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Heizkosten: Vergleich - Auf und ab

, aktualisiert am

Die Entwicklung der Heizkosten – ob Gas, Öl, Holz oder Fernwärme – verläuft sehr unterschiedlich. Wir bringen eine Übersicht über die letzten 10 Jahre.

In unserer Tabelle finden Sie Informationen über folgende Energieformen:

Erneuerbar

  • Kaminholz im Karton
  • Scheitholz (1m)
  • Kaminholz (0,33m)
  • Hackgut
  • Holz-Briketts
  • Pellets

Nicht erneuerbar

  • Erdgas Bm³
  • Flüssiggas
  • Heizöl EL
  • Brikett-Rekord
  • Steinkohle (Polen)
  • Hüttenkoks Brech 3

Elektrische Energie

  • Tagstrom
  • Nachtstrom

Wärmepumpe

  • Tagstrom
  • Mischtarif

Fernwärme

  • Standardtarif
  • Niedrigenergietarif

Verglichen haben wir: Heiztechnik (Kaminofen, Durchbrandkessel, Holzvergaserkessel, Kachelofen, Zentralheizung, Erdwärmepumpe ...), Brennstoffpreis in Cent/Einheit, Energiegehalt in kWh/Einheit, Jahresnutzungsgrad (neue und alte Anlage), Brennstoffkosten in Cent/kWh bei neuen und alten Anlagen, CO2-Emissionen.

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Holz ist billig, Strom teuer, das lässt sich Jahr für Jahr anhand unserer Heizkostenvergleiche feststellen. Doch wie haben sich die Preise in den letzten Jahren entwickelt? Wir haben uns einen Überblick über die letzten 10 Jahre verschafft – die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich.  Bei den Brennstoffpreisen gibt es ein stetiges Auf und Ab - siehe dazu die Tabelle "Heizkostenvergleich 10/2017".

Heizöl schwankte am stärksten

Den stärksten Schwankungen ist der Heizölpreis unterworfen, der im Wesentlichen die Entwicklung auf dem Rohölmarkt wiedergibt – der oft sehr sensibel auf tagespolitische Ereignisse reagiert. Eine langsame und stetige Preissteigerung, wie sie in vielen Teilen der Wirtschaft zu beobachten ist, ist auf dem Brennstoffmarkt eher unüblich. Am ehesten beobachten wir solche Entwicklungen bei Holz und bei Fernwärme. Hier stellten wir die stärksten Preissteigerungen fest.

Heizöl

Heizöl: vom Allzeithoch bergab

Sehr gut lässt sich die Volatilität oder Schwankungsintensität auch bei einem Vergleich über einen längeren Zeitraum nachvollziehen. Betrachten wir die letzten 10 Jahre seit 2008 (siehe Tabelle „Heizkostenvergleich 2008–2017“): In diesem Jahr hat uns die Finanzkrise voll erwischt, von der sich die Wirtschaft noch immer nicht ganz erholt hat. Damals hat auch der Rohölpreis seinen historischen Höchststand erreicht – die Sorte Brent notierte damals bei 147 US-Dollar pro Fass.

So kann es auch nicht verwundern, dass der Preis für Heizöl seit damals um 24 Prozent gesunken ist (für Großbestellungen), für kleine Mengen sogar um über 31 Prozent. Doch das ist noch nicht einmal die höchste Schwankungsbreite. Innerhalb der 10 Jahre des Untersuchungszeitraumes lag der niedrigste Preis 36 Prozent unter dem maximal erreichten Wert.

Flüssiggas

Flüssiggas nutzt Monopol

Sonst zeigen die Preise zwischen 2008 und 2017 hauptsächlich steigende Tendenz oder sind nahezu gleich geblieben. Die 17 Prozent minus bei Flüssiggas sind wegen unterschiedlicher Informationsquellen nur bedingt aussagefähig. Die beiden Marktführer Flaga und BP geben keine Auskunft mehr, sodass wir nur mehr Preisangaben kleinerer Anbieter verwerten können.

Es zeigt aber immerhin, dass zu Zeiten, als Flaga und BP noch berücksichtigt werden konnten, die Preise höher waren als danach. Generell unterscheiden sich die Flüssiggaspreise von (städtischen) Regionen, wo Erdgas als Konkurrenz zur Verfügung steht, und ländlichen Regionen, wo Flüssiggas eine Monopolstellung einnimmt.

Holzpreise

Holzpreise weisen nach oben

Die Preise für den Brennstoff Holz zeigen generell nach oben, egal, ob man Kaminholz im Baumarkt kauft, Scheitholz oder Hackschnitzel selbst im Wald abholt oder ob man sich Pellets nach Hause liefern lässt. Einzige Ausnahme: Der Kauf von Kaminholz in großen Kisten vom Baumarkt weist einen Rückgang um rund 10 Prozent auf. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass es dafür sehr häufig Angebote gibt, die nicht immer zum selben Zeitpunkt (zum Zeitpunkt unserer Erhebung) gelten.

Noch eine Einschränkung müssen wir machen: Auch bei den Hackgutpreisen haben wir die Preisquelle gewechselt, die 85-Prozent-Steigerung ist daher zu relativieren. Anfangs bekamen wir die Preise von den Bundesforsten, die eher preisgünstig sind, seit 2011 setzen wir einen bundesweiten Durchschnittspreis ein, der aus Daten der Landwirtschaftskammer gebildet wird. Aber auch seit 2011 sind die Holzschnitzelpreise deutlich (um 67 %) gestiegen.

Woher haben wir die Holzpreise?

Wir erheben sie in Baumärkten bzw. stammen sie aus der Landwirtschaftskammer (bei Lieferung ab Wald), die Pelletspreise kommen vom proPellets-Verband. Die Pelletspreise (inklusive Zustellung, für Zentralheizungen) stehen übrigens in direktem Wettstreit zu den Ölheizungen. Interessant, dass auch bei Pellets die Schwankungsbreite der Preise relativ hoch ist (32 Prozent).

Gas und Strom

Gas und Strom: Starke Konkurrenz

Die Gas- und Strompreise lassen sich aus dem Tarifkalkulator der E-Control herauslesen, wir verwenden den Durchschnittspreis unter allen Anbietern. Auch dabei ist ein stetiges Auf und Ab zu verzeichnen, allerdings spielt auch ein zweiter Faktor eine Rolle: Im Laufe der Jahre sind immer mehr Anbieter auf den Markt getreten, was eine preisdämpfende Wirkung hat. 

So ist erklärbar, dass der Strompreis im Zeitraum 2008 bis 2017 leicht um 0,83 Prozent gefallen ist. Wie erwähnt, handelt es sich um einen Durchschnittswert. Wer bei seinem angestammten, lokalen Anbieter geblieben ist, zahlt deutlich mehr, wer zu einem alternativen Anbieter gewechselt hat, deutlich weniger.

Energiekosten-Stop: sparen durch Wechsel 

Wer aktuell Geld durch einen Anbieterwechsel bei Strom und/oder Gas sparen möchte, dem sei die VKI-Aktion "Energiekosten-Stop" ans Herz gelegt. Alle Informationen dazu finden Sie hier: Energiekosten-Stop: weniger zahlen für Strom und Gas.  Die Anmeldung ist unverbindlich und bis 15.1.2017 möglich.

Fernwärme

Fernwärme: immer mehr, immer teurer

Marktführer bei den Heizungsanlagen für private Haushalte ist Fernwärme, und es werden ständig mehr Wohnungen mit Fernwärme ausgestattet. Nach Angaben der Statistik Austria waren es 2015/2016 fast 28 Prozent der Hauptwohnsitze. Es folgen Erdgas, Holz (mit Pellets) und Heizöl (plus Flüssiggas). Die starke Marktstellung zeigt sich auch an der Preisentwicklung: Der Fernwärmepreis ist um 35 Prozent gestiegen.

Standardtarif der Fernwärme Wien

Wir erheben den Standardtarif der Fernwärme Wien als größten Anbieter. Die Preise können natürlich von Fall zu Fall stark schwanken. Es gibt im ländlichen Raum zahlreiche Nahwärmeversorger, ein bundesweiter Durchschnittspreis lässt sich nicht erheben. Aber dass die Preise steigende Tendenz zeigen, dürfte weitgehend "marktüblich" sein.

 

Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizsysteme:
https://www.konsument.at/heizkosten-extra
aktueller Vollkostenvergleich (inkl. Anschaffung und Installation):
https://www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten.html

Tabelle: Heizkostenvergleich 10/2017

Tabelle: Heizkostenvergleich 2008–2017

Grafik: So entwickelten sich die Heizkosten

Die Grafik zeigt Ihnen, wie sich die Heizkosten zwischen 2008 und 2017 verändert haben:

Diagramm: Heizkosten im Zehn-Jahres-Vergleich (Grafik: Doris Seyser/VKI)

Heizsysteme: Marktanteile in Österreich

Hier sehen Sie den Anteil der Heizsysteme in Österreichs Haushalten (Hauptwohnsitze).

Fernwärme 27,8
Erdgas 23,8
Holz, Pellets 17,4
Heizöl, Flüssiggas 16,1
Solarenergie, Wärmepumpe 9
Strom  5,6
Kohle, Koks 0,2
Summe 99,9

Quelle: Statistik Austria (Daten 2015/2016)

Heizsysteme - Marktanteile in Österreich (Grafik: Statistik Austria)

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