Kaffeemaschinen: Pads und Kapseln - Günstige Geräte, teurer Kaffee

, aktualisiert am premium

Eine Erfolgsgeschichte mit zwei Seiten: Preis­günstigen Portionskaffeemaschinen stehen hohe Kaffeepreise gegenüber, dem Komfort die Müllproblematik.

Portionskaffeemaschinen: günstige Geräte, teurer Kaffee; (Bild: Inked Pixels/Shutterstock.com)

Folgende Portionskaffeemaschinen finden Sie im Test:

  • Cremesso Viva Elegante
  • Beanarella Nori V 4
  • Bosch Tassimo happy
  • De'Longhi Nescafé Dolce Gusto MiniMe EDG155
  • De'Longhi Nespresso Essenza Mini EN85
  • K-fee One
  • Krups Nespresso Essenza Mini XN1108
  • Lavazza Joli
  • Philips Senseo HD66554/68
  • Tchibo Cafissimo easy

Die Testtabelle informiert über: Testurteil, Preis und laufende Kosten, technische Details (Getränkevolumen von Espresso und Lungo, Größe des Wassertanks), Zubereitungszeit, Inbetriebnahme, Reinigen, Entkalken, Stromverbrauch, Geräusch, Sicherheit und Schadstoffe.

Lesen Sie auch den Erfahrungsbericht eines Abonnenten: Nespresso: verkalkt, Display finster, 150€ Reparatur


Einfach, sauber, teuer

Ein unleugbarer Vorteil der Pad- und Kapselmaschinen ist, dass man als Benutzer wenig falsch machen kann. Die Hand­habung ist einfach und sauber, weil die richtige Menge Kaffeepulver (im Test 5 bis 8 Gramm) in Kunststoff, Aluminium oder Filterpapier vorverpackt ist. All das hat trotzdem einen hohen Preis – vor allem, wenn man die Kosten pro Portion auf den Kilopreis hochrechnet und mit jenem für gemahlenen Kaffee oder geröstete Bohnen vergleicht.

Da landet man bei den Kapseln im günstigsten Fall bei 30 bis 40 Euro, eher jedoch bei 80 Euro und mehr, während sich herkömmlich verpackter Kaffee meist zwischen 8 und 16 Euro pro Kilogramm ­bewegt. Vergleichsweise günstig steigt man noch mit der Philips Senseo aus – die Pads kosten 19 Cent pro Stück und somit um 10 Cent weniger als die Kapseln für K-fee oder Tchibo und mindestens 22 Cent weniger als jene für Nespresso. Außerdem bereitet das Philips-Gerät auch Café Crema zu, also vereinfacht gesagt eine große Tasse schwarzen Kaffee, die mit 130 Millilitern das maximale Portionsvolumen aller anderen getesteten Kaffeemaschinen übersteigt.

Kapsel vs. Pad

Wobei man Kapsel- und Pad-Kaffee nur ­bedingt vergleichen kann. Pad-Maschinen wie die Philips Senseo bauen lediglich ein Bar Druck auf, das Wasser rinnt – ähnlich wie bei der altbekannten Filtermaschine – durchs Kaffeepulver. Kapselmaschinen hingegen imitieren die großen Siebträger­maschinen. Sie bauen je nach Modell einen Druck von 8 bis 20 Bar auf und pressen das Wasser durch die Kapsel mit fein gemahlenem Kaffeepulver.

Erfolg mit Folgen für Müllvolumen

Keine Frage des Preises

Am Preis scheitert der Einstieg in die Welt der praktischen Portionskaffeemaschinen, wie der Oberbegriff lautet, nicht. Schon für 30 Euro bekommen Sie beispielsweise das Kapselgerät Cafissimo easy von Tchibo, das guten Espresso oder (mit einer größeren Menge Wasser zubereiteten) Lungo liefert. Knapp doppelt so viel kostet das zweit­gereihte K-fee One, mit dem Sie ein Plus an Komfort erwerben – nicht zuletzt eine spürbar kürzere Zubereitungszeit. Außerdem ist es eines von zwei Geräten im aktuellen Test der Stiftung Warentest, die sogar sehr guten Lungo brühen (das zweite ist die Essenza Mini von Krups).

Temperaturschwankungen

Wobei sich diese Urteile nicht auf den ­Geschmack beziehen, denn jede Kapsel und jedes Pad hat andere Eigenschaften, die auf die dazugehörige Maschine abgestimmt sind. Zudem ist die Auswahl an ­Kaffeesorten groß und Geschmäcker sind verschieden. Beurteilt wurden hingegen messbare Qualitätskriterien: Neben der ­Zubereitungs- und der Aufheizzeit war das unter anderem die Getränketemperatur. Die Geräte haben die Tendenz, den ersten Espresso relativ kühl auszugeben, und Temperaturschwankungen innerhalb von zehn Bezügen in ­Folge kommen mitunter vor.

Crema im Inseltest

Ein wichtiger Aspekt ist auch die ­Konsistenz der Crema. Diese wurde unter anderem mit dem sogenannten Inseltest untersucht: Wie lange dauert es, bis ein Löffelchen Zucker untergeht? Und es wurde analysiert, ob Inhaltstoffe wie Kaffeeöle, Geschmacks- und Bitterstoffe entsprechend der idealen Extraktionsrate von 18 bis 22 Prozent herausgelöst wurden.

Erfolg mit Folgen für Müllvolumen

Die Erkenntnis, dass man den Komfort der Pad- und Kapselmaschinen teuer bezahlt, hat Nespresso, Tassimo & Co trotzdem nicht davon abgehalten, unsere Büros und Wohnungen zu erobern. Diesen Erfolg kann man leider auch am gestiegenen Müllvolumen ablesen. Am unproblematischsten sind Pads mit Filterpapier aus Baumwolle oder Zellulose (sofern sie nicht einzeln ­verpackt sind). Sie können kompostiert werden. Kaffeekapseln aus Kunststoff müssen laut Verpackungsordnung über den Restmüll entsorgt werden, weil sie den Kaffeesatz enthalten. Im günstigeren Fall betreibt der Anbieter selbst ein Rücknahme- und Wiederverwertungssystem, wie es in Öster­reich etwa bei Tchibo vorhanden ist.

Problematisches Aluminium

Eine schlechte Ökobilanz hat definitiv auch Aluminium, das schon bei der Herstellung für Mensch und Umwelt problematisch ist (egal ob daraus eine Kaffeekapsel oder eine Getränkedose wird). Alukapseln gehören in den Metallcontainer bzw. im Zuge eines Rücknahmesystems retour an den Anbieter. Falls die Kaffeemaschine die Verwendung von Drittanbieterkapseln ermöglicht, ­könnte man biologisch abbaubare Kaffeekapseln ins Auge fassen. Allerdings benötigen die abbaubaren Kunststoffe, aus denen diese Kapseln bestehen, mehr Zeit als ­herkömmlicher Biomüll. Mitunter werden sie händisch wieder aussortiert. Es hängt letztlich vom jeweiligen Entsorger ab, ob das Einwerfen in die Biomülltonne überhaupt zulässig ist.

Wiederbefüllbare Kapseln: nicht kompatibel, umständliche Verwendung

Die andere Alternative, nämlich wieder­befüllbare Kapseln aus Metall und/oder Kunststoff, sind auch keine Patentlösung. Sie sind ebenfalls nicht mit jedem Gerät kompatibel und sie sind umständlich in der Handhabung, was der Idee der Portionskaffeemaschinen zuwiderläuft.

Nespresso Vertuo

Ebenfalls im Test waren zwei Maschinen für das Vertuo-Kapselsystem von Nespresso: De’Longhi Nespresso Vertuo Plus und Krups Nespresso Vertuo Plus. Beide Geräte landeten im guten Mittelfeld. Sie sind auch für die Zubereitung größerer Getränkemengen bis 0,5 Liter geeignet. Weiters überzeugen sie mit ihrer Espresso-Crema, benötigen aber viel Zeit. Die Zusatzfunktionen sind zum Teil komplex. Beide Maschinen sind in Österreich via Versandhandel und online erhältlich (Richtpreis: 100 Euro), die benötigten Kapseln werden aber hierzulande noch nicht offi­ziell vertrieben und sind daher nur unter Schwierigkeiten beziehbar.

Testtabelle: Pad- und Kapselmaschinen

Tabelle öffnen

Testkriterien

So haben wir getestet

Im Test der Stiftung Warentest waren zehn Portionskaffeemaschinen, davon acht für Kapseln, eine für Pads eine weitere für Kapseln und Pads. Geräte und Zubehör wurden von Februar bis April 2020 eingekauft.

Technische Prüfung (45 %)

Die Zubereitungszeit gibt an, wie lange die Maschinen zum Aufheizen und Brühen von Espresso und Lungo bzw. Café Crema brauchen. Die Zubereitungszeit umfasst die Spanne vom Start bis zu jenem Zeitpunkt, an dem der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tropfen etwa zwei Sekunden beträgt. Beim Brühen von Espresso, Lungo und Café Crema wurde beurteilt, wie heiß das Getränk in der ersten und zweiten Tasse sowie durchschnittlich bei den acht darauffolgenden Bezügen war. Bewertet wurde, wie stark die Getränke in zehn Durchgängen in Temperatur und Volumen variierten. Beurteilt wurde weiters die Konsistenz der Crema und ob die Inhaltstoffe, etwa Kaffeeöle, Geschmacks- oder Bitterstoffe, entsprechend der idealen Extraktionsrate von 18 bis 22 Prozent aus der Bohne gelöst wurden. Die Getränke liefen in vorgewärmte Tassen (40 °C).

Handhabung (35 %)

Ein Experte beurteilte die Gebrauchsanleitung in Anlehnung an DIN EN 62079 bzw. DIN EN 82079–1, unter anderem in Bezug auf Aufbau, Vollständigkeit, Übersichtlichkeit sowie Hinweise zur notwendigen Reinigung und Entkalkung. Fünf mit den untersuchten Geräten erfahrene Nutzer unterschiedlichsten Alters bewerteten das Inbetriebnehmen und Einstellen, die Anzeige der Geräte, das Zubereiten der Getränke inklusive Einlegen und Entfernen von Kapsel/Pad, das Reinigen und Entkalken. Ein Experte beurteilte den Verschmutzungsgrad der Geräte nach 50 Getränken.

Stromverbrauch (5 %)

Wir berechneten den täglichen Stromverbrauch auf folgender Basis: zwei Mal aufheizen, ggf. inklusive Spülvorgang, Zubereitung von zwei Espressi und zwei Lungi bzw. Café Crema, zwei Mal automatische Abschaltung in den Stand-by-Modus und eine Stand-by-Zeit von 23 Stunden. Bewertet wurde zudem der jährliche Stromverbrauch bei Benutzung der Geräte an 365 Tagen im Jahr.

Geräusch (5 %)

Fünf erfahrene Nutzer beurteilten subjektiv das Geräusch für einen kompletten Brühvorgang.

Sicherheit: (5 %)

Ein Experte prüfte die Geräte auf elektrische Sicherheit in Anlehnung an DIN EN 60335–1 und DIN EN 60335–2–15 und auf heiße Oberflächen in Anlehnung an DIN EN 60335–2–15, 2012–12 und Berichtigung 2013–12 sowie EN ISO 13732–1, 2008. Zudem wurde auf eine mögliche Fehlbedienung und die Verarbeitung geachtet.

Schadstoffe (5 %)

Die Maschinen wurden nach der Zubereitung von mindestens 50 Getränken gemäß Bedienungsanleitung entkalkt und mit definiertem Prüfwasser gespült, das 16 Stunden in den Maschinen stand. Die Proben daraus wurden auf Blei, Nickel, Kadmium, Chrom und Aluminium untersucht.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass Produktmängel sich verstärkt auf das KONSUMENT-Testurteil auswirken. Folgende Abwertungen wurden eingesetzt: Bei nicht zufriedenstellendem Urteil für die Sicherheit konnte das KONSUMENT-Testurteil nicht besser sein. Bei weniger zufriedenstellendem Urteil für Schadstoffe wurde das KONSUMENT-Testurteil um eine Note abgewertet.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang

DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.