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Werbeblocker - Unbehelligt surfen

Einschlägige Browser-Erweiterungen sorgen dafür, dass Sie weitgehend unbehelligt von Werbung und Nachverfolgung durchs Internet surfen können.

Bild: Piyaphat Detbun / Shutterstock.com

Wenn Sie das Internet nutzen, sind Sie mit Werbeeinblendungen (Bannern) konfrontiert. Was Ihren Augen verborgen bleibt, das sind die zusätzlichen Elemente, die in die Internetseiten eingebettet sind. Manche ­davon sind für das Funktionieren einer Seite notwendig. - Lesen Sie auch unseren zweiten Artikel zum Thema: Werbeblocker: Ghostery - Verfolger abschütteln  

Immer detailliertere Rückschlüsse

Viele andere sind verzichtbar, weil es sich um Tracker handelt. Personalisierte, auf Ihren Browserverlauf abgestimmte ­Werbung ist die Folge davon. Sie basiert auf einem im Hintergrund vorhandenen Persönlichkeitsprofil, das zwar anonymisiert ist, aber im Lauf der Zeit immer detailliertere Rückschlüsse auf Ihre Lebensumstände, Interessen und Einstellungen zulässt.

Viele Nutzer wollen durchs Internet surfen, ohne von Werbung belästigt und von Datensammlern ausspioniert zu werden. Tatsächlich ist es bis zu einem gewissen Grad möglich, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen – vorausgesetzt, man erweitert den Browser um die nötigen Funktionen.

Begrenzte Möglichkeiten

Im Auslieferungszustand bieten die gängigen Browser nur begrenzte Möglichkeiten für das Blockieren von Werbung und Tracking. Die Gründe dafür sind wirtschaftlicher Natur. Microsoft (Edge-Browser) und besonders Google (Chrome-Browser) sind auf Werbeeinnahmen angewiesen. Dass Chrome "aufdringliche oder irreführende Werbung" ­blockiert, ist nur vordergründig begrüßenswert.

Geschäftsmodell von Google und Adblock Plus

Die dahinter vermutete Strategie ist, eines Tages den Markt unter Google-Kon­trolle zu bringen, indem man der Werbewirtschaft die eigenen Vorgaben hinsichtlich "akzeptabler Werbung" aufzwingt. Weder der Begriff noch die Vorgangsweise sind neu. Auch andere haben definiert, welche Werbeformen ihrer Meinung nach für die Internetnutzer akzeptabel sind.

Eine Vor­reiterrolle nahm die Browser-Erweiterung Adblock Plus ein, die da­raus schon vor ­Jahren ein Geschäftsmodell entwickelt hat. Wer zahlt und sich an die Richtlinien hält, dessen Werbebanner werden von Adblock Plus in der Basiseinstellung durchgelassen.


ECC: Co-funded by the European Union

Dieser Artikel wurde aus den Mitteln des Verbraucherprogramms der Europäischen Union (2014 – 2020) gefördert.

Firefox, Opera, Ghostery

Firefox

Der nicht über alle, aber über viele Zweifel erhabene Firefox-Browser verfügt über einen "Schutz vor Aktivitätenverfolgung", der frei­lich in der Standardeinstellung unter "besser als gar nichts" einzuordnen ist (= Blockade der Cookies von Drittanbietern).

Eine Erklärung ist leicht zu finden: Internet-Gigant Google zahlt seit Jahren Geld an den Firefox-Entwickler Mozilla, damit dieser die Google-Suche als Standard-Suchmaschine einrichtet.

Opera mit vielen Ausnahmen

Opera wiederum, gleichfalls ein alternativer Browser, hat einen integrierten Werbeblocker, der allerdings erst aktiviert werden muss und von Haus aus einige ­Ausnahmen zulässt. Es ist nicht verwunderlich, dass sich darunter Google, Facebook, die russische Suchmaschine Yandex und deren chinesisches Gegenstück Baidu befinden.

Adblocker müssen Mittelweg finden

Man darf die Sache aber nicht nur negativ sehen. Kooperationen dieser Art sichern ­alternativen Anbietern das Überleben. Und man sollte nicht vergessen, dass das Blockieren sämtlicher Elemente gar nicht möglich ist, weil sonst auch jene Webseiten nicht mehr funktionieren, die man verwenden möchte (manche Seitenbetreiber verlangen mittlerweile sogar gezielt die Freischaltung blockierter Elemente). So betrachtet müssen die Anbieter der Werbeblocker für den ­Auslieferungsszustand einen Mittelweg ­finden, der weniger versierte Nutzer nicht vor unlösbare Probleme stellt.

Ghostery nur mehr mit Vorbehalt

Mit den vorhandenen Basisfunktionen der Browser kommt man jedenfalls nicht weit (Einstellungsempfehlungen folgen in KONSUMENT 10/2019). Um im Internet einigermaßen die Kontrolle zu behalten, müssen Sie zu einem Add-on, einer Erweiterung greifen. Als das Nonplusultra unter den Werbe- und Trackingblockern galt lange Zeit Ghostery – auch deshalb, weil seine Bedienung selbst für weniger versierte ­Nutzer relativ einfach erlernbar ist.

Seit ­seiner Übernahme durch den Medien­konzern Hubert Burda Media können wir Ghostery nur noch unter der Voraussetzung empfehlen, dass man in den Einstellungen unter dem Punkt "Opt-in/Opt-out" alle ­Optionen deaktiviert (eine Anleitung zur individuellen Anpassung folgt in KONSUMENT 10/2019). Leider hat nämlich unter der Bezeichnung "Ghostery Rewards" die "akzeptable Werbung" Einzug gehalten.

uBlock Origin: So geht's

uBlock Origin

Für alle, die etwas Lernaufwand nicht scheuen, empfiehlt sich mittlerweile die Entscheidung für das Add-on uBlock Origin vom Entwickler Raymond Hill (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen uBlock ohne Zusatzbezeichnung). In den Basis­einstellungen ist uBlock Origin ein Werbe­blocker. In den von uns empfohlenen erweiterten Einstellungen ist es ein vielseitiges Werkzeug für das Blockieren von Trackern, Skripten etc.

Nach der Installation erscheint in der Symbolleiste Ihres Browsers ein wappenähnliches Symbol. Klicken Sie darauf und danach auf die symbolisierten Schieberegler. So öffnen Sie das Menü. Unter dem Reiter "Einstellungen" setzen Sie einen Haken vor die Option "Ich bin ein erfahrener Anwender". Klicken Sie auf den Reiter "Filterlisten" und setzen Sie unter der Überschrift "Werbung" vor dem Eintrag "Adblock Warning Removal List" ebenfalls einen Haken.

Schließen Sie die Einstellungen und – falls noch geöffnet – das Fenster von uBlock Origin und rufen Sie eine Webseite auf, die Sie häufig besuchen. Nach Klick auf das uBlock-Origin-Symbol in der Browserleiste öffnet sich nun die erweiterte Ansicht. ­Konkret sehen Sie wieder das Fenster vor sich, mit einem großen Ein- und Ausschaltknopf, zusätzlichen Symbolen und einer dreispaltigen Tabelle. Die linke Spalte ­enthält Text, die mittlere lediglich leere ­Felder, die rechte fallweise Plus- oder ­Minus-Zeichen.

Bild: Screenshot

Die mittlere Spalte definiert die globalen Regeln, die quer durchs Internet auf allen Webseiten angewendet werden. Die rechte Spalte gilt immer nur auf der jeweils aufgerufenen Webseite. Wichtig! Lokale Regeln überschreiben globale Regeln.

Wenn Sie den Mauszeiger in eines der Felder stellen und – ohne zu klicken – von links nach rechts bewegen, scheinen der Reihe nach die Farben Grün, Grau und Rot auf. Grün bedeutet, dass alle Tracking-Anfragen des links genannten Anbieters zugelassen werden, Grau ist die Standardeinstellung, die die Verwendung des Dienstes ermöglicht, aber zugleich einen Grundschutz laut den in uBlock Origin enthaltenen Filterlisten beinhaltet, und Rot bedeutet, dass alle Anfragen des genannten Anbieters blockiert werden.

Ein Klick auf die entsprechende Farbe sowie danach auf das Vorhängeschloss-Symbol bzw. auf die kreisförmig angeordneten ­Pfeile (= Seite nachladen) aktiviert das Gewünschte im gewählten Feld. Wenn Sie vor dem Nachladen nochmals ins Feld klicken, machen Sie die letzte Änderung rückgängig, mit einem Klick auf das Radiergummi-Symbol alle Änderungen, die Sie seit dem letzten Nachladen bzw. Klick auf das Vorhängeschloss durchgeführt haben.

Die Plus- und Minus-Zeichen der rechten Spalte informieren darüber, ob Anfragen des links genannten Anbieters erlaubt oder verboten sind und wie viele es ungefähr sind: 1 Zeichen = 1 bis 9; 2 Zeichen = 10 bis 99; 3 Zeichen = mehr als 100.

Einen Kompromiss zwischen gutem Schutz und einigermaßen flüssiger Nutzbarkeit des Internets erzielen Sie, wenn Sie in der mittleren, globalen Spalte Skripte von Drittseiten sowie Frames von Drittseiten blockieren. Die nächste Stufe ist das zusätzliche Blockieren der Ressourcen von Drittseiten. Dann müssen Sie freilich auf den von Ihnen genutzten Webseiten schon relativ viel lokal wieder freigeben. Ein Zusatzaufwand, der andererseits pro Webseite nur einmal anfällt.

Der Vollständigkeit halber die Erklärung des Blitz- und des Pipetten-Symbols (= Element-Entferner bzw. Element-Picker): Es handelt sich um "kosmetische Filter", mit denen Sie Werbefenster auf einer Webseite vorübergehend (Blitz) bzw. dauerhaft ­(Pipette) ausblenden können. Bei entsprechend strenger Einstellung der Regeln sollten allerdings ohnehin keine Werbebanner zu sehen sein.

Add-ons installieren

  • Chrome: https://chrome.google.com/webstore
  • Edge: "(Menüsymbol)/Erweiterungen/Wei­tere Erweiterungen durchsuchen"
  • Firefox: "(Menüsymbol)/Add-ons/ (Suchfeld benutzen)"
  • Opera: "(Opera-Symbol)/Erweiterungen/Er­weiterungen holen"

Glossar

Browser-Erweiterung (auch: Add-on): Softwarebaustein, der in einen Internetbrowser integriert wird und dessen Funktionsumfang erweitert.

Cookie (englisch: Keks): Kleine Textdatei. Speichert lokal auf der Computerfestplatte Daten über besuchte Webseiten, die beim erneuten Besuch automatisch wieder aufgerufen werden. Dadurch hat aber auch der Webseitenbetreiber Zugriff auf diese Informationen.

Frames (englisch: Rahmen): Abgegrenzte Teilbereiche einer Webseite.

Skript: Eine Liste von Computerbefehlen, die von einem Programm oder einem Internetbrowser automatisiert ausgeführt werden.

Tracker (englisch: Verfolger): Oberbegriff für Tools (= Werkzeuge) zur Nachverfolgung und Auswertung des Nutzungsverhaltens im Internet.

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