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Sommerreifen - Schleuderkurs

Ergebnis der jüngsten Testserie in der Reifen-Mittelklasse: kein Absturz, aber eine fragwürdige Kennzeichnung bei den SUV-Reifen.

Folgende Sommerreifen finden Sie in unserer Testtabelle:

Dimension 195/65 R 15

  • Bridgestone - Turanza T001
  • Continental - ContiPremiumContact 5
  • Dunlop - Sport BluResponse
  • Esa-Tecar - Spirit 5 HP
  • Goodyear - EfficientGrip Performance
  • GT Radial - Champiro FE1
  • Hankook - Ventus Prime 3 K125
  • Kumho - Ecowing ES01 KH27
  • Maxxis - Premitra HP5
  • Michelin - Energy Saver+
  • Nokian - Line
  • Pirelli - Cinturato P1 Verde
  • Sava - Intensa HP
  • Semperit - Comfort-Life 2
  • Vredestein - Sportrac 5

Dimension 215/65 R 16

  • Barum - Bravuris 4x4
  • BF Goodrich - g-Grip SUV
  • Bridgestone - Dueler H/P Sport
  • Cooper - Zeon 4XS Sport
  • Firestone - Destination HP
  • General - Grabber GT
  • Goodyear - EfficientGrip SUV
  • Hankook - Dynapro HP2 (RA33)
  • Michelin - Latitude Tour HP
  • Nokian - Line SUV
  • Pirelli - Scorpion Verde
  • Semperit - Comfort-Life 2 SUV
  • Uniroyal - Rain Expert 3 SUV
  • Yokohama - Geolandar SUV

In den Testtabellen finden Sie Bewertungen und Infos zu: Preis, Trägheitsindex, nasse Fahrbahn (Bremsen, Aquaplaning auf Geraden, Aquaplaning in Kurven, Handling, Seitenführung), trockene Fahrbahn (Fahrstabilität, Handling, Bremsen), Verschleißfestigkeit, Kraftststoffverbrauch, Geräusch (Innengeräusch, Außengeräusch) und Schnelllaufprüfung. - Lesen Sie auch Autoreifen im Test - Auto Extra


Auch wenn es bei unseren Tests nur mehr wenige Ausreißer nach unten gibt, also keine katastrophalen Ergebnisse, heißt das keineswegs, dass keine schlechten Reifen mehr auf den Markt kommen. Nur treten die wirklich schlechten Reifen zu unseren Tests gar nicht mehr an.

Reifentests: Note C als Minimum

Seit es die Reifenlabel-Kennzeichnung gibt, haben wir, ein Konsortium europäischer Verbraucher- und Autofahrerorganisationen, eine Grenze nach unten gezogen: Ein Reifen muss im Nassgriff mindestens mit Note C gekennzeichnet sein, um einer Beurteilung unterzogen zu werden. Es hätte ja auch wirklich keinen Sinn, Reifen zu testen, von denen der Hersteller selbst einräumt, dass sie im heikelsten Kriterium – dem Nassgriff – versagen. Denn bei Nässe geraten Autos am öftesten in gefährliche Situationen.

Reifenlabel: Angaben reichen nicht

Das Reifenlabel trennt ganz grob die Spreu vom Weizen, nicht mehr. Es spricht aber vieles dafür, sich die Details genauer anzusehen. Zunächst werden dort nur Umwelt- und Sicherheitskriterien gewertet, also Verbrauch, Nassgriff und Lärm. Die Label-Kennzeichnung sagt nichts aus über die zahlreichen weiteren Kriterien, die vielleicht nicht unmittelbar lebenswichtig sind, für Konsumenten aber von entscheidender Bedeutung.

Falsche Einstufungen

Außerdem erweist sich die Einstufung auf dem Label immer wieder als falsch. Oder anders gesagt: Gäbe es nur die Reifenlabels und keine Tests mehr, würden die Reifenhersteller ihre Pneus wahrscheinlich sehr einseitig darauf hin entwickeln. Eine unabhängige Kontrolle und die Überprüfung weiterer Kriterien wie Verschleiß und das Verhalten auf trockener Fahrbahn würden ohne unsere Tests womöglich wegfallen.

Qualität und Reifendimensionen

Auch diesmal hat sich gezeigt, dass einige Pneus falsch eingestuft sind. Wer nur Böses dabei erwartet, der irrt. Denn manchmal sind die Reifen sogar besser, als ihr Label-Buchstabe ausweist. Aber eben nur manchmal. Bei der schmäleren Dimension schneidet etwa ein Drittel um zehn Prozent schlechter ab, als das Label vermuten lässt, was die europäische Reifenfabrikantenvereinigung (ETRMA, European Tyre and Rubber Manufacturers’ Association) aber für tolerierbar hält.

Reifen hinter Grenzwert

Nicht mehr tolerierbar erscheint allerdings das Ergebnis des Hankook Ventus Prime 3, der im Schnitt um 14 Prozent hinter dem Grenzwert zurückblieb und damit tatsächlich um eine Klasse schlechter abschnitt als am Label angegeben. Sozusagen zum Ausgleich war der Hankook der SUV-Dimension sogar besser als die Label-Einstufung, so wie General und Barum. 

Verschiedene Reifendimensionen getestet

Diesmal wurde eine Reifendimension der gehobenen Kompaktklasse getestet, die auch unter Kombis und Limousinen sehr verbreitet ist. Als Testwagen fungierte ein VW Golf 7 mit Reifen der Dimension 195/65 R15 V, einer der häufigsten Größen überhaupt.

Die zweite Reifendimension betrifft die Gruppe der mittelgroßen Sports Utility Vehicles, die sich ungebrochen hoher Beliebtheit erfreuen. Die Dimension lautete 215/65 R16 H, Testfahrzeug war ein VW Touran. Dabei gibt es einige nicht unwesentliche Abweichungen zu herkömmlichen Pkw-Reifen zu beachten.

Unterschiedliche Testergebnisse

Gehobene Kompakte: 195/60 R15 V

Bei der getesteten Kompaktwagendimension erlaubt der Geschwindigkeitsindex V eine maximale Bauartgeschwindigkeit der Fahrzeugs von 240 km/h, was in dieser Fahrzeugklasse in praktisch allen Fällen ausreicht. Einzelne Kompaktfahrzeuge, die noch schneller laufen, verwenden üblicherweise ohnehin auch eine deutlich breitere Dimension. Der Großteil der Reifen erreichte die Note „durchschnittlich“, fünf sogar die Note „gut“, und nur einer schaffte lediglich ein „weniger zufriedenstellend“.

Kein "Nicht zufriedenstellend"

Totalabsturz mit „nicht zufriedenstellend“ gab es hier gar keinen. Auffällig unter den „Guten“: Hier schaffte es sogar ein weniger prominenter Diskontreifen auf Platz fünf und bremste damit im Ranking durchaus prominente Marken wie Michelin und Dunlop aus. Esa-Tecar ist die Eigenmarke einer Autoteile-Großhandelsorganisation, die in Nordamerika und Europa tätig ist und ihre Reifen von einem prominenten Reifenhersteller produzieren lässt, aber nicht verrät, von wem. Insider tippen auf Goodyear.

Unbekannte Hersteller unauffällig

Zwei weitere ebenfalls eher weniger bekannte Hersteller konnten sich ganz unauffällig bei den durchschnittlichen Reifen einreihen: Aeolus aus China und Maxxis aus Taiwan. Die Reifen zeichneten sich sowohl auf trockener wie auch auf nasser Fahrbahn durch überzeugende Fahrleistungen aus und landeten nur deshalb nicht weiter vorne, weil sie ein überdurchschnittliches Abriebverhalten aufwiesen.

Traditionelle Hersteller weniger überzeugend

So kam der Maxxis nur halb so weit wie der Verschleiß-Sieger Michelin und erzielte gegenüber dem Durchschnitt aller Reifen nur 69 Prozent der Distanz. So erscheinen diese Reifen immerhin bei geringen Jahreskilometerleistungen als attraktiv. Nicht so recht den Erwartungen entsprachen dagegen traditionelle Fixstarter wie Vredestein und Semperit, die wegen Schwächen im Fahrverhalten auf trockener und nasser Fahrbahn im Ranking nach hinten rutschten.

Bemerkenswert auch, dass die durchschnittliche Laufleistung des Testfeldes im Vergleich zu den Tests in den beiden Vorjahren um über zehn Prozent zurückging. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer schaffte keine 30.000 Kilometer. Das kann aber durchaus damit zusammenhängen, dass es sich diesmal um die schmalste Dimension für die untere Mittelklasse handelt, die hier technisch mehr gefordert ist (195er gegenüber 205er bzw. 225er).

Fahreigenschaften der Reifen

SUV-Reifen: 215/65 R16 H

Was sofort auffällt: Bei dieser Dimension, die bei SUV sehr verbreitet ist, sind auch prominente Marken weit nach hinten gerutscht. Michelin landete an vorletzter Stelle, Yokohama ist gar mit „nicht zufriedenstellend“ das Schlusslicht. Dabei ist der Geolandar SUV ein sehr verbreiterter Reifentyp.

Gründe für schlechte Bewertung

Die Gründe für sein schlechtes Abschneiden sind der lange Bremsweg – je nach Fahrbahnbeschaffenheit braucht der Yokohama 10 bis 17 Meter mehr als der jeweils beste Reifen – und dass er beim Aquaplaning um 15 km/h früher aufschwimmt. Die schwache Leistung des Michelin-Reifens liegt vor allem im mäßigen Nassgriff, und zwar in sämtlichen Unterkriterien. Offenbar erkauft er sich damit seine Bestnote im Verschleiß.

Den weitesten Spagat aller Eigenschaften von trockener bis nasser Fahrbahn, von Lärm bis Verbrauch schafft der zweiplatzierte Cooper Zeon, geschlagen nur noch vom Goodyear EfficientGrip, der eine M&S-Kennzeichnung aufweist – trotz fehlender Schnee-Eignung.

Durchschnitt und trotzdem erstaunlich

Ein erstaunliches Produkt ist dann noch im Mittelfeld zu finden. Der Grabber GT von General ist ein wahrlich durchschnittlicher Reifen – allerdings auch der einzige mit befriedigenden Brems- und Traktionseigenschaften auf Schnee; und somit der einzige, der die M&S-Kennzeichnung verdient und damit auch als Ganzjahresreifen durchgehen würde. General Tire ist ein US-amerikanischer Reifenhersteller, der schon 1987 von Continental übernommen wurde.

SUV und M&S-Symbol

Achtung, Falle: das M&S-Symbol

Ein eigenes Kapitel sind die Reifen für SUV. Die Abstammungsgeschichte dieses Fahrzeugtyps von den Geländewagen ist am Reifentyp oft noch deutlich sichtbar, selbst wenn ein erheblicher Teil der Sports Utility Vehicles heute gar keinen Allradantrieb hat, sondern mit Frontantrieb ausgerüstet ist.

Diese Autos werden im Wesentlichen als Kombi genutzt. Also gäbe es nur selten einen Grund, SUV mit speziellen offroad- oder gatschtauglichen Reifen auszurüsten. Sechs der fünfzehn getesteten Reifen, die ausdrücklich als Sommerreifen für SUV vorgesehen sind, tragen aber das M&S-Symbol an den Flanken.

Bezeichnung irreführend

Das berechtigt sie auch zur Verwendung bei Winterreifen-Pflicht. Leider sind Wintereigenschaften hier in der Regel aber nur marginal vorhanden – die sechs M&S-Reifen wurden zusätzlich auf Schneefahrbahn getestet. Lediglich zwei der getesteten Modelle konnten auch da eine durchschnittliche Leistung erbringen. So stellen diese SUV-Reifen einen besonders weiten Kompromiss zwischen allen möglichen Eigenschaften dar.

SUV-Reifen meist Sommerreifen

Es handelt sich bei SUV-Reifen also meist um Sommerreifen, die so wie Winterreifen zusätzlich Lamellen besitzen; einige davon haben das M&S-Symbol aufgedruckt, andere wiederum nicht. Was soll das für einen Sinn haben – es sorgt bei den Kunden für Verwirrung. Das Problem rührt noch aus der Zeit her, als SUV ernsthafte Ansprüche an Offroad-Eigenschaften transportierten, aber bereits sehr hohe Autobahngeschwindigkeiten zu fahren imstande waren. Offroad-Eigenschaften und hohe Autobahngeschwindigkeiten waren jedoch nicht unter einen Hut zu bringen.

Reifen mit M&S-Symbol

Sommerreifen müssen laut Gesetz die Bauartgeschwindigkeit des Fahrzeugs aushalten, also einen entsprechend hohen Geschwindigkeitsindex aufweisen. So versieht man etwas stärker profilierte oder lamellierte Reifen, die nicht ganz höchstgeschwindigkeitsfest sind, einfach mit dem M&S-Symbol. Und schon ist ihre Verwendung auch mit geringerem Geschwindigkeitsindex legal. Schließlich ist das Fahren mit Winterreifen im Sommer ja erlaubt.

Diese Taktik wirkt heute offenbar noch immer ein wenig nach, sodass man sagen kann, viele SUV-Reifen sind ganz gute Sommerreifen, schlechte Ganzjahresreifen und miserable Winterreifen. Sollte man seine SUV-Reifen also auch im Winter nutzen wollen, sollten sie zumindest zusätzlich zum M&S-Logo auch noch das Schneeflockensymbol tragen; dafür muss ein Bremstest auf Schnee bestanden werden.

Testtabelle: 3/2017 Sommerreifen 195/65 R 15

Testtabelle: 3/2017 Sommerreifen 215/65 R 16

Zusammenfassung

  • SUV-Reifen: Es gibt keine amtliche Definition für SUV-Reifen, meistens sind damit aber Allround-Geländewagenreifen gemeint.
  • Warnung vor M&S: Sechs der getesteten 15 SUV-Reifen tragen das M&S-Symbol. Damit gelten sie zwar als Winterreifen, sind als solche aber nicht ernst zu nehmen – sie sind bei winterlichen Fahrbedingungen nicht besser als Sommerreifen.
  • Newcomer: Immer öfter stoßen bisher wenig bekannte Namen ins Mittelfeld vor. Es handelt sich um durchaus gute Reifen, die aber punktuell ihre Schwächen haben.
  • Verschleiß: Ein früher Verschleiß der Reifen ist für Vielfahrer ein echtes Problem. Wer wenig fährt, kann aber einen Reifen mit guten Fahreigenschaften zu einem günstigen Preis bekommen, wenn er bei der Kilometerleistung Abstriche in Kauf nimmt.

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