Skigebiete im Vergleich - Ticket-Preise, Pisten, Angebote

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Preisvergleich: Ticketpreise von mehr als 100 österreichischen Skigebieten. Das teuerste Skigebiet: einmal mehr Kitzbühel. Das billigste ist das kleine Naturschneeskigebiet Wachtberglifte in Oberösterreich.

Auch im sechzehnten Jahr unserer Markterhebung unter den heimischen Skigebieten geht’s mit den Preisen bergauf – heuer im langjährigen Vergleich sogar ziemlich geschmalzen. Im Durchschnitt legten die Preise für Erwachsenen-Tageskarten im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent zu. Traditionell noch steiler steigen die Preise für 6-Tages-Tickets für Erwachsene, so auch heuer: um 3,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahreserhebung.

58 Euro in Kitzbühel

Als teuerstes Skigebiet Österreichs fest im Sattel sitzt Kitzbühel. In der Hauptsaison legt ein Erwachsener dort heuer 58 Euro für eine Tageskarte ab. Es folgen mit 56,50 Euro ex aequo Arlberg, Saalbach und die Schmittenhöhe – dazu später mehr. Die teuersten 6-Tages-Tickets für Erwachsene finden sich in Ischgl/Samnaun (307,50 Euro), Sölden und Obergurgl-Hochgurgl (beide 302,50 Euro). Die 300-Euro-Marke wurde erstmals überschritten!

18 Euro für Wachtberglifte

Am günstigsten carvt man die Hänge der Wachtberglifte in Weyregg am Attersee hinunter. Und zwar um 18 Euro für eine Erwachsenentageskarte. Vorausgesetzt, Frau Holle spielt mit. Das kleine Skigebiet mit 3 Schleppliften und 4 Pistenkilometern in Oberösterreich ist nämlich eines der wenigen verbliebenen Naturschnee-Skigebiete Österreichs. Schneekanonen sucht man hier vergebens.

Auch die Viehberglifte in Sandl in Oberösterreich (unweit der Grenze zu NÖ) setzen ganz auf Naturschnee. Und bieten ihre Tickets zu sehr fairen Preisen an. Die Tageskarte kostet 20,50 Euro. Die Nummer 3 unter den günstigen Skigebieten Österreichs hat Schneekanonen: In Raggal (Vorarlberg) zahlt ein Erwachsener für einen Tag Skifahren 22,50 Euro.

Aufwand für Schneesicherheit wächst

30.000 Schneekanonen und -lanzen

Durch den Wegfall der kostspieligen Beschneiungs-Infrastruktur können Naturschneeskigebiete ihre Preise zuweilen sehr konsumentenfreundlich gestalten. Aber Naturschneegebiete sind eine vom Aussterben bedrohte Art. 2007 produzierten etwa 3.000 Schneekanonen und -lanzen Kunstschnee auf Europas Skipisten.

Mittlerweile ist diese Zahl auf knapp 30.000 angewachsen – wohlgemerkt nur in Österreich! Der Wintertourismus ist ohne künstliche Beschneiung nicht mehr möglich, zumindest nicht in der derzeitigen Form.

Axel Doering, Co-Autor der 2015 veröffentlichten Studie "Der gekaufte Winter", fasste seine Gedanken einmal so zusammen: "Schneekanonen sind ein Symbol menschlicher Unbelehrbarkeit im Klimawandel. Der Winter ist verloren gegangen, weil wir zu viele Klimagase in der Atmosphäre deponiert haben. Und jetzt wollen wir den Winter zurückkaufen, um den Preis, noch mehr Klimagase zu erzeugen."

Aufwand für Schneesicherheit wächst

Die Seilbahnwirtschaft schwört jedenfalls Stein und Bein, dass knapp 90 Prozent der benötigten Energie für die künstliche Schneeerzeugung in Österreich aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die Klimaschädlichkeit ist allerdings nur ein Problem von vielen. Schwer wiegen auch der hohe Wasserverbrauch und die teilweise negativen Auswirkungen auf Flora und Fauna. In oben erwähnter Studie heißt es zusammenfassend: "Von Jahr zu Jahr wird der Aufwand für Schneesicherheit mit Kunstschnee größer und unökologischer. Er erfordert mehr Wasser, mehr Energie, mehr Natur, mehr Landschaft für Speicherbecken und Pistenplanierungen."

Skispaß ohne Kanonen: 11 Naturschnee-Skigebiete

11 Naturschnee-Skigebiete

Wie es anders geht, zeigen insgesamt noch 11 Skigebiete in Österreich – nennen wir sie gallische Winterdörfer. Elf Regionen, in denen Wintersportler ausschließlich Naturschneepisten hinuntercarven können, weil auf den Einsatz von Schneekanonen verzichtet wird.

Naturschnee-Skigebiete in Österreich (Grafik: VKI)

Tageskartenpreise und Pistenkilometer der österreichischen Naturschnee-Skigebiete (Klick für Großdarstellung; Grafik: VKI)

Freilich, Skischaukeln mit dreistelligen Pistenkilometern findet man da vergeblich. Aber insbesondere für Familien und Anfänger sind diese Naturschneegebiete allemal eine tolle Alternative. Und auch die "Profis" finden bisweilen selektive Freerideabfahrten.

Klimawandel macht es schwerer

Der Klimawandel macht es diesen Naturschneegebieten aber leider zunehmend schwerer, ihr Alleinstellungsmerkmal aufrechtzuerhalten. So hat man z.B. in Bödele/Schwarzenberg inzwischen eine mobile Schneekanone "für absolute Notfälle" in der Hinterhand, und auf der Planneralm ist eine Beschneiungsanlage in Planung (Fertigstellung frühestens 2020/21).

Überprüfbare Nachhaltigkeits-Initiativen noch Mangelware

Schmittenhöhe: Licht …

Von Kunstschnee-Freiheit weit entfernt ist man auf der Schmittenhöhe. Doch ist das Skigebiet in Zell am See/Salzburg als eines der wenigen an standardisierten, überprüfbaren Nachhaltigkeits-Initiativen interessiert. So ist es (laut eigenen Angaben) das einzige Skigebiet Europas, das sich der EU-Umweltzertifizierung Emas (Eco Management and Audit Scheme) unterzieht. Im Sommer setzen die Schmittener auf Pistenmanagement ohne Düngung und mit geringer Mähhäufigkeit – was sich positiv auf den Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt auswirkt.

Das haben sich die Seilbahnbetreiber auch mit einer Studie (https://www.schmitten.at/Downloads/Oekologie/Pistenmanagement_Studie-web%281%29.pdf) zur Biodiversität bestätigen lassen.

… und Schatten

Leider stimmen auch die Schmittener in den Chor des "Immer größer, immer mehr" ein. Das Skigebiet wird heuer um teures Geld mit dem Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn verbunden. Das unausweichliche Resultat: ein teurer Ticketverbund.

Bei der "Ski Alpin Card" mit dabei ist auch noch das Gebiet Kitzsteinhorn/Kaprun. Die insgesamt 408 Pistenkilometer, die nie und nimmer in einem Tag abgefahren werden können, kosten dann per Tagesticket 56,50 Euro. Im Vorjahr zahlte man auf der Schmitten noch 53 Euro. Die Kritik von Tagesausflüglern wird geflissentlich überhört. Big is beautiful, wie es so schön heißt.

Tabelle: die billigsten Skigebiete

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Tabelle: die teuersten Skigebiete

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Tabelle: Skigebiete Vorarlberg, Nordtirol

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Tabelle: Skigebiete Osttirol, Kärnten, Steiermark, NÖ, OÖ, Salzburg

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