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Zahnpasten - Sehr gut um 39 Cent

Test: Die meisten Universalzahncremen schützen zuverlässig vor Karies. Aber auf vielen zinkhaltigen Pasten fehlt ein wichtiger Hinweis.

In unserem Test finden Sie:

  • Aronal - Zahnfleischschutz mit Zink
  • blend-a-med - classic
  • blend-a-med - complete extra frisch
  • blend-a-med - complete milde Frische
  • Colgate - Total Daily Repair
  • dm/alverde Naturkosmetik - 5 in 1 Zahncreme Nanaminze
  • dm/Dontodent - Complete Extra Frisch 7x Rundumschutz
  • el-ce med - Kräuter plus
  • Lavera - Basis Sensitive Zahncreme Classic
  • Lidl/dentalux - Complex 3 Kräuter Fresh6
  • Lidl/dentalux - Complex 7 Total Care Plus
  • Neobio Natural Cosmetics - Fluorid Zahncreme
  • Odol-med3 - Complete Care Reiner Atem
  • Oral-B blend-a-med Pro-Expert - Tiefenreinigung
  • Pearls & Dents - Medizinische Spezialzahncreme
  • Penny/All-dent - Zahncreme Intensive care
  • Rot Weiss - Zahncreme
  • Sante - Dental med Zahncreme Vitamin B1212)
  • Theramed - Complete plus umfassende Mundhygiene
  • Theramed - Original
  • Weleda - Sole-Zahncreme
  • Zirkulin - Propolis Zahnpasta

Die Testtabelle informiert über: Preis pro 100 ml, Wirkung gegen Karies und Zahnbelag (Plaque), Schutz und Pflege des Zahnfleisches, Entfernung von Zahnstein und Verfärbungen, Wirksamkeit gegen Parodontitis, Schmerzempfindlichkeit und Mundgeruch, Fluoridgehalt, Triclosan, Deklaration und Werbeaussagen. - Und hier unser Testbericht:


Wenn es um die Zahnpflege geht, greifen viele zu Universalzahnpasten. Die Produkte sollen vor Karies schützen, Zahnbelag, Zahnstein und Verfärbungen beseitigen und für frischen Atem sorgen. Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Stiftung Warentest ­haben 23 in Österreich erhältliche Universalzahnpasten zum Test ins Prüflabor geschickt.

Eigenmarken der Supermärkte

Vertreten war neben Markenprodukten und preiswerten Pasten von Eigenmarken der ­Supermärkte, Diskonter und Drogeriemärkte auch eine echte Kostbarkeit: das Zahngel Swiss Smile d‘Or mit echtem Goldstaub für rund 120 Euro pro Tube. Im Labor glänzte die Paste allerdings nicht gerade.

Die Mehrheit der für Otto Normalverbraucher erschwinglichen Zahnpasten macht es besser: Drei Produkte schnitten im Test sehr gut ab, acht immerhin noch gut. Bei den neun Produkten mit durchschnittlicher Bewertung fehlt ein Hinweis, dass sie sich wegen ihres Zinkgehalts nicht für ­Kinder und Jugendliche eignen. Drei ­Zahnpasten erwiesen sich als nicht zufrieden­stellend. ­Neben den Naturkosmetik-Cremen von ­Lavera und Weleda auch ­Zirkulin Propolis.

Ohne Fluorid besteht Kariesgefahr

Die Kariesprophylaxe ist bei ­diesen Pasten unzureichend, weil sie kein Fluorid enthalten. Fluorid gibt den ­Zähnen ­Mineralien zurück und macht sie widerstandsfähiger ­gegen Säuren und Bakterien.

Immer wieder Fluorid

Immer wieder Fluorid

Vor ­allem im Internet finden sich regelmäßig Meldungen, wonach Fluorid Krebs und andere Krankheiten auslösen soll. Wissenschaftliche Belege dafür fehlen. Auch das Risiko, sich über eine Zahncreme mit Fluorid zu vergiften, geht gegen null: Für einen 75 Kilo schweren Erwachsenen liegt die tödliche Dosis bei 3.500 Milligramm. Eine 75-Milli­liter-Tube enthält höchstens 112 Milligramm Fluorid. Man müsste also den Inhalt von über 30 Tuben verzehren, um sich damit umzubringen. Bei ­einem 20 Kilo schweren Kind ist erst nach Verschlucken eines ganzen Tubeninhalts mit Vergiftungserscheinungen zu rechnen.

Testsieger el-ce med und dentalux

Platz eins im Test teilen sich Colgate Total Daily Repair, el-ce med Kräuter plus und Complex 3 Kräuter Fresh von Lidl. In Colgate Total ist allerdings das Desinfektionsmittel Triclosan enthalten. Auf die Bewertung ­wirkte sich dies nicht aus. Wir halten diese Substanz für absolut verzichtbar (www.kon sument.at/triclosan072007). Die Zahnpasta von Lidl enthält Zink. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass der Mineralstoff gegen Bakterien wirkt und damit vor Plaque, Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch schützt. Auch andere Anbieter versetzen ihre Zahncremen mit Zink – im Test ist es in 13 Produkten enthalten.

Zink ist in Pasten für Erwachsene

Zink: sinnvoll bei Erwachsenen ...

Zink ist in Pasten für Erwachsene durchaus sinnvoll, allerdings nur in handels­üblicher Konzentration. Ein Übermaß des Mineralstoffs könnte langfristig negative gesundheitliche Effekte haben, etwa das Immun­system schwächen, zu Blutarmut und Bewegungsstörungen führen. Davor warnte auch das Bundes­institut für Risikobewertung (BfR) im Mai 2015. Die erlaubte Höchstkonzentration von Zink in Zahncremen beträgt ein Prozent. Die Konzentrationen in den Testprodukten liegen deutlich darunter. In Produkten für Kinder und Jugendliche hat Zink hingegen nichts verloren.

... aber nicht zu viel

Das BfR ­warnte vor möglichen gesundheitlichen Gefahren durch eine Überdosierung: Der Zinkbedarf von Kindern sei bereits über die Nahrung gedeckt. Teilweise werde die tolerier­bare Tageshöchstaufnahmemenge sogar überschritten. Produkte, die sich in ihrer Aufmachung und Kennzeichnung speziell an ­Kinder und Jugendliche ­richten, sollten deshalb möglichst kein Zink enthalten. Da in ­vielen Familien ältere Kinder und Jugendliche dieselbe Zahncreme wie ­ihre Eltern nutzen, ist es unserer Ansicht nach überfällig, dass eine gesetzliche Regelung für die Kennzeichnung zinkhaltiger Pasten auf den Weg gebracht wird.

Für Kinder: besser zinkfrei

Einige Anbieter ­haben das Versäumnis bereits korrigiert und ihre Produkte freiwillig mit der Kennzeichnung „nur für Erwachsene geeignet“ ver­sehen. Wir erlauben uns, Pasten mit Zink abzuwerten, die diese Warnung nicht tragen. Grundsätzlich können Kinder etwa ab dem Schulalter Er­wachsenen­zahn­cremen verwenden – sofern diese zinkfrei sind.

Hoher Abrieb

Hoher Abrieb

Neben Karies, Zahnfleischentzündung und Mundgeruch soll eine gute Zahnpasta auch gegen Zahnverfärbungen nützlich sein. Sehr gut helfen hierbei die Präparate Oral-B blend-a-med Pro-Expert Tiefenreinigung und Theramed Complete plus. Der Nachteil dieser Pasten: Sie haben einen hohen Abrieb und schmirgeln die Zähne vergleichsweise stark ab. Wer freiliegende oder empfindliche Zahnhälse hat, sollte deshalb zu Produkten mit niedrigem Abrieb greifen.

Meist keine Hinweise zum Abrieb

Leider finden sich auf den meisten Verpackungen keine Hinweise zum Grad des Abriebs. Im aktuellen Test musste er deshalb bestimmt werden. Es zeigte sich aller­dings, dass Zahnpasten mit niedrigem Abrieb Verfärbungen meist nicht sehr effektiv entfernen. Kein Produkt im Test enthält Mikroplastik als Putz­körper. Die Kunststoffteile stehen in der ­Kritik, weil sie der Umwelt schaden können.

Sante-Paste ist zinkfrei

Drei geteste Naturkosmetikpasten schnitten mit "gut“ ab. Die 5 in 1 Zahncreme von dm/­alverde und die Vitamin-B12-Zahncreme von Sante bieten sehr guten Schutz vor Karies, entfernen Verfärbungen allerdings nur durchschnittlich. Die Sante-Paste ist zinkfrei, kann also von Kindern und Jugendlichen benutzt werden. Das gilt auch für die Fluorid-Zahncreme von Neobio Natural Cosmetics, die in allen Prüfpunkten gut abschnitt.

Testtabelle: Zahnpasten

Swiss smile: Glanzgel ohne Glanzleistung

Was in der Swiss Smile d‘Or Goldzahn­pasta glänzt, ist tatsächlich feinster Goldstaub. In 75 Millilitern d‘Or stecken etwa 20 Milligramm des Edelmetalls. Der Anbieter Swiss Smile wirbt damit, dass er 23,75-karätiges Gold in seine Tuben füllt. Die Reinheit des Metalls haben wir nicht geprüft.

Gold im Wert von 77 Cent

Wenn die Qualität so hoch ist wie versprochen, liegt der Wert des eingesetzten Goldes je nach Tageskurs bei ungefähr 77 Cent. Das ist ein überschaubarer Materialwert für eine Tube, für die man fast 120 Euro hinblättern muss. Vom Goldgehalt sollte man sich ohnehin nicht blenden lassen.

Zu wenig Kariesschutz

Der Kariesschutz des Zahngels ist wenig zufriedenstellend, da es nur eine vergleichsweise geringe Menge des dafür wohl zu profanen Fluorids enthält. Swiss Smile erklärt, dass Gold eine "regenerative Wirkung bei Anfälligkeit gegenüber Karies und Parodontitis" habe. Das klingt verheißungsvoll. Wissenschaftliche Belege für diese Aussage konnten wir indes nicht finden.

 

Hofer nicht im Test

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Dentofit: einmal Aldi,
einmal Hofer

Im Test der deutschen Kollegen waren auch zwei Produkte von Aldi Süd. Nach Aussage von Hofer sind sie mit den dentofit-Pro­dukten herbfresh und coolfresh rezepturgleich. Die Kariesprophylaxe durch Fluorid ist sehr gut, bei der ­Entfernung von Verfärbungen schneiden die Pasten gut ab.

Das Produkt dentofit herbfresh haben wir letztes Jahr getestet (KONSUMENT 7/2015), es schnitt mit "sehr gut“ ab. Dentofit coolfresh unterscheidet sich vom Aldi-Süd-Produkt in Verpackung, Deklaration und Werbe­aussagen, deshalb liegt uns dafür kein Test-Gesamturteil vor.

Zusammenfassung

  • Günstige Kariesprophylaxe: Sehr guter Kariesschutz muss nicht teuer sein. Das beweist unser Co-Testsieger Lidl/dentalux Complex 3 Kräuter Fresh um lediglich 39 Cent pro 100 Milliliter.
  • Fluorid, Zink und Triclosan: ­Fluorid ist derzeit für die Kariesprophylaxe alternativlos. Zink wirkt gegen Bakterien und schützt vor Plaque, Zahnstein, Zahn­fleisch­ent­zündungen und Mundgeruch. Der Mineralstoff ist jedoch nicht für ­Kinder und Jugendliche geeignet. Das Desinfektionsmittel Triclosan ist in Zahnpasten absolut verzichtbar.

Testkriterien

Kariesprophylaxe durch Fluorid: Das Gesamtfluorid wurde in Anlehnung an RL 2005/87/EG bestimmt. Die Beurteilung erfolgte durch einen Experten aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse nach Auswertung von wissenschaftlicher Literatur und Empfehlungen von Fachgesellschaften. Ist Fluorid in ausreichender Menge in Zahnpasten enthalten, beugt es Karies vor und fördert die Härtung des Zahnschmelzes.

Entfernen von Verfärbungen: Das Entfernen von Verfärbungen wurde in Anlehnung an die Methode von Stookey G.K. et al. (In-vitro Removal of Stain with Dentifrices, J. Dent. Res. 61 (1982): 1236–1239) geprüft. Der sogenannte PCR-Wert (Pellicle Cleaning Ratio) beschreibt, wie eine Zahnpasta gefärbte Auflagerungen entfernt.

Mikrobiologische Qualität: Die Gesamtkeimzahl in den Zahnpasten wurde in Anlehnung an Kapitel 2.6.12 der aktuellen, gültigen Fassung des Europäischen Arzneibuchs bestimmt.

Verpackung: Die Entleerbarkeit der Tuben wurde ermittelt und es wurde geprüft, ob eine Originalitätssicherung vorhanden war.

Deklaration und Werbeaussagen: Ein Experte prüfte die Deklaration gemäß den Vorschriften der Kosmetikverordnung. Drei Experten prüften die Lesbarkeit und die Werbeaussagen. Zusätzlich wurde geprüft, ob passend zu den Werbeaussagen über die normale zahnpflegende Wirkung der Zahnpasta hinaus spezielle Wirkstoffe in der Liste der Inhaltstoffe (INCI) gekennzeichnet waren, für die eine unterstützende Wirkung wissenschaftlich belegt ist.

Weitere Untersuchungen: Die Bestimmung des Abriebs am Dentin (Zahnbein) erfolgte in Anlehnung an Hefferren, J.J., Laboratory Method for Assessment of Dentifrice Abrasivity. J. Dent. Res, 55 (1976): 563–573. Der pH-Wert wurde in Anlehnung an die Methode der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaften bestimmt.

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