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Mundspüllösungen - Gute Ergänzung

Mundspüllösungen können eine sinnvolle Ergänzung beim Zähneputzen sein. Ein Ersatz für die Zahnbürste sind sie nicht.

In der Testtabelle finden Sie folgende Produkte:

Für Erwachsene

  • Biorepair Zahn Milch
  • dm Alverde Naturkosmetik 5in1 Mundspülung Nanaminze
  • dm Dontodent Antibakt. Mundhygiene 6x Schutz Kräuter-Minz-Aroma
  • Listerine Zahn & Zahnfleisch Schutz Fresh Mint
  • Meridol Mundspülung Zahnfleischschutz
  • Odol-med3 Zahnfleisch aktiv
  • One Drop Only Effektiv Antibakterielle Mundspüllösung classic
  • Parodontax Mundspülung
  • Today Dent Mundspülung Mint-frisch
  • Zendium Mundspülung Complete Protection

Für Kinder

  • dm Dontodent Junior Mundspülung leckerer Berengeschmack
  • Listerine Smart Kidz Mundspülung Beeren-Geschmack

In der Testtabelle finden Sie Informationen zu: Fluorid, Zink, Kariesprohylaxe, Vorbeugung gegen Zahnbelag/Zahnfleischentzündung, Verpackung, Deklaration.

Im Folgenden der Testbericht:


Ergänzung zum Zähneputzen

Mundspüllösungen sollen Karies und Zahnbelag vorbeugen und vor entzündetem Zahnfleisch schützen. Zumindest be­werben die Hersteller ihre Produkte damit. Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Stiftung Warentest haben genauer hingeschaut und Mundspüllösungen einem detaillierten Test unterzogen; da­runter auch zwei Mittel, die für Kinder angeboten werden.

Test: Sechs Mundspüllösungen sind "gut"

Zwölf der Produkte sind auch in Österreich erhältlich und immerhin sechs er­füllten ihre Aufgabe "gut", eine Mundspüllösung schnitt sogar mit "sehr gut" ab. Diese Mittel halten, was die Werbung verspricht, sie beugen Karies, Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen vor.

Wann Mundspülungen sinnvoll sind

Sinnvoll sind Mundspüllösungen insbeson­dere für Personen, denen es schwerfällt, die Zahnzwischenräume zu reinigen. Ratsam sind sie laut Zahnmedizinern etwa für ­Jugendliche mit fester Zahnspange oder für ältere ­Menschen, die ihre Zähne manuell nicht mehr optimal reinigen können. Auch Personen, die bereits unter starker Karies leiden, können zu den bunten Mundspülungen greifen.

Günstiger Testsieger

Günstiger Testsieger

Die beste Mundspüllösung für Erwachsene ist zugleich eine der günstigsten. Die Antibakterielle Mundhygiene 6x Schutz mit Kräuter-Minz-Aroma von dm Dontodent ist für 23 Cent pro 100 Milliliter erhältlich. Am Ende der Skala stehen zwei Produkte aus der oberen Preiskategorie: Biorepair Zahn Milch (100 ml 1,59 Euro) und Zendium Mundspülung Complete Protection (100 ml 1,09 Euro) erhalten ein „nicht zufriedenstellend“, wir können sie nicht empfehlen. Zendium schützt entgegen den Werbeaussagen nicht ausreichend vor Zahnbelag bzw. vor einer Zahnfleischentzündung. Das Produkt enthält keine Stoffe, für deren ­Wirkung ausreichende Belege vorliegen. Das gilt auch für die ebenfalls mit „nicht zufriedenstellend“ bewerteten Kinder-Mundspüllösung Dontodent von dm. Das Erwachsenen-Produkt von Biorepair versagt beim Kariesschutz, es fehlt Fluorid.

Kariesprophylaxe

Fluorid ist nicht nur bei Zahnpasten, sondern auch bei Mundspüllösungen das Nonplus­ultra der Kariesprophy­laxe. Die Substanz mineralisiert die Zahnoberfläche und macht sie so widerstandsfähiger gegen Säuren. In Biorepair ist stattdessen unter anderem Hydroxylapatit enthalten. Es soll sich mit der Zahnoberfläche verbinden und eine Art Zahnschmelz bilden. Die Anbieter blieben jedoch wissenschaft­liche Belege dafür schuldig, dass die von ihnen genutzten Wirkstoffe ähnlich effektiv vor Karies schützen wie Fluorid. Entsprechende Studien­ergebnisse wurden nicht vorgelegt.

Immer wieder Fluorid

Fluorid in Zahnpflegeprodukten ist um­stritten. Viele Konsumentinnen und Konsu­menten fühlen sich verunsichert, wie auch Zuschriften und Anfragen an uns belegen. Kritische Stimmen weisen auf angebliche Gesundheitsrisiken hin. So hält sich hart­näckig das Gerücht, Fluorid könne Krebs auslösen. Doch es gibt keine seriösen Hinweise darauf, dass das stimmen könnte. Nach aktuellem wissenschaftlichen Stand ist das nicht der Fall. Wir haben in diversen Artikeln darüber berichtet (siehe etwa Zahnpasten - Die Fluorid-Frage).

Studie zur Einflussnahme von Fluorid

In jüngerer Vergangenheit sorgte eine große Studie aus Nordamerika für Schlagzeilen: Das National Health Institute der USA hatte gemeinsam mit verschiedenen Gesundheits- und Umweltbehörden sowie Universitäten an schwangeren Frauen in Mexiko unter anderem untersucht, welchen Einfluss die Fluoridaufnahme auf ihre noch ungeborenen Kinder hat. Die Arbeit lief über 15 Jahre und kam zu dem Schluss, dass eine deutlich erhöhte Fluoridauf­nahme in der Schwangerschaft langfristig die Intelligenz des Kindes be­einträchtige. Experten zufolge lässt sich die Studie jedoch nicht auf Mitteleuropa übertragen. Der Grund: In Mexiko ist die Fluoridbelastung erheblich größer, dort nehmen die Menschen deutlich größere Fluoridmengen aus verschiedenen Quellen auf als hierzulande. ­Außerdem bietet die Studie keine Anhaltspunkte dafür, Fluoride aus Zahn­pflege­produkten zu verbannen, da diese ­lokal angewendet und wieder ausgespuckt werden. Zahnpasten oder Mundspüllösungen spielen, was die Gesamtaufnahme von Fluorid angeht, deshalb so gut wie keine Rolle.

Nicht gegen Mundgeruch

Mundspüllösungen und Kinder

Nichtsdestoweniger gilt unsere bereits mehrfach ausgesprochene Empfehlung, dass Kinder unter sechs Jahren ausschließlich Kinderzahnpasten mit einem geringeren Fluoridanteil benutzen sollten. Mundspüllösungen sollten von Kindern generell erst ab sechs Jahren verwendet werden, weil sie nicht geschluckt werden sollten. Wirklich sinnvoll sind sie Experten zufolge erst nach dem Zahnwechsel, also ab einem Alter von 12 bis 13 Jahren. Weil die bunten Mundspüllösungen auf Kinder anziehend wirken, sollten die Fläschchen über eine ­aus­reichende Kindersicherung verfügen. Das ist bei immerhin elf Produkten im Test nicht der Fall, was zu Punkteabzügen führte. Mehr Inhalt als tatsächlich ent­halten gaukelte die Verpackung der Mundspüllösung von dm ­Alverde vor, was sich ebenfalls negativ in der Bewertung bemerkbar machte.

Hinweis auf Zink

Definitiv nichts für Kinder und Jugend­liche sind Mundspüllösungen, die Zink enthalten. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit empfohlene Höchstmenge an Zink wird meist bereits mit der Nahrung aufgenommen. Deshalb sollten zinkhaltige Mundspül­lösungen genauso wie zinkhaltige Zahnpasten nicht noch zusätzlich verwendet werden. Wir erwarten, dass Produkte, die Zink enthalten, einen entsprechenden Hinweis auf der Packung tragen. Ist dies nicht der Fall, gibt es einen Punkteabzug. Im Test war davon neben Today Dent von Penny auch die Zahn Milch von Biorepair betroffen.

Keine Hilfe gegen Mundgeruch

Mundspüllösungen können wie erwähnt eine sinnvolle Ergänzung zum Zähne­putzen sein. Ein wirksames Instrument, um Mundgeruch loszuwerden, sind sie nicht. Die Mittel können zwar schwefelhaltige Verbindungen, die für schlechten Atem sorgen, chemisch neut­ralisieren, die eigentlichen Ursachen des Mund­geruchs werden so aber nicht be­seitigt. Wer häufig unter schlechtem Atem leidet, sollte sich an einen Zahnarzt wenden. Die meisten Ursachen für Mundgeruch sind nämlich im Zahn­apparat selbst zu finden. Auch Mundspüllösungen, die einen kräftigen Geschmack haben, sind hier machtlos. Unsere deutschen ­Kolleginnen und Kollegen haben allerdings auch ausprobiert, wie die Produkte schmecken: Frisch und minzig sind die meisten, wirklich scharf die wenigsten, so ihre Einschätzung. Da dies jedoch Geschmacksache ist, ging die „Verkostung“ nicht in die Bewertung ein.

Testtabelle: Mundspüllösungen

Zahnpflege

Zur Reinigung von Zähnen und Zahnzwischenräumen sind einige Hilfsmittel auf dem Markt. Nicht alle diese Produkte machen Sinn.

  • Unverzichtbar. Zweimal tägliches Zähneputzen ist unverzichtbar. Die Zahnpasta sollte Fluorid enthalten. Eine elektrische Zahnbürste ist für viele hilfreich, muss aber nicht unbedingt sein.
  • Von Vorteil. Mit Zahnseide und Interdentalbürstchen lassen sich die Zahnzwischenräume sehr gut reinigen. Eine tägliche Anwendung ist jedenfalls vorteilhaft.
  • Gute Ergänzung. Mundspüllösungen sind vor allem für Personen sinnvoll, die sich mit dem Zähneputzen schwertun. Spezielle Zungenreiniger können ebenfalls für eine bessere Mundhygiene sorgen und teilweise schlechten Atem beseitigen.
  • Überflüssig. Mundduschen dagegen sind verzichtbar. Sie helfen nicht gegen Zahnbelag. Für Menschen mit tiefen Zahnfleischtaschen sind sie unter Umständen sogar kontraproduktiv – etwa, wenn Speisereste in die Taschen gespült werden und dort Entzündungen verursachen.

 

Testkriterien

Im Test der Stiftung Warentest: 12 Mundspüllösungen, die damit werben, sowohl Karies als auch Zahnbelag (Plaque) und/oder Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) vorzubeugen.

Zahnmedizinische Beurteilung

Zwei Experten beurteilten, ob die Produkte Karies, Plaque und Gingivitis vorbeugen. Dafür zogen sie Messwerte potenziell wirksamer Inhaltstoffe, Anbieterangaben und die Deklaration auf den Verpackungen heran. Die Auswertung erfolgte auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, nach Empfehlungen von Fachgesellschaften und der Auswertung wissenschaftlicher Literatur. Zudem wurden von den Anbietern zur Verfügung gestellte Dokumente berücksichtigt.

Fluorid

Der Fluoridgehalt wurde mittels ionenselektiver Elektrode in Anlehnung an RL 2005/87/EG bestimmt. Zur Absicherung wurde der Fluoridgehalt nach Silylierung mittels GC-MS in Anlehnung an die ASU-Methode K84.06.01–2(EG) 1984–05 ermittelt.

pH-Wert

Der pH-Wert wurde mittels pH-Elektrode ermittelt.

Kariesprophylaxe

Ist Fluorid in ausreichender Menge in Mundspüllösungen enthalten, beugt es Karies vor und fördert die Härtung des Zahnschmelzes. Bei der Beurteilung der Kariesprophylaxe durch Fluorid berücksichtigten die Experten die Konzentration, die Art der Fluoride sowie den pH-Wert und das Vorhandensein weiterer unterstützender Wirksubstanzen.

Vorbeugung gegen Plaque/Gingivitis

Antimikrobiell wirksame Bestandteile in Mundspüllösungen können der Entstehung von Plaque und Zahnfleischentzündungen vorbeugen. Es wurden die Konzentrationen von Alkoholen, Cetylpyridiniumchlorid, Chlorhexidin und Zink bestimmt, sofern sie in der Inhaltstoffliste deklariert waren.

Alkohole

Alkohole (z.B. Ethanol, n-Propanol) wurden mittels GC-FID identifiziert und quantitativ bestimmt.
Cetylpyridiniumchlorid: Cetylpyridiniumchlorid wurde mittels LC-UV in Anlehnung an die ASU-Methode K 84.00–22, 3152 bestimmt.

Chlorhexidin

Chlorhexidin wurde mittels LC-UV in Anlehnung an die ASU-Methode K 84.00–22, 3152 bestimmt.
Zink: Die Messung von Zink erfolgte mittels ICP-MS gemäß DIN EN ISO 17294 1 + 2 nach Mikrowellenaufschluss gemäß §64 LFGB K84.00–29.

Verpackung

Fünf Experten bewerteten die Handlichkeit der Verpackungen, wie gut sie sich öffnen und schließen und ob sich die Spülungen einfach dosieren ließen. Es wurde geprüft, ob eine Kindersicherung und eine Materialkennzeichnung sowie Recyclinghinweise vorhanden waren. Anhand von mindestens drei Packungen je Produkt wurde die enthaltene Menge und der Füllungsgrad bestimmt. Ein Experte prüfte, ob es sich um Mogelpackungen handelte. Zudem wurde erfasst, ob es eine Originalitätssicherung gab.

Deklaration und Werbeaussagen

Ein Experte prüfte die Deklaration gemäß den Vorschriften der EU-Kosmetikverordnung. Außerdem prüften drei Experten die Lesbarkeit und Werbeaussagen. Zusätzlich wurde geprüft, ob zu den Werbeaussagen passende Wirkstoffe in der Inhaltstoffliste aufgeführt sind, die dafür sorgen, dass die Produkte eine Wirkung haben, die über die normale Zahnpflege hinausgeht, und ob diese wissenschaftlich belegt ist.

Weitere Untersuchungen

Die Analyse der anionischen Tenside erfolgte mittels potentiometischer Titration.
 

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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