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Rapsöl und Sonnenblumenöl - Glänzendes Ergebnis

, aktualisiert am

Raps- und Sonnenblumenöl stehen in fast jedem Küchenkasten – und lieferten in unserem Test Top-Ergebnisse. Am meisten konnten Kronen Öl und Ja! Natürlich punkten.

Diese Raps- und Sonnenblumenöle haben wir getestet:

Rapsöl

  • Alnatura Bio-Rapsöl nativ
  • Bellasan Kaltgepresstes Rapsöl
  • Billa Rapsöl
  • Clever Rapsöl
  • Kronen Öl 100 % Rapsöl aus Österreich
  • Merkur Immer Gut Rapsöl
  • Osana Feinstes Rapsöl
  • Rapso 100 % reines Rapsöl
  • s-budget 100 % reines Rapsöl
  • Vita D‘or Rapsöl

Sonnenblumenöl

  • Alnatura Bio-Sonnenblumenöl nativ
  • Echt Bio Bio-Sonnenblumenöl
  • Ja!Natürlich Sonnenblumenöl aus Österreich
  • Spar Natur pur Sonnenblumenöl kaltgepresst
  • Vita D‘or Sonnenblumenöl

In den Testtabellen finden Sie Infos und Bewetungen zu: Schadstoffe (Mineralölrückstände, 3-MCPD-Ester und Glycidylester, Weichmacher. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Kennzeichnung, Herkunft


Rapsöl und Sonnenblumenöl im Test

Letzten Sommer schrieb uns Dr. Wolfgang Zerbs, langjähriger KONSUMENT-Abonnent aus Linz: "Was ich leider seit Jahren vermisse, ist ein Test über das doch in Österreich in der Küche verwendete Rapsöl. Immer wurden nur Olivenöle geprüft und bewertet." Wir nahmen seinen Wunsch auf und stellten nach einer Online-Umfrage fest: Auch viele andere Leser wollten einen Test über Rapsöl, andere schlugen eine Überprüfung von Sonnenblumenöl vor.

Rapsöl: wenig bio

Aus den insgesamt 47 Produkten, die wir in den Regalen der großen Handelsketten fanden, wählten wir 10 Rapsöle und 5 Sonnenblumenöle für unseren Test aus. Schon bei der Markt­erhebung fiel uns auf: Nur 5 der angebo­tenen 29 Rapsöle werden biologisch pro­duziert. Vom oft beschworenen Bioboom ist bei dieser Produktgruppe derzeit nicht viel zu bemerken.

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Lebensmittel aus dem Supermarkt (Teil 1) - Weit weg vom Original

 Rapsöl und Sonnenblumenöl: Warenkunde - Für fast alle Fälle.

Kaum Schadstoffe

Kaum Schadstoffe

Keinen Nachholbedarf gibt es dagegen bei der Qualität der untersuchten Öle. Fast alle Produkte im Test schnitten tadellos ab, denn sie enthalten so gut wie keine Schadstoffe. Mit dem Rapsöl von Kronen Öl und dem Sonnenblumenöl von Ja! Natürlich, einem Bioöl, lagen gleich zwei österrei­chi­sche Produkte an der Spitze.

Apropos bio: Wer ein biologisch hergestelltes Öl möchte, muss zumindest auf den ­Flaschenetiketten nicht lange suchen. Jeder Hersteller, der ein Öl in Bioqualität anbietet, lobt das auch groß aus.

Raffiniert oder kalt gepresst ...

Anders sieht es bei den Informationen zur Herstellung der Öle aus. Um aus Rapssaat oder Sonnenblumenkernen Öl zu pressen, gibt es verschiedene Verfahren. Genaueres dazu lesen Sie im Kapitel "Raffiniertes bzw. kalt gepresstes Öl".

... selten ausgelobt

Doch auf den meisten Flaschenetiketten findet sich keine Angabe zur Herstellungsart. Herrscht Schweigen, kann man davon ausgehen, dass das Öl raffiniert wurde. In diesen Flaschen steckt daher ein hellgelbes bis fast farbloses Öl, das unauffällig riecht und neutral schmeckt.

Nur insgesamt vier Produkte im Test sind als kalt gepresste oder native Öle gekennzeichnet. Die meisten davon sind auch Bioprodukte und kosten fast 6 Euro pro Liter. Ebenfalls kalt gepresst, aber konventionell erzeugt, ist das Rapsöl von Bellasan, einer Eigenmarke von Hofer, um 3,98 Euro pro Liter.

Viele Bestnoten

Viele Bestnoten

Außer, dass wir uns in Sachen Ölgewinnung etwas mehr Auskunftsfreudigkeit wünschen würden, ist ansonsten bei unserer Untersuchung quasi alles in Butter. Viel besser als dieser kann ein Test eigentlich nicht ausfallen! Gleich 9 von 10 Rapsölen schafften die Bestnote. Bei den Sonnen­blumenölen waren es 3 von 5 Produkten. Bis auf eine Ausnahme waren alle getesteten Öle nur ganz gering oder gar nicht mit Schadstoffen belastet.

So sehr unser Labor auch nach Mineralölrückständen, 3 MCPD-Ester und Glycidyl-Fettsäureester, Weichmachern und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) fahndete: Es war kaum etwas nachweisbar und falls doch, dann nur in vernachlässigbaren ­Mengen, die maximal geringfügig über der Nachweisgrenze lagen. Die Hersteller haben die Schadstoffproblematik offenbar gut im Griff. Das war, wie unsere Tests von Pflanzenölen der vergangenen Jahre zeigen, nicht immer so.

Nur ein "Ausreißer"

In der aktuellen Untersuchung gab es lediglich einen "Ausreißer": Das kalt gepresste Sonnenblumenöl von Spar Natur pur hat, verglichen mit der Konkurrenz, den höchs­ten Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. In diesem Öl wurde der Höchstgehalt, den es für die Summe einzelner PAKs gibt, zu 30 Prozent ausgeschöpft. Damit reichte es in der Reihung nur für den letzten Platz, aber immer noch für ein durchschnittliches Testurteil.

Herkunft, Werbeschmähs

Werbeschmähs

Verbesserungsbedarf sehen wir bei der Kennzeichnung einiger Öle. So kommt das Öl von Osana als "Feinstes Rapsöl" in den Handel. Eine Beschreibung, warum dieses Öl feiner ist als die Konkurrenz, sucht man auf der Flasche allerdings vergeblich. Merkur Immer Gut und Billa bewerben ihr Rapsöl dagegen mit "umweltschonender Herstellung". Auch hier bleibt im Dunklen, was sich Verbraucher darunter vorstellen können.

Für Heiterkeit sorgte dagegen die Auslobung des Rapsöls von S-Budget und des Sonnenblumenöls von Spar Natur pur: Hier werden auf den ­Etiketten allen Ernstes Broteinheiten an­gegeben. Was das auf einem Lebensmittel ohne Kohlenhydrate soll, weiß niemand! Immerhin: Als vor vielen Jahren Rapso auf den Markt kam, wurde es fett als "choles­terinfrei" beworben. Blöd nur, dass nicht nur Rapsöl, sondern auch alle anderen Pflanzenöle von Natur aus kein Cholesterin enthalten. Zumindest diese Werbung mit Selbstverständlichkeiten ist längst ­Geschichte.

Rot-Weiß-Rot

Wer Wert auf regionale Herkunft legt, hat bei etwa der Hälfte der getesteten Öle Glück. Jedes zweite Produkt stammt nämlich aus Österreich. Viele Hersteller geben auf den Flaschen an, woher die Rohstoffe für ihr Öl kommen und wo es abgefüllt wird. Wir haben zusätzlich bei den Produzenten nachgefragt und ihre Antworten mit den Angaben auf den Etiketten verglichen. Passt alles!

100 Prozent Österreich steckt im Rapsöl von Testsieger Kronen Öl. Dasselbe gilt für Merkur Immer Gut und Rapso sowie für das Rapsöl von Billa. Auch der Raps für Osana, einem Produkt, das es bei Hofer zu kaufen gibt, wächst in Österreich; abgefüllt wird das Öl aber irgendwo in der EU. Die Sonnenblumen für das Öl von Ja! Natürlich und Echt Bio von Penny wachsen ebenfalls in Österreich, wo auch die Pressung und ­Abfüllung erfolgt.

Testtabelle: Rapsöl

Testtabelle: Sonnenblumenöl

Raffiniertes oder kalt gepresstes Öl

Raffiniertes Öl: Neutral im Geschmack

Raffiniertes ÖlGewinnung: Die meisten unserer untersuchten Raps-, aber auch Sonnenblumenöle sind raffiniert, auch wenn davon nichts auf der Flasche steht. Für diese Öle werden Rapssaat bzw. Sonnenblumenkerne bei sehr hohen Temperaturen über 100 °C gepresst. Man spricht auch von Heißpressung. Mit diesem Verfahren lässt sich die Ausbeute an Öl erhöhen. Anschließend werden in mehreren Arbeitsschritten Geruchs-, Geschmacks- und Farbstoffe aus dem Öl entfernt.

Aussehen und Geschmack: Raffiniertes Raps- und Sonnenblumenöl ist wie die meisten anderen Pflanzenöleauch klar, fast farblos oder mit einem gelblichen Stich. Diese Öle  schmecken neutral und können daher in der Küche vielfältig eingesetzt werden.

Inhaltstoffe: Beim Raffinieren werden nicht nur Schad- und Fettbegleitstoffe entfernt. Auch Vitamine, Aroma- und sekundäre Pflanzenstoffe gehen bei diesem Verfahren teilweise verloren.

Kalt gepresstes Öl: Nussiges Aroma

Kalt gepresstes ÖlGewinnung: Vor allem Bioöle werden mechanisch gewonnen, da die bei diesem Verfahren erreichten Temperaturen niedrig bleiben. Daher auch die Bezeichnung Kaltpressung. Weil die Ausbeute hier geringer ist, werden solche Öle im Handel meist deutlich teurer angeboten als raffinierte Produkte. Unter nativ versteht man ein Öl, das nach dem Pressen nicht weiter bearbeitet wurde. Erlaubt sind hier nur Filtern und Zentrifugieren.

Aussehen und Geschmack: Kalt gepresste und native Öle zeigen Farbe. Vor allem Rapsöl ist intensiv gelb. Sonnenblumenöl schmeckt kernig-fruchtig bis nussig. Rapsöl hat einen kräftig würzigen, ebenfalls nussigen Geschmack. Beide Öle eignen sich besonders für kalte Speisen.

Inhaltstoffe: Durch die niedrigen Temperaturen beim Kaltpressen bleiben Vitamine, Aroma- und sekundäre Pflanzenstoffe weitgehend erhalten. Aber auch mögliche Schadstoffe aus der Saat bleiben im Öl.

Suchrätsel Mindesthaltbarkeitsdatum

Vita D‘or-Suchrätsel. Wo ist das Mindesthaltbarkeitsdatum? Nein, Sie brauchen keine neue Brille! Ein weißer Aufdruck auf einer durchsichtigen Flasche mit hellgelbem Öl ist auch für Adleraugen unlesbar.

Vita D‘or: Suchrätsel Mindesthaltbarkeitsdatum

VKI-Tipps

  • Gute Wahl. Raps- und Sonnenblumenöl sind praktische Allzwecköle sowohl für die kalte als auch warme Küche. Und sie enthalten so gut wie keine Schadstoffe, wie unsere Testergebnisse zeigen.
  • Regional. Fast die Hälfte der untersuchten Produkte kommt aus Österreich, sowohl was die Rohstoffe als auch die Abfüllung betrifft.
  • Raffiniert. Die meisten Produzenten füllen heiß gepresste Öle in ihre Flaschen. Fehlen Angaben zur Ölgewinnung, handelt es sich meist um ein raffiniertes Öl mit neutralem Geschmack.
  • Nativ. Kalt gepresste und native Öle sind farbintensiv und haben ein ausgeprägtes Aroma. Ihr intensiver Geruch und Geschmack sind allerdings nicht jedermanns Sache.
  • Ölig. Bei der Bewerbung ihrer Produkte setzen manche Verkäufer auf Sugges­tion statt Argumentation. Blumige Formulierungen wie "feinstes" Rapsöl bedeuten genau gar nichts.

Testkriterien

Im Test: 10 Rapsöle (darunter 1 Bio-Produkt) und 5 Sonnenblumenöle (davon 4 Bio-Produkte). Zwei Proben aus jeder Produktgruppe waren als nativ oder kaltgepresst gekennzeichnet.

Schadstoffe (70 %)

  • Mineralöle (MOAH, MOSH): Bestimmung mittels LC-GC/FID
  • Fettsäuregebundenes 3-MCPD und Glycidol: Bestimmung mittels DGF-VI 18 (10)
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): Bestimmung mittels LC-LC-GC-MS/MS
  • Weichmacher: Bestimmung mittels LC-MS/MS

Kennzeichnung (20 %)

Die Kennzeichnung wurde durch Gutachter überprüft.

Herstellerauskunft (10 %)

Die Hersteller wurden um Stellungnahme gebeten, woher die Sonnenblumenkerne bzw. der Raps stammen und wo sie verarbeitet werden.
 

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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Leserreaktionen

Lücke geschlossen

Ich möchte mich bei Ihnen für den interessanten Artikel „Glänzendes Ergebnis“ bei Rapsund Sonnenblumenöl herzlich bedanken. Damit wurde eine wesentliche Lücke hinsichtlich der Beschaffenheit von in unseren Breiten häufig verwendeten Speiseölen geschlossen. Besonders erfreulich dabei ist auch das positive Abschneiden fast aller getesteten Öle.

Dr. Wolfgang Zerbs
E-Mail
(aus KONSUMENT 7/2018)

Pestizide und Herbizide

Ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen. Wie sieht es denn bei Bio-Ölen mit Neonicotinoiden und Glyphosatbelastung aus? Es ist ja bekannt, dass diese Pesti- u. Herbizide tonnenweise auf unsere Felder aufgebracht werden.

Gert Fränzl
Purkersdorf
(aus KONSUMENT 7/2018)

Da wir nur ein begrenztes Untersuchungsbudget zur Verfügung haben, wurden Pestizide und Herbizide in den Ölen nicht untersucht. Im Zuge unserer Recherche zu Beginn des Tests haben wir aber mit einigen Experten gesprochen, die uns die Auskunft gegeben haben, dass in letzter Zeit selten bis nie hohe Gehalte an den von Ihnen genannten Schadstoffen in Ölen nachgewiesen werden konnten.

Die Redaktion

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