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Reiseversicherungen: FAQ - Sinnvoll abgesichert

, aktualisiert am

Die wichtigsten Fragen und Antworten. Was man vernünftigerweise wirklich braucht und worauf es dabei ankommt.

Brauche ich für Urlaubsreisen wirklich eine eigene Versicherung?
Ja, aber nicht jede ist wirklich ein „Muss“. Am wichtigsten ist es, für jene Fälle versichert zu sein, die wirklich ins Geld gehen und vielleicht sogar existenzbedrohend sein können. Das sind in erster Linie eine teure Krankenbehandlung (etwa nach einem Unfall) oder ein medizinisch notweniger Rücktransport aus dem fernen Ausland. Erster Schritt ist aber ohnehin eine Bestandsaufnahme eventuell schon vorhandener Versicherungen. Vielleicht sind manche Risiken durch Kreditkarte oder Mitgliedschaften (z.B. Automobilclub) bereits gedeckt. Vielleicht haben Sie ohnehin eine private Unfall- oder Haftpflichtversicherung, die diese Risiken auch auf Reisen deckt.

Welche Reiseversicherungen gibt es? 
Man kann sich grundsätzlich versichern für Folgekosten bei Erkrankung oder Unfall am Urlaubsort, Verlust des Reisegepäcks sowie Storno oder Abbruch der Reise. Diese Leistungen gibt es einzeln oder als Paket. Manchmal sind in diesen Paketen auch noch Zusatzleistungen (z.B. Reisehaftpflicht) enthalten.

Wo kann ich eine Reiseversicherung abschließen? 
Man kann Reiseversicherungen direkt bei der Reisebuchung online oder im Reisebüro abschließen; oder (unter Einbehaltung bestimmter Fristen) direkt bei einem Versicherer. Angeboten werden Reiseversicherungen von den spezialisierten Reiseversicherern Europäische Reiseversicherung (www.europaeische.at) und Allianz Global Assistance (www.allianz-assistance.at) sowie u.a. von AXA Assistance, Grawe, HanseMerkur, LTA, OAFA, Uniqa und VAV.

Wie sinnvoll ist eine Jahres-Reiseversicherung?
Reiseversicherungen werden oft für jede Reise einzeln abgeschlossen. Wer aber häufig und auch spontan verreist, ist mit einer guten Jahrespolizze wohl besser dran. Die gibt es nicht nur direkt bei Versicherungen, sondern auch im Rahmen von Kreditkartenverträgen und bei Autofahrerclubs. Aber Achtung: Ein Jahresvertrag verlängert sich normalerweise automatisch, wenn er nicht fristgerecht gekündigt wird, und dann könnte sich die Prämie auch deutlich erhöhen.

Was ist von Versicherungen zu halten, die gleich bei der Buchung einer Reise angeboten werden?
Aufgepasst, wenn Sie etwa bei Onlinebuchungen kurz vor Abschluss noch eine „Reiseversicherung“ angeboten bekommen! Das ist oft eine Falle: Die Prämie erscheint unwiderstehlich niedrig – aber der gebotene Versicherungsschutz ist entsprechend gering. Bei diversen Versicherungspakten, die Ihnen im Zuge einer Buchung – egal wo – angeboten werden, gilt: Vergleichen Sie genau, was Ihnen da für welche Prämie geboten wird. Grundsätzlich gilt: Wer Reisebuchung und Versicherungsabschluss trennt, findet normalerweise bessere Angebote.

Bei meiner Kreditkarte ist doch ohnehin ein Versicherungsschutz inkludiert. Kann ich mich darauf verlassen?
Vergewissern Sie sich, ob Ihre Kreditkarte wirklich eine Reiseversicherung inkludiert. Und dabei sollten Sie klären: Wer ist versichert und bis zu welchem Alter? Nur der Karteninhaber oder auch Familienmitglieder? Sind diese geschützt, wenn sie ohne den Karteninhaber verreisen? Reicht der Schutz für die geplante Reisedauer? Sind auch Reisen versichert, die nicht mit der Karte bezahlt wurden? Wie hoch sind die Versicherungssummen?

Wie verhalte ich mich im Stornofall? 
Kontaktieren Sie zunächst den Reiseveranstalter und stornieren Sie Ihre Buchung. Setzen Sie sich danach unbedingt sofort mit der Versicherung in Verbindung und füllen die Stornoformulare Ihres Reiseversicherungsanbieters aus. Viele Versicherer bestehen auf einer Meldung der Stornierung innerhalb von 48 Stunden nach Eintritt des Stornogrundes. Wird diese Meldung nicht gemacht, verfällt unter Umständen der Leistungsanspruch. Je nach Stornogrund kann der Versicherer verschiedene Nachweise verlangen (ärztliches Attest, Sterbeurkunde etc.).

Wie verhalte ich mich bei Schäden bzw. einem medizinischem Notfall während der Reise? 
Der Schaden muss dem Versicherer rasch gemeldet werden, am besten schriftlich. Bei Reisegepäckschäden ist eine Anzeige bei der Polizei erforderlich. Im Krankheitsfall sollte man sich medizinische Behandlungen während der Reise immer bestätigen lassen. Verlangen Sie Rechnungen und legen Sie diese dann Ihrer Versicherung zur Bezahlung vor.

Mag. Silvia Doppler - VKI-Finanzexpertin (Bild: Alexandra Konstantinoudi/VKI)
Reiseversicherungen:

„Ich rate Ihnen: Schließen Sie nicht überstürzt ab und schauen Sie unbedingt nach, für welche Situationen Sie vielleicht ohnehin schon Versicherungsschutz haben.“ 

Silvia Doppler, VKI-Finanzexpertin

 

 

Reisekrankenversicherung

Reisekrankenversicherung: Übernimmt Behandlungskosten bei akuter Erkrankung oder nach einem Unfall im Ausland. Bezahlt werden bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme u.a. Behandlungen und Heilmittel, Kosten für den Transport ins Spital, für einen medizinisch begründeten Rücktransport und die Heimreise einer versicherten Begleitperson, die Überführung Verstorbener oder das Begräbnis vor Ort, bei Spitalsaufenthalten von mehr als fünf Tagen die Anreise eines Angehörigen und ein Kostenvorschuss für das Krankenhaus. Der Abschluss einer Versicherung für bestehende Vorerkrankungen oder chronische Leiden ist schwer oder nur eingeschränkt möglich. Klären Sie unbedingt, ob Risiko-Sportarten versichert sind. Sie ist besonders dann empfehlenswert, wenn man in Länder reist, in denen die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) nicht gilt oder mit denen es kein Sozialversicherungsabkommen gibt und wo die Behandlungskosten sehr hoch sind. Bergekosten oder der Rücktransport vom Urlaubsort sind von der EKVK nicht gedeckt. Im Schadensfall ganz wichtig: Die Organisation der Behandlung muss über den Versicherer laufen!

Übliche Leistung: Krankenbehandlung im Ausland, Krankentransport nach Österreich, Überführung Verstorbener
Stolpersteine: Unbedingt Rechnungen verlangen, Rücktransport oft nur bei medizinischer Notwendigkeit; Achtung: betragsmäßige Obergrenzen und Ausnahmen (etwa bestehende Erkrankungen)
Möglicherweise gedeckt über: Gesetzliche Krankenversicherung (in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen),
private Zusatzkrankenversicherung, Kreditkarte

Reisestornoversicherung

Reisestornoversicherung: Übernimmt die Kosten, die der Reiseveranstalter verrechnet, wenn eine bereits gebuchte Reise aus bestimmten Gründen wie Krankheit oder Todesfall nicht angetreten werden kann; entweder zur Gänze oder bis auf 20 Prozent Selbstbehalt. Dieser kann mit einer extra Stornoselbstbehaltversicherung auch noch abgefedert werden. Die Stornogründe sind in den Vertragsbedingungen festgelegt. Empfehlenswert bei teuren Reisen für mehrere Personen, die lange im Voraus gebucht werden.
Übliche Leistung: Ersatz der Stornokosten, Ersatz eines Stornoselbstbehalts, Ersatz von Reiseabbruch- und Extrarückreisekosten
Stolpersteine: Unterschiede zwischen Storno- und Stornoselbstbehaltversicherung; bestimmte Risiken (etwa chronische Erkrankungen) nicht/nur beschränkt mitversicherbar; Achtung: Storno unverzüglich beim Veranstalter melden und bei separater Buchung von Flug und Aufenthalt zwei Stornoversicherungen notwendig
Möglicherweise gedeckt über: Kreditkarte

Reiseabbruchversicherung und Extrarückreise: Übernimmt die Kosten, eventuell auch die Organisation der Heimreise, wenn man vorzeitig abreisen muss, beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen. Ist oftmals in der Stornoversicherung inkludiert. Probleme gibt es, wenn unklar ist, ob bestimmte Erkrankungen schon vor Abschluss der Versicherung bestanden haben und nicht gemeldet wurden. Für Personen mit schweren Erkrankungen kann es schwierig werden, überhaupt Versicherungsschutz zu bekommen.

Reiseunfallversicherung

Reiseunfallversicherung: Übernimmt nach einem Unfall die Kosten für Bergung, Suche, Rückholung oder leistet bei Unfalltod oder Dauerinvalidität. Es gibt auch eine Verkehrsmittelunfallversicherung, die nur dann leistet, wenn der Unfall mit einem öffentlichen Verkehrsmittel passiert ist. Wer eine private Unfallversicherung hat, braucht keine extra Reiseunfallversicherung (Achten Sie jedenfalls auf Fristen und Definition von Ausschlussgründen!).
Übliche Leistung: Bergekosten, Leistungen bei bleibender Invalidität, Leistungen bei Unfalltod
Stolpersteine: Leistungen oft erst ab einer Dauerinvalidität von 50 %, Deckungssummen oft zu niedrig, gefährliche Sportarten müssen extra versichert werden
Möglicherweise gedeckt über: Private Freizeit-Unfallversicherung, Mitgliedschaft in Vereinen (z.B. Alpenverein, Naturfreunde, Kreditkarte

Reisegepäckversicherung

Reisegepäckversicherung: Übernimmt die Kosten bei Verlust, Diebstahl oder Beschädigung des Gepäcks. Es gibt eine lange Reihe von Einschränkungen und Ausschlüssen: Nicht versichert sind Geld, Wertpapiere, Fahrkarten, Dokumente, Kunstgegenstände, Übersiedlungsgut, Fahrzeuge, Werkzeug, PCs sowie Gegenstände, die zur Ausübung des Berufes mitgeführt werden. Häufigster Einwand des Versicherers im Schadenfall ist eine Sorgfaltspflichtverletzung, wegen der sehr oft keine Zahlung geleistet wird. Es stellt sich die Frage, ob diese Versicherung unter den genannten Bedingungen für Sie überhaupt sinnvoll ist.
Übliche Leistung: Beschädigung/Verlust des Reisegepäcks, verspätete Auslieferung
Stolpersteine: Sehr restriktive Sorgfaltspflichten, vor allem bei Wertgegenständen; unbedingt Rechnungen sammeln; polizeiliche Meldung bei Diebstahl
Möglicherweise gedeckt über: Teilweise über die Haushaltsversicherung, Kreditkarte

Reisehaftpflichtversicherung

Reisehaftpflichtversicherung: Übernimmt gerechtfertigte Schadenersatzansprüche an den Versicherten und wehrt ungerechtfertigte Ansprüche ab. Eine Reisehaftpflichtversicherung gilt nur für die versicherte Reise. Besser ist es, generell eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen, die vorzugsweise weltweit Gültigkeit hat. In Österreich ist sie üblicherweise an die Haushaltsversicherung gekoppelt, kann aber auch separat abgeschlossen werden.

Übliche Leistung: Übernimmt gerechtfertigte Schadenersatzansprüche an den Versicherten und wehrt ungerechtfertigte Ansprüche ab

Stolpersteine: Deckungsbereich prüfen – Vielreisende sollten weltweiten Schutz haben, Schadensabwicklung in Kooperation mit dem Versicherer

Möglicherweise gedeckt über: Private Haftpflichtversicherung (inkludiert in Haushaltsversicherung), Kreditkarte

Vergleichstabelle als PDF

Hier erhalten Sie unsere Vergleichstabelle Reiseversicherungen als Download (PDF).

 


 

Netzwerk der europäischen Verbraucherzentren ECC-Net

 

 

Dieser Artikel wurde aus den Mitteln des Verbraucherprogrammes der Europäischen Union (2014 - 2020) gefördert.

Reiseversicherung und Covid-19

Grundsätzlich sind Ereignisse im Zusammenhang mit Pandemien nicht versichert. Aktuell akzeptieren die Versicherer Covid-19 als versichertes Risiko und verzichten auf diesen Ausschluss. Das kann sich allerdings auch wieder ändern.

Deckungsschutz unterschiedlich

Beim Deckungsschutz einer Reiseversicherung  wird unterschieden zwischen eigener Erkrankung/Infektion und Quarantäne sowie zwischen Reisen in Länder mit und Reisen in Länder ohne Reisewarnung. Tagesaktuelle Infos zu Reisewarnungen gibt es auf Auslandsservice.

Reisewarnung und Covid-19: Gibt es eine Reisewarnung für ein Land, bieten Standardversicherungspakete in der Regel keinen Versicherungsschutz. Wer trotz Reisewarnung eine Reise bucht oder antritt, geht ein Risiko ein, das standardmäßig von Versicherern nicht übernommen wird. Manche Reiseversicherer bieten Corona-Zusatzpakete an, die Krankenversicherungsleistungen für Länder mit Reisewarnungen wegen Covid-19 abdecken.

Storno und Abbruch wegen Covid-19 Erkrankung/Infektion und Quarantäne: Achtung, hier gibt es Unterschiede. Ersteres ist in den aktuellen Bedingungen inkludiert, beim Versicherungsschutz aufgrund von Quarantäne gibt es Unterschiede. Hier sollte jedenfalls auf die jeweiligen Bedingungen geachtet werden.

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