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Skigebiete im Vergleich - Abseits von Rekordjagden

, aktualisiert am

Jedes Jahr ein neuer Rekordhalter im Bewerb um das Prädikat "größtes Skigebiet Österreichs“. Doch ein Blick auf preisgünstige Alternativen lohnt sich.

Das war zu erwarten. Im Vorjahr hatte sich Saalbach in die Schlagzeilen gehievt: Durch die Verbindung nach Fieberbrunn wurde die Region zum größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs (laut Eigendefinition). Das konnten andere renommierte Liftbetreiber nicht auf sich sitzen lassen. Mit dem Bau neuer Seilbahnen ist künftig St. Anton in Tirol mit Zürs und Lech in Vorarlberg verbunden. Jetzt kann sich auch das Arlberg-Skigebiet als zusammenhängend bezeichnen; es kommt auf 305 Kilometer. 

Kitzbühl, Ötztal, Stubaital

Doch andere große und kleinere Rekordjäger scharren bereits in den Startlöchern. Kitzbühel will sich mit den Wildkogelbahnen im Pinzgau verbinden. Die Gletscherskigebiete Ötztal und Pitztal sollen zusammenwachsen. Zusammenschlüsse – in kleinerem Stil – sind auch im Raum Innsbruck geplant, die Axamer Lizum soll mit Schlick 2000 im Stubaital verbunden werden. In Oberösterreich geht es um die beiden Gebiete Wurzeralm und Hinterstoder …

Ausbau auf Kosten der Natur

Viele Brancheninsider setzen auf den massiven Ausbau des Angebots und hoffen, damit das erlahmende Interesse der Konsumenten wieder anzukurbeln. Dass dadurch auch Naturschutzzonen angetastet werden, ist für die hoffnungsvollen Investoren kein Thema. Die internationale Alpenschutzkommission CIPRA spricht von einem Erschließungswahn, sie listet allein in Österreich 21 Projekte auf, die die Vergrößerung von Skigebieten zum Ziel haben, teilweise in Schutzzonen. Um dem unkontrollierten Wachstum Einhalt zu gebieten, fordern Kritiker einen befristeten Erschließungsstopp. 

Kleine Skigebiete sind wichtig

Der Größenwahn wird von der öffentlichen Hand kurioserweise auch noch gefördert. Auf der anderen Seite müssen immer mehr kleine Liftbetreiber (häufig Gastwirte) zusperren, weil sie als nicht förderwürdig gelten. Dabei wären gerade kleine Skigebiete in der Nähe von Ballungszentren dafür geeignet, Kinder oder auch ältere Neueinsteiger mit dem Skifahren vertraut zu machen, ohne dass sie Hunderte Kilometer zurücklegen müssen.

Wer mehr Gelegenheit zum Üben hat, wird am Skifahren wesentlich mehr Freude finden als Menschen, die einmal im Jahr in eine Mega-Skiarena gekarrt werden, mit all dem Stress und Ärger, der damit verbunden ist – von den Kosten ganz zu schweigen.

Familien können viel Geld sparen

Franz Hörl: "Jugend zum Skifahren bringen"

Eine bemerkenswerte Kehrtwende hat der Fachverbandsobmann der Seilbahnen Österreichs, Franz Hörl, vollzogen. Im Gegensatz zu früheren Aussagen hat er jüngst die Bedeutung kleiner Skigebiete hervorgehoben, "um die Jugend zum Skifahren zu bringen".  Mit dieser Marktübersicht wollen wir Ihnen die Möglichkeit geben, das Angebot kleinerer Skigebiete kennenzulernen.

Kleinere Skigebiete: Familien können sparen

Es lohnt sich, einmal ein kleineres Gebiet zu wählen. Eine mehrköpfige Familie kann da eine Menge Geld sparen. Die Preisunterschiede sind enorm, selbst bei Tageskarten. Ein Erwachsener zahlt in unserer Auswahl zwischen 15 und 53 Euro. Wobei für das preiswerte Angebot am Schneeberg gilt: Die 15 Euro sind ein Einheitspreis – auch für Kinder und Jugendliche. Bei guter Schneelage ist außer dem Schlepplift auch der Sessellift in Betrieb, die Pistenkilometer erhöhen sich auf 7, der Preis steigt auf 25 Euro. Nur ganz wenige Skigebiete messen die tatsächliche Pistenlänge in der Falllinie – meistens wird die Länge in geschwungenen Linien angegeben.

Weit über der Inflationsrate

Wie jedes Jahr wurden die Liftpreise auch heuer mehrheitlich angehoben. Im Durchschnitt beträgt die Teuerungsrate bei den Tageskarten für Erwachsene 1,95 Prozent. Das scheint nicht viel zu sein, liegt aber immer noch deutlich über der Inflationsrate – der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Jahresabstand um 0,9 Prozent. Seit Beginn unserer Erhebungen in der Saison 2004/2005 erhöhte sich der Durchschnittspreis um fast 44 Prozent. In diesem Zeitraum stieg der Verbraucherpreisindex um 25 Prozent.

6-Tage-Skipässe: deutlich teurer

Wie üblich wurde bei den 6-Tage-Skipässen noch deutlicher zugelangt; hier muss ein Erwachsener heuer im Schnitt um 3,2 Prozent mehr zahlen als in der Vorjahressaison. Der langjährige Vergleich (seit 2004/2005) weist eine Steigerung von 52 Prozent auf, das ist mehr als das Doppelte des VPI.

Netzwerk der europäischen Verbraucherzentren ECC-Net
 

Tabelle: die günstigsten Skigebiete

Tabelle: die teuersten Skigebiete

Tabelle: Skigebiete Osttirol bis Niederösterreich

Tabelle: Skigebiete Vorarlberg bis Nordtirol

Leserreaktionen: Liftpreise Planai-Hochwurzen

Eine Fahrt kostet 42,50 Euro.

Eine eigenartige Tarifgestaltung der Planai-Hochwurzen-Lifte möchte ich Ihnen zur Kenntnis bringen. Nach ein paar geglückten Übungsfahrten mit meinem Enkelsohn auf zwei kleineren Liftanlagen der Hochwurzen, wollte ich mit ihm einmal eine Abfahrt vom Gipfel wagen. Leider konnte ich aber keine Ein-Fahrten-Karte für ihn und für mich erstehen. Die gibt es nämlich für Schifahrer nicht, sondern nur für Wanderer. Die kleinste Einheit für Schifahrer stellt eine 3-Stunden-Karte zum stolzen Preis von immerhin 42,50 € dar.

Keine Ein-Fahrten-Karte für Skifahrer

Auf meinen Anruf beim zuständigen Kassenchef Hrn. Annishofer erklärte mir dieser, dass es für Schifahrer tatsächlich keine Ein-Fahrten-Karten gäbe. Seine Begründung für diese nicht gerade konsumentenfreundliche Tarifgestaltung: „Damit kein Missbrauch mit der Weitergabe von Zeitkarten getrieben werden kann.“ Logisch erscheint mir diese Begründung nicht zu sein: Erstens kann man Zeitkarten unberechtigterweise auch im Tal weitergeben. Zweitens hat jeder Liftzugang eine eigene elektronische Zugangskontrolle, die Fahrten ohne Karte ausschließt. Vermutung: Mit "Kleingeld“ will man sich gar nicht abgeben.

Dr. Gerhard Kojan
E-Mail
(aus KONSUMENT 3/2017)

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