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Seniorenhandys - Aufs Wesentliche reduziert

Einfache Bedienung, große Tasten, gut lesbare Displays – Seniorenhandys stehen für ein Plus an Komfort und Sicherheit.

Diese Seniorenhandys haben wir getestet:

  • Alcatel Onetouch 2004G
  • Amplicomms PowerTel M6700
  • Bea-fon Mobile SL470
  • Doro Liberto 825
  • Doro PhoneEasy 613
  • Emporia Flipbasic
  • Emporia Smart
  • Olympia Classic
  • Panasonic KX-TU329
  • Primo by Doro Primo 366
  • Pearl/Simvalley Mobile XL-947
  • Swisstone BBM 515
  • Swisstone BBM 625
  • Telme X200
  • Tiptel Ergophone 6230

In der Testtabelle finden Sie Angaben zu: Abmessungen, Headset, Sprachansagen beim Wählen, Display, Akku Ladedauer, Notruffunktion, Bedienungsanleitung, Handhabung für Personen mit Sehschwäche, Hörschwäche oder Motorikschwäche.

Und hier unser Testbericht:


Man kann im Herzen noch so jung geblieben sein, irgendwann macht sich das Alter unangenehm bemerkbar: Die Sehkraft lässt nach, man hört schlechter, oder man plagt sich zusehends bei Tätigkeiten, die eine erhöhte Fingerfertigkeit erfordern. Dazu gehört auch die Bedienung von Smartphones. Was nutzt ein hochauflösendes Display, wenn man die Schrift nicht lesen kann, oder eine multifunktionale virtuelle Tastatur, wenn man die einzelnen Tasten nicht zielgenau trifft?

Seniorenhandys: Erreichbarkeit am wichtigsten

Verschiedene Anbieter haben Bedarf geortet und bieten sogenannte Seniorenhandys an. Offenbar steht bei den meisten Kunden die telefonische Erreichbarkeit im Vordergrund. Die Auswahl an klassischen Handys, die sich im Wesentlichen auf die Telefon- und SMSFunktion beschränken, ist nämlich wesentlich größer als jene an internettauglichen Smartphones mit Touchscreen-Display. Die Stiftung Warentest hat dreizehn dieser einfachen Handys sowie zwei gleichfalls auf die Bedürfnisse älterer Personen abgestimmte Smartphones unter die Lupe genommen. Im Test vertreten waren auch zwei Produkte des österreichischen Herstellers Emporia.

Praxistest: Sehen, Hören, Handhabung

Ergänzend zu den Messungen im Labor gab es einen Praxistest mit neun älteren Personen. Jeweils drei von ihnen haben Seh-, Hör- bzw. Motorikprobleme. Das Ergebnis: Mit Panasonic und Doro PhoneEasy 613 gibt es nur zwei Seniorenhandys, die für Personen aller drei Gruppen einfach handhabbar sind. Sie punkten mit gut ablesbaren Displays, großer Schrift, gut bedienbaren Tasten sowie mit hoher Lautstärke beim Telefonieren und bei den Klingeltönen. Das drittplatzierte Emporia Flipbasic bleibt eine Spur dahinter zurück, hat aber einen attraktiven Preis. Rein optisch wirkt es etwas eleganter als die Konkurrenz, es ist jedoch etwas kleiner und weniger griffig.

Vorteile durch Spezifika der Handys

Emporia punktet

Von den Smartphones bevorzugen Menschen mit einer Seh- oder Motorikschwäche eindeutig das Emporia Smart, obwohl das Doro Liberto 825 das technisch modernere Gerät ist (es unterstützt zum Beispiel das LTE-Netz). Das Emporia Smart punktet unter anderem damit, dass die Bildschirmtastatur besser lesbar ist, ein Eingabestift mitgeliefert wird und es einen eigenen Knopf zum Einschalten der Taschenlampe gibt. Emporia hat für das Modell Smart außerdem Anleihen bei den Klapphandys genommen und das Smartphone mit einer Wählklappe ausgestattet. Sie verfügt über eine physische Telefontastatur, die in geschlossenem Zustand das halbe Display bedeckt. Diese Klappe kann hilfreich sein, wenn man mit der Bedienung der virtuellen Tastatur auf dem Touchscreen nicht zurechtkommt. Das schlechtere Gesamturteil des Emporia resultiert vor allem aus seinem Scheitern im Falltest (Tabellenspalte „Stabilität“).

Klappen und Ladestationen

Die meisten Seniorenhandys sind übrigens Klapphandys. Das hat klare Vorteile wie etwa genügend Platz für große Tasten und ein großes Display. Außerdem dient der Klappmechanismus als Tastensperre und Bildschirmschutz. Sinnvoll ist, dass die meisten Geräte im Test mit Ladestation geliefert werden. So hat das Handy daheim seinen angestammten Platz und man erspart sich das Hantieren mit Ladekabeln und winzigen Steckern.

Probleme und Grundfunktionen

Notrufkette mit Tücken

Alle Modelle im Test haben eine eigene Notruftaste. Wird sie gedrückt, versucht das Handy der Reihe nach die eingespeicherten Notfallkontakte per SMS oder Sprachnachricht zu erreichen. Bei vielen Handys wird diese Notrufkette allerdings unterbrochen, sobald sich eine Mailbox oder ein Anrufbeantworter meldet. Eine Lösung für dieses Problem bieten nur die Geräte von Amplicomms, beide Emporia-Modelle, Pearl, Tiptel und das Klapphandy von Doro. Hier muss der Angerufene die Annahme des Notrufs bestätigen, indem er eine bestimmte Taste drückt. Andernfalls wählt das Handy die nächste Notrufnummer auf der Liste. Behelfslösung für die übrigen Geräte: keine Nummern einspeichern, bei denen eine Mailbox oder ein Anrufbeantworter aktiviert sein könnte.

Reduzierte Smartphones

Kommen wir noch einmal auf die Smartphones zu sprechen. Die Wählklappe des Emporia Smart haben wir ja bereits erwähnt. Davon abgesehen verfügt sowohl dieses Smartphone als auch das Liberto 825 von Doro über ins Gehäuse integrierte physische Tasten für die Grundfunktionen (z.B. Aufrufen des Startbildschirms). Bei herkömmlichen Smartphones sind diese Tasten als sogenannte Soft Keys, also reine Software- Schaltflächen, ausgeführt, können mit den Fingern nicht ertastet werden und sind oft auch schlecht erkennbar.

Sowohl Emporia als auch Doro versuchen, die übliche Funktionsvielfalt der Smartphones aufs Wesentliche zu reduzieren. Dies äußert sich in der Schriftgröße, in wenigen, großen Symbolen und vereinfachten Menüs. Der Nutzer hat dank der vorinstallierten Apps grundsätzlich die Möglichkeit, im Internet zu surfen sowie E-Mails zu schreiben und zu empfangen.

Apps beliebig erweitern

Laut Herstellerangaben lassen sich die Apps aber beliebig erweitern, da beide Smartphones auf dem Betriebssystem Android basieren. Auch hier liegt das Doro in technischer Hinsicht voran. Bei ihm handelt es sich um die auch nicht mehr taufrische Android-Version 5.1, während das Emporia-Modell auf Version 4.4.2 basiert. Die alltägliche Nutzung berührt das nicht.

Es könnte aber in Zukunft die Erweiterungsfähigkeit beeinträchtigen – wenn Apps aus dem Google Play Store die Android-Version 4 eines Tages nicht mehr unterstützen und somit nicht installiert werden können bzw. wenn man bereits vorhandene Apps nicht mehr aktualisieren kann.

 

Seniorenhandy muss nicht sein

Alternativen zum Senioren-Smartphone

Vor dem Kauf eines Senioren-Smartphones sollte man sich zum Vergleich den „einfachen Modus“ bei Samsung-Smartphones ansehen, der sich über die „Einstellungen“ aktivieren lässt. Er bringt mehr Übersichtlichkeit auf den Startbildschirm sowie größere Symbole und Schriften.

Auch eine SMSNotruffunktion ist vorhanden, die allerdings umständlicher zu aktivieren ist als bei den echten Seniorenhandys, nämlich durch dreimaliges Drücken des Einschaltknopfes. Andere Lösungen wie die im Google Play Store angebotenen, meist kostenpflichtigen Launcher-Apps für Senioren konnten im Test nicht überzeugen. Sie arbeiten zum Teil nicht fehlerfrei, haben oft ein kritisches Datensendeverhalten oder sind kompliziert einzurichten und unübersichtlich. Der bereits vorinstallierte „einfache Modus“ von Samsung ist ihnen gegenüber auf jeden Fall zu bevorzugen.

Testtabelle: Einfache Seniorenhandys 4/2017

Testtabelle: Senioren-Smartphones 4/2017

Steckbriefe

Panasonic KX-TU329
Testurteil: gut (68/100 Punkten)

Das Klapphandy ist Testsieger und überzeugt bei Akku und Handhabung. Wermutstropfen ist das Gehäuse, das nicht nur kratzempfindlich ist, sondern auch weni- Primo 366 ger robust.

Doro PhoneEasy 613
Testurteil: gut (66/100 Punkten)

Das zweitgereihte Klapphandy ist stabiler und in der Handhabung sogar noch eine Spur besser als der Testsieger. Es hat allerdings einen schwächeren Akku und keine Taschenlampe.

Doro Liberto 825
Testurteil: gut (64/100 Punkten)

Das Smartphone überzeugt mit seinem stabilen Gehäuse und der LTE-Tauglichkeit. Bei Sehschwäche ist es aber eher nicht zu empfehlen. Die Bedienungsanleitung ist dürftig.

Primo 366
Testurteil: gut (60/100 Punkten)

Wer ein klassisches Handy ohne Klappe haben möchte, kann zum Primo 366 greifen, das eine sehr gute Tastatur hat, in den Handhabungsdetails aber hinter den erstplatzierten Modellen zurückbleibt. Leider wird die Notruffunktion schlecht erklärt.

Emporia Smart
Testurteil: durchschnittlich (52/100 Punkten)

Das Gerät fallen zu lassen, kann riskant sein, denn es war im Test nach 50 von 100 Stürzen defekt. Abseits davon war es im Praxistest bei den Testpersonen die erste Wahl. Ein großes Plus ist auch die gelungene Bedienungsanleitung. Die auf dem Bild sichtbare Tastatur lässt sich wegklappen und gibt dann das vollständige Display frei.

Details zu Ausstattung und Leistung finden Sie in der Testtabelle.

 

 

Zusammenfassung

  • Handy oder Smartphone. Klassische Handys beschränken sich im Wesentlichen auf Telefon- und SMS-Funktionen. Ziel ist, erreichbar zu sein. Wer zusätzlich das Internet nutzen möchte, braucht ein Smartphone.
  • Einfache Bedienung. Nutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit sind die Anforderungen, die Seniorenhandys und -smartphones erfüllen müssen. Für die Smartphones gibt es als mögliche Alternative den „einfachen Modus“ herkömmlicher Samsung-Geräte.
  • Zuverlässige Notrufkette. Die Notruftaste ist ein wichtiger Bauteil aller seniorentauglichen Mobiltelefone. Allerdings sollte gewährleistet sein, dass Anrufbeantworter oder Mailboxen die Notrufkette nicht unterbrechen können.

Testkriterien

So haben wir getestet

Im Test der Stiftung Warentest: 13 einfache Seniorenhandys und 2 Senioren-Smartphones, die im August/September im Handel erworben wurden. Die Preiserhebung erfolgte im Jänner 2017.

Telefonfunktion

Die Sprachqualität wurde in beiden Richtungen (Hören und Sprechen) gemessen, in einem simulierten GSM- und, sofern unterstützt, UMTS-Netz mit und ohne Umgebungslärm. Auch die Freisprechfunktion wurde geprüft. Die Netzempfindlichkeit wurde getestet, indem im simulierten GSM-Netz gemessen wurde, bei welcher Sendeleistung des Netzes die Verbindung abreißt. Zudem wurde die maximale Sendeleistung der Handys bestimmt. Auch das Lesen, Schreiben und Löschen von SMS-Textnachrichten wurde bewertet. Weiters wurde geprüft, wie bei Betätigen der Notruffunktion die Gegenstellen informiert werden (z.B. SMS, automatische Ansage, Verhalten bei Anrufbeantwortern).

Internet und GPS (nur bei Senioren-Smartphones)

Geprüft wurde das Einrichten von WLAN und von E-Mail-Konten sowie das Empfangen, Lesen und Schreiben von Mails. In Praxistests mit verschiedenen Websites wurde das Surfen bewertet (URL-Eingabe, Link-Aufruf, Lesezeichen, Scrollen, Zoomen, Auswählen, Darstellung, Geschwindigkeit). Auch Schnelligkeit und Genauigkeit der GPS-Ortung und die Routenführung per mitgelieferte Navigations-App wurden untersucht (u.a. Funktionsumfang, Zieleingabe, Verhalten beim Abweichen von der Route).

Vielseitigkeit

Nützliche Zusatzfunktionen wie z.B. Kamera, Taschenlampe, Kalender und Weckfunktion wurden anhand einer Punkteskala bewertet.

Handhabung

Jeweils drei Senioren mit Einschränkungen im Sehen, Hören oder in der Feinmotorik beurteilten mit einem Experten Handhabungsaspekte für Personen mit Sehschwäche (u.a. Anzeigengröße im Display, Tastenbeschriftung), Hörschwäche (u.a. Eignung für Hörgeräte, Störgeräusche, Lautstärke) und Motorikschwäche (u.a. Größe, Lage und Druckpunkt der Tasten). Drei Experten bewerteten die Bedienungsanleitung (Lesbarkeit, Verständlichkeit, Vollständigkeit), die Inbetriebnahme (u.a. einsetzen von SIM-Karte und Akku), den täglichen Gebrauch (u.a. Telefonieren, Speichern von Nummern, Akku-Laden, Menüführung und Handlichkeit) sowie Display und Tastatur. 

Stabilität

Untersucht wurde die Passgenauigkeit und Solidität von Gehäuse, Kontakten und Anschlüssen. Weiters wurde getestet, wie kratzfest Display und Gehäuse sind. Die Bruchfestigkeit wurde in einer Falltrommel geprüft. Dabei wurde bewertet, welche Beschädigungen nach 50 und nach 100 Stürzen aus 80 cm Fallhöhe auf einen Steinboden auftraten. Die Geräte wurden auch einem Beregnungstest unterzogen.

Akku

Über Messungen des Stroms wurde die Betriebsdauer beim Telefonieren und im Stand-by-Betrieb im GSM-Netz bestimmt. Bei Senioren-Smartphones wurden zudem die Laufzeiten im UMTS-Netz und beim Abspielen von YouTube-Videos geprüft. Weiters wurde die Ladedauer gemessen.
 

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