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Schneeschuhe - Auf Yetis Spuren

Test: Mit Schneeschuhen kann jeder problemlos durch die Winterlandschaft wandern, vorausgesetzt, er wählt den richtigen Schuh. Wir haben zehn gängige Modelle getestet.

Die Luft ist kalt und klar, der Himmel blau, und im tief verschneiten Wald glitzert der Schnee. Ab auf die Piste oder die Loipe, heißt es an solchen Traumtagen für die meisten Wintersportler. Wer nicht Ski fahren kann oder will, aber trotzdem durchs Gelände ­spuren möchte, greift zu Schneeschuhen. Die gibt es praktisch schon ewig. Aber erst in den letzten Jahren ist aus einem uralten Fortbewegungsmittel durch die weiße (Berg-)Welt ein Freizeitgerät und aus dem Gehen im Schnee ein Trendsport geworden.

Praxistest am Schneeberg

Rechtzeitig vor den Winterferien haben wir insgesamt 10 Schneeschuhe getestet - darunter Modelle von MSR, Tubbs, TSL Salewa, McKinley, Adventuridge, Kilimanjaro ... Alle Schneeschuhe wurden nicht nur technisch ­geprüft, sondern auch auf dem nieder­österreichischen Schneeberg einem harten Praxistest unterzogen. Denn was nützt das beste Produkt, wenn das Ein- oder Aus­steigen aus dem Schneeschuh mühsam ist oder die Zacken auf der Unterseite zwar ­martialisch aussehen, auf hartem Schnee aber trotzdem keinen Biss haben?

Schneeschuhe mit Aluminiumrohrrahmen für Tiefschnee

Auch wenn es heute noch originale Holz­rahmen-Schneeschuhe gibt: Die meisten ­angebotenen Modelle sehen ziemlich futu­ristisch aus und haben mit ihren Vorläufern gerade noch die Form gemeinsam. Dazu ­zählen z.B. die klassischen Schneeschuhe mit einem Aluminiumrohrrahmen und einer ­nahezu durchgehenden Kunststoffbespannung. Häufig werden sie in verschiedenen Größen angeboten und sind für den Einsatz in Tiefschnee gedacht. Drei Modelle aus ­unserem Schneeschuh-Test gehören zu dieser Gruppe.

Kunststoff-Schneeschuhe als Allroundsportgerät

Eine schmalere Rahmenform findet sich bei den Schneeschuhen aus Kunststoff. Sie sind auf verfestigtem oder hartem Schnee ideal. Modelle mit Zacken an der Unterseite ermöglichen auch alpine Touren und Querungen in steilem Gelände. Im Handel wird dieser Schneeschuh-Typ meist als Allroundsport­gerät angeboten. Der Großteil unserer Testkandidaten fällt in diese Gruppe.

Größe, Bindung, Einsatzbereich

Unterschiedliche Regionen, verschiedene Schuhe

Für die Auswahl des richtigen Schneeschuhs ist also das bevorzugte Einsatzgebiet ein wichtiges Kriterium. Wer viel geht und in den unterschiedlichsten Regionen unterwegs ist, sollte daher überlegen, sich zwei Modelle anzuschaffen. Denn nur wenn der Schuh zum Schnee und zur gewählten Tour passt, macht das Schneeschuhwandern richtig Spaß.

Übrigens: Zu einer tadellosen Ausrüstung ge­hören auch leicht verstellbare Teleskopstöcke mit breiten Wintertellern.

Größe entscheidend

Neben der Bauweise ist die Größe des Schneeschuhs entscheidend, um nicht im Schnee zu versinken. Je größer der Schuh, desto eher "schwimmt er auf" und desto mehr Gewicht verträgt er. Wer mehr Kilo auf die Waage bringt und noch dazu mit einem schweren Rucksack unterwegs ist, braucht deshalb ­einen größeren Schuh als ein Leichtgewicht.

Bindung im Trockentraining testen

Sind Einsatzgebiet und Größe abgesteckt, geht es um die Entscheidung für – oder gegen – ein Bindungssystem. Schwergängige Riemen und klemmende Ösen sind schon beim Trockentraining im Geschäft kein Spaß. In der Wildnis bei klirrender Kälte kann eine störrische oder unpraktikable Bindung schnell zur Katastrophe werden.

Worauf Sie beim Anprobieren achten sollten

Mit eigenen Wanderschuhen ausprobieren

Bevor Sie sich für ein Schneeschuh-Modell entscheiden, sollten Sie also unbedingt ausprobieren, wie Sie mit der Fixierung zurechtkommen. Und zwar in Kombination mit genau jenen Schuhen, mit denen Sie unterwegs sein werden. Ideal sind feste, wasserdichte Berg- oder Wanderschuhe.

Weiche Schuhe oder Winterstiefel sind dagegen weniger geeignet, denn abhängig vom Bindungssystem können die Riemen schmerzhaft einschneiden, was das Gehen zur Tortur macht. Die ­Anprobe im Geschäft hat außerdem den Vorteil, dass verschiedene Einstellmöglichkeiten gleich ausprobiert werden können.

Linke und rechte Seite nicht immer unterscheidbar

Viele Hersteller geben Schuhgrößen an, die zu ihren Schneeschuhen passen. Doch diese Angaben können täuschen, denn Schuhe derselben Schuhgröße sind oft unterschiedlich lang. Hier hilft nur gewissenhaftes Probieren.

Bei Schneeschuhen wird immer zwischen ­linkem und rechtem Fuß unterschieden. Nicht bei allen unseren getesteten Modellen war das auf den ersten Blick ersichtlich. Falsches "Anschnallen" und der damit verbundene ­Ärger sind hier vorprogrammiert.

Riemenbindung am einfachsten

Unter den verschiedenen Bindungssystemen ist die Riemenbindung am wenigsten kompliziert. Die einfachste Art der Fixierung ­fanden wir beim Modell von MSR. Für alle Schneeschuhe gilt: Für einen korrekten Sitz muss der Fußballen über der Gelenkachse der Bindung (Bindungsgelenk) stehen. Produkte mit einem Frontkorb (einer Art Kappe) wie bei McKinley, TSL, Tubbs und Salewa ­erleichtern die richtige Positionierung.

Frei schwingende Gelenke sorgen für Komfort

Günstig ist, wenn das Bindungsgelenk eines Schneeschuhs eine frei schwingende Achse ist. In diesem Fall hebt man die Spitze des Schuhs aus dem Schnee und schleift den ­hinteren Teil nach. Klingt nicht gerade komfortabel, ist beim Gehen aber sehr angenehm. Schneeschuhe aus Kunststoff haben meist ­eine Bindungsplatte mit Längenverstellungsrasten. Ihnen fehlt das frei schwingende Gelenk, was den Gehkomfort einschränken kann, wie sich vor allem bei den Modellen von Kilimanjaro, McKinley, Salewa und TSL zeigte.

Kralle gegen Rutschgefahr

Kralle gegen Rutschgefahr

Für guten Halt beim Bergauf- und Bergab­gehen sowie beim Queren von Hängen sorgen bei allen unseren getesteten Produkten sogenannte Harschkrallen. Diese sind meist korbförmig unter dem Grundgelenk angeordnet. Rohrrahmenmodelle haben meist zusätzliche Zacken unter der Ferse, die je nach Einsatzzweck unterschiedlich gut greifen.

Steighilfe: mit Stockeinsatz aktivieren

Der Großteil unserer Testkandidaten wirbt mit einer optionalen Steighilfe. Hochgeklappt soll sie das Bergaufgehen in steilem Gelände erleichtern. Wer sich dafür entscheidet, probiert am besten gleich im Geschäft aus, wie gut er mit dem System zurechtkommt und ob sich die Steighilfe durch einfachen Stockeinsatz, also ohne Bücken, aktivieren lässt.

Steighilfe bei kleineren Schuhgrößen nicht immer verwendbar

Bei Schneeschuhen mit Kunststoffrahmen liegt die Bindungsplatte beim Bergaufgehen direkt auf der Steighilfe. Sie trägt damit das gesamte Gewicht des Benutzers. Je nach Schuhgröße kann die Steighilfe direkt unter der Ferse oder weiter vorne bzw. hinten liegen. Bei kleineren Schuhgrößen ist die Steighilfe dadurch mitunter nicht verwendbar. Alle Details zu den Ergebnissen unseres Praxistests finden Sie bei den einzelnen Schneeschuh-Modellen.

Mit Wasser und Silikonspray pflegen

Damit Schneeschuhe möglichst lange halten, brauchen sie Pflege. Müssen Sie auf Ihrer Wanderung eine salznasse Straße queren, Schuhe daheim mit Wasser abspülen und trocknen lassen. Das verhindert die Korrosion von Rahmen bzw. Harschkrallen. Ist die Saison vorbei, vor dem Verstauen der Schneeschuhe alle Gelenks­teile mit Silikonspray einsprühen. Regelmäßig auf Beschädigungen prüfen.

Testtabelle: Schneeschuhe - Allroundmodelle

Testtabelle: 3 Tiefschneemodelle

Steckbriefe

Allroundmodelle

 

MSR Lightning Ascent 22
Testurteil: sehr gut, Preis: 300 Euro

Einfach und robust. Schuh aus den USA mit ­Aluminiumrahmen und Kunststoffbespannung. Einfaches Fixiersystem mit Riemen, die allerdings zu lang sind und daher im Schnee ­ schleifen. Keine Vorgabe (z.B. Korb oder dergleichen) zur korrekten Positionierung des Schuhs. Man muss selbst darauf achten, dass beide Füße gleich stehen. Rückstellen der Steighilfe mit Stock und ohne Bücken möglich. Angenehmes Gehgefühl. Absolut alpintauglich!

Tubbs Flex Alp 24
Testurteil: gut, Preis: 219 Euro

Leichter Ausstieg. Schuh aus China mit Kunststoffrahmen. Aussteigen aus dem Schneeschuh problemlos – kurzes Ziehen am Riemen genügt. Die Harschkrallen geben guten Halt, bergab allerdings Stolpergefahr. Handhaben der Steighilfe einfach, aber nur mit Bücken möglich. Wegen der Höhe der Steighilfe Anwendung nur bei steilem Anstieg angenehm. Ausgereiftes Alpinmodell, doch Bindung muss immer wieder nachgestellt werden. Schuh klappert beim Gehen.

TSL 438 Up & Down Grip
Testurteil: gut, Preis: 235 Euro

Bergab tadellos. Schuh aus Frankreich mit Kunststoffrahmen. Einstellen der Schuhgröße etwas kompliziert. Vorderer Zacken störend auf hartem, ebenem Untergrund, aber bergab top – kein Rutschen. In weicherem Schnee kommt man mit dem "Down"-System (Durchstieg durch den Schneeschuh) gut voran. Vorne etwas breit, was beim Queren stört, da der Schneeschuh dadurch weniger Halt hat. Beim Gehen mit Steighilfe lautes Gehgeräusch. Alpinmodell.

Salewa 999 Pro
Testurteil: gut, Preis: 200 Euro

Kippgefahr. Schuh aus Italien mit Kunststoff­rahmen. Vorderer Riemen sperrig, Anpassen an die Schuhlänge schwierig (Verletzungsgefahr an der scharfen Schiene). Zum Bedienen der Steighilfe ist Bücken erforderlich. Vorderer Zacken störend auf hartem, ebenem Untergrund. Da Schwerpunkt des Schuhs zu weit vorne liegt, beim Bergabgehen Gefahr, vornüber zu kippen. Fühlt sich beim Gehen schwer an, klappert verhältnismäßig laut. Relativ steifes Alpinmodell.

McKinley Cross Twin
Testurteil:
durchschnittlich, Preis: 90 Euro

Unsicher. Schuh aus Frankreich mit Kunststoffrahmen. Einsteigen in den Schneeschuh mühsam. Riemen verdrehen sich außerdem leicht. Bietet sowohl bergauf als auch bergab wenig Halt (ineffiziente Harschkrallen). Relativ schwer zu drehender Knopf zur Verriegelung der Bindungsplatte für den Transport. Handhaben der Steighilfe ist nur mit Bücken möglich. Lange Spitze des Schuhs störend. Steifes Gehgefühl, klappert beim Gehen.

Adventuridge Alpin-Schneeschuh
Testurteil:
durchschnittlich, Preis: 80 Euro

Stolperfalle. Eher schwerer Schuh aus China mit Aluminiumrahmen und Kunststoffbespannung. Rückwärtiger Riemen zum Einstellen der Schuhgröße lässt sich nicht öffnen, daher ungeeignet für mehrere Benutzer mit unterschiedlicher Schuhgröße. Hochklappen der Steighilfe einfach, doch beim Runterklappen spießt es sich. Steig­hilfe außerdem zu hoch (Stelzeneffekt). Schaufel des Schneeschuhs vorne zu lang, gräbt sich bergab ein – Stolpergefahr. Steiferes Gehgefühl.

Beim Modell von Kilimanjaro sammelt sich Schnee bzw. Eis unter der Bindungsplatte an. Schließlich bricht das Gelenk im Test. (Bild. VKI) 

Kilimanjaro Artic Snow Runner
Testurteil:
durchschnittlich, Preis: 70 Euro

Gebrochen. Schuh aus Taiwan mit Kunststoffrahmen. Riemen lassen sich gut fixieren, doch beim Gehen rutscht der Wanderschuh zu weit nach vorne. Schiebemechanismus für die Schuhgröße nur schwer verstellbar. Steighilfe nicht fixierbar – klappt ständig hinauf.

Schuh bietet bergauf wie bergab wenig Halt. Frontalzacken zu weit vorne, Stolpergefahr in tiefem Schnee. Gehgefühl steif. Anstollen, also Ansammeln von Schnee bzw. Eis unter der Bindungsplatte. Gelenk im Test gebrochen.

Tiefschneemodelle

 

Powderidge Crest
Testurteil:
gut, Preis: 100 Euro

Nicht rutschfest. Schuh von den Philippinen mit Aluminiumrohrrahmen und Kunststoffbespannung. Riemen können bei weicheren Berg­schuhen auf den Rist drücken. Einfach zu schließen, aber schwer zu öffnen. Vorderer Riemen ineffizient – kann sich bei größeren Füßen lockern. Keine Vorgaben für die exakte Positionierung des Schuhs. Rutschgefahr bei seitlichem Bergauf- und Berg­abgehen sowie Queren. Aufgrund der V-Form stoßen Schuhe beim Gehen oft gegeneinander.

Wolf Vulcano 27
Testurteil:
gut, Preis: 120 Euro

Allroundmodell. Schuh aus Taiwan mit Alu­miniumrohrrahmen und Kunststoffbespannung. Einfache Konstruktion mit überraschend guten Allround-Eigenschaften. Riemen zu lang, Fersenriemen etwas steif, was die Fixierung erschwert. Rutschgefahr bei seitlichem Bergauf- und Bergabgehen. Lästig: Während des Gehens schaufelt man sich den Schnee Richtung Beine und Po. Anstollen, also Ansammeln von Schnee bzw. Eis an den Harschkrallen.

Atlas 11 Series SLS 25
Testurteil
: durchschnittlich, Preis: 200 Euro

Schneeschaufler. Schuh aus China mit Alu­miniumrohrrahmen und Kunststoffbespannung. Tadellose Bindung, einfache Handhabung. Keine frei schwingende Achse, dadurch schaufelt man sich beim Gehen den Schnee Richtung Beine und Po, was auf Dauer unangenehm, weil feucht ist. Bietet bergab etwas zu wenig Halt (Rutschgefahr). Ein Schneeschuh, der vor allem für flaches und mäßig steiles Gelände gut geeignet ist.

Zusammenfassung

  • Auswahl. Welcher Schneeschuh für Sie passt, hängt vor allem davon ab, ob Sie gemütlich durch den verschneiten Wald wandern oder im Hochgebirge unterwegs sind.
  • Anprobe. Wie gut Sie mit einem Schneeschuh zurechtkommen, zeigt sich schon im Geschäft. Plagen Sie sich bereits hier mit der Bindung, kann es im Gelände bei tiefen Temperaturen und klammen Fingern nur noch schlimmer werden.
  • Mit Biss. Harschkrallen sorgen für griffigen Halt in steilerem Gelände und bei harten bis eisigen Bodenverhältnissen. Sie sind aber kein Ersatz für Steigeisen!
  • Einfacher. Eine Steighilfe ist nicht unbedingt nötig, erleichtert aber den Aufstieg. Am besten sind jene Systeme, die sich mit dem Stock bedienen lassen.

Interview: Csaba Szépfalusi & Buch "Schneeschuhwandern"

KONSUMENT sprach mit Mag. Csaba Szépfalusi vom Alpenverein Edelweiss in Wien. Er ist auch Autor eines Buches zum Thema Schneeschuhwandern, in dem 65 Touren in den Wiener Hausbergen vorgestellt werden (mehr Infos weiter unten).

Mag. Csaba Szépfalusi (Bild: Privat)  
Mag. Csaba Szépfalusi

Was sind eigentlich Schneeschuhe?
Ein einfaches Fortbewegungsmittel im Winter, das für jeden geeignet ist. Schneeschuhe wurden immer schon fürs Gehen im Schnee verwendet. Durch ihre größere Auflagefläche sinkt man weniger ein. Wer genau sie erfunden hat, weiß man nicht, am ehesten wohl die Inuits.

Seit wann gibt es sie auch bei uns?
Schon lange, und zwar einfache Metallrahmen mit einer Bespannung – oder besser Verspannung. Diese Modelle waren aber nicht touristentauglich. Seit etwa 15 bis 20 Jahren sind Schneeschuhe bei uns als Sportgeräte am Markt. Sie sind anwenderfreundlich geworden und bieten einiges an Komfort wie zum Beispiel eine frei schwingende Achse, die das Gehen einfacher macht. Wer will, kann sich auch für einen Schuh mit Steighilfe entscheiden. Sie kann den Aufstieg erleichtern, ist aber nicht unbedingt notwendig.

Für wen sind Schneeschuhe besonders geeignet?
Für alle, die nicht Skifahren können, aber auch für Skifahrer, die nicht täglich über die Hänge brettern wollen, und für Skitourengeher. Schneeschuhe sind nicht nur eine schöne Abwechslung, sie sind natur- und winternäher und entschleunigen. Besonders schön ist eine Wanderung bei Schneefall im Wald.

Das klingt alles sehr gemütlich.
Wenn Sie wollen, können Sie das Schneeschuhwandern sehr entspannt angehen. Allerdings: Allein durch die Kälte sind Sie hier viel mehr gefordert als bei einer Wanderung im Sommer. Genauso gut ist es möglich, sehr sportlich unterwegs zu sein. Vor allem junge Menschen benutzen Schneeschuhe auch als Aufstiegshilfe und fahren dann mit dem Snowboard die Tiefschneehänge hinunter. Inzwischen gibt es auch schon eigene Schneeschuhlaufbewerbe, die auf platt gewalzten Schneeflächen veranstaltet werden.

Muss man das Gehen mit Schneeschuhen erlernen?
Im Prinzip nicht. Wenn man jedoch in steileres Gelände gehen will und dabei Hänge quert, ist eine Schulung sinnvoll. Man lernt in kurzer Zeit die Grundlagen und kommt damit schneller und sicherer voran.

Wer bietet solche Schulungen an?
Ein Anbieter ist der Alpenverein, für den ich z.B. Kurse organisiere. Wir verleihen inzwischen übrigens mehr Schneeschuhe als Tourenski. Bei uns lernen die Kursteilnehmer die Technik des Gehens, die Orientierung im Gelände und mit welchen Gefahren sie rechnen müssen. Außerdem besteht die Möglichkeit, verschiedene Ausrüstungen auszuprobieren.

Gibt es auch geführte Touren?
Ja und sie werden gerne in Anspruch genommen, weil sie gesellig sind und man mit anderen plaudern kann. Bei den vom Alpenverein angebotenen Touren sind 8 bis 10 Personen mit einem Betreuer unterwegs. Gebucht werden wir inzwischen von allen Altersgruppen, nicht nur von mittelalten bis älteren Teilnehmern, wie man vielleicht vermuten würde. Der Aufstieg dauert bei uns maximal drei Stunden, wir gehen über die Baumgrenze hinaus, genießen die Aussicht und gehen wieder runter. Oder wir wandern gemütlich über Forststraßen auf eine Alm. Zwischen 16 und 17 Uhr spätestens ist Schluss.

Existieren eigene Schneeschuhrouten?
Falls überhaupt, dann nur wenige. Die meisten Schneeschuhwanderer benützen deshalb Forststraßen. Markierte Wanderwege sind im Winter häufig nicht auffindbar. Wer neue Wege geht, muss auch darauf schauen, dass er wieder zurückfindet – und zwar rechtzeitig, denn in der kalten Jahreszeit wird es schon am frühen Nachmittag dunkel.

Darf man überhaupt auf unmarkierten Wegen unterwegs sein?
Alles, was nicht verboten ist, ist erlaubt. Sie dürfen querfeldein gehen und dabei auch über einen Stacheldrahtzaun klettern. Verboten sind jedoch das Übersteigen von Wildzäunen und das Betreten von Aufforstungflächen. Auch in Fütterungsbereichen haben Wanderer nichts verloren. Gerät man trotzdem versehentlich in verbotenes Gelände, heißt es: nichts wie weg!

Sie haben vorher von Gefahren gesprochen. Was soll beim Schneeschuhwandern schon passieren?
Kommt ganz drauf an, wo Sie unterwegs sind. Vom leicht hügeligen Gelände bis zur Bergtour, also quasi vom Wienerwald bis zum Hochschwab, ist mit Schneeschuhen alles möglich. Und überall dort, wo es Schnee gibt, kann es, natürlich abhängig von der Hangneigung und vom Einzugsgebiet, Lawinen geben. Auch wenn Schneeschuhwanderer weniger exponiert sind als Tourengeher, ist Wachsamkeit wichtig. Bei anspruchsvollen Touren im alpinen Raum müssen unbedingt die Informationen des Lawinenwarndienstes (www.lawine.at) berücksichtigt werden: Welche Lawinenwarnstufe wurde ausgegeben? Wichtig ist, dass man die Auskünfte nicht nur einholt, sondern auch weiß, was sie im Einzelfall bedeuten.


Buch: Schneeschuhwandern von Csaba Szépfalusi (Bild: Szepalusi)

Schneeschuhwandern
Csaba Szépfalusi
Die schönsten Touren in den Wiener Hausbergen
252 Seiten
ISBN 978-3-99024-008-3

Die Wiener Hausberge bieten ein ideales Gelände zum Schneeschuhwandern. Vom Wienerwald bis zum Hochschwab locken leichte Ziele für Einsteiger und Familien genauso wie sportlich-anspruchsvollere Touren auf die höchsten Gipfel. Unterwegs geht es durch tiefwinterlich verschneite Wälder zu verträumten Almen mit Hütten, die zu einer gemütlichen Einkehr einladen.

Das Buch beschreibt 65 Touren unterschiedlicher Schwierigkeit. Es enthält genaue technische Angaben zu Erreichbarkeit, Gehzeit, Höhenunterschied, Kartenausschnitte und informative Fotos ebenso wie GPS-Daten von wichtigen Wegpunkten. Alle Touren wurden vom Autor persönlich begangen und recherchiert, sodass Sie sicher ans Ziel kommen.
Eine ausführliche Einführung behandelt theoretisches und praktisches Schneeschuh-Know-how (Gehtechnik, Orientierung, Ausrüstung, Taktik etc.).

Testkriterien

Im Test: 10 Schneeschuhe der Preisklasse 80 bis 300 Euro. Die Produkte bestehen aus einem Alurahmen oder aus Kunststoff. 7 sind Allroundmodelle, 3 Modelle sind für Tiefschnee geeignet. Es erfolgte sowohl eine technische Prüfung im Labor als auch ein praktische Prüfung im Gelände.

Technische Prüfung
Vor Prüfbeginn wurden die Schneeschuhe auf –10 Grad Celsius vorkonditioniert.

Stabilität des Rahmens: Für die Verwindung des Rahmens wurde der Schneeschuh an der rückwärtigen (hinteren) Kante fixiert und an der Vorderkante verwunden (Weg 20 mm, 5.000 Zyklen). Bei der dynamischen Belastung wurde der Schneeschuh an zwei Punkten aufgelegt und auf der Fußfläche belastet (Weg 25 mm, 5.000 Zyklen).

Gelenksprüfung des Gehmechanismus: Der Schneeschuh wurde fixiert und der Gehmechanismus mit einem Weg von 100 mm auf und ab bewegt (100.000 Zyklen).

Verwindung der Gelenkachse: Der Schneeschuh wurde fixiert und im Gehgelenk seitlich mit einem Weg von 50 mm hin und her bewegt (100.000 Zyklen).

Belastbarkeit der Kunststoffbespannung des Rahmens: Der Schneeschuh wurde fixiert und in Nietennähe auf einen abgerundeten Dorn (Durchmesser 35 mm) gedrückt (Weg 15 mm, 5.000 Zyklen).

UV-Beständigkeit: Die Schneeschuhe wurden 100 Stunden lang mit UV-Licht bestrahlt.

Bedienungsanleitung
Zwei Personen bewerteten die Gebrauchsanleitung u.a. hinsichtlich Schriftgröße, Gliederung, Hinweisen zu Pflege, Reinigung und Handhabung sowie zusätzlichen Informationen zur Sicherheit beim Schneeschuhwandern.

Praktische Prüfung
Beurteilung der Handhabung durch mehrere Testpersonen (Männer und Frauen) anhand eines Fragebogens. (Sofern möglich, haben die Frauen ihren Testparcours mit entsprechend kleineren Damenmodellen bewältigt.)
Bewertet wurden das An- und Ausziehen der Schneeschuhe, das Einstellen der Riemen und die Handhabung der Steighilfe bei angezogenem Schuh.

Beim Wandern im Tiefschnee, bei Sulz und auf tragfähiger Harschdecke wurde das Gehen im Flachen, bergauf, bergab sowie das Queren beurteilt. - Ebenso bewertet wurden das Gehgefühl, das Geräusch der Schneeschuhe, ob die Bindung nachgestellt werden muss und das Gewicht der Schneeschuhe.

PVC
Alle Kunststoffteile der Schneeschuhe wurden mit der Beilstein-Methode auf PVC (Polyvinylchlorid) untersucht.

Anbieter

Allroundmodelle

Adventuridge: Hofer KG
Hofer Straße 1
A-4642 Sattledt
07244 80 00
www.hofer.at

Kilimanjaro: Hervis Sport- und ModegmbH
Walser Bundesstraße 35
A-5071 Wals
0662 89 64-0
www.hervis.at

McKinley: Intersport Austria GmbH
Flugplatzstraße 10
A-4600 Wels
07242 233-0
www.intersport.at

MSR: Elementum Outdoor Distribution
Lindaustrasse 119
A-5351 Aigen-Voglhub
0664 206 61 00
www.elementum.at

Salewa VertriebsgmbH
Furtmühlstraße 34
A-5101 Bergheim
0662 45 12 70-0
www.salewa.at

TSL: Hagan Ski GmbH
Andiesen 11
A-4774 St. Marienkirchen
07711 331 33
www.hagan-ski.com

Tubbs: Koch alpin GmbH
Volderer Brücke 9
A-6068 Mils
05223 455 94-0
www.kochalpin.at

Tiefschneemodelle

Atlas: K2 Sports Europe GmbH
Seeshaupter Straße 62
D-82377 Penzberg
+49 8856 901-0
www.k2sports.com

Powderidge: K2 Sports Europe GmbH
Seeshaupter Straße 62
D-82377 Penzberg
+49 8856 901-0
www.k2sports.com

Wolf: Line 4 GmbH
Kärntnerstraße 228
A-8053 Graz
0699 11 85 94 95
www.wolf-snow.com

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