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Multifunktionsgeräte: Drucker, Scanner, Kopierer, Fax - Mehr Fotos fürs gleiche Geld

  • Preisunterschiede bei vergleichbarer Qualität erheblich
  • Anteil "guter" Geräte erneut gestiegen
  • Fast alle können schon fast alles

Trend hält an

Ein Trend, den wir bereits bei unserem bislang letzten Test von Multifunktionsgeräten (siehe dazu: Weitere Artikel - " Multifunktionsgeräte 3/2006 ") beobachten konnten, hält an: Die Zahl „guter“ Geräte steigt kontinuierlich. 16 von insgesamt 28 Kandidaten fuhren im aktuellen Test dieses Ergebnis ein (2006 waren es nur 9 von 25). Ein anderer bestätigte sich hingegen nicht so deutlich: Zwar sank der Preis der „guten“ im Mittel erneut um rund zehn Prozent (auf rund 220 Euro), jener der „durchschnittlichen“ aber stieg um gleich 20 Prozent (auf rund 150 Euro).

Ein guter Grund, wie wir meinen, den Griff zur Qualität zu wagen. Zumal es einen „guten“ Canon Pixma MP160 schon um unter 80 Euro gibt, wohingegen man für den drittletzten im Testfeld (Brother DCP 750 CW) immerhin 230 hinzublättern hat.

Der Preisunterschied zwischen „gut“ und „durchschnittlich“ schmilzt weiter, zieht man die Druckkosten mit ins Kalkül:

         

Testurteil
„gut“

Testurteil
„durchschnittlich"

Tintenkosten für 100 Seiten Brief in € im Durchschnitt

5,- 6,-
Tintenkosten für 100 Seiten Grafik in € im Durchschnitt 14,- 20,-

Tintenkosten für 100 Fotos in € im Durchschnitt

111,-

166,-

Wie weit kommt man?

Freilich stellen solche Durchschnittsangaben nur grobe Anhaltspunkte dar – es gibt innerhalb jeder Gruppe durchaus „Ausreißer“ in die eine oder andere Richtung. Dies verdeutlicht unsere Beispielsrechnung „Wie viele Drucke für 500 Euro?“ (siehe dazu: Inhaltsverzeichnis - ""Wie viele Foto-Ausdrucke für 500 Euro?"). Dabei haben wir wieder ein Druckbudget in dieser Höhe angenommen und berechnet, wie weit man damit kommt (inklusive Geräteanschaffung und Tintenkosten, aber ohne Papier). Beim Ausdruck von Briefen etwa erhält man dafür mit dem Canon Pixma MP830 gerade einmal rund 2000 Ausdrucke; mit dem Epson Stylus Photo RX640 sind es mehr als 11.000.

Ähnlich die Extremwerte beim Fotodruck: Nach 95 Bildern im A4-Format hatten wir beim HP Photosmart C7180 die Grenze unseres Budgets erreicht – der Brother MFC 240C lieferte dafür mehr als 600 – nicht berücksichtigt ist dabei aber die Druckqualität (beim HP Photosmart C7180 „sehr gut“, beim Brother MFC 240C nur „durchschnittlich“).

Bedarf an Brief-, Grafik- und Fotodruck abschätzen

Dabei fällt auf, dass diese Unterschiede quer durch das Feld der Anbieter gehen. Man kann also nicht generell sagen, dass die Marke X im Betrieb billiger sei als die Marke Y. Deshalb tut man unter dem Kostengesichtspunkt vielmehr gut daran, seinen voraussichtlichen Bedarf in den Kategorien Brief-, Grafik- und Fotodruck abzuschätzen und die zu erwartenden Kosten entsprechend zu gewichten. So wird ein kleines Heimbüro wahrscheinlich einen geringeren Bedarf an Fotodrucken haben als der enthusiastische Lichtbildner, der es nicht erwarten kann, Papierenes in Händen zu halten – obwohl er, und daran sei an dieser Stelle wieder einmal erinnert, in der Regel mit der Ausarbeitung im Labor besser und billiger fahren würde.

Es muss nicht immer Originaltinte sein

Ein letzter Punkt noch zu den Kosten: Wir haben unseren Test mit der (teuren) Originaltinte der Hersteller durchgeführt, um Ergebnisverschlechterungen durch die Verwendung der Tinte von Fremdanbietern ausschließen zu können. Wer hingegen zu solchen Produkten greift, kann damit –wie ein Vergleich der „Stiftung Warentest“ zeigte –erheblich sparen, ohne Qualitätseinbußen zu erleiden oder die Funktionstüchtigkeit zu gefährden: Nach 85.000 mit Fremdtinte auf 17 Druckern ausgeworfenen Blatt traten keine derartigen Probleme auf. Pro 5000 Blatt lag die Ersparnis beim Einsatz von Marken- sowie Billig-Fremdtinte bei Epson-Druckern bei 460/790 Euro; bei Canon-Gerätenbetrug sie 670/790 Euro und bei HP mit Marken-Fremdtinte 440 Euro (die vermeintliche „Billig“-Fremdtinte der Firma Meg@color kam beim HP allerdings teurer als das Originalprodukt).

Nicht minder wichtig als der Preis sind die Ausstattungsmerkmale und die verwendete Technologie der Multifunktionsgeräte.

Getrennte Patronen sind wirtschaftlicher

Noch immer verfügt fast die Hälfte der Geräte über Druckpatronen, bei denen sich alle Farben in einem gemeinsamen Gehäuse befinden, das lediglich in Kammern für die einzelnen Farben unterteilt ist. Nachteil: Ist auch nur eine der Kammern für Gelb, Cyan oder Magenta leer, muss die gesamte Patrone ausgewechselt werden (manche Geräte erzeugen Schwarz auch nur durch Mischung der anderen drei Grundfarben); Einzelpatronen für jede Farbe sind wirtschaftlicher und umweltfreundlicher.

Als Vorteil empfinden es manche Anwender auch, wenn der Druckkopf in der Tintenpatrone integriert ist, da man hier mit jeder neuen Patrone auch einen neuen Druckkopf erhält – er ist der „sensibelste“ Teil beim Druckvorgang (alternativ kann bei manchen Geräten von Canon im Bedarfsfall auch nur der Druckkopf gewechselt werden).

Chip überwacht Füllstand

Über nur wenige Freunde verfügen hingegen Tintenpatronen, in denen ein Chip integriert ist, der den Tinten-Füllstand überwacht, weil dieser das Wiederbefüllen der Patronen beziehungsweise die Verwendung von Produkten von Drittanbietern erschwert bis verunmöglicht. Leider gehen immer mehr Hersteller dazu über, ihre Tintentanks damit zu „kennzeichnen“.

Das ist Geschmackssache. Weil einerseits die dafür geeigneten CD-Rohlinge teurer sind, andererseits das Bedrucken aber das Hantieren mit den Klebeetiketten oder das händische Beschriften erspart. Voraussetzung dafür ist aber die entsprechende Ausstattung des Druckers (meist eigener Einzug für die bedruckbare CD/DVD).

Faxen ohne PC

Weil in Zeiten der E-Mail die Faxmöglichkeit ohnehin immer weiter in den Hintergrund tritt, kann man dieses Feature als nette Draufgabe empfinden, für den Kauf entscheidend wird es wohl nur in wenigen Fällen sein. Außerdem lassen sich am PC erstellte Dokumente ohnehin in besserer Qualität direkt aus der jeweiligen Anwendung heraus faxen, sofern ein Modem vorhanden und an das Telefonnetz angeschlossen ist. Lediglich dort, wo es sich um ein externes Dokument handelt, das man nicht zuerst in den PC einscannen und anschließend aus diesem heraus als Fax versenden will, bietet das „Faxen ohne PC“ einen Vorteil, zumal damit – im Unterschied zu Stand-alone-Faxgeräten mit Vorlageneinzug – auch dickere Vorlagen wie Seiten aus Büchern oder Katalogen aufbereitet werden können.

  Tiefenschärfe muss stimmen

Sofern die „Tiefenschärfe“ des Geräts stimmt. Dies ist ein in der Regel wenig beachteter Punkt beim Kauf. Er entscheidet aber mit darüber, ob etwa die Seiten eines Buches sauber eingescannt werden können, da dieses im Bereich des Buchrückens oft nicht ganz plan auf der Glasscheibe des Scanners liegt. Das Gerät muss also etwas über den eigenen „Rand“ hinaussehen können, um auch die nicht plan liegenden Seiten oder dreidimensionale Gegenstände sauber zu erfassen. Hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Multifunktis, bitte beachten Sie deshalb die Tabelle, falls dieser Punkt für Sie wichtig ist.

Viel Durchschnittliches beim Scan ...

Obwohl dies sicher einer der wertgebenden Bestandteile der Gerät ist, brachten es hier nur zehn der Kandidaten auf ein „gutes“ Ergebnis. Das ist für die gelegentliche Nutzung wahrscheinlich ausreichend. Wer aber daranzugehen denkt, seine Schuhschachteln mit alten Fotos zu digitalisieren, der mag die Anschaffung eines höherwertigen Stand-alone-Scanners erwägen oder diesem Feature doch zumindest besonderes Augenmerk schenken.

… und beim Kopieren

Dies schaffen mittlerweile übrigens alle Kandidaten auch ohne dass der PC dazu eingeschaltet sein müsste. Man legte die Vorlage auf die Glasplatte, wählt zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Kopie und startet den Scan-/Druckvorgang. Praktisch für die schnelle Kopie zwischendurch, jedoch nur bedingt bis gar nicht geeignet für regelmäßige Kopien in großer Stückzahl.

Druckergebnisse ganz gut – aber teilweise lahm

Vor allem, wenn es um den Druck von Text geht, hat kaum eines der Geräte nennenswerte Schwierigkeiten, beim Fotodruck finden wir aber deutlich wahrnehmbare Unterschiede. Dies nicht nur in der Qualität, sondern auch in der dafür benötigten Zeit: Rund eineinhalb Minuten benötigten die im Spitzenfeld platzierten im Test für einen A4-Fotodruck – das Schlusslicht hingegen satte 21 Minuten. Weniger ausgeprägt, jedoch gleichfalls wahrnehmbar, die Geschwindigkeit beim Textdruck: Zwischen 38 und 143 Sekunden sind hier für eine Seite zu veranschlagen.

Direct Photo Printing: Handling okay

Ähnlich wie beim Faxen oder Kopieren auch hier ein „Abschneider“: Statt die Fotos erst in den PC einzulesen und dann von dort ausdrucken zu lassen, wird die Digitalkamera mittels USB-Kabel direkt mit dem Multifunktionsgerät verbunden (beziehungsweise die Speicherkarte in den integrierten Kartenleser eingelegt), dem schnelleren Ergebnis fällt allerdings die Möglichkeit zur Bearbeitung zum Opfer. Die Mehrzahl der Geräte beherrscht diese Funktion und kommt auch gut damit zurecht.

Stromverbrauch: Netzstecker raus 

Was leider nicht für den Stromverbrauch gilt. Selbst in vermeintlich ausgeschaltetem Zustand werden noch bis zu 8 Watt verbraucht (HP Photosmart C6180), in betriebsbereitem Modus bis zu 12 Watt (HP Photosmart C7180). Das fällt umso mehr ins Gewicht als ein Multifunktionsgerät in den meisten Fällen wohl zu den „Wenigarbeitern“ im PC-Umfeld gerechnet werden kann. Wer es also routinemäßig mit einschaltet, sobald er den PC hochfährt, nur um es dann mehrere Stunden vor sich hin dümpeln zu lassen, kann hier – aufs Jahr gerechnet – durchaus auf zweistellige Eurobeträge an vermeidbaren Energiekosten kommen. Am besten also: Netzstecker raus oder schaltbare Steckerleiste verwenden.

Wie viele Foto-Ausdrucke für 500 Euro?

Die Grafik veranschaulicht, wie viel man für 500 Euro bekommt. Wir haben davon zunächst den Anschaffungspreis abgezogen und dann ermittelt, wie viele Farbfoto-Ausdrucke für den verbleibenden Betrag gemacht werden können.

Multifunktionsgeräte: Kompetent mit "Konsument"

  • Große Preisunterschiede. Sowohl zwischen den „guten“ als auch den „durchschnittlichen“ Geräten.
  • Platzsparend. Multifunktionsgeräte sind praktisch, wenn wenig Stellplatz für mehrere Einzelkomponenten vorhanden ist. Vorausgesetzt, die Qualitätsansprüche an Scan und Fotodruck sind nicht allzu hoch und das Druckvolumen ist überschaubar.
  • Druckkosten beachten. Unterschiedlich stellen sich die Kosten im Gebrauch dar, je nachdem, ob man hauptsächlich Text oder Grafik/Foto drucken will.
  • VISTA-tauglich. Wenn demnächst der Umstieg auf das Betriebssystem VISTA geplant ist: vor dem Kauf erkundigen, ob es dafür einen Treiber gibt.

Multifunktionsgeräte: So haben wir getestet

In einem internationalen Gemeinschaftstest wurden 28 Kombinationsgeräte (Tintenstrahl-Drucker/Scanner/Kopierer) in der Preisklasse von € 77,- bis € 380,- getestet.

Drucken

Bewertet wurden die Qualität und die Geschwindigkeit für Textausdruck, Farbgrafik und Fotoausdruck (mit der bestmöglichen Auflösung) mit dem Betriebssystem WindowsXP SP2. Die reinen Druckkosten (Kosten für Tinte – ohne Papier!) für Text-, Grafik- und Fotoausdrucke wurden aus den Preisen für die Druckerpatronen und der Anzahl der damit möglichen Ausdrucke errechnet.

Scannen

Die Qualität und die Geschwindigkeit des Scanners wurde mit Vorlagen eines Briefes, einer Magazinseite und von Farbfotos bestimmt. Außerdem wurde bestimmt, ob die Tiefenschärfe für das Einscannen von Büchern ausreichend ist.

Kopieren

Qualität und Geschwindigkeit der Kopierfunktion wurden mit und ohne PC-Anschluss ermittelt.

Fax ohne PC (nicht bewertet)

Die Übertragungsgeschwindigkeit, die Qualität und das Verhalten bei Papiermangel oder -stau wurden bestimmt.

Handhabung

Von mehreren Testpersonen wurden die mitgelieferten Handbücher und die elektronischen Hilfefunktionen benotet. Beurteilt wurden auch Treiber-Download, Erstinstallation, Papierzuführung, Betrieb und Wartung. Die Qualität und der Funktionsumfang der aktuellen Treiber (von der Website der Hersteller) wurde unter Windows XP und MacOS geprüft.

Die Bedienung und der Funktionsumfang der Geräte beim DirectPhotoPrinting (soweit vorhanden) wurde von mehreren Testperson beurteilt.

Vielseitigkeit

Bewertet wurden die Erweiterbarkeit von Hard- und Software, die Möglichkeit, verschiedene Materialien zu bedrucken und die Einbindung der Geräte in ein (lokales) Netzwerk.

Umwelteigenschaften

Beurteilt wurden die Geräuschentwicklung und der Energieverbrauch ausgeschaltet, im Stand-by und beim Drucken.

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