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Preisvergleich Elektromärkte: Geplatzte Versprechen - Wie günstig sind MediaMarkt & Co wirklich?

  • Ist man wirklich „blöd“, wenn man nicht bei MediaMarkt kauft?
  • Kauft man dort, wo Geiz „geil“ ist, wirklich günstig?
  • Unsere Preisrecherche zeigt: Oft geht es woanders billiger

Flotte Sprüche

Egal, ob Postwurf, Zeitungsbeilage oder Plakat, da wird geklotzt, was das Zeug hält: In markantem rot-schwarz, blau-orange oder gelb-schwarz und mit Preisangaben in riesengroßen Lettern und mit flotten Sprüchen präsentieren sich die Elektrofachmärkte als erste Adressen für günstiges Einkaufen. Auch in TV- und Rundfunkspots schreien sie ihre Botschaften hinaus: „Ich bin doch nicht blöd, Mann“ und „Geiz ist geil!“.

Selber schuld, wer bei der Konkurrenz einkauft? Witzig oder nervend? Zumindest stark übertrieben. Denn unsere Erhebung zeigt: Allenfalls bei Aktionsangeboten halten die „Sprücheklopfer“ preislich mit den besten Angeboten mit. Aus sämtlichen Preisrecherchen der vergangenen Monate, angereichert um aktuelle Vergleiche können wir Ihnen nunmehr einen Überblick geben. Wir haben uns dabei sieben Produktgruppen näher angesehen.

TV-Geräte: Günstig schauen

Vorweg: Bei keinem einzigen der für den Vergleich ausgewählten Typen sind MediaMarkt & Co unangefochten Bestbieter. Große Konkurrenz droht ganz offensichtlich von Onlineanbietern, in einem Fall (Sony KDL-40W4000) ist dabei sogar eine Ersparnis von über 300 Euro möglich. Dieses Modell haben wir übrigens zum Stichtag unserer Erhebung im Fachhandel sogar günstiger gesehen als bei Elektrogroßmärkten!

Auffällig: Der Pioneer PDP 4280 XA kostete am Stichtag unserer Erhebung durchwegs 1.999 Euro, egal ob im Elektrogroßmarkt, im Fachhandel oder bei Onlineanbietern. Fazit: Sie werden nirgendwo eine bessere Möglichkeit haben, so viele TV-Geräte direkt miteinander zu vergleichen als bei MediaMarkt, Saturn & Co (aber achten Sie auf die Signalquelle!). Dass Sie dort aber zum Bestpreis kaufen, ist nach unserer Erfahrung eher unwahrscheinlich, ausgenommen echte Aktionsangebote.

Internetrecherche lohnt sich

Ein Quervergleich im Internet lohnt allemal, insbesondere, wenn Sie das Glück haben, einen günstigen Händler zu finden, bei dem Sie in vertretbarer Nähe das Gerät ohne Zusatzkosten selbst abholen können. Und wenn Sie noch einen richtigen Fachhändler „ums Eck“ haben, schauen Sie auch dort vorbei – vielleicht erleben Sie eine positive Überraschung.

Online-Kauf: Kompetent mit "Konsument"

Unsere Recherche zeigt: Wenn es Ihnen nur auf den Preis ankommt, sind Sie im Internet fast immer besser dran als bei MediaMarkt & Co. Eine gute Adresse für den Start von Preisvergleichen ist u.a. www.geizhals.at . Hier die wichtigsten Tipps für den erfolgreichen Online-Einkauf:

Seriöser Anbieter. Ist aufgrund der Angaben klar, wer Ihr „Gegenüber“ ist? Je mehr Kontaktmöglichkeiten mit dem Vertragspartner, umso besser: etwa per E-Mail, Post oder Telefon. Eine grobe Orientierung geben auch Käuferbewertungen und Erfahrungsberichte aus dem Bekanntenkreis.

Unterlagen ausdrucken. Drucken Sie alle Angaben rund um den Bestellvorgang aus und legen Sie diese ab. Im Streitfall haben Sie dann bessere Karten.

Vorauskasse. Aus unserer Sicht können wir diese Zahlungsform nicht empfehlen.

Zusatzkosten. Sind beim On­linekauf ein springender Punkt. Achten Sie auf Versandspesen, Gebühren für bestimmte Zahlungsweisen. Prüfen Sie, ob Selbstabholung sinnvoll ist.

Rücktrittsrecht. Bei Onlinebestellungen haben Sie in vielen Fällen ein Rücktrittsrecht (innerhalb von sieben Werktagen gegen Erstattung des Kaufpreises).

Reklamieren. Bei Ungereimtheiten setzen Sie sich am besten sofort mit dem Vertragspartner in Verbindung. Wenn Sie Unterstützung im Reklamationsfall brauchen, können Sie sich an den VKI (Tel. 01 588 77 0 ) oder bei ausländischen Unternehmen an das Europäische Verbraucherzentrum (Tel. 0810 810 225 zum Regionaltarif Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr) wenden.

„Konsument“-Leser Mag. Achim Hartmann über seine Erfahrungen mit Preisvergleichen

Wie gehen Sie beim Kauf größerer Dinge vor?

Ich kaufe grundsätzlich preisbewusst und informiere mich immer sehr genau, bevor ich eine größere Anschaffung tätige. Dabei nutze ich in erster Linie das Internet für einen ersten Überblick oder frage Bekannte und Freunde über ihre Erfahrungen.

Welche Erfahrungen haben Sie in Elektrogroßmärkten gemacht?

Ganz unterschiedliche. Man darf sich halt nicht blind darauf verlassen, dass sie wirklich immer die Güns­tigsten sind. Auch wenn es sich um stark beworbene Aktionsangebote handelt – ich würde auch dort nichts kaufen, ehe ich mich nicht bei anderen Händlern informiert hätte. Und schon mehrmals habe ich online deutlich billiger gekauft, selbst unter Berücksichtigung von Versandkosten oder Selbstabholung bei einem Internetanbieter.

Wie finden Sie den besten Preis?

Ich verschaffe mir einen ersten Überblick, wenn ich mich entschieden habe, frage ich bei größeren Anschaffungen in Geschäften immer nach Rabatt, auch bei MediaMarkt und den anderen großen Ketten. Es ist verblüffend, wieviel man sich dadurch sparen kann. Nach meinen Erfahrungen sind auch bei MediaMarkt oder Saturn 10 bis 20 Prozent sehr oft drin, vor allem dann, wenn es sich um ein Produkt handelt, das gerade nicht in Aktion ist und eigentlich überall gleichviel kostet.

Wie gehen Sie beim Feilschen vor? Haben Sie Tipps?

Es kommt meistens auf den Verkäufer an. Häufig sagt der Verkäufer, dass er für einen Rabatt den Abteilungsleiter benötigt. Ich bitte den Verkäufer dann, den Abteilungsleiter zu fragen, und mit Freundlichkeit und tatsächlichem Kaufinteresse geht dann meistens was ...

Viele Konsumenten haben Hemmungen, nach Rabatt zu fragen, handeln ist nicht jedermanns Sache…

Ich tue mich da leicht, weil ich es einfach als „Sport“ sehe, und gerade jetzt, wo ohnehin alles teurer wird, muss jeder auf den Euro schauen. Oft habe ich dadurch schon eine Menge Geld gespart – fragen kostet ja nichts! Meine Erfahrung ist ganz klar: Es zahlt sich aus! Und wer hat schon was zu verschenken? Ich kann daher nur raten: ausprobieren!

Minimale Preisunterschiede

Bekanntestes Beispiel ist wohl Apple. Preisunterschiede für Klassiker aus der Apple- Produktpalette sind im nationalen Markt in aller Regel minimal (von vereinzelten Set-Angeboten, etwa i-Pod und Lautsprecher oder Netzgerät, abgesehen). Wer schon ganz genau weiß, was er will, ist im Onlineshop auf www.apple.at gut dran. Der Versand erfolgt kostenfrei, i-Pods können außerdem ohne Mehrkosten mit einer persönlichen Gravur bestellt werden.

Preisersparnis bei Importen

Apropos Apple: Aufgrund des günstigen Dollarkurses ist die Ersparnis beim Kauf von Apple-Produkten in den USA derzeit ziemlich groß (Größenordnung etwa ein Drittel). Die internationale Garantie gilt – wie uns Apple ausdrücklich bestätigte – auch für in den USA gekaufte Apple-Produkte. Vorsicht ist jedoch bei inkludierter Software in Fremdsprachen und Netzgeräten mit Fixspannung (in den USA 110V) geboten. Nach unseren Erfahrungen ist Apple bei der Anerkennung von Garantiefällen grundsätzlich ziemlich streng.

Strikte Vertriebspolitik

Doch auch andere Hersteller verfolgen in ihrer Vertriebspolitik das Ziel, die Endverbraucherpreise einigermaßen gleich (hoch) zu halten. Dazu zählen etwa Sony, B&O, Metz oder auch Loewe. Sie haben ihre Händler „gut im Griff“. Durchbrochen wird die strikte Vertriebspolitik mitunter von Händlern, die ihre Geräte nicht direkt von den heimischen Vertretungen, sondern von ausländischen Partnern („Grauimporte“) beziehen.

Das erklärt auch, dass im Handel mitunter Geräte zu finden sind, die auf den Websites der österreichischen Vertretungen gar nicht aufscheinen. Problem: Bei Modellen aus „Grauimporten“ – für Konsumenten kaum erkennbar – zeigen sich die heimischen Servicestellen der Hersteller im Garantiefall mitunter unwillig. Bei Gewährleistung ist aber ohnehin der Händler Ihr erster Ansprechpartner.

Aktionsangebote: Beim Wort genommen  

Ein stichprobenartiger Vergleich zeigt: Die Preise sind oft auf Internetniveau, aber nicht immer. Fazit: Ein Preisvergleich lohnt auch bei Aktionsangeboten.

Saturn   (30. 7. – 9. 8.)

Für manche Produkte war kein Vergleich möglich, beim Gefrierschrank LG GC 155 war Saturn unter dem günstigsten Internetpreis, der Toplader Whirlpool AWE 4716 wäre online günstiger gewesen, alle anderen Angebote liegen in etwa auf Höhe des besten Onlineanbieters.  

Cosmos  (17. 7. – 26. 7.)

Soweit vergleichbar, liegt Cosmos in der Nähe der günstigsten Online-Angebote. Die Sony Alpha 350 wäre online deutlich billiger gewesen, auch das Navi TOM TOM Go 30. Dafür war der All-In-One- Drucker Lexmark X 6575 im Angebotszeitraum unschlagbar.

MediaMarkt   (1. 8. – 12. 8.)

In diesem Flugblatt ist MediaMarkt bei vielen Angeboten in der Nähe des günstigsten Online-Anbieters. Der Internet-Radio-Empfänger wäre um zirka 20 Euro billiger zu haben gewesen, der Flatscreen von JVC LT-32DB9BD war bei www.geizhals.at um zirka 150 Euro günstiger.

Preisvergleich Elektrogeräte

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Digitalkameras: Drunter und drüber

Im wahrsten Sinn des Wortes „verrückt“ wirkt die Preissituation bei Digitalkameras. Sämtliche unserer Erhebungen lassen nur vorsichtige Schlüsse zu. Unsere Erfahrungen jedenfalls sind: Fast jede Digitalkamera gibt es im Internet günstiger als bei MediaMarkt, Saturn oder Cosmos. In manchen Fällen ist die Differenz allerdings so knapp, dass die Ersparnis durch Versandkosten und diverse Gebühren „aufgefressen“ wird.

Doch es gibt auch Beispiele, wo die Ersparnis wesentlich größer ist: Etwa die Olympus SP 570 ZU, die zum Erhebungszeitpunkt in Elektrogroßmärkten um 429 Euro angeboten wurde, bei Onlinehändlern zur gleichen Zeit aber 60 Euro billiger erhältlich war.

Fachhandel mitunter günstiger

Aha-Erlebnis: Vereinzelt ist sogar der kleine Fachhändler günstiger als die Großmärkte. Beispiel aus unserer Recherche: Die Samsung L 730: 139 Euro (MediaMarkt) zu 129 Euro (Fachhandel). Ein stichprobenartiger Quervergleich mit Aktionsangeboten zeigt: Bei vielen (aber nicht allen) Aktionsangeboten orientieren sich MediaMarkt & Co ziemlich genau an den günstigsten On­lineanbietern.

Spartipp Digitalkameras: Immer wieder tauchen bei Lebensmitteldiskontern Marken-Digitalkameras auf. Beispiel: Die Canon Powershot A 720 IS, die bei Hofer im Juni um 169 Euro angeboten wurde. Ein gutes Angebot, aber keine Kamera der jüngs­ten Generation. Im Preisrückblick zeigt sich: Der Preisverfall war größer als der Unterschied zwischen günstigen und teuren Händlern. Vor einem Jahr war das Modell noch um zirka 100 Euro teurer gewesen. Fazit: Wenn es nicht das neueste Modell sein „muss“, sind Modelle der vorletzten Generation preislich eine echte Alternative und manchmal sogar der qualitativ bessere Kauf.

Navis: Nur grobe Orientierung

Seriöse, grundsätzliche Empfehlungen sind kaum möglich. Grund: Aktualität des Kartenmaterials und Aktualität der Softwareversion können bei gleichen Geräten unterschiedlich sein, sind aber von außen beziehungsweise aus Inseraten nicht leicht erkennbar. Ganz allgemein gilt: Je teurer das Gerät, desto eher werden Sie lohnende Preisunterschiede feststellen können. MediaMarkt & Co sind nach unseren Erfahrungen auch hier nicht grundsätzlich güns­tig, von einigen echten Aktionsangeboten einmal abgesehen. Ein Tipp unseres Navi-Testers: Wenn Sie keine extremen Anforderungen (zum Beispiel an das Kartenmaterial) haben, sind Sie mit Medion-Modellen (gelegentlich etwa bei Hofer erhältlich) gut dran, das zeigen auch alle unsere bisherigen Tests.

MP3-Player: Das klingt gut

Erstaunlich groß können die Unterschiede bei MP3-Playern sein. Wir haben fünf Typen für den Vergleich ausgewählt und den regulären Preis in Großmärkten erhoben. Resultat: Wer keine Scheu hat, online zu kaufen, findet rasch deutlich bessere Angebote. In unserem Fall waren zirka 20 bis sogar 70 Euro drinnen. Auch hier gilt: Augen auf für spezielle Aktionen, bei denen die Großmärkte meist ziemlich genau den besten Internetpreis anvisieren.

Waschmaschinen: Saubere Sache

In einem einzigen Fall konnten wir einen deutlichen Preisvorteil zugunsten der Elekt­rogroßmärkte ausmachen: Die Siemens WM 12 E 1 SO war im Vergleichszeitraum in den meisten MediaMarkt- und Saturn-Filialen sogar deutlich billiger als anderswo. Sonst das „gewohnte“ Bild: Im Internet geht es oft ein wenig billiger, und der Fachhändler muss nicht unbedingt teurer sein.

Ein Aha-Erlebnis aus unserer Erhebung: Die Preise bei Saturn oder MediaMarkt können von Filiale zu Filiale abweichen. So kostete die Elektra Bregenz WAFS 3460 am Erhebungstag bei Saturn in Wien Neubau 459 Euro, ein paar Kilometer weiter südlich im zehnten Wiener Gemeindebezirk 499 Euro. Grund: Die einzelnen Filialen sind in der Preisgestaltung (und Produktauswahl) in gewissem Rahmen selbstständig, laut Geschäftsführer Thomas Pöcheim gehört das zur Ge­schäftspolitik, „um auf Besonderheiten des lokalen Umfelds optimal reagieren zu können.“

Verhandlungsgeschick zahlt sich aus

Bemerkenswert: Beim Miele-Modell (W 3241) ist der Preis bei allen Vertriebsformen ziemlich ähnlich. Eine Erfahrung, die wir bei früheren Preiserhebungen bei der Marke Miele auch schon gemacht haben. Ein Miele-Gerät deutlich günstiger zu kaufen, bleibt offensichtlich dem persönlichen (Verhandlungs-)Geschick überlassen, beim gleichzeitigen Kauf mehrerer Küchengeräte ist ein Rabatt üblicherweise leicht zu erzielen. Und noch etwas ist uns aufgefallen: Ein Preisvergleich mit lokalen Fachhändlern ist kaum möglich, sie bieten vielfach völlig andere Modelle (zumindest mit unterschiedlicher Typenbezeichnung) an.

Geschirrspüler: Oft Einheitspreise

Das gilt zu einem gewissen Grad auch für Geschirrspüler. Auch bei dieser Produktgruppe werden Sie feststellen können, dass es unzählige Modelle einer Marke gibt, dass man sie aber nicht allzu oft sowohl beim kleinen Fachhändler als auch in Elekt­rogroßmärkten findet. Unsere Recherche zeigt an einem Beispiel deutlich, dass nur bei Geräten, die in Aktion sind, wirklich ein Preisvorteil gegeben sein kann: der Goren­je GS 600-10 war im Erhebungszeitraum bei Saturn um 299 Euro in der Werbung. Ein Preis, der im Vergleichszeitraum sogar deutlich unter dem günstigsten Onlineanbieter lag.

Weit verbreitet war der Elektra-Bregenz GSF 7100 C. Auffallend: überall (auch im Fachhandel) fast auf den Euro genau zum selben Preis. Durchwegs einheitlich wiederum der Preis für ein Miele-Modell. Grundsätzlicher Tipp: Auslaufmodelle werden normalerweise deutlich reduziert angeboten, auch ein Ausstellungsstück mit großzügigem Rabatt kann bei ein wenig Glück ein echtes Schnäppchen sein.

Espressomaschinen: Aktionen lohnen

Sind MediaMarkt, Saturn & Co bei Espressomaschinen besonders günstig? Auf Basis von insgesamt neun Modellen, die wir in mehr als einer Filiale fanden: grundsätzlich nein, in einem einzigen Fall unseres Erhebungsszenarios: ja. Am Erhebungstag 9.7. kostete etwa die Jura ENA 3 bei Saturn in Graz 525 Euro. Sonst war der häufigste Preis in Elektrogroßmärkten einheitlich 599 Euro.

Fazit: Espressomaschinen sind online vielfach günstiger erhältlich. Tipp: Immer wieder gibt es Aktionen, wo es zum „Normalpreis“ des Gerätes Kaffeetassen, ein Extrakontingent von Kapseln oder Gutscheine für Kapseln als Extra dazu gibt.

„Bestpreisgarantie“ – aber nicht der beste Preis

Kann man sich Preisvergleiche ersparen, wenn man mit einer „Bestpreisgarantie“ umworben wird? Die Antwort ist ein klares Nein. Ziemlich gefoppt fühlte sich etwa Konsument-Leser Helmut P., als er bei Cosmos auf die dort ausgelobte Bestpreisgarantie pochte. Einen Flachbildschirm der Marke LG hatte er in drei Filialen um 1.699 Euro ausfindig gemacht. Ein kurzer Preisvergleich im Internet brachte ihn auf die Spur zweier Anbieter, die das gleiche Gerät um 1.275 Euro vorrätig hatten. Mit seinem Ansinnen auf den „Bestpreis“ blitzte Herr P. aber schnell ab.

Internetshops ausgenommen

Cosmos bot noch eine Reduktion auf 1.540 Euro an, das sei quasi das letzte Angebot. Begründung: Internetshops seien von der Bestpreisgarantie ausgenommen. Das sei auch in den „Spielregeln“ für die Bestpreisgarantie so festgehalten. Freilich kann man darüber trefflich streiten, was ein „Internetshop“ ist. Beide von Herrn P. ausfindig gemachten Anbieter bieten die Abholung in Geschäftsstellen der SCS an, keine drei Kilometer von der nächsten Cosmos-Filiale entfernt. Herr P. weiß nun, dass das Versprechen „Bestpreis“ besser klingt als es ist.

Wie ist das nun mit den besten Preisen bei Saturn und MediaMarkt? Geschäftsführer Thomas Pöcheim: „Wir haben immer den kleinsten Preis der Region, damit erübrigt sich eine Bestpreisgarantie.” Und innerhalb von 14 Tagen kann man unbenutzte Waren originalverpackt mit Rechnung umtauschen.

Inszeniertes Scheingefecht

In der Werbeschlacht um das Image des kräftigsten Preisdrückers werden Konsumenten mitunter kräftig verschaukelt. Als MediaMarkt und Saturn einander ungewöhnlich direkt in einer Kampagne attackierten, konnte beim Konsumenten der Eindruck entstehen, Nutznießer eines echten Wettbewerbs zu sein. Nur: Der vermeintliche Preiskampf auf Biegen und Brechen war ein inszeniertes Scheingefecht.

Die Werber konnten ein Feuerwerk abziehen, ohne Klagen des angegriffenen „Konkurrenten“ fürchten zu müssen – beide Ketten sind in Besitz des Metro-Konzerns. Das Ziel, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und Mitbewerber ins werbliche Abseits zu drängen war erreicht. Für UWG-Experte Dr. Walter Müller ein Fall von Irreführung der Konsumenten. Manchmal hält man seine Kunden eben wirklich für dumm.

Was können Sie wo erwarten?

Fachhandel

+ gute Beratung, insbesondere bei den favorisierten Marken
o meist beschränkte Auswahl, dafür übersichtliches Angebot
o nicht so teuer, wie oft angenommen

Elektrogroßmärkte

+ große Auswahl, vor Ort direkt vergleichbar
o für gute Beratung benötigt man ein wenig Glück

o nicht so billig, wie durch die Werbung suggeriert

Internetshops

+ günstige Preise (aber achten Sie auf die Zusatzkosten!)
+ große Auswahl
– keine persönliche Beratung
– Reklamationsabwicklung mühsam, insbesondere bei ausländischen Anbietern

Lebensmitteldiskonter

+ (meist) günstige Preise
– keine Auswahl, nur vereinzelte Angebote

– keine Beratung

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