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Online-Ticketshops - 16 € sind kein Pappenstiel

Wer seine Eintrittskarten für Musical, Theater oder Konzerte im Internet kauft, kann Geld sparen. Die Unterschiede bei Ticketpreisen, Gebühren und Versandkosten sind teilweise erheblich.

Immer mehr Eintrittskarten werden per Mausklick bestellt und online bezahlt, entsprechend wächst auch die Zahl der Anbieter. Nicht alle Portale sind seriös, in der Vergangenheit haben wir auch schon vor dubiosen Anbietern gewarnt (siehe „Abzocke im Netz“). Doch davon abgesehen stellt sich auch die Frage nach Ticketpreisen, Neben­kosten oder Serviceleistungen.

Wir haben sechs Portale die Tickets auf dem österreichischen Markt anbieten, genauer unter die Lupe genommen: 

Bestellt haben wir Eintrittskarten für das Musical ­Sister Act (Ronacher Wien), die Oper Aida (Stadthalle Wien), die Wiener Mozart-Konzerte (Staatsoper) sowie im Pop-Bereich für Lenny Kravitz (Stadthalle Wien).

Unterschiede beim Ticketpreis

Sowohl was Ticketpreise als auch was Versand- und Nebenkosten angeht, unterscheiden sich die Anbieter teilweise beträchtlich. So kostete etwa eine Karte der Kategorie A für Sister Act zwischen 89 und 105 Euro, Differenz also immerhin 16 Euro. Für Aida hätten wir zwischen 72 und 85,16 Euro berappen müssen. In beiden Fällen machte hier die deutsche Plattform ticketonline den Preisausreißer nach oben.

Die österreichischen Por­tale bieten weitgehend zu einheitlichen Tarifen an. Bei Lenny Kravitz machte der Unterschied gerade zwei Euro aus. Die Mozart-Konzerte, die ticketonline ebenfalls nicht im Angebot hatte, kosteten einheitlich 79 Euro.

 

Bearbeitungs- und Auftragsgebühren

Bearbeitungs- und Auftragsgebühren

Doch die Preise für die Eintrittskarten sind nur eine Seite der Medaille. Ticketonline.com erwies sich zwar – was Musical und Oper angeht – als teuerster Anbieter, allerdings fielen weder Bearbeitungs- noch Auftrags­gebühren an. Bei wien-ticket.at mussten wir für die Aida-Karten 8,64 Euro hinblättern, bei Lenny Kravitz wurden 8,15 Euro Bearbeitungsgebühren fällig. Oeticket.com berechnet grundsätzlich eine Auftragsgebühr von zwei Euro.

Versandkosten

Bei den Versandkosten tut sich ebenfalls eine beträchtliche Schere auf. Für die Zusendung der Karten verlangen die Anbieter abhängig von der Versandart (normal, Einschreiben, EMS) zwischen 90 Cent und 15 Euro. Teil­weise ist auch ein Versand per Nachnahme möglich, was allerdings weitere Kosten verursachen kann.

Eine Hinterlegung der Karten an der Abendkasse oder im Ticketshop wird nicht in allen Fällen angeboten. Falls doch, so kostet dieser Service unabhängig von der Anzahl der hinterlegten Karten bis zu 2,50 Euro. Neben dem Kaufnachweis (Bestätigungsmail oder Rechnung) sollte man bei der Abholung dann allerdings auch einen amtlichen Lichtbildausweis dabeihaben.

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Rücktrittsversicherung

Uns interessierte außerdem, wie es bei den verschiedenen Anbietern mit der Rücktrittsabsicherung aussieht. Ticketonline.com, wien-ticket.at und oeticket.com bieten kostenpflichtige Varianten an. Zu beachten ist dabei, dass der Rücktrittsschutz ähnlich wie bei einer Reiserücktrittsversicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen wie Unfall, Krankheit oder höherer Gewalt (etwa Naturkatastrophen) besteht.

Wien-ticket verlangt für diesen Schutz pro Karte vier Euro. Bei ­anderen Anbieter entscheidet der Ticketpreis über die Höhe der Prämie – bei Oeticket sind es 5,5 Prozent, bei ticketonline rund 6 Prozent des Kartenpreises. Bei hochpreisigen Tickets oder weiter in der Zukunft liegenden Veranstaltungen kann eine derartige Ver­sicherung durchaus eine Überlegung wert sein.

Angebote vergleichen

Kalkuliert man die Nebenkosten mit, wird die Suche nach dem günstigsten Angebot diffizil. Den günstigsten Anbieter schlechthin gibt es nicht. Dem Kunden bleibt nur die Möglichkeit, verschiedene Angebote einzuholen, also die Bestellung fast bis zum Ende – bis unmittelbar vor dem letzten Mausklick, nämlich der Kaufbestätigung – durchzuspielen. Erst dann kann man sicher sein, dass man auch die tatsächlichen Kosten auf dem Bildschirm hat.

Dass sich der Aufwand durchaus lohnt, zeigt unsere Erhebung. Zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter taten sich für Karten derselben Kategorie nicht unbe­trächtliche Preisdifferenzen auf. Am größten war die Schere mit 21,85 Euro bei Sister Act, bei Aida ließen sich immerhin über 15 Euro, bei Lenny Kravitz über 11 Euro sparen. Und auch bei den Mozart-Konzerten betrug die Differenz noch 9 Euro.

Keine Haftung bei Ausfall

Sitzplatzreservierung

Unter­schiede gibt es auch bei der Sitzplatzreservierung. Wien-­ticket, oeticket, ticketonline und vbw bieten jeweils einen Saalplan an. Andere Shops ­garantieren zwar nebeneinander liegende Plätze, die Kunden können sich aber nicht aussuchen, wo sie innerhalb der gebuchten Kategorie sitzen. Bei den meisten Shops ist schon während des Bestellvorgangs ersichtlich, ob die gewünschten Karten noch verfügbar sind. Man weiß also, ob man die Karten erhält.

Bei dieeintrittskarte.at ist in den AGB geregelt, dass eine Stornierung möglich ist, wenn nicht genügend Karten verfügbar sind. Hier muss also abgewartet werden, ob man die Karten tatsächlich bekommt. Nachhol­bedarf besteht seitens der Portalbetreiber bei Karten für Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Sie sind zwar oft vorhanden, können jedoch aus technischen Gründen nicht online gebucht werden, sondern häufig nur telefonisch.

Keine Haftung bei Ausfall

Wer über Online-Ticketshops kauft, sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass die Anbieter nur Vermittler zwischen Veranstalter und Besucher sind. Sie übernehmen grundsätzlich keine Haftung bei Ausfall einer Veranstaltung. Rückforderungen oder Rückabwicklungen sind direkt über den Veranstalter durchzuführen. Eine Rückforderung beschränkt sich daher auch auf den Ticketpreis, erhobene Bearbeitungsgebühren etwa werden nicht zurückerstattet.

Tabelle: Online-Ticketshops

Abzocke im Netz

Beim Europäischen Verbraucherzentrum in Wien häufen sich Beschwerden über online bestellte und nicht gelieferte Tickets.

Als Pink Floyd im Frühjahr in Mailand gastierten, zog es auch Günter B. in die lombardische Metropole. Er und einige Freunde bestellten ihre Tickets online bei der Plattform euroteam.com und erhielten die Nachricht, dass die Karten an einem beschriebenen Treffpunkt vor Ort ausgegeben würden. In Mailand gab es dann allerdings ein böses Erwachen.

Am angegebenen Treffpunkt stieß die Gruppe zwar auf gut 50 mehr oder weniger verzweifelte Konzertbesucherinnen und -besucher, die ebenfalls bei Euroteam gebucht hatten, von den Mittelsmännern, die die Tickets hätten überreichen sollen, fehlte allerdings jede Spur. Zehn Minuten vor Konzertbeginn tauchte schließlich ein Euroteam-Mitarbeiter auf, allerdings hatte er nur 20 Eintrittskarten dabei. Günter B. und seine Freunde hatten Glück, doch viele andere Fans gingen leer aus.

Euroteam nicht unbekannt

Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Wien (www.europakonsument.at) ist die norwegische Firma Euroteam nicht unbekannt. Über den Anbieter kursieren mehrere Beschwerden, weil im Voraus bestellte und bezahlte Tickets nicht geliefert wurden.

Das EVZ rät deshalb, Konzertkarten von den offiziellen Vorverkaufsstellen zu beziehen. Sämtliche Bestellunterlagen sollten ausgedruckt und aufgehoben werden. Falls ein Ausdrucken nicht möglich ist, etwa bei Popups, sollten Screenshots angefertigt ­werden. Bei ungewöhnlich günstigen oder exklusiven Angeboten von Eintrittskarten im Internet oder Kartenangeboten für bereits ausverkaufte Konzerte ist grundsätzlich Misstrauen angebracht. Karten dieser Art können gefälscht sein, über dubiose Kanäle in den Verkauf gelangt sein oder sie existieren gar nicht.

Kreditkarte: Rückbuchung der Ticket­kosten

Wurden Tickets per Kreditkarte bezahlt und nicht geliefert, sollten Sie sich mit ihrem Kreditkartenunternehmen in Verbindung setzen und dieses nach der Veranstaltung schriftlich ersuchen, eine Rückbuchung der Ticket­kosten aufgrund Nichterbringung der vereinbarten Leistung zu erwirken. Viele Zahlungsinstitute gehen darauf ein. 

Zusammenfassung

  • Ticketpreise. Versandkosten, Gebühren und Serviceleistungen schwanken von Anbieter zu Anbieter und können ein Ticket erheblich verteuern. Ein Vergleich verschiedener Portale lohnt sich in jedem Fall.
  • Haftung. Bei Ausfall einer Veranstaltung übernehmen die Online-Ticketanbieter keine Haftung. Der Kaufpreis muss über den Veranstalter zurückgefordert werden.
  • Versicherung. Für teure Tickets ist der Abschluss einer Stornoversicherung er­wägenswert, diese greift etwa bei Krankheit oder höherer Gewalt.

Testkriterien

Wir haben für vier unterschiedliche Veranstaltungen in verschiedenen Online-Ticketshops Karten bestellt. Die angegebenen Preise und Gebühren wurden erhoben und der Bestellvorgang im Sinne des Verbrauchers betrachtet.

Die Online-Ticketshops wurden über Internetsuche ausgewählt und dabei österreichische Anbieter bevorzugt. Ausgewählt wurden:

  • wien-ticket.at
  • oeticket.at
  • bestplatzticket.at
  • dieeintrittskarte.at
  • ticketonline.com (deutscher Anbieter auch für österreichische Veranstaltungen)
  • vbw.at (für Musical)

Betrachtet aber aufgrund spezieller Ausrichtung nicht mit in den Überblick aufgenommen polzer.com (Salzburger Veranstaltungen und Festspiele) neubaur.at (Salzburger Veranstaltungen)

Um ein möglichst breites Spektrum abzubilden wurden die vier Events aus verschiedenen Bereichen gewählt. Bestellt wurden Tickets für folgende Veranstaltungen:

  • Musical: Sister Act, Ronacher, 26.09.2011 
  • Aufführung: Aida, Stadthalle Wien, 23.10.2011
  • Klassik: Wiener Mozart Konzerte, Staatsoper, 27.08.2011
  • Konzert: Lenny Kravitz, Stadthalle, 18.11.2011

Der Bestellvorgang wurde vor der letzten Bestätigung abgebrochen. Die dann ersichtlichen Kosten wurden berücksichtigt.

Leserreaktionen

Keine Alternative

Leider gibt es nicht immer die Möglichkeit, die Tickets direkt zu kaufen. So habe ich im Vorjahr bei Oeticket online ein Ticket für eine Veranstaltung in Grafenegg bestellt. Zum Ticketpreis von 42,41 € wurde eine Auftragsgebühr von 4,33 € und eine Versand-/Hinterlegungsgebühr von 1,50 € berechnet.

Dafür durfte ich mir das Ticket in einem ÖT-Center abholen, Zustellung nach Hause wäre noch teurer gewesen. Macht also 13 % Nebenkosten für ein Ticket, das man sich noch selbst abholen muss und für das es meines Wissens keine alternative Bezugsquelle gegeben hätte.

Siegfried Lenz
E-Mail
(aus KONSUMENT 10/2011)

Fair und transparent

Wien-Ticket ist eine transparente und faire Gebührenstruktur wichtig. So bieten wir unseren Kunden im Gegensatz zu den meisten anderen Mitbewerbern immer zumindest eine Möglichkeit, Tickets ohne zusätzliche Versand-/Hinterlegungsgebühren zu erhalten.

Wir verlangen 0 Euro für Hinterlegung im Wien-Ticket-Center. Für die Hinterlegung an der Abendkassa (sofern verfügbar) verrechnen wir dem Kunden 1,50 Euro. Zusätzlich bieten wir die Versandart print@home (sofern verfügbar), ebenfalls um 0 Euro.

Dass Wien-Ticket Rollstuhlplätze nicht für den Onlineverkauf freischaltet, hängt damit zusammen, dass wir gemeinsam mit dem jeweiligen Veranstalter eine optimale und für die jeweilige Person angepasste Lösung suchen. Die Gegebenheiten vor Ort und die Bedürfnisse der Personen sind zu unterschiedlich, um online eine zufriedenstellende Lösung anbieten zu können.

WT Wien Ticket
Wien
(aus KONSUMENT 9/2011)

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