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Installateure Innsbruck - Handwerker-Roulette

, aktualisiert am

Ein rinnender Spülkasten kann auch in Innsbruck teuer werden. Wie viel die Reparatur kostet, hängt noch immer davon ab, wer den Schaden behebt. Der Defekt ist dabei fast Nebensache.

In unserem Test finden Sie:

  • Ausserer Installationen, Josef-Wilberger-Straße 29, A-6020 Innsbruck
  • Bad und Heizung Installations-GmbH, Innstraße 26, A-6020 Innsbruck
  • Breyer Installationen GmbH, Feldstraße 20, A-6020 Innsbruck
  • Engele Berthold, Müllerstraße 9, A-6020 Innsbruck
  • Freund GmbH, Bert-Köllensperger-Straße 1, A-6065 Thaur
  • Installation Peker sanitär-gas-heizung, Pestalozzistraße 1, A-6020 Innsbruck
  • Kircher Ernst GmbH, Leipzigerplatz 2, A-6020 Innsbruck
  • LM Installationen GmbH, Dr. Stumpf-Straße 122, A-6020 Innsbruck
  • Lugar Installateur GesmbH, Kranebitter Allee 79, A-6020 Innsbruck
  • Mario Sumerlechner Installateur, Rinnerstraße 6, A-6071 Aldrans
  • Schuh GmbH, Bichlweg 29, A-6020 Innsbruck-Amras, 0512 34 23 41
  • Steffan Installationen GmbH, Bachgasse 2, A-6020 Innsbruck, 

Die Testtabelle informiert über: Gesamt-, Anfahrts- und Arbeitskosten, geleistete und verrechnete Arbeitszeit, Materialkosten (Dichtungsring, Füllventil, Heberglocke, sonstige Kosten), Kompetenz, Kundenfreundlichekeit, Wartezeit, Sauberkeit. - und hier unser Testbericht:


Wer einen Spezialisten braucht, der kann etwas erleben. Das zeigen unsere Servicetests immer wieder. Und schon ganz ein­fache Reparaturen können ins Geld gehen. So zum Beispiel auch der Tausch eines schadhaften Dichtungsrings in einem Spülkasten. Rund 40 bis 210 Euro mussten wir vor drei Jahren in Wien dafür hinlegen. "Zahlt man nur in der Bundeshauptstadt so viel oder wird man auch andernorts zur Kasse ge­beten?“, fragten wir uns damals.

Inzwischen wissen wir die Antwort. Viel billiger ist es auch in der Tiroler Landeshauptstadt nicht. Für unseren Test suchten wir in Innsbruck 12 Installateurbetriebe aus. Um zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen, wählten wir dasselbe Prüfszenario wie in Wien: einen Oberputz-Spülkasten der Marke Geberit, in den wir eine kaputte Dichtung einbauten.

Preisauskunft Mangelware

"Mein Spülkasten rinnt", sagten unsere Tester am Telefon zum Mitarbeiter der ausgewählten Firma. „Wann kann von Ihnen jemand vorbeikommen und was kostet das?“ Zwei einfache Fragen, möchte man meinen, deren Beantwortung nicht so schwer sein kann.

Die Terminvereinbarung klappte bei fast allen Firmen recht gut. Innerhalb weniger Tage rückte der Mann mit der Rohrzange an. Anders lief es bei der Frage nach den Kosten. Lediglich drei Firmen waren überhaupt bereit, einen Preis zu nennen. Doch bei der Breyer Installationen GmbH sagte man uns einen Nettopreis, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, dass zu diesem Betrag noch die Mehrwertsteuer kommt. Zwischen 60 und 150 Euro hieß es bei der Lugar Installateur GmbH. Letztlich zahlten wir für die Reparatur 175 Euro. Und nur bei einem Unternehmen, nämlich der LM Installationen GmbH, stand dann auch das auf der Rechnung, was man uns vorab am Telefon gesagt hatte.

 

Reparatur eines undichten Spülkastens

Reparatur eines undichten Spülkastens

Alle anderen Firmen ließen sich zu den von ihnen verlangten Preisen keine Informationen herauslocken. Wieso eigentlich nicht? Die Reparatur eines undichten Spülkastens ist für einen Profi kein Mysterium. Schon am Telefon kann der Fachmann mit wenigen Fragen herausfinden, was genau das Prob­lem ist, wie er es in den Griff bekommt und was das kosten wird. Trotzdem waren konkrete Auskünfte im Test Mangelware. Offenbar haben die Firmen wenig Interesse daran, dass Kunden Preisvergleiche anstellen. Konsumenten können in dieser Situation nur hoffen, dass sie nicht den teuersten Anbieter am Markt erwischen und die Rechnung moderat ausfällt.

Mario Sumerlechner: preiswert und schnell

Diese Hoffnung war bei fünf Installateuren leider vergebens. Sie verlangten für ihre Arbeit knapp 130 bis 195 Euro. Bei weiteren sechs Professionisten kamen wir mit 83 bis 100 Euro davon. "Lottosechser" gab es nur einen: Die Firma Mario Sumerlechner Installateur reparierte unseren Spülkasten ruck, zuck um preiswerte 46,20 Euro. Es wurden keine Anfahrtskosten verrechnet, der Profi erkannte den Fehler sofort, und er hatte auch die richtige Dichtung dabei. Nach acht Minuten war der Reparatureinsatz beendet. Nur dass für den Dichtungsring 18 Euro fällig wurden, überraschte uns unangenehm. Diesen Ersatzteil gab es bei der Konkurrenz nämlich deutlich billiger, und zwar ab 3,30 Euro.

Arbeitszeit ist nicht alles

Arbeitszeit ist nicht alles

Auch die Mitarbeiter von Ausserer Installationen und der freund GmbH tauschten lediglich die schadhafte Dichtung aus. Dass die Reparatur am Ende fast doppelt so viel kostete wie beim Testsieger, liegt an den zum Teil sehr hohen Anfahrtskosten. Wie viel wir dafür berappten, hatte zu unserer Über­raschung kaum etwas mit der Entfernung eines Unternehmens von unserem Testhaushalt zu tun: Ist der Installateur um die Ecke, muss die Anfahrt deswegen nicht billiger sein – und umgekehrt.

Neue Heberglocke statt Dichtung

Ein dicker Brocken sind natürlich auch die Kosten für die Arbeitszeit. So verrechnete uns die freund GmbH für eine Reparatur, die elf Minuten dauerte, gleich einmal eine Dreiviertelstunde. Unsere Tester haben aber nicht nur mitgestoppt, wie lange jeder Installateur mit dem Spülkasten beschäftigt war, sondern sie schauten auch genau, was die Fachmänner so taten. Die meisten, nämlich neun, tauschten sofort das Füllventil, obwohl es tadellos funktionierte. Erst dann fiel den Profis der kaputte Dichtungsring auf, der dann ebenfalls ausgewechselt wurde. Die Bad und Heizung Installations-GmbH verpasste uns gleich eine neue Heberglocke, anstatt nur die Dichtung zu erneuern.

Füllventil kaputt?

Auf unsere Frage nach dem Warum für die gewählte Vorgangsweise gab es unterschiedliche Antworten. Am häufigsten be­kamen wir zu hören, das Ventil sei alt und müsse deswegen getauscht werden. Drei Monteure behaupteten, das Füllventil sei kaputt, was definitiv nicht der Fall war. Als wir die ausgebauten Spülkastenteile verlangten, fragten einige Installateure nach, wozu wir die brauchen würden – und nicht jeder rückte alle ausgebauten Teile heraus. Ein Schelm, wer hier Böses denkt

Zur Kasse gebeten

Zur Kasse gebeten

So wie bei unserem Test von Wiener Installateuren hatten auch in Tirol einige Kollegen bei ihren Kundenbesuchen keine passende Dichtung dabei. Wie so etwas passieren kann, ist uns schleierhaft. Rinnt das Klo, ist entweder das Füllventil oder eine kaputte Dichtung die Ursache. Unser Test-Spülkasten war kein exotisches No-Name-Produkt, sondern stammte von Geberit, einem der größten Anbieter auf diesem Gebiet.

Der Mitarbeiter von Installation Peker sanitär-gas-heizung musste zurück ins Geschäft fahren, um diesen Ersatzteil zu holen. Das ist aber noch nichts im Vergleich dazu, was wir mit Testverlierer Steffan Installationen GmbH erlebten. Dort musste der Dichtungsring erst einmal bestellt werden, bevor ihn der Fachmann dann bei einem zweiten Termin einbauen konnte.

Zahlen fürs Vergessen

Und natürlich durften wir als Kunde dafür bezahlen, dass der Profi einen 08/15-Ersatzteil vergessen hatte und einige Tage später nochmals vorbeikommen musste. Zusammen mit einem unnötigerweise getauschten Füllventil, für das uns fast 60 Euro verrechnet wurden (bei der Konkurrenz war dieser Ersatzteil übrigens um die Hälfte billiger), und ziemlich üppigen Anfahrtskosten ergab das schließlich einen Rechnungsbetrag von sage und schreibe 195 Euro! Ein echt unverschämter Preis für eine ziemlich einfache Reparatur.

Unnötig: Statt nur die kaputte Dichtung tauschten die meisten Firmen auch das Füllventil, das tadellos funktioniert

Unnötig: Statt nur die kaputte Dichtung tauschten die meisten Firmen auch das Füllventil, das tadellos funktioniert

Testtabelle: Installateure Innsbruck

Bestpreis, Flop und ahnungslos

Bestpreis
Die Firma Mario Sumerlechner Installateur behob den Schaden für nur 46 Euro. Die geforderten 18 Euro für eine Dichtung sind trotzdem ärgerlich.

Flop
Fast 195 Euro zahlten wir bei der Steffan Installationen GmbH. Die nötige Dichtung musste bestellt werden.

Zu früh
Obwohl 8:30 Uhr ausgemacht war, stand der Monteur der Kircher Ernst GmbH schon eine halbe Stunde früher vor der Tür.

Rechnung, bitte!
Erst nach mehrmaligem Nachfragen schickte die Firma Engele Berthold eine Rechnung.

Ahnungslos
Selbst nach der Reparatur konnte der Handwerker von LM Installationen nichts zu den voraussichtlichen Kosten sagen!

Zusammenfassung

  • Ruhig Blut: Eine rinnende Toiletten­spülung ist kein Notfall. Drehen Sie das Zulaufventil ab und rufen Sie mehrere Installateure in Ihrer Nähe an.
  • Hartnäckig bleiben: Schildern Sie das Problem genau. Verlangen Sie eine de­taillierte Preisauskunft, also Arbeits- und Anfahrtskosten, und fragen Sie nach, ob es noch andere Zusatzkosten gibt. Lassen Sie sich nicht mit vagen Auskünften abspeisen.
  • Anteil nehmen: Bleiben Sie dabei, während der Handwerker arbeitet. Schauen Sie auf die Uhr, wie lange er beschäftigt ist. Baut er neue Teile ein, fragen Sie nach dem Grund und behalten Sie die alten.
  • Kontrollieren: Überprüfen Sie, ob die Rechnung korrekt ist. Gibt es Unstimmigkeiten über die verrechnete Arbeitszeit oder getätigte Arbeiten, können Sie so besser argumentieren.

So haben wir getestet

Im Test: 12 Installateure in Innsbruck. Sie mussten einen defekten Oberputz-Spülkasten der Marke ­Geberit reparieren. Ursache des Gebrechens war ein defekter Dichtungsring.

Wir suchten im Internet unter Herold nach Installateuren in der Nähe unserer Testhaushalte. Die Prüfer kontaktierten die Firmen und schilderten das Problem. Während der Telefonate wurde die Freundlichkeit der Mitarbeiter und die Art der Gesprächsführung beurteilt. Angaben zu Wartezeit und Zeitfenstern für die Behebung des Schadens wurden notiert. Bei der Reparatur achteten unsere Testpersonen dann auf Pünktlichkeit, Kompetenz und Sauberkeit. Die effektive Arbeitszeit wurde protokolliert und mit den Angaben auf der Rechnung verglichen.

Abwertungen: Das Testurteil konnte nicht besser sein als die Beurteilung der Gesamtkosten.

Anbieter

AUSSERER Installationen, Josef-Wilberger-Straße 29, A-6020 Innsbruck, 0512 26 02 01;www.ausserer.com

Bad und Heizung Installations-GmbH, Innstraße 26, A-6020 Innsbruck, 0512 28 29 29; www.ihr-installateur.at

Breyer Installationen GmbH, Feldstraße 20, A-6020 Innsbruck, 0512 58 21 83; www.breyer-installationen.at

Engele Berthold, Müllerstraße 9, A-6020 Innsbruck, 0512 58 38 98, www.engele.at

Freund GmbH, Bert-Köllensperger-Straße 1, A-6065 Thaur, 05223 574 12, www.freund-installationen.at

Installation Peker sanitär-gas-heizung, Pestalozzistraße 1, A-6020 Innsbruck, 0664 185 07 81; www.installation-peker.at

Kircher Ernst GmbH, Leipzigerplatz 2, A-6020 Innsbruck, 0512 39 08 08, www.installation-kircher.at

LM Installationen GmbH, Dr. Stumpf-Straße 122, A-6020 Innsbruck, 0512 29 15 16; lm-installationen.herold-websites.at

Lugar Installateur GesmbH, Kranebitter Allee 79, A-6020 Innsbruck, 0512 91 23 05, www.lugar.at

Mario Sumerlechner Installateur, Rinnerstraße 6, A-6071 Aldrans, 0680 301 59 48; www.installateur-sumerlechner.at

Schuh GmbH, Bichlweg 29, A-6020 Innsbruck-Amras, 0512 34 23 41, www.schuh-gmbh.co.at

Steffan Installationen GmbH, Bachgasse 2, A-6020 Innsbruck, 0512 28 33 81; www.installationen-steffan.at

Leserbrief: Qualität Eurer Artikel wird immer schlechter

Am 5.7. erreichte uns folgender Leserbrief (Zwischentitel von der Redaktion):

Hallo Konsument Team,

leider muss man schon sagen, dass die Qualität eurer Artikel immer schlechter wird, Vergleiche und Anprangerungen von div. Dienstleistern absolut unsachlich und einseitig sind. Produkttests hinken meist, überhaupt hat man beim Lesen ihres Magazins den Eindruck, dass alles und jeder nur Betrüger sind.

Warum sehen sie nicht beide Seiten?

Ich bin selbstständiger Dienstleister und natürlich bin ich auch Konsument. Sogar ein guter, denn ich bevorzuge heimische Unternehmen, auch wenn sie teils wesentlich teurer sind. Ich verhandle selten nach, zahle sofort, schaue immer vorher, ob es da nicht ein Produkt aus Österreich gibt.

Unfaire Vergleiche

Mit was werde ich fast täglich nicht allem konfrontiert: Man wird mit Onlinehändlern verglichen, die Abgabengesetze nicht einhalten, im Ausland unter ganz anderem Steuerrecht agieren. Lokale Händler kaufen Ware meist teurer als diese Ware bei bekannten Größen verkauft werden.

Die Kunden wollen aber unsere Beratung. Da werden am Telefon sehr explizite Dinge gefragt bei denen einem sofort bewusst wird, dass man ausfragt. Wenn die Auskunft verweigert wird, reicht die Bandbreite von Enttäuschung, Verärgerung bis hin zu Beschimpfungen.

Beratungsbetrug

Da werden Angebote eingeholt, die dann nie zustande kommen und dann wird man 3 Jahre später zu einer Reparatur geholt und man findet dann 1:1 die Artikel aus dem Angebot vor, mit Marken, die die Konkurenz gar nicht nicht hat. Online gekauft und in Schwarzarbeit von einem Mitarbeiter der Konkurenz realisiert. Einzelfall? Absolut nicht.

Wenn jemand mit einer Teileliste zu mir kommt. Bitte. Dann vergleiche. Aber uns Teile suchen lassen und dann mit dem Angebot im Internet vergleichen ist aus meiner Sicht Betrug. Falls Ihre Redaktion das anders sieht, dürfen sie gerne ein bis zwei Tage die Woche zum Gratisarbeiten zu uns kommen.

2 - 6 Stunden für ein Angebot

Verlangen wir Geld für das Angebot, das in großen Zügen ein Konzept darstellt - an dem ich 2 - 6 Stunden sitze und in das meine Expertise von 20 Jahren Erfahrung fließt, bin ich ein Betrüger und Geldabschneider. Ein Angebot zu erhalten ist ja des Kunden gutes Recht. Seit geraumer Zeit schreibe ich die genauen Artikel nicht mehr ins Angebot, sondern nur noch die Leistungsdaten. Ich erhalte anschließend regelmäßig Anfragen nach den exakten Bezeichnungen und Artikelnummern, diese verweigere ich allerdings. Und ja: Ich will nicht verglichen werden. Die meisten Kunden sind in keiner Art und Weise auch nur im Geringsten dazu in der Lage, da man dafür vom Fach sein müsste.

Als Fachhändler vertreten wir natürlich auch diverse Marken. Es vergeht keine Woche, in der nicht jemand kommt oder anruft und eine Reparatur haben will - natürlich gratis - von im Internet gekauften Geräten. Die bekommen von uns nicht einmal die Versandadresse. Sollen die bitte bei Amazon anrufen und dort die Servicenummern erfragen.

Anfahrzeit ist unverschämt

Km-Geld ist unverschämt, Anfahrzeit ist unverschämt, Beratung verrechnen ist unverschämt. Einweisung berechnen ist unverschämt, allgemein: Der Stundensatz ist unverschämt. Wenn Arbeitszeit von unter einer halben Stunde verrechnet wird, dann ist das unverschämt, es war ja schließlich kein Aufwand ("du hast doch nur ganz kurz"). Nur dass ich einen Mitarbeiter komplett nur für solche Kleinarbeiten täglich voll auslaste. Eigentlich ist man immer, wenn man Geld will, unverschämt. Wenn man dann die Rechnung mit 10 Tagen Zahlungsziel pünktlich überwiesen haben will, ist man auch wieder unverschämt.

Mittlerweile haben wir eine noch strengere Gangart. Jedes Angebot und jeder Anrufer wird als Kunde angelegt und erst einmal gesperrt. Folgt kein Auftrag gibt es auch nie wieder ein Angebot. Wenn der Konsument vergleichen darf mit welcher Firma er arbeiten will, warum darf ich mir nicht die Kunden aussuchen? Ich mag nunmal keine Leute, die mir Arbeit anschaffen ohne dafür zu zahlen. Nochmals. Wenns sie das anders sehen, dürfen sie jederzeit bei mir gratis arbeiten anfangen.

Konkurrenz profitiert

Davon profitieren natürlich vor allem unsere Konkurrenten. Unsere Angebote können dann auch nicht mehr angefordert werden, um andere im Preis zu drücken und mir ist es egal. Genau solche Kunden, die im Angebot bei Punkt 8 und 9 sehen, dass ich da teurer bin, aber nicht sehen, das ich bei Punkt 7 und 12 billiger bin, brauch ich nicht. Ich beliefere viele Branchen. Und kaum ein kleines Unternehmen hat die Aufschläge und Gewinne, die Sie Ihren Lesern glauben machen wollen. Das mag auf Konzerne zutreffen, aber nicht auf die Fachhändler, Läden und Handwerker selber.

Unser Ladengeschäft haben wir wieder geschlossen. 80% der Kunden kamen nur zum Schauen und Ausfragen und bestellten dann online. Diese haben mit den bekannten Apps teils im Laden die EANs fotografiert und direkt bei Amazon in den Warenkorb gelegt. Das hat nichts mehr mit fairem Vergleichen und freier Marktwirtschaft oder was sonst noch alles argumentiert wird zu tun.

"Laut ihrem Weltbild sind wir das Böse"

Ich weiß, laut ihrem Weltbild sind wir das Böse. Null Service - kundenfeindlich. Ja, wir wollen Geld für unsere Arbeit. Und nein, wir sind nicht reich und auf Gewinnmaximierung aus. Denn jetzt kommt die Pointe: Höchstes Gebot in meiner Firma ist Service. Dem Service am und für den Kunden wird alles untergeordnet. Wir übernehmen oft Stunden auf eigene Kosten und sind da absolut kulant. Seit ich diese zugegeben radikalen Maßnahmen - natürlich nicht offiziell - eingeführt habe, die sie ja teils absolut anprangern, hat sich das Unternehmen erholt.

Servicequalität beim zahlenden Kunden

Die sinnlose Leerarbeitszeit wurde massiv reduziert, die Qualität des Services beim zahlenden Kunden ist massiv gestiegen, die Kundenzufriedenheit ist überragend und wir erfreuen uns unglaublicher Kundenzuwächse. Die Firma kann bestehen und die Arbeitsplätze meiner Mitarbeiter sind gesichert. Mit vielen Kunden, deren Kunde wir wiederum sind, ist es ein richtig tolles Miteinander. Jeder profitiert von jedem, viele vergeben die Aufträge nur untereinander.

Geiz-ist-Geil-Mentalität

Aus meiner Sicht ist der typische heutige Konsument der, der bei lokalen Läden, Anbietern und Dienstleistern Benefits bezieht und dann getrieben durch die Geiz-ist-Geil-Mentalität im Internet oder Diskounter kauft, Service dann aber wiederum vom lokalen Händler fordert. Die meisten wollen - oder können - nicht nachvollziehen, dass Beratungspersonal, Servicepersonal, Aussteller, Ladenflächen, Parkplätze, der Standort Österreich und nicht zuletzt SIE SELBER Geld kosten. Den der typische Konsument arbeitet nunmal nicht bei einem Onlinehändler und wer mal bei einem Diskounter gearbeitet hat, weiß woher die Preise kommen und wie mit Mitarbeitern umgegangen wird.

Job, Ausbildung für die Kinder, Sponsoren

Noch verwunderlicher ist, dass genau diese Art von Konsumenten sich in der Regel unterbezahlt fühlen und gar nicht kapieren, dass wenn sie ihr Geld immer schön online ausgeben das Kapital von der lokalen Wirtschaft abwandert und lokale Arbeitsplätze kostet. Und dann stehen sie wiederum auf einmal bei uns im Büro, wollen einen Job, für die Kinder eine Ausbildung, Sponsoren für den Club oder eben, dass ein Dienstleister am besten am Sonntag sofort ans Telefon geht, in 5 Minuten da ist und voller Begeisterung den offensichtlich nicht bei ihn gekauften Spülkasten am besten für 20 € repariert und dann warscheinlich noch eine negative Bewertung irgendwo in ein Portal knallt, dass der unverschämte Handwerker auch noch zu früh war.

Verzerrte Warnehmung und Populismus

Sie, meine liebe Redaktion, schützen nicht den Konsumenten, sondern fördern eine völlig verzerrte Warnehmung und betreiben Populismus - obwohl sie auch nicht besser sind. In meinem Fachbereich sind ihre Berichte jedenfalls, oberflächlich, falsch und teils sogar fahrlässig. Warum sollte es in anderen Bereichen anders sein? Produkttests decken oft überhaupt nicht unsere Erfahrungen. Ihre Bücher und Ratgeber sind oberflächlich, teils falsch und somit überteuert. Ihre Berichte sollen warscheinliche polarisieren, weil man ja nur mit ihrer Hilfe nicht betrogen wird. Wie sie am Ende Geld verdienen ist nebensächlich. Am Ende tun sie es auf die ein oder andere Weise.

Vergleichen, testen, Mißstände aufdecken

Vergleichen ist gut, testen ist gut, Mißstände aufdecken ist gut. Es gibt Betrüger, keine Frage, aber erst mal nicht so viele, wie sie es darstellen und auch nicht so wie sie es machen. Sorry.

Warum machen Sie nicht einmal einen netten Bericht, der zeigt wie die Konsumenten sind und halten ihnen einmal einen Spiegel vor? Am Ende sind vor allem kleine Unternehmen immer nur das zeitverzögerte Resultat des Verhaltens ihrer armen, immer betrogenen Konsumenten - die noch dazu in der Regel in Österreich genau so ein Unternehmen besitzen oder in einem arbeiten und somit selber Betrüger oder unfähig sind.

Grüße
Ein Konsument und Dienstleister

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