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Skibrillen: selbsttönend - Nicht die erste Wahl

Es klingt vielversprechend: Skibrillen, die sich automatisch an die vorherrschenden Lichtverhältnisse anpassen. Im Test zeigten sich aber grundsätzliche Mängel.

Unser Test beurteilt folgende Skibrillen:

  • Adidas - Progressor Splite
  • Alpina - Pheos S
  • Atomic - Savor M Photo
  • Bollé - Nova II
  • Briko - Nyira 7.6 Photo
  • Cébé - Origins M
  • Decathlon/Wed’ze - Bones 700 Photochromic
  • Julbo - Universe
  • Salomon - X-View
  • Scott - Faze II LS
  • Slokker - RB
  • Smith - Skyline
  • Uvex - Downhill 2000 VLM

Die Testtabelle informiert über: Filterkategorie, UV-Schutz, Gewicht, Bedienungsanleitung (z.B. Pflege- und Reinigungshinweise), Umfang, Schlagfestigkeit, Kratzfestigkeit, Belastungstest (Sitztest), Dehnbarkeit und Elastizitätsverlust des Bandes, Helmtauglichkeit, Tragekomfort, Störungen im Gesichtsfeld, Sicht, Farbwiedergabe, Abdunklung der Sonne, Lesbarkeit eines Handydisplays, Schadstoffbelastung. Lesen Sie hier den Testbericht:


Bei der Skiausrüstung stehen Ski und Bekleidung meist an vorderster Stelle. Dabei hat die Wahl der richtigen Schibrille entscheidende Bedeutung – vor allem für unsere Augen. "Eine Skibrille sollte möglichst dunkel sein und das Licht rundherum abschirmen", erklärt Augenarzt Peter Heilig (siehe Interview).

Wie hell, wie dunkel?

Wie dunkel, das hängt vom subjektiven Empfinden ab: Wer wegen der Helligkeit blinzeln oder zwinkern muss, sollte zu einer Skibrille mit dunkleren Scheiben greifen. Aufschluss über die Lichtdurchlässigkeit der Skibrille sollte die Filterkategorie geben, die die meisten Hersteller auf der Verpackung anführen. Die Skala reicht von null bis vier: Je höher die Zahl, desto stärker filtert die Brille störendes Licht heraus. Doch sich auf die Filterkategorie alleine zu verlassen, ist trügerisch. Denn mitentscheidend ist die Farbe. So kann eine Skibrille der Kategorie 4 mit roter Scheibenfarbe zu hell für einen sonnigen Skitag am Gletscher sein.  

Die richtige Farbwahl

Als Farbton für die Scheiben eignen sich Braun oder Grau am besten. Rot oder Orange hellen eher auf, was zu Blendungen führen kann. Gelbe Scheiben sind hingegen bei schlechtem Wetter sinnvoll, weil sie Konturen besser erkennen lassen. Deshalb ist es ratsam, für den Skitag immer zwei Skibrillen bzw. Scheiben zum Wechseln mitzuhaben: eine dunkle für Sonne und eine hellere für Schlechtwetter oder die schattigen Nachmittagsstunden. 
Oder aber, man greift zu selbsttönenden Skibrillen, die wir auch im vorliegenden Test unter die Lupe genommen haben. Wir kauften sogenannte photochromatische Brillen ein, also solche, die sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpassen.

Selbsttönende Skibrillen: Verbesserte Technik

Die hinter den selbsttönenden Brillen stehende Technik hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Sie reagieren mittlerweile recht schnell und zuverlässig auf sich ändernde Lichtverhältnisse. Die Konturenerkennung und auch die Farbwiedergabe wurden von unseren Testern bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen als durchwegs gut bis sehr gut beurteilt.

Für Höhensonne nicht dunkel genug

Allerdings sind die Brillenscheiben für die Höhensonne am Berg nicht dunkel genug, was sich bei allen getesteten Modellen auch in der Wahrnehmung der Testpersonen bestätigte. Deshalb können wir solche selbsttönenden Skibrillen nur bedingt empfehlen. 

Verspiegelte Scheiben neigen zu Kratzern

Unsichtbarer Schutz

Unabhängig von der Tönung der Scheiben ist der UV-Schutz. Er ist besonders wichtig, da man im Freien – egal ob Sonne oder Nebel – ständig dem UV-Licht ausgesetzt ist und dieses sehr schädlich für das Auge ist. Welchen UV-Schutz eine Skibrille bietet, kann der Käufer selbst nicht feststellen, er muss sich hier auf die Angaben des Herstellers verlassen. Dem heutigen Stand der Technik entspricht ein UV-Schutz bis 400 Nanometer. Bei unseren Tests erreichten die Modelle von Slokker und Smith dieses Niveau nicht. Die Skibrillen von Salomon, Cébé und Atomic bieten nicht einmal Schutz bei 380 Nanometern – deshalb bewerteten wir diese drei Modelle im Gesamtergebnis mit „nicht zufriedenstellend“.

Sorgsame Pflege

Die Scheiben von Skibrillen sind sehr empfindlich. Auf der Innenseite befindet sich eine Antibeschlagschicht (Antifog). Beschlägt die Brille trotzdem, etwa wegen eines starken Temperaturwechsels oder zu hoher Feuchtigkeit, sollte man die Innenseite keinesfalls mit einem Papiertaschentuch oder dem Handschuh auswischen – das kann die Antifogbeschichtung zerstören. Benutzen Sie zum Reinigen ausschließlich die mitgelieferten Aufbewahrungsbeutel (sofern vom Hersteller empfohlen) und tupfen Sie die Scheiben vorsichtig ab. Brillenbeschlag wird übrigens gefördert, wenn man die Skibrille auf den Helm schiebt, weil dadurch Feuchtigkeit durch die Luftschlitze des Helms auf die Innenscheibe gelangt. Dasselbe kann bei einem über den Mund gezogenen Schal passieren. Da mag ein eingebauter Ventilator sinnvoll erscheinen. Einige wenige Hersteller bieten solche Modelle an. Dabei sollte man aber bedenken, dass sowohl der Luftzug bei den Augen als auch das Surren des Ventilators eventuell als störend empfunden werden können.

Viele Kratzer

Auch die Außenscheibe einer Skibrille erfordert einen sorgsamen Umgang, wie unser Test demonstrierte: Selbst nach geringer Belastung wiesen mehr als die Hälfte der untersuchten Modelle Kratzer auf. Vor allem verspiegelte Scheiben tendieren zu Kratzern. Diese sind nicht nur aus optischer Sicht störend, sondern können auch zu Blickirritationen führen, weil sie Sonnenlicht durchdringen lassen.

Bruchfestigkeit im Test

Robuster zeigten sich die getesteten Modelle bei der Bruchfestigkeit. Sechs Skibrillen haben die Prüfung unbeschadet überstanden. Bei den Modellen von Atomic, Bollé und Slokker sowie bei der zweitplatzierten Brille Alpina kam es bei dem Test hingegen zum Kontakt der Innenscheibe mit dem Auge. Am schlechtesten schnitten die Brillen von Briko, Julbo und Wed’ze ab: Hier ging die Scheibe bei unserem Test zu Bruch und splitterte.

Perfekter Sitz, perfekte Sicht

Perfekter Sitz, perfekte Sicht

Neben der Qualität der Scheiben kommt es bei der Wahl der Skibrille aber vor allem auf die gute Sicht an. Untersuchen Sie deshalb die Brille vor dem Kauf auf mögliche Sichteinschränkungen, etwa durch Teile des Rahmens oder Spiegelungen. Bei unserem Test wiesen einige Modelle deutliche Innenspiegelungen auf. Bei der Skibrille von Wed’ze wurde die Sicht durch schwarze Ränder an der Unterkante der Scheibe behindert. 
Auch ein schlechter Sitz der Skibrille kann das Fahrvergnügen behindern. Eine wichtige Rolle spielen hier die Tragebänder. Sie sollten eher länger und dehnbar sein. Wichtig: Testen Sie den Sitz der Skibrille unbedingt auf dem Skihelm, so können Sie sichergehen, dass das Band lang und elastisch genug ist.

Zweigeteilte Tragebänder

Die Tragebänder der meisten Skibrillen sind durchgehend. Zweigeteilte Tragebänder haben auf der Rückseite einen Verschlussmechanismus. Das Verstellen für den optimalen Sitz auf dem Helm gestaltet sich dadurch in der Regel schwieriger. In unserem Test trat dieses Problem beim Modell von Smith auf, das als einziges der Testmodelle über ein zweigeteiltes Band verfügte. Der Verschlussmechanismus befand sich nämlich just an jener Stelle, an der am Helm die Montageschlaufe befestigt war.

Schadstoffe

Natürlich sollte die Skibrille keine für uns oder die Umwelt schädlichen Stoffe enthalten. Unser Test ergab hier zwiespältige Ergebnisse: Das umweltschädliche, weil nicht recyclebare Polyvinylchlorid (PVC), konnte in keiner Verpackung und keinem Brillenrahmen der geprüften Modelle nachgewiesen werden. In der Schaumstoffauflage der meisten Modelle fanden wir allerdings geringe bis durchschnittliche Mengen an polyzyklischen Kohlenwasserstoffen, jedoch keine, die als krebserzeugend gelten. Negativ fiel das Modell von Smith auf, in dessen Schaumstoffauflage wir das Flammschutzmittel TDCPP nachweisen konnten, das die EU als krebserregend einstuft.

Testtabelle: Skibrillen

Steckbriefe

Hier die Kurzbeschreibungen der getesteten Skibrillen.

Adidas Progressor Splite
139 Euro
Testurteil: durchschnittlich

Gute Mitte. Sportliche Brille mit gutem Lichtschutz und angenehmem Tragekomfort dank zweilagiger Schaumstoffauflage mit Fleece. Das Trageband war hinsichtlich Dehnbarkeit und Verstellbarkeit weniger zufriedenstellend. Größtes Manko: Die Scheiben sind nicht kratzfest. 

Alpina Pheos S
199,99 Euro
Testurteil: gut

Teure Qualität. Hochpreisiges Modell mit durchwegs sehr guten bis guten Noten. Weniger gute Ergebnisse bei der Schlag- und Kratzfestigkeit minderten jedoch das Urteil bei der Sicherheit und Haltbarkeit: Bei einem stärkeren Schlag berührte die Innenscheibe das Auge, und die verspiegelte Scheibe ist anfällig für Kratzer. 

Atomic Savor M Photo
99,99 Euro
Testurteil: nicht zufriedenstellend

Ungeschützt. Fiel beim UV-Schutz durch und erfüllte nicht einmal den Schutz bei 380 Nanometer. Schlechte Ergebnisse auch bei der Schlag- und Kratzfestigkeit. Diese Mängel konnte auch der gute Tragekomfort nicht wettmachen.

Bollé Nova II
99,99 Euro
Testurteil: durchschnittlich

Nicht robust. Gute Bewertungen bei mehreren Kriterien wurden durch grobe Mängel hinsichtlich der Haltbarkeit gemindert: Das Modell ist weder schlag- noch kratzfest. Außerdem löste sich während des 7-tägigen Tests des Tragebandes (Elastizitätsverlust) die Außenscheibe von der Innenscheibe.

Briko Nyira 7.6 Photo
129 Euro
Testurteil: weniger zufriedenstellend

Blender. Keine optimale Sicht durch Reflexion des Rahmens auf der Innenseite. Die Scheiben überzeugten bezüglich UV-Schutz, jedoch nicht hinsichtlich der Schlagfestigkeit: Die Scheibe ging bei unserem Test zu Bruch und splitterte. 

Cébé Origins M
139,99 Euro
Testurteil: nicht zufriedenstellend

Zu hell. Das größte Manko der Brille ist der unzureichende UV-Schutz. Die orangen Scheiben sind zu hell, bieten aber auch bei Bewölkung keine optimale Sicht. Auch beim Kratzfestigkeitstest schnitt das Modell nur durchschnittlich ab. 

Julbo Universe
179,95 Euro
Testurteil: weniger zufriedenstellend

Bruchlandung. Hochpreisiges Modell, dessen Scheiben zwar beim UV-Schutz punkteten, bei der Schlagfestigkeit jedoch scheiterten, weil sie zu Bruch gingen. Darüber hinaus wurde die Sicht durch Innenspiegelungen getrübt. Auch das Trageband ließ hinsichtlich Dehnbarkeit und Verstellbarkeit einiges zu wünschen übrig.

Salomon X-View
99,99 Euro
Testurteil: nicht zufriedenstellend

Scheibenmängel. Die Scheiben dieses Modells hielten zwar dem Schlagfestigkeits- und Belastungstest sehr gut stand, bieten aber weder einen entsprechenden UV-Schutz, noch sind sie besonders widerstandsfähig gegenüber Kratzern. 

Scott Faze II LS
79,99 Euro
Testurteil: durchschnittlich

Gutes Preis-Leistungsverhältnis. Günstiges Modell, das beim UV-Schutz, der Schlagfestigkeit und im Belastungstest punktete. War jedoch anfällig für Kratzer und Innenspiegelungen. Angenehmer Tragekomfort. 

Slokker RB
139,95 Euro
Testurteil: weniger zufriedenstellend

Aus der Form. Weder schlag- noch kratzfeste Scheiben. UV-Schutz nur bis 380 Nanometer. Der Brillenrahmen verformte sich während des 7-tägigen Tests des Tragebandes (Elastizitätsverlust). 

Smith Skyline
179,99 Euro
Testurteil: nicht zufriedenstellend

Unpraktisch. Hoher Preis für wenig Qualität. Das zweigeteilte Trageband hat die Klappschnalle an der Stelle, an der sich am Helm die Montageschlaufe befindet. UV-Schutz nur bis 380 Nanometer, nicht kratzfest. Großes Minus: Schadstoffe im Schaumstoff. 

Uvex Downhill 2000 VLM
159,95 Euro
Testurteil: gut

Testsieger. Beste Scheiben: Sie sind kratzfest, schlagfest und bieten optimalen UV-Schutz bis 400 Nanometer. Den Testern war die Brille jedoch zu hell und dunkelte die Sonnenstrahlung nicht ausreichend ab.

Decathlon/Wed’ze Bones 700 Photochromic
69,90 Euro
Testurteil: weniger zufriedenstellend

Diskonter. Günstige Skibrille mit ausreichendem UV-Schutz bis 400 Nanometer. Gewährleistet jedoch keine optimale Sicht, weil schwarze Ränder ins Sichtfeld ragen. Nicht bruchfest, die Innenscheibe zerbrach beim Test. 
 

Tipps

Nicht ohne Helm: Beim Kauf der Skibrille sollten Sie unbedingt Ihren Skihelm mitnehmen und die Brille mit aufgesetztem Helm probieren. Nur so können Sie einen guten Sitz der Skibrille sicherstellen. Dabei können Sie auch gleich die Länge und Dehnbarkeit der Tragebänder prüfen. Bei Brillen mit zweigeteilten Tragebändern, die einen Verschluss auf der Rückseite haben, muss man darauf achten, dass sie mit der Montageschlaufe hinten auf dem Helm kompatibel sind. 

UV-Schutz: Beim UV-Schutz muss sich der Käufer auf die Angaben des Herstellers verlassen. UV-Schutz bis 400 Nanometer ist ein Muss. Vorsicht: Die Farbe beziehungsweise Tönung der Scheiben sagt nichts über den UV-Schutz aus! 

Filterkategorien: Die genormten Filterkategorien geben prinzipiell Aufschluss darüber, wie viel Licht die Skibrillenscheiben durchlassen (0 bis 4 – je höher, desto stärker). Doch alleine darauf sollte man sich nicht verlassen. Mitentscheidend ist der Farbton, der bei der Norm nicht berücksichtigt wird. 

Farbe: Die optimale Farbe für die Scheiben hängt von den Wetterverhältnissen ab. Grundsätzlich ist zu einem Grau- oder Braunton zu raten. Bei schlechter Sicht ermöglichen allerdings gelbe Scheiben eine bessere Konturenwahrnehmung. Tipp: Zwei Skibrillen auf die Piste mitnehmen – eine für helle Lichtverhältnisse, eine für Schlechtwetter. Oder eine Skibrille mit einfachem Wechselscheibensystem (siehe KONSUMENT 1/2013).

Selbsttönung: Photochromatische Scheiben passen sich automatisch an die Lichtverhältnisse an und sind in den vergangenen Jahren funktionell schneller und besser geworden. Zum Skifahren eignen sie sich jedoch nicht wirklich, weil sie nicht dunkel genug sind.

Hochsensibel: Die Scheiben von Skibrillen sind sehr empfindlich. Die Innenseite ist mit einer Antibeschlagschicht versehen, die sehr leicht zerstört werden kann. Deshalb sollte man die Innenseite nur sehr vorsichtig mit einem dafür vorgesehenen Tuch abtupfen und niemals mit einem Taschentuch oder dem Handschuh abwischen. Gelangt Schnee in die Brille, klopft man diesen am besten aus. Vorsicht ist auch bei den Außenseiten geboten: Werden diese zerkratzt, kann es beim Durchsehen zu Blickirritationen kommen.

Reinigung: Nach der Saison sollten Sie die Schaumstoffauflage mit einer milden Seifenlösung reinigen, um Schmutz und Sonnenschutzmittelreste zu entfernen. Danach bei Raumtemperatur trocknen. 

Brillenträger: Skibrillenhersteller bieten eigene Modelle für Brillenträger an (Over-the-glass). Die optische Brille, die unter der Skibrille getragen werden soll, darf keinesfalls oberflächenbehandelt, zum Beispiel gehärtet oder entspiegelt, sein. Sie muss mit einem Antibeschlagmittel versehen und dann poliert werden. Eine Alternative für Brillenträger: Skihelme mit Visier (siehe KONSUMENT 12/2014).

Interview mit Univ.Prof. Dr. Peter Heilig

KONSUMENT: Worauf sollte man beim Kauf einer Skibrille aus gesundheitlicher Sicht achten?
Prof. Heilig: Sie sollte möglichst dunkel sein und das Licht rundherum abschirmen, also ein sogenanntes Wrap-Around-Design haben. Wenn Licht auch nur seitlich hinein reflektiert, kann dies unangenehm blenden.

Woran merkt man, dass die Scheiben zu hell sind?
Menschen sind sehr unterschiedlich licht- und blendungsempfindlich. Die Scheiben sind daher eine sehr individuelle Entscheidung. Wenn die Augen wegen der Helligkeit schmerzen, ist die Brille eindeutig nicht geeignet. Aber auch, wenn man blinzeln oder zwinkern muss, weil die Scheiben zu viel Licht durchlassen. Ich rate, beim Skifahren zwei unterschiedliche Skibrillen mitzuhaben – eine mit sehr dunklen Gläsern für Sonnenschein, eine hellere für die Nachmittagsstunden oder Schlechtwetter.

Die Scheiben von Skibrillen gibt es in den unterschiedlichsten Farben. Welche Farbe ist aus Ihrer Sicht optimal?
Braun, alle anderen Farben sind ungeeignet. 

Verändern manche Farben nicht unerwünscht die Farbwahrnehmung?
Da sehe ich kein Problem, weil das Gehirn das sofort ausgleicht. Und für die Netzhaut ist das völlig unproblematisch.

Wofür eignen sich photochromatische Skibrillen, die bei Helligkeit dunkler und bei weniger Licht heller werden?
Photochromatische Brillen sind in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden und reagieren mittlerweile viel schneller auf sich ändernde Lichtverhältnisse. Trotzdem sind sie fürs Skifahren nicht die erste Wahl, weil sie nicht dunkel genug sind. Und das gesunde Auge reagiert an sich ohnehin blitzschnell auf sich ändernde Lichtverhältnisse. Es hat sozusagen eine Sofortadaption. Wenn die Netzhaut einen Schaden hat, dauert diese Anpassung hingegen länger.  

Ein wichtiger Punkt bei den Skibrillen ist der UV-Schutz. Welche Augenschäden kann UV-Licht verursachen?
UV-Licht ist eine Bombe für das Auge. Es hat eine sehr kurze Wellenlänge und je kürzer die Wellenlänge, desto höher die Energie, desto größer der Schaden für das Auge. Das UV-Licht schadet der Linse: Diese kann zuerst gelb, dann braun, dann trüb werden. Und in letzter Konsequenz droht der graue Star. 

Welche Menge an UV-Licht darf eine Skibrille aus Sicht eines Augenarztes durchlassen?
Eine Skibrille sollte das UV-Licht zu 100 Prozent filtern, weil wir es nicht zum Sehen brauchen. Viel wichtiger ist aus meiner Sicht aber der Schutz vor dem sichtbaren Licht, weil wir durch die ständige Beleuchtung im Laufe unseres Lebens so viele Lichtschäden sammeln. 
 
Woran erkenne ich bei der Skibrille diesen Schutz vor sichtbaren Licht?
Der Laie kann das gar nicht erkennen

Testkriterien

Wir haben im November und Dezember 2018 13 Skibrillen im Labor und in der Praxis getestet. 

Sicherheit und Haltbarkeit: Die Sicherheit und Haltbarkeit der Skibrillen beurteilten wir anhand ihres UV-Schutzes, der Schlag- und Kratzfestigkeit der Scheiben sowie anhand eines Belastungstests. Zur Beurteilung der Schlagfestigkeit befestigten wir die Skibrille auf einem Prüfkopf, dessen Augenpartie mit Plastilin ausgelegt war, und ließen ein Fallpendel gegen die Brille schlagen. Die Kratzfestigkeit ergab sich daraus, wie oft wir einen Stift mit stärker werdendem Druck über die Scheibenoberfläche ziehen konnten, ohne dass Kratzer sichtbar wurden. Beim Belastungstest setzte sich eine Testperson fünf Mal hintereinander auf die Skibrille, wobei die Position der Brille jedes Mal gewechselt wurde.

Seh- und Trageeigenschaften: Drei Experten bewerteten die Sicht durch die Skibrille anhand der Konturenerkennung und Farbwiedergabe bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen, den Tragekomfort und Sitz der Brille. Weiters untersuchten sie die Modelle auf mögliche Innenspiegelungen und störende Elemente im Sichtfeld. Auch die Verzerrfreiheit war Gegenstand der Prüfung.

Bedienungsanleitung: Ausschlaggebend für die Bewertung waren die Gliederung, Lesbarkeit und Gestaltung der Bedienungsanleitung sowie Hinweise zu Verwendung, Pflege und Reinigung der Skibrille.

Schadstoffe: Wir untersuchten die Schaumstoffauflagen auf Flammschutzmittel, Weichmacher, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und phenolische Verbindungen. Und wir prüften den Brillenrahmen und die Verpackung auf PVC.

Abwertungen: Die Kriterien Sicherheit und Haltbarkeit sowie Schadstoffe waren wegen ihrer Wichtigkeit maßgeblich für das Gesamturteil über die Skibrille. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das jeweilige Urteil in diesen Kategorien. In der Kategorie Sicherheit und Haltbarkeit kommt wiederum dem UV-Schutz die größte Bedeutung zu: Die Bewertung des UV-Schutzes bildet die oberste Bewertungsmöglichkeit für die gesamte Kategorie.

Reaktionen

Cébé - Origins M

"Zusätzlich zu einer erneuten Qualitätsüberprüfung des betroffenen Modells haben wir eine eingehende Überprüfung unserer Produktion sowie deren Dokumentation durchgeführt. 
Sowohl offizielle Tests, ausgeführt durch ein unabhängiges zertifiziertes Labor welches als benannte Stelle für PSA-Produkte zuständig ist, als auch unsere internen Untersuchungen haben gezeigt, dass die Brille allen Anforderungen entspricht. Somit konnten die von VKI festgestellten Ergebnisse nicht bestätigt werden.
Das Modell ORIGINS M NXT Variochrom Perfo Cat.1-3 entspricht in allen Punkten der Norm EN174: 2001 (Verordnung EU 2016/425). Daher gewährleisten wir 100% Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung unter 380nm.
Wir bedauern die durch VKI festgestellten Ergebnisse und die daraus resultierende Bewertung, möchten aber hier nochmals zum Ausdruck bringen, dass Cébé höchste Qualitätsansprüche an sich und seine Produkte stellt. Aus diesem Grund bitten wir VKI, Details ihres Tests Cébé zur Verfügung zu stellen um diese zu analysieren und zu vergleichen, damit auch künftig beste optische Qualität sowie Komfort gegenüber unseren Kunden gewährleistet werden kann. 
Die Marke Cébé steht dem VKI für weitere Informationen jederzeit gerne zur Verfügung."

Cébé, 11.2.2019

Smith Skyline

  • "Die Smith Skibrille „Skyline“ erfüllt die die gesetzlichen Auflagen der EU
  • „Skyline“ erfüllt die technischen Standards der EU; im Speziellen die Richtlinie 89/686 EEC, EU-Richtlinie 2016/425 und die Norm EN 174:2001;
  • Die Skibrille entspricht den Anforderungen der EU-Richtlinie 1907/2006 (und Ergänzungen daraus), die Qualität und Sicherheit des Produkts garantiert
  • Die Verwendung von TDCPP in Textilien, die mit der Haut in Berührung kommen, ist in Europa nicht verboten
  • Smith-Produkte werden regelmäßig getestet um die Grenzwerte der zuvor erwähnten Richtlinien einzuhalten und alle Maßnahmen um diese einzuhalten werden ergriffen. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass von SGS International getestet wird, ob der Schaumstoff der „Skyline“ Brille alle Schadstoff-Grenzwerte einhält, die für die CE Kennzeichnung der Skibrille Voraussetzung sind.
  • Diese Grenzwerte sind nicht verpflichtend von einer EU-Verordnung vorgeschrieben, sondern basieren auf dem freiwilligen Standard „OEKO-TEX 100“. Diesen hat der VKI-Test nicht berücksichtig, das kann zu Missverständnissen führen. 
  • TDCPP wird am US-Markt bei Schutzbrillen als Schaumstoff-Zusatz verlangt, um deren Feuersicherheit zu erhöhen. Da TDCPP nicht zwingend für Skibrillen notwendig ist, hat Smith speziell für Märkte wie Europa, wo TDCPP nicht vorgeschrieben wird, eine neue, separate Produktionslinie ins Leben gerufen."

Smith Optics, 11.1.2019

Salomon X-View

"Bei dem von uns zum Test verwendeten Modell handelt es sich um eine Brille mit einer photochromen Scheibe.
Ich habe aufgrund der Testergebnisse nochmal alle unsere Modelle und verschiedenen Scheiben analysieren lassen.
Resultat war, dass alle Scheiben, bis auf die von Ihnen getestete Photochrome Scheibe, Ihre strengeren Voraussetzungen erfüllen würden.
Die Photochrome Scheibe erfüllt, wie durch den Test bewiesen, die gesetzlichen Vorgaben bzw. unterschreitet diese sogar, weshalb wir davon überzeugt sind, dass für den Konsumenten keine Gefahr oder Beeinträchtigungen bestehen.
Aber da für den chemischen Prozess der Verdunkelung der Scheibe UV Strahlen notwendig sind, werden eben nicht 100% der UV Strahlen eliminiert.
Dennoch nehmen wir die Testergebnisse zum Anlass, um Intern und extern mit unseren Produzenten nach Möglichkeiten zu suchen, die Qualität unserer Produkte zu verbessern."

Amer Sports, 11.1.2019

Atomic Savor M Photo

"Aufgrund der vom VKI ermittelten Testwerte zur UV-Durchlässigkeit der Atomic Schibrille SAVOR M PHOTO bei einer Wellenlänge von 380nm haben wir eine Überprüfung unserer gesamten Produktionsdokumentation veranlasst. Zudem haben wir weitere Exemplare dieses Brillenmodells einer technischen Überprüfung sowohl durch unser Qualitätsmanagement als auch durch ein unabhängiges Prüf- und Testlabor unterzogen. Die daraufhin festgestellten Messergebnisse haben die vom VKI mitgeteilten Testwerte nicht bestätigt. Im Vergleich zu den vom VKI ermittelten Testwerten weisen die von uns überprüften Schibrillen signifikant bessere Messergebnisse im Hinblick auf die UV-Durchlässigkeit auf. Gemäß den uns vorliegenden Test- und Untersuchungsberichten wird der ATOMIC Schibrille SAVOR M PHOTO hinsichtlich ihrer UV-Durchlässigkeit ausnahmslos eine vollständige Konformität mit der für Schibrillen relevanten technischen Normanforderung (EN 174) bescheinigt. Obgleich wir die Bewertung der Schibrille durch den VKI außerordentlich bedauern, wollen wir an dieser Stelle betonen, dass wir an Atomic-Produkte allerhöchste Qualitätsstandards stellen. Die Sicherheit und Zufriedenheit unserer Kunden hat für uns oberste Priorität. Aus diesem Grund stellen wir dem VKI gern die uns vorliegenden Test- und Untersuchungsberichte zur Verfügung, um etwaige Missverständnisse oder Unklarheiten mit dem Ziel auszuräumen, den Kunden von Atomic weiterhin bestmöglichen Service und allerhöchste Qualität zu bieten."

Atomic Austria GmbH, 11.1.2019

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