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Blutdruckmessgeräte - Ruhig Blut

, aktualisiert am

Viele Menschen, etwa Patienten, die blutdrucksenkende Mittel einnehmen, müssen regelmäßig ihren Blutdruck messen. Zuverlässige Messgeräte sind dafür unabdingbar. Doch im akutellen Test überzeugten nicht alle Modelle.

Diese Blutdruckmessgeräte haben wir getestet:

Messung am Handgelenk:

  • Aponorm Mobil Soft Control
  • Beurer BC 40
  • Boso Medistar+
  • Medisana BW 300 Connect
  • Omron RS2
  • Sanitas SBC 21
  • Visomat Handy Soft

Messung am Oberarm:

  • Aponorm Basis Control
  • Beurer BM 85
  • Boso Medicus X
  • Medisana BU 550 Connect
  • Omron M500
  • Sanitas SBM 38
  • Tensoval Comfort Classic
  • Visomat Comfort Eco

Folgende Prüfpunkte finden Sie in unserer Testtabelle: Messung während der Aufpump-Phase, Anzeige unregelmäßiger Herzschlag, Manschettengröße, speicherbare Messungen, Batterien/eingebauter Akku, Abmessungen, Gewicht, Messdauer, Messgenauigkeit, Wiederholgenauigkeit. - Hier der Testbericht:


Eine Messung ist zu wenig

Blutdruckmessen ist keine Kunst. Was man dazu braucht, ist ein einfach zu bedienendes, gut kalibriertes und möglichst exakt arbeitendes Blutdruckmessgerät. Wichtig ist auch, dass man sich etwas Zeit nimmt und erst einmal zur Ruhe kommt, bevor man die Manschette anlegt und aufpumpt. Denn um einen korrekten Wert zu erhalten, sollte der Puls im Ruhezustand sein.

Da der Blutdruck zudem über den Tagesverlauf gewissen Schwankungen unterliegt, reicht ein einzelner Messwert nicht aus. Erst mehrere Werte, die an mehreren Tagen hintereinander und möglichst zu denselben Tageszeiten erhoben werden, geben Aufschluss darüber, ob der Blutdruck zu hoch, zu niedrig oder im Normbereich liegt.

Kontrolle zu Hause

Kontrolle zu Hause

Bluthochdruck – dieser beginnt laut gängigen Definitionen bei 140/90 – zählt zu den häufigsten Erkrankungen in den Industrienationen. Verantwortlich dafür sind nicht zuletzt ungünstige Ernährung, Übergewicht und fehlende Bewegung. Viele Patienten befinden sich wegen erhöhter Werte in medizinischer Behandlung und sind angehalten, ihren Blutdruck regelmäßig selbst zu Hause zu kontrollieren. Die Geräte zeigen, ob Medikamente die Werte im gewünschten Rahmen halten. Andernfalls drohen ernste Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Entsprechend wichtig wäre es, dass die Apparate zuverlässig arbeiten.

Vier messen gut

Doch der Test unserer Kollegen von der Stiftung Warentest zeigt, dass dem nicht so ist. Lediglich 4 von 15 getesteten Geräten schafften ein „gut“ beim wichtigsten Gruppenurteil „Blutdruckmessung“, darunter zwei günstige fürs Handgelenk.

Datenleck führt zur Abwertung

Dass das Modell BM 85 von Beurer insgesamt nur ein „weniger zufriedenstellend“ bekam, liegt daran, dass es ein Datenleck aufweist. Die Messwerte können nämlich an Rechner, Smartphone oder Tablet übertragen werden. Dazu benötigt man lediglich eine kostenlos downloadbare App, die sowohl für Android als auch für iOS (iPhone, iPad) erhältlich ist. Die Android-App funktioniert einwandfrei; bei der iOS-App dagegen werden Nutzername und Passwort unverschlüsselt übermittelt. Internetnutzer mit einschlägiger Erfahrung können die Daten leicht mitlesen, weshalb das Modell von Beurer abgewertet wurde.

Das Gros der getesteten Geräte (4 Handgelenkgeräte, 6 Oberarmgeräte) schafft die Blutdruckmessung durchschnittlich, zwei Handgelenk-Modelle (Sanitas SBC 21 und Aponorm Mobil Soft Control) patzen bei der Messgenauigkeit.

Zwei Werte für den Druck

Zwei Werte für den Druck

Die Geräte wurden jeweils sechs Mal von 32 Probanden getestet. Alle Modelle erfassen den Puls und zwei Werte für den Blutdruck. Sie ermitteln den Druck, der bei der Blutzirkulation auf die Gefäße wirkt, sowohl bei pumpendem Herzen (systolisch) als auch, wenn es zwischen zwei Schlägen erschlafft (diastolisch). Der erste, systolische Wert liegt also immer höher als der zweite, diastolische.

Messung am Handgelenk bzw. Oberarm

Bei sämtlichen untersuchten Modellen pumpt eine Manschette sich um Oberarm oder Handgelenk auf. Dabei werden die Blutgefäße kurzfristig abgeklemmt. Danach entweicht die Luft langsam und das Blut strömt wieder durch die Arterie. Während dieses Vorganges erzeugt das Blut Schwingungen (Oszillationen). Diese werden von Messfühlern im Gerät erfasst und von in den Modellen integrierten Minicomputern in Blutdruckwerte umgerechnet.

Da das „Abschnüren“ des Armes oft als sehr unangenehm empfunden wird, gibt es mehrere Geräte, die bereits beim Aufpumpen messen (so auch der Testsieger RS2 von Omron). Der Arm wird dadurch weniger stark zusammengedrückt.

Vergleich mit Goldstandard

Vergleich mit Goldstandard

Die Experten maßen abwechselnd mit den Testgeräten und als Referenz ganz klassisch mit Quecksilbersäule, Stethoskop und Oberarm-Manschette. Diesen Goldstandard praktizieren Mediziner seit mehr als hundert Jahren. Die Methode ist sehr zuverlässig: Die Manschette ist mit der Quecksilbersäule verbunden; sie wird aufgepumpt und der stockende Blutfluss wird beim Druckablassen per Stethoskop abgehört. Ein geschultes Ohr erkennt die Geräusche zweifelsfrei. Um mögliche Fehlerquellen dennoch weiter zu reduzieren, nutzten die Prüfer sicherheitshalber ein Doppelstethoskop. Damit können zwei Personen den Blutdruck desselben Probanden bestimmen.

Geringe Toleranz

Für ein „gut“ in der Messgenauigkeit durfte ein Gerät maximal 5 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) vom Vergleichsverfahren abweichen. Ein „durchschnittlich“ gab es bei einer Abweichung bis zu 7,5 mmHg. Zwei Handgelenkgeräte, das Sanitas SBC 21 und das Mobil Soft Control von Aponorm, fielen durch relativ große Abweichungen zur Vergleichsmessung auf. Sie erhielten deshalb ein „weniger zufriedenstellend“.

Diese Modelle sind nicht empfehlenswert, denn deutlich zu niedrige Werte wiegen in falscher Sicherheit, zu hohe beunruhigen unnötig. Dass die Geräte bei der Wiederholungsprüfung oft konsequent denselben falschen Wert anzeigten, tröstet nicht. Andere Geräte wiederum sind störanfällig: Sie liefern zum Beispiel ungenaue Werte, wenn die Manschette auch nur leicht beschädigt ist.

Werte werden gespeichert

Auf korrekte Handhabung achten

Um korrekte Werte zu bekommen, müssen einige Regeln beachtet werden, etwa betreffend den korrekten Sitz der Manschette; durch eine fehlerhafte Handhabung können die Werte nämlich stark verfälscht werden. Dazu ist es wichtig, dass sich die Geräte einfach bedienen lassen. Dies trifft auf alle Testkandidaten zu. Ebenfalls positiv ist, dass die beigelegten Gebrauchsanleitungen verständlich geschrieben sind.

Wie schon in vergangenen Tests lässt sich auch dieses Mal nicht sagen, ob Handgelenk- oder Oberarmgeräte besser sind. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Oberarmgeräte sind etwas mühsamer anzulegen, sitzen dann aber meist automatisch an der richtigen Stelle, nämlich auf Herzhöhe. Bei Handgelenkgeräten muss unbedingt darauf geachtet werden, die Manschette aktiv in diese Position zu bringen, etwa durch Anwinkeln des Armes.

Werte werden gespeichert

Neben dem bereits angesprochenen Oberarmgerät BM 85 von Beurer bieten auch die Medisana-Modelle BW 300 Connect (Handgelenkgerät) und BU 550 Connect (Oberarmgerät) das kostenlose Extra, die Messwerte auf Rechner, Smartphone oder Tablet zu übertragen. Sonst speichern alle getesteten Geräte die gemessenen Werte. Diese lassen sich per Tastendruck nacheinander abrufen; oft werden auch Mittelwerte angezeigt. Ist der Speicher voll, verschwinden die ältesten Werte. Es lohnt also, sie etwa in einen Blutdruckpass zu übertragen.

Testtabelle: Blutdruckmesser für Handgelenk

Testtabelle: Blutdruckmesser für Oberarm

Im Internet erhältlich

Einige Modelle werden in Österreich im Onlineversand angeboten. Möglicherweise können Sie die Geräte auch über Apotheken (bzw. Bandagisten) bestellen. Das trifft etwa auf den Testsieger RS2 von Omron zu. Eine Apotheke bot an, das Gerät für uns zu besorgen – allerdings zu einem deutlich teureren Preis als im Internet. Wir haben uns deshalb entschlossen, in der Tabelle einen mittleren Onlinepreis anzugeben.

Zusammenfassung

  • Zeit nehmen. Beim Blutdruckmessen ist es wichtig, dass Sie vorher körperlich und gedanklich zur Ruhe kommen. Idealerweise sollten Sie fünf Minuten entspannt sitzen, bevor Sie die Manschette anlegen. Sprechen oder essen Sie beim Messen nicht, halten Sie Arme und Beine ruhig.
  • Messzeiten. Messen Sie regelmäßig, möglichst zur selben Zeit – etwa morgens vor dem Frühstück, dem ersten Kaffee und bevor Sie blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Messen Sie immer am selben Arm. Unterscheidet sich der Druck an den Armen stark, besprechen Sie das mit dem Arzt.
  • Richtig messen. Gemessen wird immer auf der nackten Haut. Die Manschette darf nicht zu locker und nicht zu fest sitzen. Die meisten Handgelenkgeräte sind für einen Umfang von 13,5 bis 21,5 Zentimetern geeignet, Oberarmgeräte für 22 bis 42 Zentimeter Umfang. Handgelenkgeräte auf Herzhöhe platzieren.
  • Werte sammeln. Dokumentieren Sie Ihre Werte, etwa im Blutdruckpass, und nehmen Sie das Dokument regelmäßig mit zum Arzt. Sagen Sie ihm, wenn Ihr Gerät wiederholt unregelmäßigen Puls anzeigt. Das kann auf eine Herzrhythmusstörung hindeuten.

Testkriterien

Blutdruckmessung: Die Messgenauigkeit wurde an 32 Männern und Frauen verschiedenen Alters mit niedrigem bis hohem Blutdruck ermittelt. Die Untersuchungen erfolgten in Anlehnung an Methoden der Deutschen Hochdruckliga zur Vergabe von Prüfsiegeln für Blutdruckmessgeräte. Alle Probanden mussten solche Handgelenk- beziehungsweise Oberarmumfänge haben, dass sich diese mit den mitgelieferten Manschettengrößen der Testgeräte messen ließen.

Diabetiker, Schwangere, Patienten mit Herzrhythmusstörungen waren von der Prüfung ausgeschlossen. Alle Geräte wurden in Einzelterminen und ruhiger Atmosphäre getestet. Bei jedem Probanden wurden die Geräte in unterschiedlicher Reihenfolge getestet. Vergleichsmessungen erfolgten mit einem Quecksilberblutdruckmessgerät (Quecksilber-Sphygmomanometer). Zwei Fachkräfte nahmen die Messungen per Doppelstethoskop vor – in festgelegtem Wechsel von Quecksilber-(A) und Testblutdruckmessgerät (B): A-B-B-A-A-B-B-A-A-B-B-A.

Jedes Gerät wurde pro Proband sechsmal getestet. Zusätzlich wurde die Genauigkeit der Pulsmessung am Simulator geprüft. Dieses Gerät kann für die Messgeräte einen vorgegebenen Blutdruck und Puls erzeugen.
Um die Wiederholgenauigkeit der Geräte zu untersuchen, wurden sie ebenfalls an den Simulator angeschlossen. Auf diese Weise wurden zehnmal in Folge die Messunterschiede beim Druck 120/80 und 160/100 erfasst. Einmal blieb die Manschette die ganze Zeit unverändert; einmal wurde sie nach jeder Messung abgenommen und neu angelegt.

Störanfälligkeit: Am Simulator sowie an menschlichen Probanden das Verhalten der Geräte bei Fehlern, etwa schwacher Batterie bewertet. Zudem wurde Falltest geprüft, welche Schäden die Geräte nach mehreren Stürzen aus Tischhöhe aufwiesen.

Handhabung: Fünf Nutzer und eine Fachkraft prüften Gebrauchsanleitung, täglichen Gebrauch, Anzeigen und Bedienelemente. Zudem die Energiemenge pro Messung ermittelt und daraus die Batterie-/Akkulaufzeit berechnet. Wurde eine App angeboten, prüfte eine Fachkraft die Installation und Bedienung auf einem Apple-iPhone und Android-Smartphone.

Verhalten beim Senden von Daten: Der Datenverkehr zugehöriger Apps wurde mit den jeweiligen Online-Diensten ausgewertet und personenbezogene Informationen, etwa Nutzernamen und Passwörter gesucht.

Anbieter

Aponorm: WEPA Apothekenbedarf GmbH & Co KG
Am Fichtenstrauch 6-10
D-56204 Hillscheid
+49 02624 107-0
WEPA APOTHEKENBEDARF

Beurer Austria GmbH
Franz-Hönig-Straße 7
A-4910 Ried/Innkreis
07752 514 00
Beurer

Boso GmbH & Co
Niederlassung Wien
Handelskai 94-96
Millennium Tower 23 OG
A-1200 Wien
01 240 27 58-0
BOSCH + SOHN

Medisana Austria
Paulahofsiedlungsstraße E2/9
A-8600 Bruck/Mur
03862 210 52
Medisana AG

Omron Medizintechnik Handelsgesellschaft mbH
Gottlieb-Daimler-Straße 10
D-68165 Mannheim
+49 621 833 48-0
OMRON Medizintechnik

Sanitas: Beurer Austria GmbH
Franz-Hönig-Straße 7
A-4910 Ried/Innkreis
07752 214 00
Beurer

Tensoval: Paul Hartmann GmbH
IZ NÖ Süd, Straße 3, Postfach 110
A-2355 Wr. Neudorf
02236 646 30-50
HARTMANN Paul GesmbH

Visomat: Roche Diagnostics GmbH
Engelhorngasse 3
A-1211 Wien
01 277 870
Roche
 

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