Seniorenhandys - Drei Bauformen im Praxistest

premium

Die technische Qualität eines Mobiltelefons lässt sich in bewährten Testszenarien überprüfen. Bei den Seniorenhandys kommen einige entscheidende Fragen hinzu. Antworten finden Sie im Praxistest.

Seniorenhandys: Drei Bauformen im Praxistest; (BIld: wavebreakmedia/Shutterstock.com)

Diese Seniorenhandys finden Sie in unserem Produktfinder:

Smartphones und Hybridmodelle:

  • Bea-Fon SL860touch
  • Bea-Fon M6
  • Doro 7010
  • Doro 8050
  • Doro 8080
  • Emporia Smart4
  • Emporia TOUCHsmart
  • Nokia 2720 Flip

Tastenhandys:

  • Bea-Fon SL595
  • Doro 6040
  • Gigaset GL590
  • Panasonic KX-TU466
  • Telme C151
  • Telme X200
  • Tiptel Ergophone 6420

Der Produktfinder bietet folgende Informationen: Ausstattung (Art des Handys - Klapp- oder Barren-Handy, Smartphone - Abmessungen, Bedienungsanleitung, Touchscreen, Tastatur, Speichergröße, ob Kopfhörer im Lieferumfang enthalten sind, GPS-Empfänger, Radio), Telefonfunktion (Sprachqualität, Netzempfindlichkeit), Handhabung (Eignung für Personen mit Hör-, Seh-, Motorikschwäche; Inbetriebnahme, Telefonieren, SMS, Notruf, Täglicher Gebrauch, Internet, Menüführung, erweiterte Funktionen, Tragbarkeit), Haltbarkeit, Akku (im Stand-by-Modus, beim Telefonieren, Ladezeit in Minuten), Zusatzfunktionen;

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht:


Praxistest Seniorenhandys

Wie einfach und selbsterklärend sind Bedienung und Menüführung? Wie deutlich sind Tastenbeschriftung und Displayanzeige ablesbar? Wie gut eignet sich das Gerät für Menschen mit Einschränkungen beim Sehen, Hören oder der Motorik? Solche Fragen werden in einem Praxistest nicht zuletzt von Personen beantwortet, die der Zielgruppe angehören. Ist es zudem möglich, das Gerät sicher und jederzeit griffbereit bei sich zu tragen?

Der letzte Punkt ist insofern von Bedeutung, als viele ältere Personen das Handy in erster Linie deshalb mitführen, um jederzeit erreichbar zu sein bzw. um im Fall des Falles einen Notruf absetzen zu können. Geprüft wird daher auch, wie gut die Notfallfunktion vom Hersteller umgesetzt wurde.

Tastentelefone, Smartphones, Hybridgeräte

Für unseren internationalen Test haben wir 16 Geräte (darunter 7 Modelle der heimischen Hersteller Emporia/Telme und Bea-Fon) in unterschiedlichen Bauformen ausgewählt: reine Tastentelefone ohne Internetfunktionalität, vollwertige Smartphones sowie Hybridgeräte, die sowohl über eine physische Tastatur als auch über ein kleines Display (zum Teil mit Touchfunktion) verfügen und gleichfalls in beschränktem Maße Internetanbindung haben.

Mit den letztgenannten Geräten versuchen die Hersteller auf Kundenwunsch einen Spagat. Man darf nämlich nicht übersehen, dass die Smartphone-Bedienung mittels Touchscreen sowohl eine motorische Herausforderung als auch verwirrend sein kann, selbst wenn diese Geräte bewusst aufs Wesentliche reduziert sind. Viele ältere Nutzer bevorzugen daher eine richtige Tastatur, möchten aber trotzdem nicht auf gewisse Annehmlichkeiten des Internetzeitalters verzichten – etwa, um via WhatsApp am Leben der Enkelkinder teilhaben zu können.

Alternative: Einfachmodus

Ein Tipp: Viele herkömmliche Smartphones verfügen über einen Einfachmodus, der größere Schriften und App-Symbole auf den Bildschirm bringt und zugleich die Bedienung übersichtlicher macht. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man dies vor dem Kauf eines Seniorenhandys als Alternative ausprobieren.

Alle Testergebnisse: Produktfinder Seniorenhandys 3/2021

Klicken Sie auf den Link. Er führt Sie zur Tabelle.

Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Testergebnisse und Ausstattungsmerkmale von 16 Modellen zur Verfügung (Stand 3/2021).
 

Produktfinder

Produktfinder

Zur Testtabelle

Doro Response Service

Abgesehen vom Modell 6040 unterstützen alle Doro-Geräte im Test den Response Service. Dieser kann sowohl für die Fernwartung des Geräts als auch für Notrufe verwendet werden. Hat die Kontaktperson die dazugehörige App auf ihrem eigenen Android-Smartphone installiert, wird sie mit einem Alarmton darauf ­aufmerksam gemacht, wenn auf dem Doro-Gerät die Notfalltaste gedrückt wurde.

Zusätzlich bekommt sie Standort­informationen übermittelt. Im Gegensatz zum sonst üblichen Notrufkonzept (bis zu fünf Personen werden der Reihe nach kontaktiert) tätigt die Kontaktperson selbst einen Rückruf, der vom Doro-Gerät automatisch angenommen wird.

Steckbriefe: gute Smartphones

Steckbriefe: durchschnittliche Smartphones und Hybridgeräte

Emporia TOUCHsmart

Das Modell TOUCHsmart des österreichischen Herstellers Emporia ist ein Hybridgerät in Form eines klassischen Klapphandys. Die physische Tastatur (mit eigener Kurzwahltaste zum Aufrufen von WhatsApp) wird durch einen Touchscreen mit rund 3,3 Zoll/8,3 cm Diagonale ergänzt. Die Bildschirmoberfläche ist relativ kratzempfindlich, wird aber – anders als bei einem Smartphone – ohnehin den Großteil der Zeit durch die Klappe geschützt.

Auf deren Außenseite gibt es einen weiteren kleinen Bildschirm, der Informationen wie Datum, Uhrzeit, Akkustand sowie Benachrichtigungen über eingegangene Anrufe und Textnachrichten liefert. Das Menü auf dem Startbildschirm ist in große Kacheln unterteilt. Die Bedienung ist einfach, das gilt auch für die Tastatur.

Negativpunkte: Die fehlenden Wortergänzungsvorschläge, wie man sie vom Smartphone kennt, machen die Eingabe längerer Texte mühsam. Und das kleine Display ist zwar für WhatsApp-Nachrichten ausreichend, fürs Internetsurfen jedoch suboptimal. Das Gerät unterstützt LTE, Wifi, Bluetooth, GPS und hat ein UKW-Radio eingebaut.

Interner Speicher: 4 GB. Über die Notfalltaste können bis zu fünf Kontakte mittels Anruf oder Textnachricht informiert werden. Mit der zweiten mitgelieferten Abdeckung für die Geräterückseite lässt sich die Notfalltaste auf Wunsch aber auch verbergen.

Die 5-MP-Kamera ist ungünstig positioniert, man deckt sie häufig mit der Hand ab. Die Auflösung der Frontkamera (für Selfies und Videotelefonate) ist mit 2 MP recht niedrig. Die Akkulaufzeiten lassen etwas zu wünschen übrig, was angesichts der geringen Akkukapazität nicht verwundert, dafür beträgt die Ladedauer (0 auf 100 Prozent) nur 1 Stunde 45 Minuten. Geladen wird mittels Micro-USB-Kabel oder über die gleichfalls mitgelieferte Ladeschale. Dort steht das Gerät allerdings etwas wackelig.

Doro 7010

Ein Hybridmodell im altbekannten Barrendesign, das heißt, das Display mit rund 2,8 Zoll/7,1 cm Diagonale und die darunter angeordnete physische Tastatur sind immer sichtbar. Das Display ist stark blickwinkelabhängig. Das Gerät hat keine Touchscreen-Funktionalität, die Bedienung erfolgt über eine Navigationswippe sowie zwei Multifunktionstasten. Die physischen Tasten sind relativ klein und liegen eng beieinander. Grundsätzlich ist die Bedienung etwas gewöhnungsbedürftig.

WhatsApp und Facebook können mit dem Gerät genutzt werden. Internetsurfen und E-Mail-Versand sind zwar ebenfalls möglich, aber durch die Kleinheit des Displays stark beeinträchtigt. Das Gerät ist außerdem Dual-SIM-tauglich, unterstützt LTE, Wifi, Bluetooth und GPS. Ein UKW-Radio ist vorhanden. 4 GB interner Speicher. Die Kamera hat eine Auflösung von nur 3 MP. Noch weitaus niedriger ist sie allerdings mit lediglich 0,3 MP bei der Frontkamera (für Selfies und Videochats). Bei der Notruffunktion hat man die Wahl zwischen der herkömmlichen Lösung – das heißt, bis zu fünf Kontakte werden im Notfall informiert – und dem Doro Response Service.

Hat die Kontaktperson die dazugehörige App auf einem Android-Smartphone installiert, wird sie mit einem Alarmton darauf aufmerksam gemacht, wenn auf dem Doro-Gerät die Notfalltaste gedrückt wurde. Zusätzlich bekommt sie Standortinformationen übermittelt. Die Kontaktperson tätigt daraufhin einen Rückruf, der vom Doro-Gerät automatisch angenommen wird. Die Akkulaufzeiten sind akzeptabel, die Ladedauer (0 auf 100 Prozent) beträgt drei Stunden. Geladen wird das Gerät über Micro-USB.

Bea-Fon M6

Mit Bea-Fon ist neben Emporia ein weiterer österreichischer Anbieter im Test. Das M6 befindet sich technisch auf dem Niveau eines Mittelklasse-Smartphones und läuft unter Android 9. Es verfügt über ein großes Display mit rund 6,2 Zoll/15,8 cm Diagonale, eine Dual-Kamera mit 13 MP Auflösung, unterstützt LTE, Wifi, Bluetooth, GPS, Dual-SIM, hat einen Fingerabdruckscanner, ein UKW-Radio und 32 GB internen Speicher. NFC-Chip, Voraussetzung für kontaktloses Bezahlen, ist keiner vorhanden.

Die Displaygröße hat allerdings auch Nachteile, weil sie sich in der Größe und im Gewicht des Smartphones niederschlägt. Die Nutzung der herkömmlichen Android-Bedienoberfläche ist möglich. Die vereinfachte Bedienung läuft über eine von Bea-Fon entwickelte App. Etwas umständlich und verwirrend kann allerdings die erstmalige Einrichtung dieser App sein, falls man nicht schon über Android-Erfahrung verfügt.

Anstelle einer Notruftaste dient eine SOS-App der Verständigung der Kontakte im Notfall (SMS mit Standortdaten plus automatisierter Anruf). Im Vergleich zu den Mitbewerbern ist die Akkulaufzeit im Stand-by-Betrieb zwar kurz, die Ausdauer beim permanenten Telefonieren macht dies aber wieder wett. Die Ladedauer (0 auf 100 Prozent) beträgt zwei Stunden. Geladen wird das Gerät über Micro-USB. Im Falltrommeltest war die Geräterückseite nach der halben Zeit (50 Stürze) beschädigt. Eine Schutzhülle ist im Lieferumfang dabei.

Nokia 2720 Flip

Ein kompaktes Hybridmodell in Form eines Klapphandys. Sein Kunststoffgehäuse erwies sich im Test als kratzeranfällig. Auf dem äußeren Bildschirm werden Datum und Uhrzeit sowie Informationen zu Nachrichten und Anrufen angezeigt. Innen befinden sich ein Display mit rund 2,8 Zoll/7,2 cm Diagonale (ohne Touchscreen-Funktionalität) sowie eine physische Tastatur. Die Nummerntasten sind angenehm groß, die Navigationstasten hingegen klein und schlecht beschriftet. Grundsätzlich haben die Tasten ein sehr flaches Design, aber einen guten Druckpunkt.

Das Menü für die Einstellungen ist verwirrend, das kleine Display und die komplizierte Steuerung über die Tastatur sind hier nicht hilfreich. Gleiches gilt für das Surfen im Internet und das Verfassen von E-Mails. WhatsApp und Facebook sind vorinstalliert. Basisfunktionen wie das Telefonieren und das Schreiben von Textnachrichten mithilfe der Wortergänzungsvorschläge sind hingegen unproblematisch.

Andere Anwendungen wie der Google Assistant arbeiten sehr langsam. Das Gerät unterstützt LTE, Wifi, Bluetooth, GPS und Dual-SIM. Ein UKW-Radio ist eingebaut. Die Kamera hat eine geringe Auflösung, liefert aber trotzdem ausreichend gute Fotos. Sie ist allerdings ungünstig positioniert, sodass man sie oft ungewollt mit der Hand abdeckt. Frontkamera (für Selfies und Videochats) gibt es keine. 4 GB interner Speicher. Die Akkulaufzeiten sind akzeptabel, allerdings dauert das Laden (von 0 auf 100 Prozent) mehr als drei Stunden. Geladen wird das Gerät über Micro-USB.

Zusammengefasst kann man das Nokia 7220 Flip aufgrund der umständlichen Bedienung und der kleinen Navigationstasten für ältere Personen nicht empfehlen.

Bea-Fon SL860touch

Ein handliches Hybridmodell im Barrendesign; das heißt, das Touch-Display mit rund 2,8 Zoll/7,2 cm Diagonale und die darunter angeordnete physische Tastatur sind immer sichtbar. Das Betriebssystem basiert auf Android 8.1.0, die Benutzeroberfläche wurde aber adaptiert und vereinfacht. Bedienen lässt sich das Gerät sowohl über den Touchscreen als auch über eine komfortable Multifunktionstaste. LTE, Wifi, Bluetooth und GPS werden unterstützt, ein UKW-Radio ist eingebaut. 4 GB interner Speicher.

Die Bildqualität der Hauptkamera ist akzeptabel, jene der Frontkamera (für Selfies und Videochats) leidet unter der geringen Auflösung von 2 MP. Die Notfalltaste auf der Rückseite ist gut erreichbar. Sie sendet bei Bedarf Textnachrichten mit Standortinformationen und tätigt Anrufe. Die Wortergänzungsfunktion ist hilfreich bei der Verwendung von SMS und WhatsApp. E-Mail- und Internetnutzung sind allerdings aufgrund des kleinen Displays nur eingeschränkt möglich.

Die Akkulaufzeiten sind nicht überragend, die Ladedauer (0 auf 100 Prozent) beträgt dafür nur 1 Stunde und 15 Minuten. Geladen wird das Gerät über Micro-USB-Kabel oder über die gleichfalls mitgelieferte Ladeschale. Im Falltrommeltest hatte sich nach der halben Zeit (50 Stürze) das Displayglas gelöst, der Touchscreen war nicht mehr verwendbar.

Steckbriefe: gute Tastenhandys

Steckbriefe: durchschnittliche Tastenhandys

Panasonic KX-TU466

Ein Klapphandy für Telefonie und SMS. Das Gerät ist vergleichbar mit dem ebenfalls getesteten Panasonic KX-TU446, hat aber die bessere Ausstattung. Bluetooth wird unterstützt und das Gerät verfügt über einen GPS-Empfänger, um den Standort festzustellen und ihn im Notfall fünf vorausgewählten Kontakten mitzuteilen. UKW-Radio gibt es keines.

Die Kamera hat eine vergleichsweise niedrige Auflösung von 2 MP, liefert aber einigermaßen brauchbare Fotos. Drei LED-Leuchten informieren in zusammengeklapptem Zustand über den Ladestand, verpasste Anrufe und eingegangene Nachrichten. Das Display hat eine Diagonale von rund 2,4 Zoll/6,2 cm. Die Tasten sind deutlich voneinander abgetrennt und haben einen guten Druckpunkt. Das Gerät bietet lediglich zwei Tonprofile: Entweder sind sämtliche Töne eingeschaltet oder alle sind stummgeschaltet. Automatische Wortergänzungsvorschläge gibt es keine, was die Eingabe längerer Texte umständlicher macht.

Tippt man die Ziffern einer Telefonnummer ein, kann man sich die Eingabe auf Wunsch mittels Sprachansage bestätigen lassen. Drei Kurzwahltasten erleichtern die komfortable Anwahl vordefinierter Personen, die vierte startet die Kamerafunktion. Die „Rufannahme“- und die „Beenden“-Taste werden zusammen mit zwei weiteren Pfeiltasten für die Steuerung verwendet, was recht gut funktioniert und Platz spart. Allerdings werden einzelne Menüpunkte aufgrund der Schriftgröße auf dem kleinen Display unvollständig dargestellt. Zu den Akkulaufzeiten: Das Gerät hat eine gute Stand-by-Zeit und liegt beim permanenten Telefonieren im Durchschnitt.

Die Ladedauer (von 0 auf 100 Prozent) beträgt 2,5 Stunden. Geladen wird mittels Micro-USB-Kabel oder der ebenfalls mitgelieferten Ladeschale. Trotz des durchschittlichen Gesamturteils zählt das Panasonic KX-TU466 durchaus zu den empfehlenswerten Geräten.

Gigaset GL590

Ein Klapphandy, bei dem als Besonderheit sofort die orange Notfalltaste ins Auge sticht. Anders als sonst üblich sitzt sie auf der Vorderseite. Ob diese Lösung gefällt bzw. als praktisch empfunden wird, ist wohl Geschmacksache. Notrufe funktionieren wie bei den meisten anderen Anbietern in der Form, dass vordefinierte Kontakte der Reihe nach automatisch angerufen und optional per SMS verständigt werden. Standortdaten werden allerdings keine mitgeliefert, das Gerät verfügt über keinen GPS-Sensor. Es unterstützt Bluetooth, hat ein UKW-Radio eingebaut, ist Dual-SIM-tauglich und hat einen für diese Gerätebauform unüblich großen internen Speicher von 32 GB.

Was fehlt, ist die ansonsten weit verbreitete Taschenlampenfunktion. Auch hat die Kamera eine sehr geringe Auflösung. Drei Kurzwahltasten erleichtern die komfortable Anwahl vordefinierter Personen. Als unbequem erweist sich hingegen die Steuerung über die Navigationstasten, weil die in der Mitte platzierte Auswahltaste ein wenig tiefer gesetzt ist. Das Display hat eine Diagonale von rund 2,8 Zoll/7,3 cm. Seine grundsätzlich gute Ablesbarkeit ist durch die starke Blickwinkelabhängigkeit etwas eingeschränkt.

Tippt man die Ziffern einer Telefonnummer ein, kann man sich die Eingabe auf Wunsch mittels Sprachansage bestätigen lassen. Automatische Wortergänzungsvorschläge gibt es keine, was die Eingabe längerer Texte umständlicher macht. Etwas enttäuschend sind im Vergleich zu anderen Geräten die Akkulaufzeiten beim permanenten Telefonieren und vor allem im Stand-by-Betrieb. Die Ladedauer (von 0 auf 100 Prozent) beträgt 2 Stunden. Geladen wird mittels Micro-USB-Kabel.

Panasonic KX-TU446

Ein Klapphandy für Telefonie und SMS. Das KX-TU446 ist dem ebenfalls getesteten Panasonic KX-TU466 sehr ähnlich, hat aber die schlechtere Ausstattung. So gibt es keinen GPS-Empfänger, um im Notfall die Standortdaten an vorausgewählte Kontakte weiterzuleiten. Bluetooth wird unterstützt, UKW-Radio gibt es keines. Die Kamera hat eine sehr geringe Auflösung und liefert entsprechend schlechte Bildqualität. Das Display hat eine Diagonale von rund 2,4 Zoll/6,2 cm. Eine einzelne LED-Leuchte auf der Außenseite informiert in zusammengeklapptem Zustand sowohl über den Ladestand als auch über eingegangene Anrufe und Textnachrichten.

Das Gerät bietet lediglich zwei Tonprofile: Entweder sind sämtliche Töne eingeschaltet oder alle sind stummgeschaltet. Drei Kurzwahltasten erleichtern die komfortable Anwahl vordefinierter Personen, die vierte startet die Kamerafunktion. Die „Rufannahme“- und die „Beenden“-Taste werden zusammen mit zwei weiteren Pfeiltasten für die Steuerung verwendet, was recht gut funktioniert und Platz spart. Allerdings werden einzelne Menüpunkte aufgrund der Schriftgröße auf dem kleinen Display unvollständig dargestellt.

Automatische Wortergänzungsvorschläge gibt es keine, was die Eingabe längerer Texte umständlicher macht. Das Gerät hat eine gute Stand-by-Zeit und liegt beim permanenten Telefonieren im Durchschnitt. Die Ladedauer (von 0 auf 100 Prozent) beträgt 2,5 Stunden. Geladen wird mittels Micro-USB-Kabel.

Bea-Fon SL595

Ein Klapphandy des österreichischen Anbieters Bea-Fon, geeignet für Telefonie und SMS. Das Gerät unterstützt Bluetooth und hat ein UKW-Radio eingebaut. Die Eingabe über die Tastatur funktioniert gut. Die Tasten sind recht flach, aber deutlich voneinander getrennt. Auch der Druckpunkt ist angenehm. Auf Wunsch kann man sich die Tasteneingabe mittels Sprachansage bestätigen lassen. Automatische Wortergänzungsvorschläge gibt es keine, was die Eingabe längerer Texte umständlicher macht.

Zwei Schnellwahltasten ermöglichen das bequeme Anrufen ausgewählter Personen. Beim Blättern durch das Menü werden einzelne Menüpunkte aufgrund der Schriftgröße auf dem kleinen Display (rund 2,4 Zoll/6,2 cm Diagonale) unvollständig dargestellt. Außerdem ist das Scrolltempo sehr langsam. Ein zweites Display auf der Außenseite informiert in zusammengeklapptem Zustand über Textnachrichten und Anrufe, falls abgespeichert sogar inklusive Foto des Anrufers.

Die Kamera lässt sowohl hinsichtlich ihrer Auflösung als auch ihrer Bedienung einige Wünsche offen. Das Speichern von Bildern auf dem Gerät funktioniert ausschließlich mit eingelegter microSD-Speicherkarte. Das Gerät ist eines der leichtesten und handlichsten seiner Art auf dem Markt, sein Kunststoffgehäuse macht allerdings einen billigen Eindruck und knarrt beim Öffnen und Schließen. Ein Teil des Scharniers wurde im Zuge des Falltrommeltests beschädigt. Eine Bedienungsanleitung liegt bei. Die Akkulaufzeit beim permanenten Telefonieren ist gut, jene im Stand-by-Betrieb sogar die beste im Test. Die Ladedauer (von 0 auf 100 Prozent) beträgt 2,5 Stunden. Geladen wird mittels Micro-USB-Kabel oder der ebenfalls mitgelieferten Ladeschale.

Telme C151

Telme ist die preisgünstige Marke des österreichischen Anbieters Emporia. Das C151 ist ein leichtgewichtiges Handy im altbekannten Barrendesign; das heißt, das Display und die darunter angeordnete physische Tastatur sind immer sichtbar. Das Gerät ist geeignet für Telefonie und SMS. Besonderheit: Selbst wenn das Handy ausgeschaltet ist, lässt sich die integrierte Taschenlampe mittels Schalter aktivieren. Das Display ist mit rund 1,8 Zoll/4,6 cm Diagonale sehr klein, und es ist relativ anfällig für Kratzer.

Beim Blättern durch das Menü werden einzelne Menüpunkte aufgrund der Schriftgröße unvollständig dargestellt. Die Scrollgeschwindigkeit ist langsam. Automatische Wortergänzungsvorschläge gibt es keine, was die Eingabe längerer Texte umständlicher macht. Vollformatige Bestätigungen von erfolgten Einstellungsänderungen wurden von den Testpersonen als störend empfunden. Die Tasten sind flach und liegen zu eng beisammen, was die Bedienung erschwert. Bluetooth wird unterstützt, ein UKW-Radio ist eingebaut.

Einziges Gerät im Test ohne Speichererweiterungsmöglichkeit durch eine externe SD-Karte. Ebenso fehlt eine Kamera. Das Gerät macht einen billigen Eindruck, hat aber alle Robustheitstests gut überstanden. Eine Bedienungsanleitung liegt bei. Die Akkulaufzeit im Stand-by-Betrieb liegt im Durchschnitt, jene fürs permanente Telefonieren ist allerdings die kürzeste im Test. Die Ladedauer (von 0 auf 100 Prozent) beträgt 2 Stunden 45 Minuten. Geladen wird mittels Micro-USB-Kabel.

Steckbrief: Tastenhandy Telme X200 - nicht zufriedenstellend

Telme X200

Telme ist die preisgünstige Marke des österreichischen Anbieters Emporia. Das Telme X200 ist ein Klapphandy für Telefonie und SMS. Außen informiert ein Farbdisplay über Datum, Uhrzeit, Anrufe und Textnachrichten. Zwei unterhalb befindliche Tasten erlauben das Annehmen und Beenden von Anrufen auch in zusammengeklapptem Zustand. Das Gerät unterstützt Bluetooth, ein UKW-Radio ist eingebaut. Die Kamera hat eine sehr geringe Auflösung und liefert entsprechend schlechte Bilder. Das innere Display hat eine Diagonale von rund 2,4 Zoll/6,2 cm und ist stark blickwinkelabhängig. Der Druckpunkt der Tasten ist gut, allerdings ist das Tastaturlayout gewöhnungsbedürftig.

Die drei Kurzwahltasten knapp oberhalb der Navigationstasten wurden von den Testpersonen als irritierend empfunden; ebenso irritierte, dass die Tasten für „Rufannahme“ und „Beenden“ mit weiteren Funktionen belegt sind. Die Akkulaufzeit im Stand-by-Betrieb liegt über dem Durchschnitt, jene beim permanenten Telefonieren eher darunter. Die Ladedauer (von 0 auf 100 Prozent) beträgt 2 Stunden. Geladen wird mittels Micro-USB-Kabel. Eine Bedienungsanleitung liegt bei.

Die schlechte Gesamtnote hat das Gerät den Haltbarkeitsprüfungen zu verdanken. Nach dem Regentest funktionierte die Tastatur nicht mehr und das Display zeigte Wasserflecken. Nach einigen Tagen war das Handy getrocknet und wieder benutzbar. Gar nicht überstanden hat es hingegen den Falltrommeltest. Nach der Hälfte der Zeit (50 Stürze) war es irreparabel beschädigt.

Testkriterien

So haben wir getestet

Im Rahmen einer europaweiten Kooperation wurden 16 Senioren-Mobiltelefone getestet, darunter 4 Smartphones und 2 Hybrid-Modelle (Tastentelefone mit Internetmöglichkeit und zum Teil Touchscreen). Einkauf der Modelle im November 2020, Preise: Jänner 2021.

Abwertung

Bei „nicht zufriedenstellender“ Beurteilung der Haltbarkeit konnte das KONSUMENT-Testurteil nicht besser sein.

Telefonfunktion (20 %)

Die Sprachqualität wurde in beiden Richtungen (Hören und Sprechen) gemessen, in einem simulierten GSM- und, sofern unterstützt, UMTS-Netz mit und ohne Umgebungslärm. Auch die Freisprechfunktion wurde geprüft. Die Netzempfindlichkeit wurde getestet, indem im simulierten GSM-Netz gemessen wurde, bei welcher Sendeleistung des Netzes die Verbindung abreißt. Zudem wurde die maximale Sendeleistung der Handys bestimmt.

Handhabung (50 %)

Neun ältere Personen (Frauen und Männer) mit Einschränkungen im Sehen, Hören oder in der Feinmotorik beurteilten Handhabungsaspekte für Personen mit Sehschwäche (u.a. Anzeigengröße im Display, Tastenbeschriftung), Hörschwäche (u.a. Eignung für Hörgeräte, Störgeräusche, Lautstärke) und Motorikschwäche (u.a. Größe, Lage und Druckpunkt der Tasten).

Weiters bewerteten sie die Bedienungsanleitungen (Lesbarkeit, Verständlichkeit, Vollständigkeit), die Inbetriebnahme (u.a. einsetzen von SIM-Karte und Akku), den täglichen Gebrauch (u.a. Telefonieren, Speichern von Nummern, Akku-Laden, Menüführung und Handlichkeit) sowie Display und Tastatur. Das Lesen, Schreiben und Löschen von SMS-Textnachrichten wurde bewertet. Auch wurde geprüft, wie bei Betätigen der Notruffunktion die Gegenstellen informiert werden (z.B. SMS, automatische Ansage, Verhalten bei Anrufbeantwortern). Nützliche Zusatzfunktionen wie z.B. Kamera, Taschenlampe, Kalender und Weckfunktion wurden ebenso bewertet. Die Internet- und GPS-Funktionen wurden von einem Experten beurteilt.

Haltbarkeit (10 %)

Untersucht wurde die Passgenauigkeit und Solidität von Gehäuse, Kontakten und Anschlüssen. Weiters wurde getestet, wie kratzfest Display und Gehäuse sind. Die Bruchfestigkeit wurde in einer Falltrommel geprüft. Dabei wurde bewertet, welche Beschädigungen nach 100 Stürzen aus 80 cm Fallhöhe auf einen Steinboden auftraten. Zusätzlich wurden die Geräte einem Beregnungstest unterzogen. Im Anschluss sowie gegebenenfalls nach 24 und 48 Stunden wurden sie auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft.

Akku (20 %)

Die Betriebszeiten wurden aus Messungen der Strom-, Spannungs- und/oder Leistungsaufnahme gewonnen und unter Berücksichtigung der Batterie-Nennkapazität berechnet. Die Messungen wurden bei ausgeschaltetem Display durchgeführt. Die Ladezeiten wurden im Echtlademodus gemessen, bis das Gerät anzeigte, dass sein Akku vollständig geladen war.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette


Mehr unterTestplakette: Info

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang

DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.