Meditations-Apps - Entspannung finden

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Achtsamkeit üben und Stress reduzieren per Smartphone? Mit zwei der zehn Apps im Test klappt das gut. Die meisten Produkte überzeugen dagegen nicht.

Steinmännchen, Steine aufeinander gestapelt, Meditation (Bild: Gts / Shutterstock.com)

Diese Meditations-Apps haben wir für Android und iOS getestet:

  • 7Mind Meditation & Achtsamkeit
  • BetterMe Seelische Gesundheit (Selbsthilfe)
  • Calm Meditation und Schlaf
  • Die Achtsamkeit App Meditation für Jeden
  • Happify Bei Ärger und Stress
  • Headspace Meditation & Schlaf
  • Insight Timer Meditation, Schlaf
  • Meditopia Meditation Deutsch
  • Petit Bambou Meditation für Entspannung & Schlaf
  • Serenity Meditation, Achtsamkeit und Entspannung

Die Testtabellen informieren über: ANGEBOTSMERKMALE (Kostenlose Probezeit in Tagen, Sprachen, Offline verwendbar, Ohne Nutzerkonto verwendbar, Lauffähig ab Betriebssystem-Version), KONZEPT, BELEGTER NUTZEN, VIELSEITIGKEIT, HANDHABUNG, AGB & DATENSCHUTZ

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Meditations-Apps: Gute Konzepte gesucht

"Nimm einen tiefen Atemzug, atme durch die Nase ein und durch den Mund aus." Der Beginn der Meditation aus dem Smart­phone unterscheidet sich nicht wesentlich von einer Meditation mit physischer Anwesenheit von Übenden und Lehrern in einem Raum. Doch wie brauchbar ist eine per App gebuchte innere Einkehr?

Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Stiftung Warentest haben sich jeweils zehn auf Deutsch geführte Programme für die Betriebssysteme Android und iOS genau angeschaut. Die Ergebnisse sind nicht gerade berauschend. Lediglich zwei Angebote wussten im Test zu überzeugen. Dem Großteil der angebotenen Meditations-Apps fehlt ein gutes Konzept oder die Wirksamkeit ist schlecht belegt.

Test: Wieviel Wissenschaft steckt in den Apps?

Wie hilfreich die Apps sind, wurde von zwei Psychologen begutachtet, die Experten für Entspannungstechniken sind. Zudem wurden die Anbieter unter anderem nach der fachlichen Qualifikation der Personen befragt, die die jeweilige Meditations-App entwickelt haben. Und die Tester baten sie um wissenschaftliche Studien zur Wirkung ihrer Übungen. Zudem beurteilten Sozialwissenschaftlerinnen die Vielseitigkeit und Handhabung, ein IT-Experte den Umgang mit Daten und ein Jurist die Datenschutz­erklärung sowie die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Apps.

Fachleuten zufolge kann eine solche App ein alternativer Weg sein, um Stress durch völlige körperliche und geistige Ruhe in den Griff zu bekommen, Schmerzen zu lindern oder Schlafstörungen zu bekämpfen. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass das Konzept der App durchdacht ist und sie mit wissenschaftlichem Know-how entwickelt wurde.

Zwei gute Apps

Headspace, 7Mind

Insgesamt gut schnitten im Test nur die Apps der kalifornischen Firma Headspace und der Berliner Firma 7Mind ab. Diese beiden Apps bieten neben Medi­tations- und Achtsamkeitsübungen weitere Funktionen – etwa Fantasiereisen, Einschlafgeschichten, sanfte elektronische Klänge oder Naturgeräusche wie Vogelstimmen und plätschernde Bäche. Zudem erläutern sie, welche Ideen und Ziele hinter den Übungen und Kursen stecken. Viele Inhalte lassen sich herunterladen, um sie auch offline zu nutzen.

Datenschutz und AGB

Bei der Datenschutzerklärung zeigten alle Apps gravierende Mängel: Anbieter geben etwa nicht an, wie lange die von Nutzerinnen und Nutzern erhobenen Daten gespeichert werden. Manche informieren nicht darüber, an wen sie die Daten allenfalls weiter­geben. Viele Angebote haben auch deut­liche Mängel in den AGB.

Preise und Probezeiten

Wie viel kosten die Apps? Angeboten ­werden meist Monats- und längerfristige Abos. Jahresabos kosten zwischen 2,50 und 12,08 Euro pro Monat. Will man die App ­einen Monat lang ausprobieren, fallen teilweise deutlich höhere Kosten an.

Die guten Apps von 7Mind und Headspace liegen mit monatlich rund fünf Euro im Mittelfeld. Grundkurse sind bei Headspace und 7Mind gratis. Das ist ideal für Neugierige, die ins Angebot schnuppern wollen. Einige Anbieter gewähren zudem kostenlose Probezeiten. Diese fallen jedoch mit maximal vierzehn ­Tagen recht kurz aus. Das ist zu wenig, um herauszufinden, ob einem eine App zusagt, denn gerade Hektik sollte bei der Suche nach Entspannung am wenigsten aufkommen.

Testtabelle: Meditations-Apps - Android

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Testtabelle: Meditations-Apps - iOS

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App-Kauf

Bevor Sie eine App abonnieren, sollten Sie unbedingt überprüfen, ob sie die gewünschten Features beinhaltet und ob nach der Installation alle Funktionen abrufbar sind. Bei den Apps kommt es häufig zu Aktualisierungen, die sich auf die Funktionen auswirken können. Überprüfen Sie bei einer Meditations-App unbedingt auch, ob das Angebot in der von Ihnen bevorzugten Sprache vorliegt.

VKI-Tipps

- Meditations-Apps: Zwei Meditations-Apps im Test bieten qualitativ gute, auf wissenschaftlicher Basis konzipierte Kurse und Übungen, die den Einstieg in Entspannungstechniken begleiten können, aber auch für Fortgeschrittene interessant sind. Zusätzlich bieten sie etwa Fantasiereisen, Einschlafgeschichten, sanfte elektronische Klänge oder Naturgeräusche wie dahinplätschernde Bäche oder Vogelgezwitscher an.

- Mängel: In Sachen Datenschutzerklärung zeigten alle Apps gravierende Mängel. Die Anbieter geben etwa nicht an, wie lange erhobene Daten gespeichert werden. Außerdem informieren manche nicht darüber, an wen sie die Daten allenfalls weitergeben. Eine App fiel komplett durch: Sie wirkt konzeptlos, hat wenige Funktionen, verwirrende Preise und technische Fehler.

Testkriterien

Die Stiftung Warentest hat 10 Apps mit geführten Meditationen für Android und iOS getestet.

Konzept

Zwei psychologische Gutachter mit Expertise in Entspannungstechniken sichteten die Anbieterinformationen und benutzten die Apps. Sie bewerteten etwa Methoden, enthaltene Meditationen, eingesetzte Medien und die Qualifikation des App-Entwicklungsteams, zudem die Einbindung von Nutzenden während der Entwicklung und im späteren Gebrauch sowie die Transparenz der Finanzierung. Sie achteten auf Probleme bei Sprache und Design.

Belegter Nutzen

Die psychologischen Gutachter prüften die von der Projektleitung recherchierten und von den Anbietern vorgelegten Studien auf ihre methodische Qualität und daraufhin, ob sie die Wirksamkeit der App-Inhalte belegen.

Vielseitigkeit

Eine Expertin für Servicequalität bewertete die Auswahl beispielsweise an Hintergrundinfos, freien Meditationen, Klangwelten, Stimmen und Angeboten für besondere Zielgruppen. Sie prüfte Funktionen wie Erinnerungen, Fortschrittshistorie, Notizen, Möglichkeiten zur Kopplung mit anderen Geräten oder Apps. Zwei Expertinnen bewerteten unter anderem Umfang und Themenbreite der geführten Meditationen.

Handhabung

Zwei Expertinnen für Servicequalität prüften, wie gut die Apps ins Thema Meditation einführen. Sie bewerteten Übersichtlichkeit der Bedienoberfläche, Navigation, angebotene Hilfen und potenzielle Ablenkungen (etwa Bewertungsaufforderungen oder Werbung). Fünf Testpersonen (weibliche und männliche) unterschiedlichen Alters bewerteten je zwei einführende Meditationen u.a. hinsichtlich Natürlichkeit der Stimme und Angemessenheit der Sprechgeschwindigkeit.

Basisschutz persönlicher Daten

Um zu bewerten, wie sparsam die Anbieter Nutzerdaten erheben, prüfte ein IT-Experte unter anderem, welche Daten bei der Registrierung erfasst werden; er protokollierte den Datenverkehr zwischen App und Anbieter und prüfte, welche personenbezogenen Daten wohin gesendet werden. Den Schutz von Nutzerkonto und Datenübertragung prüfte er etwa anhand von Passwortpolitik, Schutz gegen häufige Anmeldeversuche und Transportverschlüsselung. Ein Jurist suchte nach Mängeln in der Datenschutzerklärung.

Mängel in den AGB

Ein Jurist prüfte die allgemeinen Geschäftsbedingungen auf unzulässige Klauseln.

Abwertungen

Hatte die Datenschutzerklärung gravierende Mängel, wurde das Urteil „Basisschutz persönlicher Daten“ um eine Note abgewertet und konnte nicht besser sein als „durchschnittlich“. Hatten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen deutliche Mängel, wurde das Testurteil um 0,3 Notenstufen abgewertet, bei sehr deutlichen Mängeln um 0,5.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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