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Skischuhe kaufen - Entspannt abfahren

Optimal passende Skischuhe sind das Um und Auf für entspannte Tage auf der Piste. Worauf sollte man beim Kauf achten?

Skischuhe sind das Bindeglied zwischen Fahrer und Ski und sollen die Bewegungen aus den Beinen möglichst direkt und ohne Kraftverlust auf die Ski übertragen. Ein guter Schuh umschließt den Fuß fest und kompakt, dämpft Schläge während der Fahrt, hält warm, lässt sich individuell anpassen und ist nicht zuletzt angenehm zu tragen. Passt der Schuh nicht optimal, nützt selbst der beste Ski wenig. Das Fahren macht dann einfach keinen Spaß.

Kauf vor Saisonbeginn

Skischuhe kauft man am besten vor Saisonbeginn, wenn die Auswahl in den Geschäften noch groß ist: Allround-Skischuhe sind für durchschnittliches bis gutes Fahrkönnen konzipiert, Freeride-Skischuhe werden bei einem ausgeprägten Faible für Tiefschnee und Buckelpisten in Erwägung zu ziehen sein, Freestyle-Skischuhe haben Dämpfelemente im Zehen- und Fersenbereich zum Abfedern harter Landungen, Race-Skischuhe sind für sportliche Fahrer.

Angebot ist enorm

Bei allen Schischuhen wird zusätzlich zwischen Damen- und Herrenmodellen unterschieden. Frauen haben einen tieferen Wadenansatz als Männer. Damenmodelle sind dementsprechend im Oberschaft weiter geschnitten. Erhöhungen im Fersenbereich entlasten zudem die bei Frauen häufig verkürzte Achillessehne. Kurz: Das Angebot ist enorm. Details sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Ehrlich bleiben

Um eine zielgerichtete Beratung beim Skischuhkauf zu ermöglichen, ist anzugeben, wie gut man Ski fährt. Sich dabei sportlicher darzustellen, als man ist, macht keinen Sinn. Sogenannte Genuss-Skifahrer, die am liebsten gemächlich auf den Pisten unterwegs sind, können ab 300 Euro qualitativ gute Skischuhe bekommen.

Leisten für schmälere und breitere Füße

Schuhgröße in Mondopoint

Gehen Sie beim Probieren von Ihrer normalen Schuhgröße aus und ziehen Sie Skisocken an. Schuhe werden üblicherweise in mehreren Leistenbreiten, für schmälere bzw. breitere Füße, angeboten. Die Leistenweite gilt für die breiteste Stelle des Vorfußes. Die meisten Hersteller bieten Leistenweiten von 98 mm bis zu 103 mm an. Die Schuhgröße selbst wird in Mondopoint angegeben, wobei der Innenschuh zwei Größen zusammenfasst. Der Unterschied liegt in der Stärke der Einlegesohle. Die Schuhgröße lässt sich durch eine dickere oder dünnere Einlegesohle verändern.

Flache und angepasste Einlegesohlen

Die Standardeinlegesohlen der Innenschuhe sind flach und haben kein Fußbett. Da der Fuß bei geschlossenem Schuh nach unten gedrückt wird, kann die Fußsohle bei flachen Einlegesohlen mit der Zeit zu brennen beginnen; obendrein werden die Zehen nicht so gut durchblutet. Standardeinlagen können gegen stärkere und komfortablere Einlagen sowie gegen orthopädische Sporteinlagen getauscht werden – auf jeden Fall zum Probieren mitnehmen!

Als eng empfunden

Skischuhe werden gleich nach dem Hineinsteigen als eng empfunden und man stößt mit den Zehen vorne an. Das bedeutet nicht, dass der Schuh zu klein ist. Schließen Sie die Schnallen und gehen Sie einige Male in die Knie. Die Fersen rutschen dabei nach hinten, die Zehen sollten dann ausreichend Spielraum haben. Fühlt sich ein Schuh gleich nach dem Hineinschlüpfen komfortabel an, ist er wahrscheinlich zu groß. Ein zu großer Schuh bietet auf der Piste (wenn überhaupt) nur mit sehr eng gestellten Schnallen Halt. Schmerzhafte Druckstellen sind die Folge.

Flexwert und Canting

Höherer Flexwert, härtere Schale

Damit sich Ski exakt steuern lassen, müssen Skischuhschalen ausreichend steif sein.

1) Mit dem Flexwert wird der Widerstand des Schuhs gegen eine Vorwärtsbewegung des Knies bewertet. Je höher der Wert, desto steifer und unbeweglicher ist der Skischuhschaft und desto direkter erfolgt die Kraftübertragung auf den Ski. Schuhe mit niedrigem Flexwert (70 bis 90) sind vor allem für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet, solche mit höherem Flexwert (120 bis 140) eher für sportliche Fahrer. Da der Flexwert nicht genormt ist, sind damit nur Modelle derselben Marke vergleichbar. Diverse individuelle Einstellmöglichkeiten direkt am Schuh sind mittlerweile Standard.

Flexwert und Canting

2) Mittels Canting lassen sich etwaige X oder O-Beine ausgleichen: Über ein Einstellsystem am Skischuhgelenk kann der Schaft seitlich so geneigt werden, dass er der Neigung des Unterschenkels entspricht. Bei vielen Schuhen lässt sich weiters der Vorlagewinkel des Schaftes einstellen. Sportliche Fahrer ziehen eine stärkere Schaftvorlage vor. Bei schwächerer Schaftvorlage steht man aufrechter (und komfortabler) im Schuh. 3) Die meisten Skischuhe haben drei bis fünf Schnallen aus Leichtmetall oder Kunststoff mit Rasterungen und Drehsystemen zur Feineinstellung ohne viel Kraftaufwand.

Fehlauslösung der Skibindung

Damit genügend Spielraum zum Nachstellen bleibt, sollten bei geschlossenem Schuh mindestens zwei Raster frei bleiben. Stark abgenutzte Absätze können zur Fehlauslösung der Skibindung führen und erhöhen damit die Unfallgefahr. Achten Sie daher darauf, dass sie austauschbar sind – und tauschen Sie die Absätze je nach Beanspruchungsgrad auch aus. Nehmen Sie sich im Geschäft jedenfalls ausreichend Zeit und probieren Sie mehrere Modelle in Ruhe durch. Nach fünfzehnminütigem Probetragen lässt sich im Allgemeinen schon recht gut einschätzen, ob ein Schuh gut sitzt. Manche Geschäfte (vor allem in Skigebieten) verleihen Skischuhe auch zum Probefahren oder bieten eine Rücknahmegarantie an.

Anpassung: Custom-, Memory-, Vacuum-Fit

Unterschiedliche Anpassungssysteme

Skischuhe müssen beim Tragen nicht schmerzen. Sie können individuell angepasst werden. Bereits Standardmodelle ab etwa 300 Euro sind oft mit einem Innenschuh ausgestattet, der durch Erwärmung geringfügige Korrekturen zulässt. Innenschuhe aus thermoverformbarem Material sind an der Bezeichnung "Custom Fit“ erkennbar. Für gröbere Probleme gibt es unterschiedliche Anpass-Systeme.

"Memory Fit", "Vacuum Fit"

Bei Atomic bzw. Fischer heißen sie beispielsweise „Memory Fit“ bzw. „Vacuum Fit“ und funktionieren ähnlich: Die Schale des Skischuhs wird zunächst ohne Innenschuh erwärmt, dann der Innenschuh hineingegeben. Nun schlüpft man in den Schuh. Der Innenschuh nimmt die von der Schale ausgehende Hitze auf und passt sich samt Schale an den Fuß an. Die Anpassung erfolgt nur im Fußbereich.

Fuß- und Wadenmaße

Hersteller Strolz wiederum stellt Skischuhe aus mehreren Modulen zusammen und stimmt sie so auf die Fuß- und die Wadenmaße ab. Die Innenschuhe werden ausgeschäumt. Manchmal funktioniert das Anpassen allerdings nicht auf Anhieb. Bereiten die Schuhe auf der Piste Probleme, müssen sie adaptiert werden. Erforderliche Korrekturarbeiten sind üblicherweise im Kaufpreis enthalten. Wurden die Schuhe vor Ort – im Skigebiet – gekauft und angepasst, erfolgt auch die Adaptierung vor Ort. Hat man den Skischuh zu Hause anpassen lassen, muss man sich mit eventuell auftretenden Problemen während des Urlaubs herumschlagen oder teure Korrekturen am Urlaubsort extra bezahlen.

Wasser im Schuh

Während eines Skitages bildet sich zwischen Schale und Innenschuh Kondenswasser. Die Schuhe sollten daher über Nacht auf einen Schuhtrockner gehängt werden. Als Alternative bieten sich kleine elektrische Schuhtrockner zum Hineinstecken in die Innenschuhe an; sie sind ab etwa 15 Euro erhältlich. Kontrollieren Sie nach dem Skiurlaub noch einmal, ob die Innenschuhe trocken sind. Sind sie feucht, kann sich Schimmel bilden.

Bildergalerie: Skischuh im Detail

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Nützliche Ausrüstung

Die richtigen Socken

Skisocken werden in verschiedenen Stärken angeboten und sollen bis zur Wade reichen (Stutzen). Vom Material her sind Wolle (Merinowolle) oder Kunstfaser zu bevorzugen. Baumwollsocken sind nicht empfehlenswert. Sie saugen die Feuchtigkeit auf und speichern sie. Der Socken fühlen sich dann feucht und kalt an. Zwei Paar Socken übereinander anzuziehen ist ebenfalls nicht empfehlenswert.

Gute Skisocken sind an bestimmten Stellen (Knöchel, Rist) zusätzlich verstärkt. Außerdem sind sie speziell für den rechten/linken Fuß geformt. Beim Kauf von Skisocken sollte wie beim Skischuh auf die richtige Größe geachtet werden. Die Socken dürfen nicht zu groß sein und keine dicken Nähte haben, da sich sonst Falten und in weiterer Folge Druckstellen oder Blasen bilden können.

Lange Unterhose

Die lange Skiunterhose sollte max. ¾ lang sein und oberhalb des Skischuhs enden, nicht bis in den Skischuh hineinreichen. Die Naht kann sonst Scheuerstellen verursachen. Damen sollten keine Strumpfhosen (etwa aus Nylon) tragen; diese verrutschen leicht und schützen überdies zu wenig vor Kälte.

Beheizbare Sohlen

Besonders kälteempfindliche Personen haben die Möglichkeit, auf beheizbare Wäsche zurückzugreifen: Skisocken, Handschuhe, Skiunterwäsche, Einlegesohlen. Bei den ersten beheizbaren Einlegesohlen bestand noch das Problem, dass die Sohlen flach waren. Mittlerweile gibt es bereits beheizbare Sohlen mit vorgeformtem Fußgewölbe. Das Prinzip ist recht einfach: In der Einlegesohle befinden sich Heizdrähte, die an einen Akku angeschlossen sind. Dieser wird außen am Skistiefel befestigt. Die Hersteller geben die Akkulaufzeit mit durchschnittlich etwa 3 bis 12 Stunden an, abhängig natürlich von der Außentemperatur, der Isolierung der Schale oder dem Empfinden des Trägers. Am besten kauft man ein Modell, bei dem sich Akkus einzeln nachkaufen lassen. Einlegesohlen gibt es in verschiedenen Größen und sie können in jeden Skischuh eingepasst werden.

Heiztaschen

Beheizbare Taschen trocknen und erwärmen den gesamten Skischuh. Bei sportlichen oder individuell angepassten Modellen (durch Schäumung des Innenschuhs oder Schalenverformung) erhöht sich dadurch der Komfort beim Einsteigen. In einer geräumigen Tasche lassen sich zusätzlich der Skihelm und die Handschuhe verstauen. Das bietet den Vorteil, dass man mit gewärmtem Equipment in den Tag startet. Es empfiehlt sich, darauf zu achten, dass die Heiztasche sowohl mit 12-Volt- wie auch 230-Volt-Stromanschluss ausgestattet ist.

Handwärmer

Für die Hände empfehlen sich an besonders kalten Tagen Wärmepads-/kissen, die aufgrund einer chemischen Reaktion Wärme entwickeln. Sie können in die Handschuhe gesteckt werden. Es gibt sie als Einmal-Handwärmer oder als regenerierbare Thermopads.
 

Zusammenfassung

  • Probieren: Unterschiedliche Schuhund Leistengrößen, höherer oder niedrigerer Flexwert, individuelle Einstellmöglichkeiten am Schuh – bis ein passendes Modell gefunden ist, dauert es. Vom Online-Kauf ist abzuraten. Die Chance, über den Versandhandel einen passenden Schuh zu finden, ist gering.
  • Anpassung: Eine individuelle Skischuhanpassung ist in Erwägung zu ziehen, wenn sich unter den Standardmodellen kein geeignetes findet. Schuhe in diesem Fall am besten vor Ort im Skigebiet kaufen und anpassen lassen. Eventuell erforderliche Korrekturen können dann ebenfalls gleich vor Ort erfolgen.
  • Aufbewahren: UV-Licht und hohe Temperaturen setzen dem Kunststoff zu. Skischuhe daher an einem dunklen und kühlen Platz (nicht auf dem Dachboden) und mit geschlossenen Schnallen aufbewahren.

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