Zum Inhalt

Kindersonnenbrillen - Unverzichtbarer Schutz

Alle getesteten Kindersonnenbrillen schützen vor UV-Strahlung. Manche Modelle schwächeln, was Stabilität und den Schutz vor seitlich einfallendem Licht angeht. 

Wir haben Kindersonnenbrillen folgender Marken getestet:

  • Bipa/Disney
  • C&A
  • Claire's Club
  • Decathlon/Quechua
  • dm/Sundance Kids
  • Flying Tiger/Zebra A/STest: Kindersonnenbrillen (Foto: VKI)
  • H&M
  • Intersport/Excape
  • KiETLA
  • Mango Kids
  • Marvel Ultimate Spider-Man
  • Primetta
  • Sunset
  • Zara Kids

Die Testtabelle enthält Infos und Bewertungen zu: UV-Schutz, Seitlicher Lichtschutz, Durchlässigkeit des sichtbaren Lichts in % (380–780 nm), Haltbarkeit, Schadstoffe (Metalle, Chrom VI, Nickel, PAK, Weichmacher, PVC), Gewicht, ...

Lesen Sie nachfolgend den Testbericht.


Schutz vor UV-Strahlung

UV-Strahlung ist für das menschliche Auge höchst gefährlich. Schauen wir direkt in die Sonne, kann dies in kürzester Zeit zu schweren Augenschäden bis hin zur Erblindung führen. Unser Sehorgan verfügt zwar über einen natürlichen Schutz - Pigmente, die große Anteile von UV-Licht und kurzwelligem Licht absorbieren – doch wenn die Sonne vom blauen Himmel scheint, sollten wir tunlichst eine Sonnenbrille tragen, wenn wir uns im Freien aufhalten.

Gerundete Gläser, breite Bügel

Für Kinder gilt dies ganz besonders. Bei ihnen bilden sich die schützenden Pigmente nämlich erst im Laufe der Jahre. Den besten Schutz bieten Kindersonnenbrillen mit gerundeten Gläsern und breiten Bügeln, die das Auge vor seitlich einfallendem Sonnenlicht abschirmen. Letzteres ist besonders wichtig, da sich die Pupillen automatisch erweitern, sobald man eine Sonnenbrille aufsetzt. Direkter Lichteinfall ist dann besonders problematisch für die Augen.

17 Kindersonnenbrillen im Test

Wir haben insgesamt 17 verschiedene Kindersonnenbrillenmodelle getestet. Darunter befinden sich Produkte, die von Modeketten wie H&M, Zara, C&A und Mango verkauft werden aber auch Modelle aus Drogerien oder Sportgeschäften.

Die günstigsten Brillen kosteten um die vier Euro, das teuerste Modell fast 30 Euro. Unser wichtigstes Kriterium war natürlich der UV-Schutz. Erfreulich ist, dass die "Gläser" aller Modelle mit einem sehr guten UV-Schutz ausgestattet sind. Doch bereits beim so wichtigen Schutz vor seitlich einfallendem Licht, versagten einige Produkte kläglich.

Seitlicher UV-Schutz, Schadstoffe

Seitlicher UV-Schutz oft schwach

Darunter die beiden H&M-Modelle sowie die Brillen von Zara, Flying Tiger und eine Kindersonnenbrille von dm. Kaum besser schneidet hier das Produkt von Intersport/Excape mit der Artikelnummer DD26003 ab.

Haltbarkeit

Darüber hinaus haben wir uns – bei Kinderprodukten nicht ganz unwichtig – angeschaut, wie stabil die Modelle sind. Insbesondere bei der Kratzfestigkeit der Gläser schwächelten einige Brillen ganz erheblich.

Schadstoffe

Wie bei Produkten, die für Kinder bestimmt sind, üblich, haben wir auch überprüft, ob die Modelle frei von Schadstoffen sind. Neben diversen Schwermetallen und Metallen standen dabei auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Weichmacher und PVC im Fokus.

In den meisten Brillen waren keine der insgesamt 56 Schadstoffe, nach denen wir gesucht haben, nachweisbar. Als problematisch erwies sich lediglich das Modell "203007" von H&M, das mit hohen Mengen an Chrom belastet war.

Testtabelle: Kindersonnenbrillen

VKI-Tipps für den Sonnenbrillenkauf

Die Sonnenbrille sollte leicht und stabil sein. Grundsätzlich empfehlen wir für Kinder Sonnenbrillen mit abgerundetem Kunststoffrahmen. Diese sind stabiler als Brillen mit Metallrahmen und das Verletzungsrisiko ist geringer, wenn der Rahmen bricht.

Die Sonnenbrille sollte einen 100prozentigen UV-Schutz bis 400 Nanometer bieten und 70-80 Prozent des sichtbaren Lichts absorbieren.

Achten Sie darauf, dass die Brille gut sitzt und nicht drückt. Gummierte Bügel geben in der Regel mehr Halt. Besonders hinter den Ohren ist darauf zu achten, dass keine Druckstellen entstehen. Eine Anpassung durch den Optiker ist ratsam.

Die Brille muss das Auge komplett abschirmen und auch seitlichen Lichteinfall verhindern. Das Brillenglas darf das Auge nicht berühren.

Die Tönung des Glases muss dunkel genug sein. Blinzelt das Kind, wenn es sich im Freien aufhält, ist dies ein Hinweis, dass die Tönung zu hell ist. Im Gebirge und am Meer sind dunklere Linsen (Kategorie 4) vorzuziehen. Zu beachten ist allerdings, dass Kinder Brillen mit sehr dunkler Tönung nicht so gerne tragen. Weigert sich ihr Kind, eine Sonnenbrillen aufzusetzen, sollten Sie darauf achten, dass es eine Kappe trägt. Diese bietet auch einen gewissen Schutz vor zu viel UV-Strahlung.

Das Glas sollte vorzugsweise braun oder grau gefärbt sein. Insbesondere gelbe, pinkfarbene und hellblaue Tönung sind für Sonnenbrillen ungeeignet. Ebenfalls abzuraten ist bei Kindern von einer Verlaufstönung sowie von verspiegelten Gläsern, da diese leicht zerkratzt werden können. Polarisierende Gläser absorbieren nahezu vollständig unangenehme Reflexionen.

Bei sportlichen Aktivitäten sind sehr leichte Brillen aus bruchsicherem Polycarbonat vorzuziehen. Die Linsendicke sollte etwa 2 Millimeter betragen.

Die Brille sollte in einem Etui aufbewahrt werden. Lassen Sie die Brille nicht im Auto liegen, da sie durch die Hitze verformt werden kann.

Testkriterien

In einem internationalen Test unter Federführung des VKI wurden 17 Kindersonnenbrillen getestet.

UV-Schutz: Geprüft wurde die Lichtdurchlässigkeit im UV-Bereich bis 380 oder 400 Nanometer. Die Transmissionskurven wurden mit einem Spektralphotometer aufgenommen und ausgewertet.

Reinigungstest: Die Sonnenbrillen wurden mit einem Reinigungstuch gereinigt Es wurde bestimmt, ob sich das Glas aus dem Rahmen löste.

Falltest: Jede Sonnenbrille wurde fünf Mal aus einer Höhe von 1,50 Meter auf den Boden fallengelassen. Sichtbare Schäden wurden dokumentiert.

Bruchsicherheit: Jede Sonnenbrille wurde einzeln in jeweils unterschiedlicher Position auf einem Bürosessel platziert. Eine 75 Kilogramm schwere Person setzte sich fünf Mal auf jede Brille. Es wurde bestimmt, ob die Brille beschädigt wurde.

Kratzfestigkeit der Glasoberfläche: Die Prüfung erfolgte mit dem Erichsen Härteprüfstab Model 318 S. Nach dem Einstellen der Federkraft von 0,5 Newton wurde der Stift vertikal mit der Spitze über die Glasoberfläche gezogen.  Der Vorgang wurde mit steigernder Federkraft so lange wiederholt, bis ein Kratzer sichtbar wurde.

Seitlicher Lichtschutz: Vier Kinder im Alter von 4-6 Jahren beurteilten subjektiv, wie gut die Brillen den Lichteinfall von der Seite abschirmen.

Schadstoffe

Schwermetalle: Alle Plastikteile wurden gemäß Norm EN 71-3 untersucht.
Chrom VI: Alle Plastikteile wurden untersucht. Die Bestimmung erfolgte mittels photometrischer Untersuchung der wässrigen Lösung. 
Nickel: Alle Metallteile wurden gemäß DIN EN 1811 mittels Massenspektrometrie untersucht.
Polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK): Alle Plastikteile wurden untersucht. Die Bestimmung wurde mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) vorgenommen.
Weichmacher (Phthalate): Alle Plastikteile wurden untersucht. Die Bestimmung wurde mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) vorgenommen.
PVC: Alle Rahmen sowie die Verpackungen wurden mittels Beilstein-Methode untersucht.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Kind sitzt in einem Autokindersitz premium

Test: Autokindersitze

Wir haben 20 neue Kindersitze getestet. Für Kinder ab der Geburt bis 12 Jahre. „Sehr gut“ gab es keines. Aber 11 „gut“. 8 sind durchschnittlich. Einer fiel durch.

Ein Mädchen putzt sich die Zähne premium

Test Kinderzahnpasten: Viel Murks in der Tube

Gute Zahnpasten für Kinder sind rar. Von 12 Produkten bleiben gerade einmal 3 übrig, die wir guten Gewissens empfehlen können. Der Rest schützt ent­weder nicht ausreichend vor Karies oder enthält Titandioxid.

Zwei Mütter spazieren im Park mit ihren Kinderwägen premium

Test: Kombi-Kinderwagen

Viele Kinderwagen sind nicht kindgerecht gestaltet. Sie sind zu klein, unbequem und schadstoffbelastet. Von den 12 getesteten sind nur zwei gut.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang