Bei empfindlichen Zähnen sollte möglichst eine weiche Zahnbürste sowie eine Zahnpasta mit niedrigem oder sehr niedrigem Abrieb verwendet werden. Achten Sie beim Putzen zudem darauf, dass die Borsten der Zahnbürste nicht umgebogen werden.
  • Zahnpasten mit Weiß-Auslobung sollen für besonders strahlende Zähne sorgen. Im Allgemeinen entfernen sie Zahn­beläge gut bis sehr gut. Sie haben jedoch keine Bleichwirkung und ­können die Zähne nicht weißer machen, als sie von Haus aus sind.

Fluorid und Gesundheit

Fluorid in Zahnpasten bekämpft wirkungsvoll Karies. Vergiftungen mit Fluorid sind extrem unwahrscheinlich.

Die Begriffe Fluor und Fluorid werden fälschlicherweise oft synonym verwendet. Bei Fluor handelt es sich um ein giftiges Gas. Fluoride sind die Salze des Fluors, sie kommen überall in der Natur vor. Im menschlichen Körper ist Fluorid vor allem in ­Knochen und Zähnen enthalten.

Fluorid steckt auch in ­unserer Nahrung, etwa in Mineralwasser, Fisch oder schwarzem Tee. Eine fluoridfreie Ernährung ist nicht möglich. Täglich nehmen wir zwischen 0,4 und 1,5 Milligramm auf. Der Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei 3,5 Milligramm.

Keine Gefahr

Damit Fluorid zum Gesundheitsrisiko wird, müssen große Mengen aufgenommen werden. Die tödliche Dosis für einen 75 Kilogramm schweren Menschen liegt bei 3500 Milligramm. In einer 75-Milliliter-Zahn­pastatube sind rund 112 Milligramm enthalten. Um in eine lebensgefährliche Situation zu geraten, müsste ein 75 Kilogramm schwerer Erwachsener also den Inhalt von mehr als 30 Zahn­pasta­tuben verzehren. Auch für einen 20 Kilogramm schweren Sechsjährigen ist es höchst unwahrscheinlich, durch ­Fluorid gesundheitliche Schäden davonzutragen. Erste Vergiftungserscheinungen würden erst nach dem Verzehr einer ganzen Tube Erwachsenen-Zahnpasta auftreten. Selbst wenn beim Zähne­putzen etwas Zahnpasta verschluckt wird, besteht noch keine Gefahr.

Kein Beleg für Krebs

Fluorid wird auch immer wieder mit Krebs in Verbindung gebracht. Wissenschaftlich gibt es dafür keine Belege. Auch Kinder unter sechs ­Jahre sollten bereits eine elektrische Zahnbürste benutzen und ausschließlich Kinder-Zahnpasta verwenden, da diese weniger Fluorid enthält. So wird verhindert, dass sich später eine sogenannte Fluorose ausbilden kann. Diese zeigt sich durch weiße bis gräuliche Flecken auf dem Zahnschmelz der bleibenden Zähne. Ursache ist eine regelmäßig überhöhte Fluoridaufnahme.

Fluoridiertes Salz ist ungefährlich

Die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz ist ungefährlich, auf zusätzliche Fluoridgaben, etwa Tabletten, sollte jedoch verzichtet werden. Um Zahnputzschäden zu verhindern, ist es wichtig, dass Kinder bis zum 10. Lebensjahr ihre Zähne nicht unbeaufsichtigt putzen. Damit die Zahnreinigung optimal ist, sollten die Eltern zudem gelegentlich nachputzen.

Mit Färbetablette kontrollieren

Empfehlenswert ist es auch, den Putzerfolg hin und wieder mit einer Färbe­tablette überprüfen. Eine Fluoridierung des Trinkwassers ist unserer Ansicht nach kontraproduktiv. Das Fluorid gelangt nämlich beim Trinken nicht dort hin, wo es eigentlich hin soll, nämlich in den Zahnschmelz. Es wird vielmehr in die Knochen eingelagert, was auf Dauer die Knochenstruktur schädigt.

Testkriterien

Die Stiftung Warentest hat 12 Universalzahnpasten getestet.

Kariesprophylaxe durch Fluorid: Das Gesamtfluorid wurde in Anlehnung an RL 2005/87/EG bestimmt. Die Beurteilung erfolgte durch einen Experten aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse nach Auswertung von wissenschaftlicher Literatur und Empfehlungen von Fachgesellschaften. Ist Fluorid in ausreichender Menge in Zahnpasten enthalten, beugt es Karies vor und fördert die Härtung des Zahnschmelzes.

Entfernen von Verfärbungen: Das Entfernen von Verfärbungen wurde in Anlehnung an die Methode von Stookey G.K. et al. (In-vitro Removal of Stain with Dentifrices, J. Dent. Res. 61 (1982): 1236–1239) geprüft. Der sogenannte PCR-Wert (Pellicle Cleaning Ratio) beschreibt, wie eine Zahnpasta gefärbte Auflagerungen entfernt.

Mikrobiologische Qualität: Die Gesamtkeimzahl in den Zahnpasten wurde in Anlehnung an Kapitel 2.6.12 der aktuellen, gültigen Fassung des Europäischen Arzneibuchs bestimmt.

Verpackung: Die Entleerbarkeit der Tuben wurde ermittelt und es wurde geprüft, ob eine Originalitätssicherung vorhanden war.

Deklaration und Werbeaussagen: Ein Experte prüfte die Deklaration gemäß den Vorschriften der Kosmetikverordnung. Drei Experten prüften die Lesbarkeit und die Werbeaussagen. Zusätzlich wurde geprüft, ob passend zu den Werbeaussagen über die normale zahnpflegende Wirkung der Zahnpasta hinaus spezielle Wirkstoffe in der Liste der Inhaltstoffe (INCI) gekennzeichnet waren, für die eine unterstützende Wirkung wissenschaftlich belegt ist.

Weitere Untersuchungen: Die Bestimmung des Abriebs am Dentin (Zahnbein) erfolgte in Anlehnung an Hefferren, J.J., Laboratory Method for Assessment of Dentifrice Abrasivity. J. Dent. Res, 55 (1976): 563–573. Der pH-Wert wurde in Anlehnung an die Methode der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaften bestimmt.
 

Anbieter

Blend-a-med: Procter & Gamble Austria GesmbH
Guglgasse 7-9
A-1030 Wien
01 588 57-0
www.pg.com
Colgate-Palmolive GesmbH
Wagramer Straße 17-19
A-1220 Wien
01 718 83 35-0
www.colgate.at
Denn's Biomarkt/Yalia: dennree Naturkosmetik GmbH
Taborstraße 13/4
A-1020 Wien
01 481 88 80
www.denns.at
DM Drogerie Markt GesmbH
Günter-Bauer-Straße 1
A-5073 Wals/Salzburg
0662 85 83-0
www.dm-drogeriemarkt.at
Hofer KG
Hofer Straße 1
A-4642 Sattledt
07244 80 00-0
www.hofer.at
Lidl Österreich GmbH
Unter der Leiten 11
A-5020 Salzburg
0800 50 08 10
www.lidl.at
Logodent: Logocos Naturkosmetik AG
Zur Kräuterwiese
D-31020 Salzhemmendorf
+49 5153 809 00
www.logocos.de
Müller/Sensident: MHA Reinhard Müller HandelsgmbH
Favoritenstraße 112-114
A-1100 Wien
01 710 12 10-0
www.mueller-drogerie.at
NORMA GmbH & Co. KG
Braunauer Straße 1b
A-5230 Mattighofen
0662 88 00 88
www.norma.at
Penny/Alldent: REWE International AG
Penny GmbH
IZ NÖ-Süd, Straße 3, Objekt 16
A-2355 Wr. Neudorf
0810 600 704
www.penny.at
Theramed: Henkel Central Eastern Europe GmbH
Erdbergstraße 29
A-1030 Wien
01 711 04-0
www.henkel.at
 

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  • Zahn- und Kieferregulierungen
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