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Winterreifen - Kaum Schwächen auf Schnee

  • Auf Schnee und Eis gibt es nur wenig Probleme
  • Heikel ist immer noch sehr oft das Verhalten bei Nässe
  • Außenseitersieg in der Kleinwagendimension

Reifen mit Klasse

Die alte Regel, nach der billigere und weniger bekannte Reifenmarken bei Tests grundsätzlich schlecht abschneiden, wird immer wieder durchbrochen. Diesmal konnte sich ein preisgünstiger Reifen sogar an die erste Stelle setzen. Der Sava Eskimo S3 wurde Testsieger in der Dimension 155/70 R 13, also bei Reifen für ältere Kleinwagen. Aber auch Esa landete im vorderen Feld. Weit auseinander klaffen die Ergebnisse der beiden getesteten Ganzjahresreifen: Während der bekannte Goodyear Vector 5+ die Note „gut“ nur knapp verfehlte, musste der Toyo Vario V2 wegen eklatanter Schwächen bei nasser Straße auf „nicht zufriedenstellend“ abgewertet werden.

Der Grund für das vergleichsweise schlechte Abschneiden bekannter Marken: Die Dimension 155/70 R 13 ist nicht mehr sehr gebräuchlich, was offenbar einige Reifenhersteller veranlasst, nicht mehr viel in die Weiterentwicklung solcher Reifen zu stecken.

Bei der zweiten getesteten Version, die bei Kompaktwagen und in der Mittelklasse verbreitet ist (205/55 R 16), haben sich hingegen gewohnte Wertmaßstäbe bestätigt: Michelin und Dunlop schnitten mit „gut“ ab, der überwiegende Rest war „durchschnittlich“, nur einer fiel durch – der Avon Ice Touring ST weit abgeschlagen mit „nicht zufriedenstellend“. Dabei verhielt sich dieser Reifen auf Schnee noch ganz tapfer, versagte aber auf nasser Fahrbahn total.

Bei Nässe zeigt sich Qualität

Selbst unbekannte Billigmarken legen also mittlerweile auf Schnee und Eis ein passables, oft sogar recht gutes Fahrverhalten an den Tag. Kritisch wird es aber auf nassem Untergrund. Hier schneidet fast die Hälfte aller Kleinwagenreifen mit „weniger zufriedenstellend“ oder „nicht zufriedenstellend“ ab. In der Mittelklasse sieht die Situation dann um einiges besser aus: Hier stürzte nur der bereits erwähnte Avon auf nasser Fahrbahn völlig ab, als schwach erwies sich ferner der Firestone Winterhawk.

Alterung und Verschleiß

Wer preisbewusst kaufen will, darf natürlich nicht nur auf das Preisschild schauen, denn gerade bei der Verschleißfestigkeit gibt es enorme Unterschiede. So läuft der Michelin Primacy Alpin fast doppelt so weit wie der Vredestein Snowtrac 2. Wie viele Kilometer das konkret sind, hängt natürlich von mehreren Faktoren wie Leistung, Fahrzeuggewicht oder Fahrweise ab. Eine hohe Kilometerleistung der Pneus zahlt sich vor allem für Vielfahrer aus. Bei geringen Jahreskilometerleistungen fällt hingegen schon eher die Alterung ins Gewicht als der Verschleiß.

Einmal mehr zeigt sich die Wechselwirkung zwischen Nassfahreigenschaften und Verschleißfestigkeit. So verpasste der sehr verschleißfeste Goodyear Ultra Grip wegen seiner schlechten Aquaplaningwerte ein „gutes“ Gesamturteil.

Spritverbrauch

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Fahrzeugkosten-Gesamtrechnung ist der Spritverbrauch, und der kann durch den Rollwiderstand der Reifen maßgeblich beeinflusst werden. Deshalb wird im Bereich Umwelteigenschaften jetzt nicht mehr der Rollwiderstand angeführt, sondern der sich daraus ergebende Kraftstoffverbrauch gemessen. Konkret heißt das: Zwischen den verbrauchsärmsten Reifen von Dunlop, Goodyear und Pirelli und dem Uniroyal MS plus 66 liegen 0,4 Liter je 100 km. Da kommt einiges zusammen – bei einer Laufleistung in der Wintersaison von 7500 km macht das bei einem Benziner rund 40 Euro aus.

Der Gehalt von polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in der Lauffläche hat sich generell weiter verringert. Sehr hoch war der Wert nur mehr bei den beiden Kleinwagenreifen Kleber und Pneumant. Hoch war er immerhin noch bei Toyo, Viking und Barum sowie beim Mittelklassereifen Fulda Kristall Supremo.

Winterreifen : Kompetent mit "Konsument"

Auswahl. Es muss nicht immer der Testsieger die beste Wahl für den Einzelfall sein. Wer sein Nutzungsprofil genau kennt, kann in der Tabelle den für ihn persönlich optimalen Reifen finden.

Alterung. Nicht nur der Verschleiß eines Reifens sorgt für begrenzte Nutzungsdauer, sondern auch die Alterung. Einerseits, weil sich durch Umwelteinflüsse die Eigenschaften des Reifens verschlechtern, andererseits gibt es innerhalb weniger Jahre durchaus nennenswerte Fortschritte in der Technologie.

Lebensdauer. Da sich die Reifen der angetriebenen Achse deutlich schneller abnutzen, sollte man sie zur Verlängerung der Lebensdauer von Saison zu Saison abwechselnd vorne und hinten montieren, und zwar jeweils auf der gleichen Seite.

Winterreifen: Testkriterien

Aus einem internationalen Gemeinschaftstest veröffentlichen wir die Ergebnisse von  Winterreifen bzw. Ganzjahresreifen. Hier die Prüfkriterien:

Preise

Befragung von Anbietern und Händlern im September 2007. Alle Preise pro Stück, ohne Auswuchten, Ventil und Montage. Die angegebenen Preise sind eine Momentaufnahme zum Testzeitpunkt und können sich verändern.

Nasse Fahrbahn

  • Handling: Zeitwertung und subjektives Urteil auf dauerberegnetem 2200-Meter-Kurs. Bremsen auf dauerberegnetem Asphalt und Beton aus 80 auf 20 km/h.
  • Aquaplaning auf Geraden: Einfahrt in ein 7 mm tiefes Wasserbecken und Beschleunigungen.
  • Aquaplaning in Kurven: Befahren einer 200-m-Kreisbahn mit einem dauerberegneten Teilstück von 4 mm Wassertiefe. Einfahrt mit konstantem Lenkeinschlag mit 70 bis 100 km/h.
  • Seitenführung: Befahren einer dauerberegneten Asphalt-Kreisbahn auf Zeit.

Schnee

  • Bremsen: auf festgefahrenem Schnee aus 30 auf 3 km/h.
  • Anfahren: Zugkraftermittlung in Abhängigkeit vom Schlupf.
  • Seitenführung, Traktion: Passfahren auf Zeit, bei Steigungen zwischen 9 und 12 Prozent.

Eis

  • Anfahren und Bremsen: aus 25 km/h bis zum Stillstand.
  • Seitenführung: Befahren einer Kreisbahn mit 18 Meter Durchmesser.

Trockene Fahrbahn

Subjektive Beurteilung der Spurtreue auf einem Hochgeschwindigkeitskurs.

Umwelteigenschaften

  • Verschleißfestigkeit: Prüfung im Konvoi über eine Strecke von 10.000 Kilometern und auf dem Verschleißprüfstand, Messung der Profiltiefe an je 24 Reifenstellen.
  • Kraftstoffverbrauch: Verbrauchsmessungen bei 80, 100 und 130 km/h.
  • Außengeräusch: Subjektive Beurteilung einer Kunstkopfaufnahme der Abrollgeräusche auf einer ISO-Asphaltstrecke mit 80 km/h bei abgestelltem Motor und Messwerte in dB(A).
  • Innengeräusch: Subjektive Beurteilung bei Fahrten auf trockenem Asphalt und Beton mit 30 bis 80 km/h.
  • PAK–Gehalt: Aus der Lauffläche wurden Proben entnommen und untersucht. Bewertet wird die Summe aller PAK in mg pro kg Laufflächengummi.

Schnelllaufprüfung (nicht bewertet):

Höchstgeschwindigkeitstest nach den über die DIN 78051 hinausgehenden Anforderungen auf einem Außentrommelprüfstand. Von allen Reifen bestanden.

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