DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

DVB-T2-Settop-Boxen - Einfach fernsehen war gestern

, aktualisiert am

Die Auswahl an DVB-T2-tauglichen Settop-Boxen ist groß, doch wegen der in Österreich gebräuchlichen Verschlüsselung sind nur wenige für simpliTV geeignet.

Diese DVB-T2-Settop-Boxen haben wir getestet:

FÜR simpliTV GEEIGNET

  • Dreambox DM7020 HD
  • Dyon Hunter HD DVB-T2
  • Kathrein UFT 931
  • Technisat DIGIT UHD+
  • Telestar 5310442 diginova 22
  • VU+ Duo

FÜR simpliTV NICHT GEEIGNET

  • Schwaiger DTR 700 HD
  • Technisat DigiPal ISIO HD DVB-T2HD Receiver
  • Technisat DigiPal T2 HD DVB-T2HD Receiver
  • Xoro HRT 8720

In der Testtabelle finden Sie Angaben zu: kompatibel mit simpli-Modul, Platzbedarf, Betriebssystem, RAM, Anzahl der CI+ Slots/DVB-T2-Tuner/DVB-S2-Tuner/HDMI-Anschlüsse/USB-Anschlüsse, SCART-Anschluss, Ethernet-Anschluss, WLAN-fähig, USB-Recording möglich.

Und hier unser Testbericht:


10 DVB-T2-Settop-Boxen im Test

Wer hätte gedacht, dass nach 60 Jahren TV-Geschichte in der zweiten Republik die Emotionen bei diesem Thema so hochkochen könnten? simpliTV hat es geschafft, dass wir mit Kommentaren und Leserbriefen überhäuft werden. Es hagelt dabei massive Kritik an der Betreibergesellschaft ORS (Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG, eine Tochter von ORF und Raiffeisen) und deren gemeinsamer Tochter simpli services GmbH & Co KG mit ihrer Marke „simpliTV“ – aber auch am Gesetzgeber, der die Bezahlung der GIS-Gebühren vorschreibt, selbst wenn man das simpliTV-Angebot gar nicht nutzt bzw. nicht nutzen kann.

Dabei hätte alles so schön werden können

Der neue Standard DVB-T2 für die terrestrische Ausstrahlung von TV-Programmen ist seinem Vorgänger DVB-T deutlich überlegen: Die Zahl der mittels Zimmer- oder Außenantenne empfangbaren Sender erhöht sich auf rund 40, die meisten kommen in HD-Qualität. Was lässt die Konsumenten dennoch so erbost sein?

Die Sünden bei der Einführung von simpliTV

Die Sünden bei der Einführung von simpliTV

Falsches Timing. Viele empfanden die Umstellung als überfallsartig. Tatsächlich war es die Kommunikationsstrategie von simpliTV, erst wenige Wochen vor Umstellung die Zuseher in den betroffenen Regionen mit erheblichem PR-Aufwand zu informieren.

Verwirrende Informationen. „Vom ORF wird nur viel Wirbel um die Umstellung gemacht, aber keine Sachinformation geboten“, schreibt Leser Reinhard W. Tatsächlich änderten sich die Infos auf www.simplitv.at häufig und sie waren in manchen Fällen irreführend. Bis heute gibt es keine Information auf einen Blick über die unterschiedlichen Varianten und ihre Preise.

Preise fahren Achterbahn. So gab es zeitweise Hardware-Angebote zum Nulltarif (mit Abo) oder zum halben Preis (mit Bindung). Dann betrug der Preis für die simpliTV-Box 60 Euro, um sechs Wochen vor Einführung in den jeweiligen Sendegebieten wieder auf rund 25 Euro zu sinken. Noch krasser bei der Empfangsvariante mit dem CI+ Modul. Das kostete zunächst 50 Euro, einige Tage später – unangekündigt – „zur Einführung“ nur noch 9,90 Euro.

Aktionen über Nacht abgebrochen. Für den letzten Teil der Umstellung – Wien, Niederösterreich und Nordburgenland – war die Einführungsaktion zum reduzierten Hardwarepreis bis längstens 30. November 2016 geplant; schon am 3. November war aber Schluss damit.

Stellungnahme der ORS: „Die Aktionspreise der Endgeräte waren nur durch umfangreiche Stützungen/Subventionierung [ ] möglich. Die Stützung erfolgte durch die betroffenen Rundfunkveranstalter (ORF, ATV, Puls4 und ServusTV) sowie den Sendernetzbetreiber [ ]. Diese hatten ein Kontingent von 100.000 Boxen vorgesehen, das aufgrund der großen Nachfrage [ ] vorsorglich auf 130.000 aufgestockt wurde. Mit 3. November waren die 130.000 geförderten Boxen leider vergeben.“ Mancher hätte sich wohl eher darum bemüht, hätte er früher von der Umstellung gewusst.

Zusatzkosten für Zweitfernseher. Bis zu drei simpliTV-Boxen oder CI+ Karten pro Vertrag können im Haushalt eingesetzt werden – für jedes Gerät werden aber bei Nutzung des vollen Angebotes (40 Sender) weitere Freischaltungs- und Abokosten fällig. Für den Empfang des Grundpaketes von 7 HD-Sendern (plus diversen Regionalsendern in SD) fallen keine Gebühren an. Das wird aber unserer Meinung nach nicht klar genug kommuniziert. Die Anmeldung der Hardware ist jedenfalls erforderlich.

Daten-Sammelwut

GIS auch ohne Empfang. Es kommt nicht darauf an, ob man ORF und die anderen TV-Sender von simpliTV anschaut oder mangels entsprechender TV-Ausstattung gar nicht anschauen kann – die GIS-Gebühren müssen bezahlt werden, sofern man ein Fernsehgerät besitzt.  Diese Absurdität ist aber nicht der ORS, sondern dem Gesetzgeber bzw. der Rechtsprechung anzulasten.

Daten-Sammelwut. In jedem Fall müssen zur Freischaltung der simpliTV-Hardware Anrede (Geschlecht), E-Mail-Adresse und Postleitzahl eingegeben sowie eine PIN-Nummer und ein Passwort online übermittelt werden.

Kauft man ein Gerät im simpliTV-Shop (mit oder ohne Abo), kommen noch das Geburtsdatum, die vollständige Adresse, der Name, eine Telefonnummer und die Nummer eines Ausweisdokuments samt ausstellender Behörde hinzu! Damit nicht genug: Der Freund des bewegten HD-Bildes muss auch sein Einverständnis dazu abgeben, dass die wesentlichen Daten an das „IS Inkasso Service“ (seit 2016 zu 100 Prozent im Besitz des international agierenden Geldeintreiber-Riesen GFKL Group) zur „Bonitätsprüfung/Inkassoabfrage“ weitergeleitet werden. „Zum Zweck des Gläubigerschutzes “, wie es heißt.

Einzige und weitgehend unbekannte Möglichkeit, das Datensammeln zu umschiffen: Wer ein TV-Gerät mit eingebautem DVB-T2-Empfangsteil besitzt und sich mit dem Empfang von ORF eins und ORF 2 in SD-Qualität begnügt, muss das Anmeldeprozedere nicht durchlaufen (worauf auf der simpliTV-Website jedoch nicht explizit hingewiesen wird).

Nur zwei Boxen zur Wahl. Im simpliTV-Shop wurde mit Stand Ende Jänner angeboten: Das Standardgerät Strong SRT 8505 (60 Euro). Mit ihm kann man fernsehen. Und das Kathrein UFT 931 um 100 Euro. Damit wird man auch Sendungen aufzeichnen können – voraussichtlich ab März. Dazu bedarf es eines Software-Updates, das dann der Benutzer durchführen muss. simpliTV-Kunde Andy schreibt auf amazon.de dazu: „[ ] super, dass man ein unfertiges Produkt bekommt bzw. DVB-T [ ] abgeschaltet wird, obwohl die DVB-T2-Boxen noch nicht mal fertig sind, die simpliTV selbst anbietet, und man sich dann auch noch um ein Softwareupdate [ ] kümmern muss.“ Kein Wunder, dass der Ruf nach Alternativen immer lauter wird. Aber gibt es die?

Geräte selten für Österreich geeignet

Geräte selten für Österreich geeignet

Der Grund für die Inkompatibilität vieler DVB-T2-Boxen liegt in der Tatsache, dass die ORS verschlüsselt ausstrahlt. Und zwar nicht nur die Privatsender (weithin üblich), sondern auch die öffentlich-rechtlichen Programme (unüblich). In den Boxen von simpliTV ist die für die Entschlüsselung benötigte Technik eingebaut. Boxen von Drittanbietern können das Signal nicht entschlüsseln. Dafür gibt es das simpliTV-Modul, ein Stück Hightech im Scheckkartenformat. Es wird bei neueren TV-Geräten mit DVB-T2-Empfänger in den dafür vorgesehen Schacht (CI+ Slot) gesteckt und übernimmt die Entschlüsselung.

Es kann aber auch in eine externe DVB-T2-Box gesteckt werden – sofern diese über einen CI+ Schacht verfügt. Dann empfängt die Box das Fernsehsignal, das CI+ Modul entschlüsselt es, und über Kabelverbindung zwischen Box und TV-Gerät kann es am Bildschirm dargestellt werden. Nachteile: Jede zusätzliche Box braucht eine eigene Fernbedienung. Und es gibt nur wenige mit CI+ Slot am Markt – und selbst von diesen waren im Test vier nicht mit dem simpliTV-Modul kompatibel, obwohl sie das nach der Papierform hätten sein sollen. Das bedeutet, dass sie für das Angebot von simpliTV nicht nutzbar sind!

Die Geräte, die damit funktionieren, bieten Vorteile wie: Aufnahmemöglichkeit und Timeshift, eine Sendung live ansehen, bis zu drei weitere Sender gleichzeitig aufzeichnen. Letzteres klappt aber nur, sofern ein Doppel- oder Mehrfachtuner vorhanden ist – und falls diese Funktionen nicht über das Digitale Rechte-Management (DRM) vom Sender selbst verhindert werden.

Keine Box uneingeschränkt empfehlenswert

Wir haben insgesamt zehn aktuell erhältliche Geräte einem Praxistest unterzogen – dabei kaufen wir anonym, installieren nach Bedienungsanleitung und schauen, was bei üblicher Nutzung passiert. Leider ist keine Box uneingeschränkt empfehlenswert – mit ein Grund dafür, dass es kein abschließendes Testurteil gibt. Denn was macht man beispielsweise mit einer Box, die zwar gut funktioniert, auf deren Fernbedienung aber schlichtweg der Knopf für die Menüauswahl „vergessen“ wurde? Oder mit einer, die mit 520 Einträgen für in Österreich gar nicht empfangbare Sender daherkommt, die man dann Stück für Stück löschen muss, um sie auf die relevanten Sendereinträge zu reduzieren? Am überzeugendsten (aber auch am teuersten) ist Technisat DIGIT UHD+. Die Box verfügt über zwei Doppeltuner und kann über Satellit sogar UHD-Sender empfangen.

Kritiker sprechen von einem "Monopol"

Um simpliTV kommt man übrigens selbst mit einer Drittanbieter-Box nicht herum. Schließlich muss man ja das simpliTV-Modul kaufen (und anmelden), damit die Boxen überhaupt laufen. Das ist der Grund, warum Kritiker von einem „Monopol“ und von der „Gelddruckmaschine simpliTV“ sprechen.

Testtabelle: DVB-T2 Settop-Boxen für simplyTV geeignet

Testtabelle: DVB-T2 Settop-Boxen für simplyTV nicht geeignet

Steckbriefe

Dyon Hunter HD DVB-T2

Billig und kompakt. Zwei USB-Anschlüsse. Kein SCART-Anschluss für ältere TV-Geräte oder Recorder. Aufnahme ohne Kopierschutz möglich (aber kein Umschalten zu anderem Sender während der Aufnahme!). Keine Netzwerkanbindung. Fernbedienung sehr schlecht, ohne Menü- und Exit-Taste. Festplatte wird nach Aufzeichnung auch vom PC erkannt, Maximalgröße für Festplatte oder USB-Stick auf 64 GB beschränkt. Zur Nutzung größerer Festplatten muss man für 17,95 Euro ein Update kaufen.

Telestar 5310442 diginova 22

Für DVB-T2 und DVB-S2-Empfang. SCARTAnschluss für ältere TV-Geräte und Recorder. Keine Netzwerkschnittstellen. Aufnahme möglich (aber währenddessen kein Umschalten zu anderem Sender möglich!). Im Test konnten wir die Aufzeichnungen aber nicht am PC wiedergeben. Die Fernbedienung ist nicht beschriftet. In der Kanalliste sind ab Werk 520 Sender eingetragen. Die nicht benötigten müssen einzeln manuell gelöscht werden.

Kathrein UFT 931

Kein simpliTV-Modul nötig, da Decoder bereits eingebaut. Erweiterte Funktionalität mit Hbb- TV-Unterstützung für interaktive Zusatzinhalte. Aufnahmefunktion vorgesehen, aber derzeit noch nicht nutzbar. Dazu bedarf es eines Software- Updates, das von simpliTV und Kathrein für März 2017 angekündigt wurde.

Dreambox DM7020 HD

Vergleichsweise teuer und ausladend. Vier DVB-T2-Empfänger für paralleles Sehen und Aufzeichnen. Zweiter CI+ Slot für weiteres Modul (Bezahlangebote, ausländische DVBT2- Signale). Drei USB-Anschlüsse. SCART- und Ethernet-Schnittstelle. Fernbedienung reagiert träge. Gerät hängt sich öfter auf und ist nur durch Ziehen des Steckers wieder zu starten. Bis zu vier Aufnahmen gleichzeitig möglich. Diese sind ohne Kopierschutz und können überall abgespielt werden. Das offene Linux- Betriebssystem bietet Entwicklungsmöglichkeiten für experimentierfreudige Benutzer.

VU+ Duo

Großes Gerät. Zwei Aufnahmen gleichzeitig möglich, Wiedergabe aber nur über die Box. Jeweils zwei Empfänger für DVB-T2 und DVBS2. Betriebssystem Linux mit 2 GB RAM, was vor allem den Programmierern einen großen Freiraum bietet. Zwei CI+ Schächte, SCART-, Ethernet- und WLAN-Anschluss. Benutzerführung wechselt häufig zwischen Englisch und Deutsch. Häufig Aussetzer beim Empfang. Mühsame Menüführung und Wiedergabefunktion.

Technisat DIGIT UHD+

Teuerstes Gerät. Zwei CI+ Schächte und jeweils zwei DVB-T2- und DVB-S2-Empfänger für mehrere gleichzeitige Aufnahmen ohne Kopierschutz (zwei parallele Aufnahmen möglich). DVB-S2 für 4K-Empfang vorhanden. Kein SCART-Anschluss, aber Ethernet- und WLANfähig. Gute Qualität bei HD-Aufnahmen, intelligente Menüführung beim Live-Schauen und gleichzeitiger Aufnahme.

Was Sie brauchen

  • TV-Gerät mit integriertem Empfangsteil für DVB-T2 vorhanden? – Das simpliTV- Modul plus Antenne.
  • TV-Gerät ohne Empfangsteil für DVB-T2 vorhanden? – Eine externe DVB-T2-Box plus Antenne, von simpliTV oder einem Drittanbieter. Boxen von Drittanbietern müssen über einen CI+ Schacht verfügen und das Audiosignal Dolby Digital+ empfangen können; zusätzlich benötigt man das simpliTV-Modul.

In KONSUMENT 4/2017 wird ein Test zu DVB-T2-Zimmerantennen erscheinen.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang